Eins kommt eins geht - die Geburt von Hendrik

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von estelle-miriam 25.11.10 - 15:44 Uhr

Liebe urbia-Fangemeinde,

alles begann am 23.12.2009 im Büro der Firma in der ich arbeite. Es war wie so oft wahnsinnig viel zu tun und wie ebenfalls sehr oft war ein wenig Kindergarten angesagt. Du bist zuständig, nein der andere ist zuständig und so weiter. Irgendwann als mir das Spiel reichte, hab' ich einfach mal durchs Großraumbüro gebrüllt "Bin ich denn hier die Mutti für jeden?!."

Wieder zu mir gekommen, dachte ich nach. Ich kam zu dem Schluss, dass ich entweder gerade abdrehe und reif für die Klapse oder aber schwanger bin. Da ich bei klarem Verstand war, tippte ich auf letzteres. Also den Kollegen schöne Weihnachten gewünscht und ab nach Hause. Dann hab' ich meinem Mann von dem Vorfall erzählt und ich hab' mich mit nem Schwangerschaftstest auf's Klo verzogen. Den bepiselten Test habe ich dann gut sichtbar in der Küche platziert und wir haben lecker gekocht. Nach den angegebenen 3 Minuten sah man noch gar nix - dachte schon dat Dingen arbeitet nicht korrekt. Doch nach 7 Minuten war ein ein-eindeutiges Ergebnis zu sehen. Wir waren schwanger und haben gegrinst wie die Honigkuchenpferde.

Es folgte arbeitstechnisch eine sehr turbulente Zeit, doch dem Baby in meinem Bauch ging es prächtig. Ab Mitte Juni durfte ich mich dann über jede Menge Freizeit freuen, da ich meine Unmengen an Resturlaub und Überstunden noch genommen habe. Ich hatte einen wirklich geilen Sommer. Dann rückte der geplante Entbindungstermin (2. September 2010) immer näher und ich war die Ruhe selbst. Am 2. September saß ich noch frohen Mutes im Geburtsvorbereitungskurs und berichtete, dass sich mal rein gar nichts tat. Hab' dann große Spaziergänge in einem unheimlichen Schneckentempo gemacht und die Wohnung nochmal supergründlich geputzt um die Wehen anzuregen.

Am Samstag den 4. September waren wir noch bei Freunden zum Kaffeetrinken und immer noch war alles ruhig. Wir fuhren nach Hause und glotzten blöd TV. Um 22 Uhr waren wir beide müde und mein Mann schaltete den Fernseher aus. Da bemerkte ich plötzlich einen absolut heftigen Druck auf den Darm. Ich fragte mich, ob das Wehen sind und beschloss, dass das aufgewärmte Chinaessen vom Vortag schuld war und ich wohl eine Magen-Darm-Grippe bekomme. Vorsichtshalber habe ich doch mal auf die Uhr geschaut und siehe da die Schmerzen kamen alle 5-6 Minuten. Also doch Wehen. Gut. Mein Mann war echt platt und ging ins Bett, ich blieb auf dem Sofa und veratmete tapfer meine Wehen.

Mitten in der Nacht wollte ich meine Hebi auch nicht aufschrecken. Also hab' ich weitergeweht, gelegentlich bin ich auf's Klo um den starken Druck auf den Darm loszuwerden. Dann wieder mit uneleganten Watschelschritten zurück auf die Couch. Dann hab' ich meinen Mann gerufen und ihn gebeten, dass er mir Gesellschaft leistet, denn so richtig wohl war mir nicht. Hab' nur drauf gewartet, dass ich mich übergebe, aber da kam nichts. Stattdessen war mir unendlich kalt und ich hab' mir die Decke übergeworfen. Mein Mann saß seelenruhig und wortlos sowie mit geschlossenen Augen neben mir und war keine wirkliche Hilfe. Um ein Uhr - die Wehen waren mittlerweile bei 3 - 4 Minuten - entschloss ich mich doch mal die Hebi von meiner anstehenden Geburt in Kenntnis zu setzen. Sie riet mir eine Stunde in die Wanne zu gehen und dann erst wieder anzurufen wenn eine Wehe zwischen 40 Sekunden und einer Minute dauert. Ja, das Spiel ging dann bis Viertel vor sechs, dann hatte ich die Nase voll. Hebi Heidi musste jetzt ran. Ich rief sie an - sie freute sich erstmal, dass ich ihr den Nachtschlaf gelassen habe und fragte mich wie spät es ist um gleich darauf zu bemerken, dass kurz vor sechs eine gute Zeit sei den sonntäglichen Arbeitstag zu beginnen.

Dann hab' ich meinem Mann letzte Anweisungen gegeben, was er auf die "Kreißsaalschnittchen" drauf tun soll und um sechs Uhr ging's in Richtung Klinikum Ingolstadt. Wir brauchten 20 Minuten und währenddessen hatte ich mehrere superheftige Wehen. Dort angekommen, wäre ich an der Anmeldung vor Wehenschmerz und Angst fast in Tränen ausgebrochen, aber die Dame auf der anderen Seite des Tisches blieb ruhig und freundlich. Ich glaub' so Mädels wie mich hat sie schon seeeeehhhhr oft gesehen. Dann traf Hebi Heidi ein und eröffnete mir, dass der Zwillingsmama aus dem Geburtsvorbereitungskurs kurz nach meinem Anruf die Fruchtblase geplatzt sei und sie jetzt auch gleich zur Geburt kommt. Ohje - 2 Geburten und eine Hebi... Es kam anders. Wir gingen hoch und ich schlüpfte ins schickte Klinikum-Geburtshemdchen und stand wehend und allein im Kreißsaal. Die Hebi empfing gerade die werdende Zwillingsmama, die zum Glück immer noch ihren geplanten Kaiserschnitt wollte. Supi - da hatte ich Hebi Heidi doch wieder für mich.

Sie kam rein und wir schrieben noch ein halbes CTG, weil ich nur am Jammern war. Sie schaute nach und teilte mir mit, dass der Mumu schon auf 8 - 9 cm war und ich ab sofort pressen darf. Toll - ohne wirkliche Presswehen ist das schlecht. Ich dachte immer noch das Kind will hinten raus statt vorne und jammerte vor Angst. Wir wechselten mehrmals die Stellung (Vierfüßlerstand war die denkbar schlechteste Variante...) und einmal hätte ich fast die Kontrolle verloren. Ich hatte so doll Angst und bildete mir ein, dass ich es nicht schaffe ihn rauszudrücken. Hab' dann meiner Hebi gesagt, dass sie mir Anweisungen zum Pressen geben soll. Das ging dann echt super und nach einigem Pressen fragte sie, ob ich den Kopf mal anfassen will. Ich sagte weinend "Jaaa..." und da war der Kopf tatsächlich schon fast durch ohne, dass was weh tat. Schmerzen taten nur die Wehen. Dann hab' ich noch zweimal gepresst und Hendrik war da.

Gewicht: 3.230 g
Größe: 53 cm
KU: 34 cm

Das Traurige war, dass zwei Tage vor seiner Geburt meine Großmutter verstorben ist, die ich sehr gern hatte. Die ganze Aufregung hat dann wohl auch die Wehen ausgelöst.

Hebi Heidi sagte mir später, dass ich trotz meiner Panikattacken unter der Geburt die beste Geburt des Tages war. Ich war mächtig stolz und mir ging es danach gleich wieder super. Ich konnte direkt wieder laufen, hatte keinerlei Schmerzen und war superglücklich.

Viele Grüße
Romy, René & Hendrik (heute 11 Wochen und 4 Tage alt)

Beitrag von mauserl28 25.11.10 - 16:25 Uhr

Hallo und Herzlichen Glückwunsch

Auch ich habe kurz vor der Geburt meines Sohnes Kelvin (29.5.2010) einen sehr sehr lieben Menschen verloren
Mein Papa verstarb am 14.5.2010 an Bauchspeicheldrüsenkrebs was wir erst 2 Monate gerade mal vor seinem Tod erfuhren

Es war eine sehr emotionale und seelisch belastende aber auch befreiende Geburt

Ein Engel ist geblieben und deine Oma sowie mein Papa werden nun auf uns von oben herab aufpassen..
Fühl dich lieb gedrückt - ich weiß allzu gut wie schlimm es ist

Liebe Grüße von Kathy und den 5 Kids
Dorothee *7.9.98
Mickael *23.9.00
Stephan *23.8.01
Mattias *25.7.06
Kelvin *29.5.10

Beitrag von tina309 25.11.10 - 19:44 Uhr

Hallo Romy,

herzlichen Glückwunsch zu Eurem Sohn und dieser wunderschönen Geburt.
Es tut mir auch schrecklich leid, dass Deine Oma gestorben ist, aber ich bin mir ziemlich sicher, das sie vom Himmel runterschaut und sich über ihren Urenkel und für Dich freut.

Eine schöne Zeit...#winke

Beitrag von ladyna79 25.11.10 - 23:28 Uhr

Hallo Romy,

hast Du toll geschrieben! Herzlichen Glueckwunsch zum kleinen Mann!

Liebe Gruesse
Ivonne

Beitrag von nadja.1304 26.11.10 - 18:17 Uhr

Hi, herzlichen Glückwunsch zum Sohnemann!
Ich werd auch in Ingolstadt entbinden, aber im Geburtshaus wenn alles gut geht. Das Klinikum werd ich hoffentlich nur zur prophylaktischen Anmeldung sehen. :-)
Das mit deiner Großmutter tut mir sehr leid, aber dafür hat dein Hendrik einen ganz besonderen Schutzengel. :-)

LG und eine schöne Kennenlern-Zeit.
Nadja mit Bauchmaus 31+6