Nachts immer schlimmere Blähungen

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von hella10 25.11.10 - 14:52 Uhr

Hallo!
Mein Kleiner ist jetzt sieben Wochen alt und kämpft schon länger mit Blähungen. Doch diese werden nun immer schlimmer. Abends beginnt es und wird dann ab 3 Uhr nachts richtig schlimm. Der Ärmste quält sich ganz furchtbar über viele Stunden. Ich kann dann auch nicht mehr stillen. Er versucht verzweifelt zu trinken, aber nach den ersten Zügen rumpelt es tierisch laut in seinem Bauch, und er schreit ganz verzweifelt.
Ich kann keinen Zusammenhang zu meiner Ernährung entdecken und nehme selber kaum Milcheiweiß zu mir. Außerdem trage ich ihn tagsüber im Tragetuch und massiere sein Bäuchlein.
Muss er da wohl oder übel durch? Oder habt ihr vielleicht noch andere Ratschläge?
Viele Grüße, Hella

Beitrag von fragmaledeltraud 25.11.10 - 15:06 Uhr

Du solltest mit dem Kind beim KiA vorstellig werden oder Dich von diesem wenigstens telefonisch beraten lassen, das wäre das Beste.

Und dann:
Brustmütter sollten darauf achten, dass Kinder nicht nur auf Kuhvollmilchprodukte, welche die Mütter konsumieren, reagieren können, sondern auch verstärkt auf Hülsenfrüchte, Nüsse, scharfe Gewürze, Vollkornprodukte, Kohlensäurehaltiges, Zitrusfrüchte etc..
Daher sollten per Brust Fütternde wirklich sehr diszipliniert sein.

Ich bin bei meinem Söhnchen auch immer vorsichtig gewesen, so dass er keine Blähungen hat/te.

Helfen können auch Bauchlage im Wachzustand, kleine Mengen Fenchel-, Kümmel-, Anistee, Kümmelzäpfchen, Sab simplex aus der Apotheke, Lefax aus der Apotheke, Bauchmassage, viel Tragen (Achtung: Verwöhngefahr, viele Kinder wollen nonstop getragen werden, wenn man sie zu lange am Stück trägt!), Spezialsäuglingsnahrung (in Absprache mit dem Kinderarzt), Windsalbe.

Gute Besserung

Beitrag von lilly7686 25.11.10 - 15:18 Uhr

>>viel Tragen (Achtung: Verwöhngefahr, viele Kinder wollen nonstop getragen werden, wenn man sie zu lange am Stück trägt!)<<

#pro Also DAS ist ja wirklich mal eine total wahre Aussage von dir. Find ich echt super! Du musst ja extrem viel Ahnung von Babies haben! Wirklich spitze!
*Ironie off*

Mal im Ernst: was du von dir gibst ist sowas von schwach! Meine Tochter wird seit fast 6 Monaten ausschließlich getragen (Tragetuch und seit Kurzem auch zeitweise, eher selten, Manduca) und ist kein Stück verwöhnt.


Zum Rest deiner Ergüsse äußere ich mich lieber nicht.

Beitrag von littlelight 25.11.10 - 15:37 Uhr

#rofl

Beitrag von lilly7686 25.11.10 - 15:24 Uhr

Hallo!

Du kannst mal versuchen, diverse möglicherweise blähende Dinge aus der Ernährung zu streichen.
Leider ist da jedes Kind anders.

Meine Tochter reagiert zum Beispiel sehr stark auf Kohlensäure. Davon darf ich nur sehr wenig trinken.
Curry ist bei ihr auch nicht wirklich gut. Und kürzlich hatten wir Kraut-Rouladen, die auch nicht wirklich der Hit für ihren Bauch waren.
Sonst gibts nichts, was meine Kleine nicht verträgt.

Tragetuch ist schon mal sehr gut. Meine Kleine wird seit Geburt ausschließlich getragen :-D Das Tragen hilft auch gut gegen Blähungen. Und wenn man das Tuch richtig binden kann, dann kann man ein Baby auch schon mal länger am Stück drin lassen (unser Rekort liegt bei 8,5 Stunden ;-) ).

Du kannst außerdem versuchen, deinen Kleinen zu pucken. Bei uns hat das Pucken super gewirkt gegen Blähungen. Schau mal bei youtube, da gibts eine Menge guter Videos dazu (pucken oder swaddling suchen).

Außerdem kannst du Stilltee trinken. Der wirkt bei uns immer recht gut bei Blähungen. Aber bitte nicht mehr als 4-6 Tassen pro Tag! Denn mehr kann die Milchbildung hemmen.

Turnen hilft auch manchmal sehr gut. Also bei jedem Wickeln mit den kleinen Beinchen "radfahren" und kreisen.

Bauch massieren ist auch sehr gut.

Mehr fällt mir gerade nicht ein.

Gute Besserung dem kleinen Mann!

Beitrag von hella10 25.11.10 - 15:50 Uhr

Danke für die Antwort. Mein Nahrungsplan ist mittlerweile schon total reduziert, Blähendes und Scharfes habe ich aber eh immer bewusst weggelassen. Ich kann leider keine Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln finden. Ich werde mal etwas mehr Stilltee ausprobieren. Ich verbringe die gesamte Nacht damit, sein Bauch zu massierenund die Beinchen hochzuhalten, der arme Kerl...

Liebe Grüße,
Hella

Beitrag von steffi0413 25.11.10 - 15:27 Uhr

Hallo Hella,

ich stelle ein paar Fragen, hoffentlich können wir die Ursache finden...

Verschluckt, hustet er oft beim Stillen?

Ist er korrekt angelegt? Schluckt er nicht Luft beim Trinken? Hörst Du kein "Schmatzgeräusch" oder ähnliches, was darauf deuten würde, dass das Vacuum unterbricht?

Wie oft trinkt er in 24 Stunden?

Verwendet ihr Flasche, Stillhütchen, Schnuller?

Schreit er vielleicht oft vor dem Stillen?
Kommt es oft vor, dass er beim Stillen nach paar Zügen anfängt zu schreien? Wann passiert das? Als der Milchspendereflex einsetzt oder schon vorher?

Spuckt er viel? Wenn ja, frische Milch oder eher halbwegs verdaute?

Wie schaut sein Stuhl aus? Gelb und cremig oder eher grün und wasserdünn?

Trinkst Du Stilltee?
Nimmt er Vitamin D Tabletten?
Bekommt er etwas ausser Mumi?

Mehr fällt mir jetzt nicht ein...

LG
Steffi

Beitrag von hella10 25.11.10 - 15:47 Uhr

Hallo Steffi,
ui, das sind ja eine Menge fragen. Danke für Deine Mühe.
Ich versuche mal, sie zu beantworten.

Also er verschluckt sich sich manchmal, ganz am Ende des Stillens, wenn er dabei eingeschlafen ist. Dann lässt er los, hustet kurz und schläft dann weiter. Das passiert aber nicht so oft.

Wenn ich konzentriert darauf achte, dass er gut angelegt ist, dann löst sich das Vakuum eigentlich nicht. Wenn ich nebenbei wegschaue und eventuell eine Hand loslasse, dann kommt es schon mal vor, dass er kurz nebenhersaugt. Aber auch das eigentlich sehr selten. Neuerdings versucht er, mich während des Stillens anzulächeln, dabei lässt er dann auch etwas los, aber die Blähungen sind schon länger.

Er trinkt sehr viel/oft. Ich kann gar nicht sagen, wie oft in 24 Stunden. Wenn ich nicht tragend mit ihm unterwegs bin, dann schon so jede Stunde oder noch häufiger. Abends macht er verstärkt dieses cluster feeding, dafür werden die Abstände ab Mitternacht größer.

Nein, ich verwende nichts, keine Flaschen, keine Stillhütchen, er bekommt nur Muttermilch aus meiner Brust.

Vor dem Stillen schreit er nur, wenn ich nicht schnell genug bin. Wenn er Hunger bekommt und merkt, dass ich mich vorbereit, dann ist er ruhig und wartet freudig ab.

Ja, er schreit nachts wie gesagt direkt nachdem der Milchspendereflex eingesetzt hat. Haut dann mit den Armen wild um sich. Anschließend will er es wieder versuchen, saugt, lässt los, schreit und wieder von vorne. Dabei rumpelt es auch deutlich hörbar in seinem Bauch, sobald die Milch im Magen ankommt.

Er spuckt beides, sowohl frische Milch als auch verdaute.

Der Stuhl ist immer gelb, manchmal etwas wässrig.

Ich trinke Stilltee, er bekommt Vitamin D.

Hm, hast Du eine Idee?

Viele liebe Grüße,
Hella

Beitrag von lilly7686 25.11.10 - 15:56 Uhr

>>Ja, er schreit nachts wie gesagt direkt nachdem der Milchspendereflex eingesetzt hat. Haut dann mit den Armen wild um sich. Anschließend will er es wieder versuchen, saugt, lässt los, schreit und wieder von vorne. Dabei rumpelt es auch deutlich hörbar in seinem Bauch, sobald die Milch im Magen ankommt. <<

Du schreibst auch, dass die Abstände zwischen dem Stillen größer werden ab Mitternacht, und dass dein Kleiner dann erst, nach einer längeren Pause, so Probleme hat.

Dann hab ich eine glaub ich recht gute Idee:
Und zwar vermute ich, dass dein Milchspendereflex zu stark ist, bzw. der Druck in der Brust zu groß ist.
Das heißt, es sammelt sich mehr Milch an, als tagsüber, weil ja mehr Zeit dazwischen ist.
Und wenn dein Kleiner dann trinken will, und den Reflex auslöst, dann schießt ihm die Milch wahrscheinlich ziemlich in den Mund.
Und das gefällt ihm nicht, bzw. daran verschluckt er sich dann.

Meine Kleine hatte das auch. Klar, hätt ich auch drauf kommen können, dass es das ist... #augen

Probier mal, die Milch etwas aus zu streichen, bevor du nachts anlegst. Den ersten Druck wegnehmen und ein bisschen Milch ausstreichen. Dann ist Reflex nicht so stark und die Milch schieß nicht so in den Mund deines Kleinen.

Liebe Grüße!

Beitrag von steffi0413 25.11.10 - 17:14 Uhr

Hallo Hella,

als Hauptverdächtigte würde ich - wie Lilly schon geschrieben hat - den evt. starken Milchspendereflex nennen.
Wenn die Stillabstände in der Nacht grösser sind, kann sein, dass die Milch zu stark spritzt/fliesst, er versucht mitzutrinken, schafft aber nicht und wird dadurch böse. Wenn er dabei auch Luft schluckt, dann kann das auch Blähungen/Bauchschmerzen verursachen.
Ausser Ausstreichen/Milch ausfliessen lassen, kannst Du noch eine Stillposition wählen, wo die Milch gegen die Gravitation fliessen muss. (zB. bei Wiegehaltung lehnst Du dich zurück, oder so:
http://www.babanet.hu/album/foto.php?album=523&page=1&image=6975

Wenn das auch nicht hilft, dann kannst Du sogar zweimal nacheinander (vor allem wenn er in Kürze wieder trinken möchte) die gleiche Brust anbieten. Da musst Du natürlich aufpassen, dass die andere Brust nicht zu prall wird. Wenn die zu voll ist, kannst Du ein wenig Milch ausstreichen, dass Du dich erleichterst und keinen Milchstau bekommst.

Wenn das alles nichts bringt, dann kann man sich mit weiteren "kleineren Verdächtigten" beschäftigen.

Vitamin D Tabletten können auch Bauchweh verursachen, wenn zB. Soya drin ist. Oder manche Babys bekommen vom Stilltee Bauchschmerzen.
Häufiger, evt. grüner, wasserdünner Stuhl mit Blähungen und/oder Bauhweh deutet bei Stillkindern oft darauf, dass die zu viel milchzuckerreiche Vordermilch und weniger fette hintere Milch trinken. Das kann vorkommen wenn Du zu viel Milch hast, auf Vorrat nach dem Stillen abpumpst, zu schnell Brust wechselst, zu starken Milchspendereflex hast, Milchspendereflex ausbleibt, Baby trinkt mit falscher Technik usw....

LG
Steffi

Beitrag von emilia82 25.11.10 - 15:51 Uhr

Meine kleine hatte nachts Blähungen als ich ihr die Vitamin d Tabletten gegeben hatte! Probiers mal aus und lass die weg! Dein KIA kann dir stattdessen Öl verschreiben, wenn es daran liegen sollte!
Ansonsten hilft Windsalbe bei uns sehr gut, und wenns ganz schlimm ist dreh ich sie Zeitweise in Bauchlage(ich lieg ja direkt daneben) oder mach ihr ein Kirschkernkisschen warm!

Übertag Tragen ist natürlich spitze!!!:-D

#winkeEmilia

Beitrag von hella10 25.11.10 - 19:26 Uhr

Danke für all Eure Ratschläge!!!
Während der letzten Stunden hat sich einiges verändert, was ich eben noch verneint habe.
So war der letzte Stuhl gerade eher grün und sehr wässrig. Daraus könnte man vielleicht schließen, dass er zu wenig Hintermilch bekommt?
Außerdem hat er nun seit Stunden übel riechende Blähungen. Sonst hat das nicht gerochen.
Und nach dem letzten Stillen gerade hat er Unmengen sofort danach schwallartig erbrochen.
Habt Ihr noch Ideen dazu? Muss ich mir Sorgen machen?