Familienzusammenhalt & Unterstützung

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Mom*of*two 26.11.10 - 10:02 Uhr

Hallo,

ich wollt mal fragen wie es bei euch damit (Familienzusammenhalt & Unterstützung) aussieht, mir meinen (vlt) unnützen "Kummer" von der Seele schreiben und sehen ob ich da einfach so gar keinen "modernen" Blickwinkel habe ... weil im Moment seh ich die Familie als asozial (im eigentlichen, soziologischen Sinn) an.

Mein Großer ist 4, meine Kleine 1 Jahr. Da bei uns das Geld am Monatsende einfach immer knapp ist (Freund arbeitet Vollzeit, aber geringer/normaler Mittelschicht-Verdienst), habe ich gesagt ich fange auch wieder an zu arbeiten!

Ich hatte einen Zeitvertrag, kein großer Verdienst, aber 800 Euro haben doe rnicht zusätlich machen eine Menge aus. Der Vertrag lief nur als Vertretung für einen Monat und wurde nicht verlängert. Es war eine Tätigkeit die abends bzw Samstag Vormittag ausgeführt werden konnte, da war der Vater zum Glück zu haus und ich teilte mir meine Arbeitszeit eben so ein.

Ich erkundigte mich bei der örtlichen Krippe und hätte auch einen Platz bekommen können, zu der Zeit war aber grad mein Zeitvertrag ausgelaufen und auf blauen Dunst in der Hoffnung ich finde eine TZ wollte ich sie dort nicht abgeben (A weil die Krippe einen schlechten Ruf hat und B weil 200 Euro monatlich in dem Fall ich finde keinen neuen Job, einfach nicht machbar sind)
Ich war auch vorerst zufrieden, suchte nach Jobs auf 400 Euro Basis, aber es ist nun einmal so das es meist vormittags ist.

Tja, nun rief mich gestern eine Frau an die mich heut zum Vorstellungsgespräch einladen wollte, ab Mittwoch nächster Woche hätte ich dort anfangen können, in TZ, vormittags.

Alles schön, alles gut und sogar in meinem erlernten Beruf. Ich war so happy, sagte zu. Für einen geringen Zeitraum wäre die Kleine dann eben morgens zu Oma gegangen (oder einer Freundin) bis ich einen Krippenplatz habe (wobei ich da natürlich schon vorab angefragt hatte wie es im Umkreis in den Krippen aussieht und es wäre ein Platz vorhanden, Oma hätte dann die Eingewöhnung mit ihr machen müssen).

Tja, direkt nach dem Auflegen rief ich meinen Freund an und dann eine Freundin ob sie aufpassen könnte heut Morgen (leider nicht) und dann die Mutter meines Freundes weil ich sie bitten wollte "kurzfristig" heut auf die 2 aufzupassen.
Nein, das ginge nicht. Der Grund: ein Friseurtermin um 11 (das Gespräch wäre um 10 gewesen, also machbar - vorallem macht diese Friseuse das Ganze "schwarz" und bei sich zu haus, also es wäre nun kein Ding gewesen den Termin zu verschieben oder die Kleine mitzunehmen, zumal die Friseuse auch Kinder hat).
Ich war baff.
Der nächste "Hammerschlag" war dann sie würde die Kleine gern einmal die Woche nehmen, vormittags, aber nicht für 4 oder 5 Std. Da würde sich doch was auf 400 Euro Basis finden oder putzen, das würde doch reichen.

Wir hatten das alles schon mal durchgekaut, da meinte sie es sei kein Problem, ich sollte sie nur vorbeibringen.

Nein, es war auch nichts vorgefallen, im Gegenteil, wir kommen gut klar. Sehen uns regelmässig, auch ohne meinen Freund "im Schlepptau" und trinken Kaffe.

Sie ist 49, also nicht zu alt, nicht krank, sie arbeitet einmal in der Woche (montags von 10 - 13 Uhr), ansonsten hat sie NICHTS zu tun ausser Friseur, Sauna oder ihren Hund !

Meine Mutter (die starb als ich 15 war) hat sich ein Bein ausgerissen um meine Neffen und Nichten zu betreuen damit meine Schwestern arbeiten gehen konnten. Selbst als sie krank war (Krebs), hat sie in den Chemopausen meinen Neffen vom KiGa geholt und bis zum Nachmittag versorgt.
Die Mütter meiner Freundinnen nehmen alle ihre Enkelkinder sofern es nötig ist.

Ich bin einfach mega enttäuscht. Ich will ihr die Kleine ja nicht "aufs Auge drücken" um einen Tag für mich zu haben oder sonst etwas, sondern weil ich arbeiten will damit es ihrem Sohn, mir und den Kindern, "besser" geht.

Ich schiebe die Kinder auch nicht oft zu ihr ab. Sie hat jetzt 2x abends aufgepasst und einmal vormittags weil ich einen Termin hatte und da hatte sie sogar angeboten die Kinder zu sich zu nehmen damit ich sie nicht mitnehmen muss.

Ich weiß überhaupt nicht was los ist, aber heut Morgen war mir nach heulen. Ich hab den Termin jetzt verschoben, hoffe der Eindruck war nun nicht zu mies. Meine Freundin hat angeboten das ich ihr die Kinder bringe bis ich eine Tagesmutter oder so habe ... bin bitter enttäuscht. Wie gesagt, bei mir in der Familie war es nie eine Frage, meine Eltern sprangen sofort um die Enkelkinde rzu betreuen, selbst als sie noch gearbeitet haben - das hätte es nie gegeben das man wegen eines Friseurtermins sagt ne, ich kann nicht aufpassen.

Liebe Grüße ...

Beitrag von lichtchen67 26.11.10 - 10:30 Uhr

Tja.. was soll man sagen? Die Frau ist erwachsen und trifft ihre eigenen Entscheidungen.. sie hat ihr Kind, Deinen Freund, groß und muss nicht auf deines aufpassen, wenn sie nicht möchte. Das in der Theorie.

In der Praxis kann ich Deine Enttäuschung verstehen. in meiner Familie hätte es "sowas" auch nicht gegeben, die Omas waren und sind immer fürs Enkelkind eingesprungen und hätten alles möglich gemacht, damit ich so einen Termin wahrnehmen kann.

Aber jeder Mensch ist anders, der eine ist rühriger, kümmert sich mehr, lässt stehen und liegen, der andere hat dazu schlichtweg keinen Bock oder denkt nur an sich und versetzt sich nicht in die Nöte anderer.

Lichtchen

Beitrag von Mom*of*two 26.11.10 - 11:10 Uhr

Danke!

Mehr wollt ich gar nicht hören!
Das si enun nicht alles stehen und liegen lässt (für "immer") ist klar, ich erwarte ja auch nicht das sie sagt "Klar ich nehme die Kleine, brauchst dich nicht um einen Krippenplatz bemühen. Es reicht wenn sie dann in den Kindergarten geht." aber das sie den Termin heut' vielleicht verschiebt, oder sie mitnimmt, die ersten paar Wochen einspringt, zumindest bis die Probezeit um ist damit wir nicht die Krippe zahlen und am Ende ist es nach der Probezeit vorbei (man weiß es ja nie), da hab ich eigentlich gedacht das wäre kein thema nachdem sie immer gesagt hatte es sei kein Problem. Und von meiner Familie kannte ich das nie anders.
Mein Vater hat sich bis zuletzt (er war 71 Jahre und noch sehr fit) so gut es ging mitgekümmert und auf den Kleinen (jetzt Großen) aufgepasst wenn ich zum Arzt musste oder damals arbeiten musste und der Kleine zu krank für die Krippe war und sich die Zeiten von meinem Freund und mir für eine Stunde überschnitten.

Ich habe also nie gebettelt das meine "Schwiegermutter" ihn oder eben jetzt die Kinder/die Kleine nimmt. Es war immer freiwillig und die Frage von ihr ob sie nicht die Kleinen nehmen soll wenn ich bzw. wir etwas vor hatten. Nun frage ich einmal und werd so abgewiesen.

Für mich ist Familie einfach was anderes :-(

Mein Freund schüttelte nur mit dem Kopf, wollt sich frei nehmen, aber das ist ja nun auch nicht Sinn und Zweck das er sich frei nimmt, zumal er momentan viel zu tun hat und sein Chef das nicht gern sehen würde.

Naja, es wird schon weitergehen... hoffe einfach ich bekomme noch so ein Angebot wenn die Kleine im KiGa ist denn die Chefin rief mich grad an um den verschobenen Termin für Montag abzusagen. Sie habe wen gefunden, es täte ihr sehr leid, aber mit den 2 Kindern sei ich eben nicht flexibel genug (dazu sei gesagt das ich den Termin aus Krankheitsgründen nun verschoben hatte und nicht gesagt habe Sorry, mein "Babysitter" hat abgesagt).

#heul

Beitrag von windsbraut69 26.11.10 - 11:35 Uhr

Bevor ich den Termin verschoben hätte, hätte ich dann doch versucht, dass sich Dein Freund frei nimmt.
Dass eine kurzfristige Verschiebung negativ wirkt, war klar...

LG,

W

Beitrag von valeska1979 26.11.10 - 12:43 Uhr

Hallo,

ich kann dich schon verstehen. Man ist einfach enttäuscht.
Und ich finde die Aussagen von anderen Postern immer eigenartig, wenn die sagen, dass die Großeltern ihren "Dienst" schon erledigt haben, dass sie ihre eigenen Kinder großgezogen haben.

Es gibt den schönen Spruch: "Es braucht ein ganzes Dorf ein Kind großzusziehen".
Auch wenn man sich für die Kinder entschieden hat, bedeutet das für mich oder meine Familie nicht, dass man alles ganz alleine machen und gucken muss wo man bleibt.

Bei uns in der Familie würde es das nicht geben. Meine Eltern würden sich ein Bein für ihren Enkel ausreißen.
Da läuft es eher umgekehrt. Sie sagen mir Bescheid, wenn sie mal nicht können. Erst letzte Woche sagt mir mein Vater Bescheid, dass er diese Woche Mittwoch keine Zeit hätte, FALLS ich einen benötigen würde zum Abholen. Zu 90% hole ich ihn immer selber ab, aber ich muss nie nachfragen, ob sie aufpassen.
Ich gehe schon lange arbeiten. Kind war immer anderweitig untergebracht. (Tagesmutter,Kindergarten+jetzt Hotrt) und meine Eltern spingen dann ein, wenn er krank ist oder ich länger arbeiten muss und ihn einer abholen muss.

Sie nehmen ihn auch mit wenn sie Termine wie Friseur, einkaufen, Arzt, Sport etc. haben. Oder gehen mit meinem Sohn zu seinen Hobbies.

Viele Grüße

Beitrag von windsbraut69 26.11.10 - 15:07 Uhr

Schöne Sache mit dem Dorf....gilt das für Dich auch umgekehrt, dass Du selbstverständlich das ganze "Dorf" mal pflegst, ihnen hilfst, wenn sie mal krank sind, alt und krank werden?
Und bist Du einverstanden, wenn dieses helfende Dorf dann auch wirklich mit erzieht oder ist es dann wieder "mein Kind, meine Sache", wie es von vielen so extrem gehandhabt wird, dass man sich kaum trauen kann, die Kleinen auch nur anzusprechen?

LG,

W

Beitrag von valeska1979 26.11.10 - 18:21 Uhr

Natürlich werde ich meine Eltern pflegen wenn sie alt und krank sind!!

Ich könnte meine Eltern nie irgendwohin geben, wenn ich sie noch zu Hause pflegen könnte (bei manchen Sachen ist das ja leider nicht möglich).

Das habe ich alles schon durch mit meiner Oma, der ich bis zu ihrem Tod die Hand gehalten habe!

Das Leben besteht aus geben und nehmen. Und nur weil sie auf meinen Sohn aufpassen und auch mal Termine für mich verschieben, um auf ihn aufzupassen, heißt das ja nicht, dass ich sie ausnutze! Ich gebe ihnen genausoviel zurück. Wenn darum geht für meinen Vater dem Computer neu zu machen,ihnen den Garten zu pflegen, mal einzukaufen etc.

Und natürlich erziehen meine Eltern auch meinen Sohn. Ist doch logisch. Ihr Haus...ihre Regeln.

Und, auch wenn es manche hier nicht glauben können, habe ich mich seit den fast sieben Jahren, seit mein Sohn auf der Welt ist, mit meinen Eltern bezüglich Erziehung nie in den Haaren gehabt. Warum auch? Sie erziehen ihn wie sich mich früher erzogen haben....und meinem Bruder und mir ging es immer sehr gut.
Meine Eltern und ich stehen auf einer Ebene, sie wissen, dass sie sich immer auf mich verlassen können und umgekehrt.

Ich bin auch keine Mutter, die an dem Erziehungsstil der Kindergärtnerinnen und Lehrer rummosert, oder wenn eine meiner Freundinnen meinen Sohn zurechtweist, wenn er mal Mist gebaut hat.

Ich werde nicht zur Furie wenn es um meinen Sohn geht und denke, dass ich mich schützend vor ihn schmeißen muss, weil alle anderen ihm was böses wollen oder ihn ungerecht behandeln. Vielleicht aber auch, weil ich noch nie Grund dazu gehabt hätte?!

Viele Grüße




Beitrag von windsbraut69 27.11.10 - 07:49 Uhr

Dann bist Du eine bewundernswerte Ausnahme!
Derartige Beiträge sind hier im Forum extrem selten, finde ich Klasse.
Meist wird doch nur gefordert, gleichzeitig dann aber verlangt, dass ganz strikte Vorschriften von den kostenlosen Babysittern befolgt werden.

LG,

W