Wie reagieren, welche Konsequenz: Sohn(fast3) beleidigt mich..*lang*

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von egi76 25.11.10 - 08:56 Uhr

Guten Morgen zusammen!

Wir haben 2 Kinder ( 5 und fast 3). Mit der Großen klappt alles recht gut und wir haben keine "Erziehungsprobleme"...

Aber unser Kleiner (wird im Jan. 3 Jahre alt) steckt zur Zeit in einer riesen Trotzphase und Wachstumsphase.
Er war eigentlich immer ein sehr gute Schläfer und auch immer sehr lieb. Aber seit ca. 8 Wochen ist er sehr unausgeglichen. Er schläft mehr oder weniger schlecht (das lag zum Teil aber auch an den letzten Backenzähnen, die nun endlich draußen sind) und hat während des Tages immer seine "dollen 5-Minuten" -sprich, da ist er unausstehlich.

Zur Erklärung: mein Mann und ich sind beide voll berufstätig, ich verbringe aber mit meinem Sohn die Mittagspause (hole ihn von der Tamu ab, und wir essen dann bei meinen Eltern zusammen Mittag, dann mache ich ihn fertig für den Mittagsschlaf, den er noch benötigt, und meine MA passt dann anschließend auf ihn auf, bis ich um 17 Uhr von der Arbeit zu Hause bin). Es gab keinerlei Veränderungen in unserem Leben.

Dann ab 17 Uhr witme ich meine Kindern die volle Aufmerksamkeit (d.h. ich mache dann keinen Haushalt, sondern spiele mit ihnen). Und dann geht seit Wochen der alltägliche Kampf los.
Mein Sohn spielt erst schön mit (auch bei Spielen, die er sich aussuchen durfte) und dann fängt er an, die Spielkarten, Würfel , STifte, Papier etc durch die Gegend zu schmeißen.
Zunächst Bitte ich ihn, die Sachen wieder auf zu heben, danach fordere ich ihn auf. Er macht es einfach nicht und sagt es auch, dass er es nicht machen will. Er ist sprachlich schon sehr weit für sein Alter.

Das spiel ist dann für mich zu Ende (als Konsequenz für sein Benehmen).

Dann fängt er an mich zu beleidigen: Du bist böse, du bist doof, du bist schieße,.du bist ne Sau....... #heul
Ich erkläre ihm dann, dass ich so nicht betitelt werden möchte, dass ich/wir ihn auch nicht so bezeichnen!
Er hört nicht auf. Darufhin setze ich ihn im Flur auf die Treppe, um irgendwie die Situation zu verändern und gehe dann zu meiner Tochter.
Er bleibt dann in der Regel natürlich nicht sitzen und schmeißt wieder irgendetwas durch die Gegend.

#heul ich habe ihm gestern dann auf seinen Pampershintern gehauen (einmal) und es tut mir sooo unendlich leid. Ich weiß, dass das keine Lösung und/oder Entschuldigung ist.: aber ich war sooooo wütend.#heul

Ich habe ihn dann feste in den Arm genommen und mich bei ihm entschuldigt, und ihm erklärt, dass ich so traurig und wütend bin. Er war dann auch wieder "ganz normal" und seine "dollen-5-Minuten" für den Rest des Tages wieder um.

Wenn er müde ist, dann wird er so kratzbürstig und beschimpft mich mit den obigen Worten. Und ihr könnt mir glauben, dass das NICHT unser Umgangston zu Hause ist.

So, lange Rede, kurzer Sinn: Wie kann ich diese Situationen besser entschärfen? Wie kann ich ihm beibringen, dass er so nicht mit einem andern Menschen zu reden hat? Ich versuche ihn dann schon zu ignorieren, weiss aber auch nicht, ob das der richtige Weg ist.
Wie gesagt, mit unserer Großen hatten wir bisher solche Probleme nicht.

Also, ich bin für gute Erziehungsratschläge dankbar.

LG
Egi



Beitrag von robingoodfellow 25.11.10 - 09:20 Uhr

Nun ja, das nennt sich die erste extreme Trotzphase und ist normal.

Ich habe zwei Jungs und bei beiden war es so. Der Kleine, 3,5 steckt grad mittendrinn. Wenn er zu sehr wütet fliegt er raus und wird ignoriert. Manchmal klappt es, manchmal nicht.

Es geht vorbei. Glaubs mir und ich würd mir auch gar keinen Kopf machen von wegen er würde dich beleidigen. Ab und an sag ich auch. "So, ich bin ne böse Mama? Soll ich dir mal zeigen was eine böse Mama alles macht?"

Dann ist es ganz schnell vorbei^^.

Hol dir ein Päckchen Nerven, Jungs provozieren gerne und das wird immer wieder passieren.

Beitrag von mick 25.11.10 - 09:26 Uhr

Hallo Egi!
Mein Sohn war in dem Alter ähnlich! Die Schimpfwörter waren zwar nicht so heftig wie bei dir, aber bei uns kam dann: Du bist nicht mehr mein bester Freund, du bist doof. Ich will nie mehr mit dir spielen etc.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass lange Erklärungen, warum du nicht so betielt werden willst, nichts bringen und in diesem Alter gar nicht ankommen.
Und: ruhig bleiben *leichter gesagt als getan*
Ich habe dann das Spiel beendet ... ohne Worte, die Sachen zusammengeräumt und erst mal weggetan, wenn er nicht aufgeräumt hat.
Wenn es irgendwie ging und nicht die Wohnungseinrichtung gefährdet war, habe ich meinen Sohn ignoriert! Ich habe ihm nur gesagt, dass ich eine Entschuldigung erwarte .. er wusste damals schon, was es bedeutet und wie man es macht .... natürlich folgte ein Wutanfall mit Türenschlagen usw.

Er kam dann irgendwann an und wir versuchten die Sache wieder hinzukriegen. Vielleicht kannst du deinen Sohn auch mal fragen, was ihn gerade wütend macht, warum er die Sachen durch die Gegend wirft: Vielleicht sagt er ja: "weil ich immer verliere" oder "weil ich keine Lust mehr habe" oder irgendwas anderes. Kinder haben da ja manchmal merkwürdige Gedanken.

Dauern die Spiele mit ihm vielleicht zu lange, überfordern sie seine Konzentrationsfähigkeit? Ist das Angebot zu groß? Kannst du die Spielphasen vielleicht irgendwie verkürzen, dass das Spiel "gut" endet, bevor es eskaliert? Ich weiß ja nicht, was ihr spielt, aber ich habe beim MEMORY z.B. immer einen großen Teil der Kärtchen rausgenommen und "Mensch ärgere dich nicht" spielen wir heute noch mit nur 2 Püppchen.

Ansonsten hat man in den Trotzphasen der Kinder immer wenig Chance. Verständnis aufbringen .... ja ja ... das sagen die Erzieher immer. Völlig utopisch. Aber vielleicht kann man dran arbeiten.
Ich musste mir dann auch immer vorsagen: "Er ist erst 3. Er hat mir zwar Unrecht getan, aber alleine kommt er aus der Situation jetzt nicht heraus"
Ich bin ihm dann immer ein kleines Stück entgegengekommen, habe ihm eine "goldene Brücke" gebaut.

Ach es ist alles soooooooooooooooo schwer. Meiner ist gerade 4,5 und es nicht nicht leichter!

Gut ist auf jeden Fall, dass du mit ihm über deine Gefhle sprichst: "Ich bin ganz traurig, weil ...." Aber er muss lernen sich auch bei dir zu entschuldigen, nicht nur du bei ihm, weil du ihm einen Popoklopfer gegeben hast, was wohl jeder Mutter passiert!

Viel Glück und Kopf hoch ... es wird wieder besser ... aber vielleicht auch wieder schlechter ... so wechselt sich das halt ab.

Schön ist es doch, dass es anderen Müttern genau so geht

Mick

Beitrag von simone_2403 25.11.10 - 10:20 Uhr

Hallo Egi

>>ich habe ihm gestern dann auf seinen Pampershintern gehauen <<

Ich hol jetzt nicht die Moralkeule raus,du weißt selbst das es blöd war und sich an der Situation dadurch nichts verändert ;-)

Frage....warum bespasst du deinen Sohn derart?Du lässt den Haushalt liegen (was ja ansich nicht verwerflich ist) und widmest dich NUR dem Jungen. Er weiß das natürlich und ich denke es ist Zeit an Veränderungen zu denken.

Bespass ihn mal nicht von dir aus.Geh mit ihm nach Hause und widme dich anderen dingen,lass dein kind mal auf dich zu kommen und zieh einen anderen Tagesablauf hoch.

Ich denke er ist gelangweilt denn er weiß ja im prinzip was tagtäglich auf ihn zu kommt,irgendwann brechen die Kinder dann aus auch wenn es nicht ganz falsch ist einen strukturierten Tagesablauf zu haben ;-)

lg

Beitrag von zahnweh 25.11.10 - 10:24 Uhr

Hallo,

meine 3jährige macht das zur Zeit auch.

1. Stufe: gesagtes ignorieren und NICHT persönlich nehmen!
2. Stufe: ruhig bleiben und Wut ernst nehmen! (woher auch immer die Wut kommt, nicht abtun)
3. Stufe: warten, hauen verhindern, aber zum Rausbrüllen ermutige ich sie ehrlich gesagt. Verbal kann sie sich noch nicht so gut ausdrücken. Da ist es mir lieber sie schreit die schlechten Gefühle erst mal raus, statt anderes #schwitz
4. Stufe: wenn sie sich beruhigt hat, darf sie zu mir auf den Schoß
5. Stufe: wenn sie sich beruhigt hat und mir wieder in die Augen schaut (vorher kommt definitiv gar nichts an, außer dass es die Wut steigert), DANN erkläre ich ihr in RUHE; dass es mich traurig macht, wenn sie mich so nennt. Dass es andere auch traurig macht und ob sie denn so genannt werden möchte.
Aber wie gesagt, erst wenn sie sich beruhigt hat!!!