Wohneigentum

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Forum: Haushalt & Wohnen

In diesem Forum haben Haushaltstipps und alle Fragen rund ums Wohnen und den Garten ihren Platz. Fragen zur Baufinanzierung sind besser bei "Finanzen & Beruf" aufgehoben". Viele Tricks und Kniffe zum Thema Haushalt findet ihr in unserem Service "Die besten Haushaltstipps".

Beitrag von casssiopaia 25.11.10 - 20:16 Uhr

Hallo #blume,

wir wohnen zur Miete in einer relativ großen Wohnung (108 m²) im 1. Stock eines Dreifamilienhauses. Unsere Vermieterin, eine ältere, alleinstehende Dame, ist sehr nett, spielt gerne Ersatzoma für Magdalena, wir können den Garten mitbenutzen, es klappt alles einwandfrei. Wir fühlen uns sehr wohl und auch ein zweites Kind wäre in der Wohnung kein Problem, wenn auch ein paar Quadratmeter mehr nicht schlecht wären.

Trotzdem würden wir gerne ein eigenes Haus haben...

Ich bin allerdings sehr zwiegespalten.

Einerseits habe ich keine Lust, die nächsten 40-60 Jahre einem fremden Menschen Geld in den Rachen zu stecken, wenn ich damit ein Haus abzahlen könnte, um dann im Alter mietfrei zu wohnen, den Kindern was zu vererben etc.
Ein eigenes Haus mit Garten war irgendwie schon immer mein Traum, zumal ich selbst in einem großen Haus aufgewachsen bin und die Vorteile sehr geschätzt habe.

Andererseits lebt sichs als Mieter natürlich auch sehr sorgenfrei. Wenn was in der Wohnung fehlt, klingel ich bei der Vermieterin. Wenns mir in der Wohnung nicht mehr gefällt, kann ich mir problemlos was anderes suchen.
Wenn ich mir überlege, dass wir mit 350.000 bis 400.000 Euro rechnen müssen, wenn wir hier ein Haus bauen wollen (ca. 100.000 für ein Grundstück um die 400/500 m² plus 250.000 bis 300.000 fürs Haus), wird´s mir ganz anders. Bei der Kreditsumme, die wir aufnehmen müssten (zusätzlich zum Eigenkapital und dem Geld, dass ich von meinen Eltern bekommen würde), würden wir uns vermutlich für 25-30 Jahre verschulden (wenn wir nur soviel abzahlen würden, dass wir auch noch "leben" könnten, sprich z.B. einmal im Jahr in den Urlaub fahren). Und wenn das Haus dann endlich abbezahlt ist, müssen die Fenster gemacht werden, die Heizung, das Dach...

Unser Problem ist auch, dass wir unbedingt hier im Ort bleiben wollen, da also recht unflexibel sind. Und mit Bestandsimmobilien schauts hier einfach verdammt schlecht aus, wir würden nämlich auch ein Haus kaufen, es muss kein neues Haus sein...

Mich würde mal Interessen, wie ihr das seht. Habt, bwz. wollt ihr ein eigenes Haus? Was würdet ihr dafür in Kauf nehmen (von der Verschuldung und der allgemeinen, monatlichen finanziellen Belastung her)?
Oder seid ihr als Mieter vollkommen glücklich und zufrieden und wollt euch die Belastung eines Hauses nicht antun?

LG
Claudia #sonne

Beitrag von babsi1974 25.11.10 - 20:40 Uhr

Hallo Claudia,

also wenn ich ehrlich bin, würde ich gern ein Haus bauen.

Aber wir müssten ungefähr zu unserem Eigenkapital 250.000 EUR aufnehmen. Und ich habe eigentlich die gleichen Bedenken wie Du: Was ist mit den Reparaturen????

Unsere Entscheidung wurde uns allerdings von der Sparkasse abgenommen, denn die erklärte uns,dass meine Einnahmen (ich bin selbständig) nicht angerechnet werden#kratz. Und nur aus dem (kleineren) Gehalt meines Mannes zu finanzieren, ging nach deren Rechnung nicht.

So zahlen wir also weiterhin unsere 1200 EUR Kaltmiete für ein Reihenhaus mit 124 m²....

LG Babsi....ohne Einnahmen lt.Sparkasse #bla#bla

Beitrag von casssiopaia 25.11.10 - 21:14 Uhr

Das Einkommen durch die Selbstständigkeit gilt wohl als nicht dauerhaft gesichert, was ich ehrlichgesagt durchaus nachempfinden kann, auch wenn das für euch natürlich frustrierend ist...

Einen Kredit zu bekommen, dürfte bei uns kein Problem sein, da wir beide Beamte auf Lebenszeit sind und somit ein gesichertes Einkommen haben. Und wir werden immer mindestens 1 1/2 Gehälter haben, auch wenn noch ein zweites Kind kommen sollte.

1200 Euro Kaltmiete ist ja ganz schön viel...

Wir zahlen 720 Euro warm zzgl. Strom. Bei uns wäre die Belastung natürlich höher, was aber kein Problem wäre.

LG
Claudia

Beitrag von peterpanter 26.11.10 - 08:46 Uhr

Hallo Babsi,

was eine Sparkasse so sieht muss z.B bei einer Ing Diba oder einer anderen Bank nicht so sein.

Bei mir hat die Volksbank (dort bin ich seit Urzeiten Kunde) sich auch quer gestellt. Hier wurden absolut utopische Zahlen (1600 Euro für 3 Personen an reinen Lebenshaltungskosten im Monat) festgelegt und das zukünftige Einkommen meiner Frau nicht berücksichtigt die zu dieser Zeit in Elternzeit mit festem Arbeitsplatz war.

Ich habe mir danach bei 2 weiteren Banken (Deutsche und Diba) ein Angebot erstellen lassen und beide hätten bzw. die Deutsche Bank hat dann auch finanziert.

grüßle

peter

Beitrag von babsi1974 25.11.10 - 20:44 Uhr

Ich habe noch vergessen, dass unsere monatliche Belastung für ein Häuschen bei ca. 975 EUR gewesen wäre. Also weniger als jetzt die Kaltmiete.

Aber angeblich können wir uns das nicht leisten, sagt die Sparkasse. Komischerweise können wir uns die viel höhere Miete leisten #kratz,

LG Babsi

Beitrag von conny3006 25.11.10 - 21:23 Uhr

Hi Claudia,

wir haben auch lange überlegt.
Wir wohnen in Baden Württemberg.
Wohnen zur Zeit in einer neuen Wohnung, die erst 1 Jahr alt ist, 850 Euro warm zahlen wir....fahren 18km in die Stadt zur Arbeit....

Wir haben uns zum Hausbau entschlossen, da es in unseren Augen unsere einzige Altersvorsorge ist....
Die Mieten werden steigen und als Rentner verdient man nicht mehr das Geld, was man jetzt verdient.....

Wir bauen 145qm auf 408qm Land ziemlich ländlich...also 5km von uns.

Sparkasse...naja, dazu sage ich lieber nichts...wir haben mehrere unabhängige Finanzierer hier gehabt...Mein Mann zahlt noch für 2 Kinder Unterhalt und stemmt das Haus alleine.....
Das klappt alles, ich arbeite nicht und wir bekommen noch Nachwuchs...

Klar machen wir uns auch Gedanken, wenn wir die Summe sehen....aber wir möchten Eigentum, für uns im Alter und für die Kinder....

Alles Gute

Beitrag von r.le 25.11.10 - 22:27 Uhr

Hallo Claudia,

hier meine Erfahrungen, wir haben uns nämlich jahrelang mit ähnlichen Gedanken herumgeschlagen:

Festes Ziel Eigenheim, weil wir es von Kindesbeinen an so gewohnt waren, wohl wissend, dass eine Mietwohnung nicht zu verachtende Vorteile hat.

Durch zwei berufsbedingte kurzfristige Umzüge kamen wir aber nie in den Genuss einer Wohnsituation, wie Du sie beschreibst, sondern mussten nehmen, was kurzfristig verfügbar war. Wir haben also billig und unkomfortabel gewohnt, waren als Mieter dementsprechend nicht so ganz glücklich, haben aber dafür einiges an Eigenkapital angespart.

Mit der Einschulung des ersten Kindes war es dann auch mit der räumlichen Flexibilität vorbei und wir haben uns für eine Doppelhaushälfte in einer typischen Neubausiedlung im Stadtrandbereich entschieden. Bisher gab es an dieser Entscheidung nichts auszusetzen, wobei man im Vergleich zum freistehenden Haus natürlich Kompromisse machen muss.

Wäre eine Doppelhaushälfte nicht eine Option für Euch? Die Grundstücksgröße und damit die Kosten würde sich um die Hälfte reduzieren.

Auch finde ich die von Dir genannten reinen Baukosten recht hoch gegriffen, man muss m.E. nicht zwingend 250.000 - 300.000€ hinlegen, um angemessen zu wohnen.

Viele Grüße

Ralf

Beitrag von casssiopaia 26.11.10 - 09:19 Uhr

Einem DHH oder einem REH stehe ich absolut positiv gegenüber. Problem ist aber auch hier unsere fehlende Flexibilität den Wohnort betreffend. Hier im Ort gibt es kaum DHH oder REH und auch der Bebauungsplan der Neubaugebiete sind diese Bauform nicht vor... Aber vielleicht tut sich da ja noch was.

VG

Beitrag von miau2 26.11.10 - 08:03 Uhr

Hi,
wir sind diesen Sommer ins Eigenheim (doppelhaushälfte) gezogen.

Die Preise hier liegen wohl noch über denen bei Euch, Grundstücke (400-500qm) gibts hier nicht für 100.000 Euro. Das Grunstück, wo unser Häuschen draufsteht wurde mit 440 €/qm bewertet- wenn wir im gleichen Stadteil unserer Mietwohnung hätten bleiben wollen wären es ca. 600 €/qm gewesen. Unbebaut natürlich ;-). Entsprechend zahlt man hier auch für Bestandsimmobilien - wenn man da die (notwendige) Sanierung dazu rechnet - die Häuser, die hier auf dem Markt waren zu halbwegs normalen Preisen waren aus den 60ern oder 70ern, mit notwendigen Sanierungen, ungedämmt usw. - kommt man letztendlich aufs gleiche wie das, was wir jetzt gezahlt haben.

Unser Grundstück ist halt entsprechend klein, wir haben eigene 200qm. Reicht auch irgendwie, denn wenn ich dazurechne, dass ich auf Arbeitssuche bin und definitiv keine Lust habe, jedes Wochenende von früh bis spät mit der Gartenarbeit zu verbringen ist das so ein guter Kompromiss. Und für die Kinder gibts am Ende vom Fußweg vor dem Haus (so eine typische Neubausiedlung) einen Spielplatz mit Wiese zum Austoben.

In Kauf haben wir dafür genau das genommen, was dir Kopfschmerzen bereitet: eine sehr langjährige Verschuldung. Wobei wir die Finanzierung so geplant haben, das genug Geld übrig bleibt um eben etwas zurückzulegen (fürs neue Dach usw. irgendwann - wobei das bei einem Neubau noch eine Weile dauern sollte) und auch Sondertilgungen zu leisten.

Und dazu ist alles mit einem Einkommen geplant. Ich bin auf Jobsuche, die Chancen sind gar nicht soooo schlecht, also sollten da noch ein paar Euro mehr für die Tilgung abfallen.

Wir waren als Mieter nicht glücklich. Wir waren einem Vermieter ausgeliefert, der kein Interesse am Zustand seines Hauses hatte. Der uns belogen hat (bzw. der - mit ihm befreundete - Hausmeister), der uns einfach nur unverschämt behandelt hat. Und das, obwohl wir die heutzutage Traummieter waren - wir haben NIE auch nur einen Euro Mietrückstand o.ä. gehabt, haben die Wohnung pfleglich behandelt, Probleme (i.d.R. Wasserrohrbrüche) sofort gemeldet - dass erst mitunter eine Woche später repariert wurde und entsprechend dann natürlich alles so richtig nass war lag definitiv nicht an uns.

Vier-Zimmer-Wohnungen mit vernünftiger Größe und nicht genau in der Innenstadt (wir lieben den Stadtrand und wollten in der Gegend bleiben) sind hier schwer zu finden. Und wenn dann zu Preisen die unsere Finanzierungskosten fast schon günstig erscheinen lassen. Wohnungen ohne teuren Makler gibts hier kaum -ein erneuter Umzug wäre wieder viel Geld zum Fenster rausgeschmissen gewesen (so erschien es uns).

Das alles hat bei uns den Ausschlag gegeben. Ich denke, wir haben das richtige gemacht.

In kauf nehmen wir dafür eine monatliche Belastung, die - aktuell - inkl. einkalkulierter Nebenkosten wie Heizung, Versicherungen fürs Haus, Strom, Müll usw. bei knapp einem Drittel unseres monatlichen Haushaltseinkommens liegt. Wobei da die Bonuszahlungen (bis zu 20 Prozent vom Jahresgehalt, aber nicht garantiert - es gab aber auch bisher kein Jahr ohne) nicht einberechnet sind, das wäre dann eben die Sondertilgung.

Wenn ich noch dazuverdiene könnte für den gleichen Anteil entsprechend mehr getilgt werden. Und mit dem Anteil können wir gut leben, ohne jeden Cent fünf mal umdrehen zu müssen.

In Kauf genommen haben wir außerdem einen anderen Stadteil, noch etwas mehr raus aus der Stadt, aber mit optimaler Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel (wir haben auch nur ein Auto), und eigener Grundschule. Wobei 5km ja auch nicht wirklich eine große Entfernung sind.

Viele Grüße
Miau2


Beitrag von peterpanter 26.11.10 - 08:58 Uhr

Hallo Claudia,

in einer Sache muss ich Dir leider widersprechen.

Egal was Du machst, Du schmeißt immer fremden Menschen die nächsten 40 Jahre dein Geld in den Rachen.

Ob jetzt Deinem Vermieter oder der Bank. Man sollte schon bedenken, das man bei einer Hausfinanzierung von 350.000 Euro letztendlich ca. 700.000 Euro hierfür zahlt.

Meiner Meinung sollte man sich die Frage stellen:

Wie möchte ich im Rahmen meiner finanziellen Möglickeiten wohnen und was kostet mich dies zu mieten bzw. wie hoch ist die monatliche Belastung beim Kauf. Ist hier die Belastung beim Kauf wesentlich höher würde ich dei Finger davon lassen (es sei denn ich wäre finanziell nicht limitiert)


grüßle

peter





Beitrag von anarchie 26.11.10 - 19:57 Uhr

Huhu!

Wir haben wegen der Kinder gebaut...

Ein Haus mit 4 vernünftigen Kinderzimmern plus Arbeitszimmer in unserer Gegend wäre mietmässig locker mit 1600-2000EUR kaltmiete zu Buche geschlagen, und ist so ziemlich unmöglich zu finden - daher haben wir gebaut.

ich kann machen wie ich will und gut ist.

Billiger wird das im Alter aber nicht...Reperaturen, versicherungen, etc...

Ich möchte nicht jeden Cent umdrehen, wenn ich spontan was kaufen mag, wilkl ich das können, ich möchte gutes Essen haben(BIO) und meine Kinder ordentlich kleiden.
Urlaub ist mir nicht wichtig.

Das muss halt weiter drin sein...

lg

melanie mit den 4 Kurzen

Beitrag von lisasimpson 26.11.10 - 23:51 Uhr

hallo!

ich glaube ein haus zu bauen, für ds man ein darlehen aufnimmt "lohnt" sich nicht.
es ist halt ein "hobby".
andere fahren geren in urlaub, sind leidenschftliche golfer, fahren ski oder haben iregend ein anders hobby, in das sie geld investieren, daß sich nicht "lohnt"

wenn man geld hat und eine investition dafür sucht, dann ist eine immobilie, die selsbt bewohnt wird sicehr nicht die schlechteste idee.

für uns war klar, wenn haus, dann so, daß wir nach 10 jahren schuldenfrei sind. wir haben vor 5 jahren gekauft, werden in 2-3 jahren schuldefrei sein und haben dann ein 12-13 jahre altes haus.
daher haben wir dann die möglichkeit anzusparten, was wir sonst an mietausgeben hätten um die reparaturen, instandhaltung, sanierung, und neuanschaffungen (heizung, fenster, türen, dach,..) zu finanzieren, wenn diese dann 5-10 jahre später beginnen werden.

ich persönlich würde nie so finanzieren, daß ich ein haus erst dann vollständig abbezahlt habe, wenn dort die großen neuinvestitionen anstehen (bei einem 30 jahre alten haus ist dies einfach der fall)
denn dann hätte ich dei gleiche sitaution wie als mieter, nur wäre unfelxibel und hätte obendein immer dsa riskio (schimmel, unerwartet reapraturen, pfusch in der bauphase,...)

lisasimpson

Beitrag von merciless 27.11.10 - 12:35 Uhr

Hallo Claudia,

also wir planen Wohneigentum und dafür gab es viele Gründe.

Wir leben zur Zeit noch in einer Wohnung und sind damit auch zufrieden, denn wie bereits erwähnt man muss nur Miete zahlen und der Rest wird vom Vermieter erledigt.

Wir können aber in unserem Haus alles selber bestimmen und es nach unseren Bedürfnissen/Vorstellungen bauen lassen, wir können Einfluss darauf nehmen, dass unsere Heizkosten gering bleiben usw.

Die Nachteile sind bekannt und das sollte jeder für sich abwegen, was ihm wichtiger ist!

Viel Glück bei Eurer Entscheidung!
LG
Merciless