Hilfe, mein Sohn übt Streiten!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von inis 25.11.10 - 10:57 Uhr

Hallo ihr,

vielleicht brauche ich einfach nur ein paar aufmunternde "Durchhalteparolen"...

...unser Söhnchen ist jetzt 2,5 Jahre alt und übt offensichtlich "Streiten".

Das geht morgens los mit völlig nichtigen Sachen (plötzlich soll meine Bettdecke aus dem DG ins Erdgeschoß geschleppt werden...) und setzt sich natürlich über alles Mögliche weiter fort. Anziehen und dergleichen ist dadurch eine Riesen-Aktion.

Besonders weh tut mir aber dabei der "Liebesentzug" - ich durfte ihn heute morgen überhaupt nicht in den Arm nehmen oder knuddeln (Papa darf das), und wenn ich bei den Auseinandersetzungen ihm in ernstem Tonfall erkläre, warum was nicht geht (oder doch sein muß, je nachdem), haut er nach mir und schreit "geh weg!". #heul

Vorgestern ist er vom Essenstisch aufgestanden, hat sein Essen genommen, ist in den Flur gegangen und hat hinter sich die Tür zugeknallt - aber es war gar nix, wir haben nur da gesessen und gegessen! #schmoll

Ja gut, ich weiß schon, daß er wohl nicht mich persönlich meint (Papa schikaniert er auch ganz ordentlich, und mit seiner besten Freundin kratzt er sich derzeit fast die Augen aus), es ist ganz offensichtlich "nur eine Phase". Es tut mir aber trotzdem weh...


...wie geht ihr damit um? Und wie lange hat die Phase bei euren Kids angehalten?
#danke

lg,
inis mit Iulian (01.06.08) und kleinem Brüderchen (27.ssw)

Beitrag von leerchen 25.11.10 - 11:53 Uhr

hallo inis,
dein sohn entdeckt wohl gerade, dass er mit dem was er tut was bewirken kann. deshalb tut er auch dinge die eine wirkung haben (mama schimpft, mama ist traurig etc.). ausserdem kommt er sicher bald in die sagenumwobene "trotzphase". da kann ich nur eins sagen: da müsst ihr durch...

mein sohn ist jetzt 3 jahre und 7 monate alt und steckt noch mitten drin in der trotzphase, allerding kann ich ihm schon viel erklären. #schwitz

nimm das alles nicht persönlich, er muss durch diese phase durch um sich seiner selbst bewusst zu werden. schliesslich ist er eine eigene kleine persönlichkeit und das bildet sich gerade heraus. dein sohn legt in meinen augen ein ziemlich gesundes, normales verhalten an den tag.#liebdrueck

das mit dem essen würde bei mir allerdings zu konsequenzen führen (essen vorbei z.b.) er kann ja gern trotzen, aber gegessen wird bei uns am tisch.

ich wünsch dir viel kraft!

LG leerchen #winke

Beitrag von hedda.gabler 25.11.10 - 11:53 Uhr

Hallo.

Herzlich willkommen in der "Autonomiephase" ... richtig lustig wird, es wenn die Kleinen sich auch noch passend dazu verbalisieren können;-)

Es ist eine Phase ... hält etwas länger an, dann kannst Du ein paar wenige Jährchen durchatmen ... bis es in der Pubertät weitergeht.

Wie ich damit umgehe?
Erklären, diskutieren, mich damit auseinandersetzen, zurück streiten ... und an guten Tagen weitesgehend ignorieren, sprich nicht so ernst nehmen. Ich glaube, ich habe mir die nötige Gelassenheit angeeignet;-)
Und ich mache nicht aus jeder Sache einen Kriegsschauplatz und gehe auch oftmals den Weg des geringsten Widerstandes ... verlasse den Raum oder gebe auch mal nach. Ich muss nicht immer als Gewinner aus diesen Streitereien hervorgehen.
Und ich gebe viel Nähe und Körperlichkeit ... da bleibt das Streitthema dann auch mal liegen und ich nehme den Druck aus der Situation, indem ich meine Kleine einfach nur in den Arm nehme (wenn sie mich mal nicht knuddeln will, nach dem Aufstehen oder so, ist das auch gut, ich mag auch nicht immer knuddeln auf Befehl). Oder ich gebe ihr eine Auszeit, d.h. nicht, dass ich sie ins Zimmer schicke oder schleppe, sondern ich schlage es ihr als Pause vor. Oft nimmt sie es auch an.

Und dass ihr urplötzlich eine Laus über die Leber läuft (ähnlich wie bei Dir, plötzlich mit Teller aufstehen und weggehen), kenne ich auch ... davon lasse ich mich schon lange nicht mehr aus der Ruhe bringen ... ich esse in Ruhe weiter (oder was auch immer ich gerade tue), irgendwann kommt sie schon wieder.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von jeannine1981 25.11.10 - 11:53 Uhr

HI,

sind da mehr oder weniger auch gerade drin.

Möchte ich ihr ein Küsschen geben, bekomme ich zu hören "morgen Mama nach dem Schlafen". Gebe ich ihr trotzdem eines (auch Gute Nachtkuss) dann tut sie so als würde sie ihn nehmen und wegschmeissen.

Wenn sie etwas haben möchte oder machen möchte wird sofort gekreischt, und wenn ich ihr noch hundertmal sage ich verstehe sie so nicht und sie könne auch ruhig mit mir reden.

Allgemein führt sie sich manchmal ein bisschen auf wie ein kleiner Proll und dann ist doch wieder alles blöd und sie weint.

Das beste ist einfach selber dann noch ruhiger und betont leise zu werden, dass hilft bei uns eigentl. ganz gut. Die richtigen Ausraster bekommt sie übrigens wenn sie nach 3 Kleidern sich dazu entschlossen hat das XY Kleid (wahlweise auch Strumpfhose ect.) haben zu wollen, die dummerweise dann aber in der Wäsche oder auf dem Wäscheständer sind. Das ist dann Spass für alle.

Durchhalten und liebe Grüße
Jeannine und Lena 32 Mon.#winke

Beitrag von ayshe 25.11.10 - 11:59 Uhr

Die Rumpelstilzchenphase ;-)


Ich habe es so gemacht wie hedda, lockerbleiben, auch mal machen lassen, manches ignorieren oder jedenfalls keinen Bohei daraus machen.

Dann geht das Kind eben mit dem Teller raus, kommt auch wieder.

Liebesentzug habe ich ignoriert, da muß man eben durch.



Wie lange es ging?
Hm, ich weiß gar nicht mehr so genau.
Also mit 4 gab es jedenfalls noch eine heftige Wutphase, da war das ganze mit 2-3 noch gar nichts dagegen.
Ab 5 wurde sie sehr deutlich sehr viel ruhiger und verständiger und es ist alles recht entspannt.

Beitrag von inis 25.11.10 - 12:04 Uhr

Hallo,

danke schonmal für eure langen und verständnisvollen Antworten!


...das mit der Pubertät hatte ich auch schon als Assoziation... #rofl


Dieser Kommandoton ist z.T. halt schon heftig (na gut, ich weiß, woher er den hat... #schein), aber ihr würdet sagen, das gehört halt dazu? Bisher dachte ich oft, der Junge kann sich doch nicht angewöhnen, SO mit seinen Eltern zu reden! ("Du nicht Kakao machen! Mama macht das!") Will heißen, nach der Phase können wir alle wieder vernünftig miteinander reden, und es setzt sich bei dem kleinen Kaiser nicht fest: wenn ich nur doll genug kommandiere, machen Mama und Papa, was ich will?

Naja, das andere sind halt die #schwanger-Hormone... davon hab ich wohl gerade einen Überschuß, sodaß bestimmte Sachen eben ganz schön durchhauen bei mir... mal gleich einen schönen Tee trinken...


Danke und lg,
inis (die niiiie wieder ein Kind nach einem römischen Kaiser nennen wird - und "Attila" scheidet definitiv auch aus für das Brüderchen! :-p)

Beitrag von ayshe 25.11.10 - 12:48 Uhr

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Dieser Kommandoton ist z.T. halt schon heftig (na gut, ich weiß, woher er den hat... ), aber ihr würdet sagen, das gehört halt dazu?
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Ja, ich fürchte schon, es gehört dazu.
Ich bin absolut allergisch bei diesem Ton.
Ich habe dann versucht, ruhig zu antworten und zu sagen, "wie" man es eben anders sagt, blieb sie aber dabei oder steigerte sich, habe ich nur gesagt, daß ich darauf nicht reagieren werden, ich führe keine Befehle aus.

Aber auch das geht vorbei.


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Will heißen, nach der Phase können wir alle wieder vernünftig miteinander reden, und es setzt sich bei dem kleinen Kaiser nicht fest: wenn ich nur doll genug kommandiere, machen Mama und Papa, was ich will?
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Also bei uns hat es sich wirklich nicht festgesetzt, ganz im Gegenteil.
Meine Tochter ist ja inzwischen 6,5 und sie kann echt super höflich sein und ganz besonders, wenn sie etwas will ;-)
"Du meine liebe Mami, weißt du, ich würde ja so gern, daß du..." #rofl

Im Ernst, ich sehe nicht, daß sie sich den Ton angewöhnt hat.
Und Kinder probieren wohl eben einfach alles aus, auch das Befehlen.

Wobei ich manchmal auch nicht sicher war, ob es wirklich so gemeint war oder ob sie diesen harten Imparativ auch mal benutzt hat, weil es eben einfach ist, rein sprachlich, klar und genau.