Psychiatrie-Entzug

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von carnebalenga 26.11.10 - 06:41 Uhr

Ich weiss das dieser Beitrag hier eigentlcih nicht (unbedingt) herpasst, abebr aus wohl offensichtlichen Gründen will ich in schwarz schreiben.
Nach jahrelanger Alkoholabhängigkeit habe ich mich zusammen mit meiner Ärztin dazu entschlossen, einen Entzug in einer psychiatrischen Anstalt durchführen zu lassen. Natürlich weiss ich das das kein Spatziergang wird.

Ich hatte noch nie mit einer solchen Institution zu tun, und habe keinerlei vorstellungen davon, was mich da erwartet....Falls hieri jemand etwas über die iBedingungen weiss, wäre ich froh über jede Information.Die Sachen die mich hierbei beschäftigen sind unter anderem:
Wie und wann darf ich meinen Mann sehen oder anrufen?
Was darf ich alles mitnehmen?Sind Handy, Laptop etc erlaubt?
Was kann ich an körperlichen Schmerzen etc erwarten? Werden die Entzugserscheinungen einigermassen gemindert?
Das war nur eine kleine Auswahl :-)
Würde mich freuen, wenn hier der Ein oder Andere etwas darüber wissen würde....egal ob aus eigener Erfahrung oder nur vom hörensagen-----

Beitrag von sunshine7505 26.11.10 - 07:25 Uhr

Hallo,
du kannst dich gerne über VK bei mir melden.
LG Katja

Beitrag von guest70 26.11.10 - 08:32 Uhr

Das Netz ist voll von Informationen! Ich kenne 2 Personen, die eine Entgiftung hinter sich haben und diese recht unterschiedlich empfanden. Das ist abhängig von vielen Faktoren (gesundheitl. Zustand, psychische Stabilität etc.pp)


http://www.alkoholismus-hilfe.de/alkohol-entzug.html

Beitrag von mrsviper1 26.11.10 - 09:02 Uhr

Hallo,

Ich habe einen Entzug hinter mir aber nicht von Alkohol sondern von Drogen.

Ich Durfte die ersten 6 Wochen kein Kontackt zu meinen damaligen Freund haben und auch nicht zu meiner Familie
Nach denn 6 Wochen durfte ich 1 mal die woche anrufen und jedes . Wochende besuch empfangen.

Ich Durfte ausser meiner Kleidung und einen Radio nichts mitbringen. Also kein Handy, Laptop usw.

Also wie Stark deine Schmerzen sein werden kann dir so niemand sagen denn es kommt drauf an wie du Körperlich, geistig und seelisch drauf bist.
Du bekommst gegen die Schmerzen Medis aber die helfen nur bedingt zumind. war es bei mir so.

Ich wünsche dir viel Kraft und gib nicht auf Kämpfe auch wenn es schwer sein wird aber du machst das für dich und deine Gesundheit.

Lg Tina

Beitrag von binnurich 26.11.10 - 10:07 Uhr

Kennst du schon die Klinik?

Wenn ja, ruf da an und frag nach dem Suchttherapeuten oder dem Sozialarbeiter. Das ist kein Problem.


Ich hatte lange einen Partner, der in einer psychiatrischen Station am Allgemeinkrankenhaus tätig war als Sozialarbeiter und Suchttherapeut.
Du musst keine Angst oder Sorgen haben. Und wenn doch ruf da an

Beitrag von sinclaer 26.11.10 - 13:52 Uhr

Hallo Du

Ich habe das schon hinter mir. Bei mir lief es wie folgt ab:

Ich wurde vom Arzt angemeldet und kam dann eben in der Klinik auf die geschlossene Suchtabteilung.

Zuerst wurde dort ein Aufnahmegespräch mit Arzt und Pflegepersonal geführt und es gab einige kurze Untersuchungen und Tests. (Atemufttest, Urinprobe, Blutabnahme, Blutdruckmessen und ein ausführliches Gespräch). Dann bekam ich die erste Dosis von dem Medikament gegen den Entzug.

Das war's dann erstmal. Ich durfte mein Zimmer beziehen und auspacken. (nachdem alles gründlich durchsucht worden war) Handy war erlaubt, allerdings musste ich das Kabel abgeben. Laptop war nicht erlaubt. Weiterhin waren alle Kosmetika verboten die Alkohol enthielten, also sogar Deo, Mundwasser etc. Parfüm natürlich auch. Das musste ich abgeben. (konnte es aber jeweils einmal pro Tag kurz benutzen) Meine Familie durfte ich jederzeit anrufen ausserhalb der Therapiezeit.

Nachdem ich das Zimmer bezogen hatte und mir die Station gezeigt, sowie die Regeln erklärt worden waren hatte ich "frei". Also ich konnte im Aufenthaltsraum oder in meinem Zimmer sein.

Wirkliche körperliche Schmerzen hatte ich keine. Allerdings habe ich stark gezittert, konnte also nicht mal ein Tablett mit essen alleine halten und mir war auch ziemlich übel. Ich fühlte mich nervös, ängstlich und konnte nie stillsitzen. Also die ersten drei Tage waren schon sehr unangenehm. Aber man bekommt wirklich gute Medis gegen den Entzug. Dann gibt es immer so Tests um zu schauen, wie der Entzug verläuft: ich musste immer die Wochentage rückwärts aufsagen, leichte Kopfrechnungen machen und andere lustigen Fragen beantworten. Ausserdem werden regelmässig Blutdruck und Pus etc. gemessen.

Besuch durfte ich auch sofort empfangen, jeweils über Mittag oder am Abend. Aber ich durfte die Station nicht verlassen, auch nicht in Begleitung. Nach ca. einer Woche bekam ich dann Ausgang in Begleitung, sprich mit Familie oder Pflegepersonal für jeweils ca. eine halbe Stunde pro Tag.

Ich war insgesamt zwei Wochen auf der Station und wurde dann auf eine andere Station verlegt wo die eigentliche Therapie gegen die Sucht begann. Dort hatte man aber tagsüber freien Ausgang. Auf der geschlossenen Station wurde nur der Entzug gemacht.

Für mich war dieser Entzug die beste Entscheidung meines Lebens! Mir geht es seitdem so gut wie nie zuvor!

Falls Du noch Fragen hast kannst du mich über die VK anschreiben.

Alles Liebe und viel Kraft
Sinclaer

Beitrag von starshine 26.11.10 - 14:19 Uhr

Genauso habe ich die Therapie meines Ex auch in Erinnerung. Bei ihm hat die Therapie 4 Monate gedauert und er war danach ein neuer Mensch.

Leider hat das nicht angehalten...

Aber ich freue mich fuer Dich, dass Du es geschafft hast und die TE wird es auch schaffen!

Unsere kids wussten uebrigens immer Bescheid und waren bei Besuchen und auch teilweise bei Therapiegespraechen dabei. Sie waren damals 6 und 9 und haben das gut geschafft.

Alles alles Gute! Du schaffst das!!!!

Beitrag von sinclaer 26.11.10 - 14:58 Uhr

Das ist leider sehr oft so, dass es nicht anhält. Man muss auch nach der Therapie immer "dran bleiben" und darf nicht vergessen, dass man ein Leben lang Alkoholiker bleibt (nur hoffentlich trocken!!!)

Bei mir hält es nun schon zwei Jahre an, aber ich besuche immer noch wöchentlich eine Selbsthilfegruppe und habe auch immer noch sporadische Einzelgespräche mit meiner Ärztin. Die Therapie damals in der Klinik hat auch 4 Monate gedauert.

Man kann es schaffen!! Viele, die mit mir damals in der Klinik waren, haben es ebenfalls geschafft und ein völlig neues Leben angefangen. Diese Zeit in der Klinik war die lohnendste in meinem Leben und ich habe auch Freundschaften geschlossen die heute noch anhalten.

Ich wünsche der TE auch von Herzen viel Kraft und Durchhaltevermögen. Du schaffst es!

Alles Liebe
Sinclaer