Thema Intergration (lang)!

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von meinengelchenhdl 26.11.10 - 12:47 Uhr

Hallo meine Lieben,

Ich bin im Moment etwas verwirrt, lebe in Deutschland seit 9 Jahren, habe zwei Söhne, der große ist 8 und geht in die 2. Klasse, der kleine erst 16 Monate.
Beide haben als Muttersprache Deutsch, ich habe es sehr wichtig gefunden, wegen Schule und auch weil sie hier aufwachsen, natürlich spreche auch meine Sprache aber sie verstehen nur sehr wenig, ist Ok für mich!
Erst vor einem Jahr als der große in die Schule kam habe ich einen heftigen Kulturschock bekommen, Kindergarten und mein Beruf waren nicht problematisch, ich hatte mich sehr gefreut dass es so einfach und schnell mit der Integration ging.
Aber als die Schule anfing, kamen auch die Probleme, so viel Organisation, Ordnung (die ich auch besitze, aber nicht in den Massen die erfordert werden) und strenge Regeln.
5 Minuten zu spät sind schon eine Katastrophe( ist nur ein einziges mal passiert wegen Glatteis), wehe er vergisst mal ein Heft daheim, dann stehen schon 6-7 Zeilen im Elternheft, ich habe mich sehr bemüht und habe geschaut dass wir nicht auffallen, muss aber sagen dass es ganz schön stressig ist.
Ich habe das Gefühl ich würde nicht ganz reinpassen, und es macht mich sehr traurig, weil ich mich sehr bemühe und trotzdem kommt nichts Positives rüber.
Ich habe neulich mit einer Kinderpsychologin gesprochen, unter anderem auch dieses Thema, und es hat sich rausgestellt dass ich noch vieles (Prinzipien o. Einstellung) aus meiner Heimat mitgenommen habe, was Erziehung angeht.
Zum Beispiel, bade ich meine Kinder immer Sonntags, das habe ich als Kind auch immer gemacht, dagegen habe die Deutschen eine ganz andere Badekultur, sie baden die Kinder öfters, na ja.
Ein anderer Punkt ist dass die Kinder hier so früh selbstständig werden, das ist ein Problem für mich, ich kann irgendwie nicht gleich loslassen, schwierig.
Auch wenn der große auf dem Spielplatz möchte, gehe ich mit, ich habe Angst es könnte etwas passieren, habe vieles in den Nachrichten gesehen.
Meine Frage an Euch ist: wo fängt Integration an? Was findet ihr wichtig zu dem Thema?
Was stört manchmal? Was findet ihr gut?


Glg aus BW Engelchen

Beitrag von sunnyside-up 26.11.10 - 13:09 Uhr

Hi,

was hat das mit Intregation zu tun, was Du ansprichst ?

Das ist ganz normales Leben in Deutschland.

Und wann der Deutsche, Engländer oder Russe das Kind badet, kann Dir doch eigentlich egal sein.

Manchmal habe ich das Gefühl, das einige ausländische Mitbürger ständig auf diesen Intregations- Thema rumreiten müssen und oft total banale Sachen unter diesen Schirm stecken.

Jeder kann sein Kind erziehen, wie er möchte und was das schulische angeht, ist es nun mal der Sinn und Zweck, den Kindern etwas beizubringen und selbstständig ins Berufsleben zu entlassen.
Und da gehört nu mal ordnung halten und Diziplin lernen eifach dazu.
Und das wird in anderen Ländern nicht andern sein.

Grüßle

Beitrag von sunnyside-up 26.11.10 - 13:11 Uhr

... nochmal zu mir.

Hab einige Tippfehler.. Tastatur spinnt. Sorry ;-)

Beitrag von meinengelchenhdl 26.11.10 - 13:14 Uhr

Mir ist es sehr wichtig, weil meine Kindern hier aufwachsen.

Gruß!

Beitrag von mansojo 26.11.10 - 13:20 Uhr

hallo,


ich seh hier gar keine integrationsprobleme

wenn mein sohn zu spät kommt gibts auch ärger
wenn er hausaufgaben oder materialien vergisst gibt es einen eintrag
wie für jeden anderen auch

ihr fallt dadurch nicht mehr und nicht weniger als andere auf



und wie oft du deine kinder in die wnne steckst oder unter die dusch,wie lange du noch mit deinen kindern auf den spielplatz gehst ist ganz allein deine sache


gruß manja

Beitrag von espirino 26.11.10 - 13:41 Uhr

Hallo,

meiner Ansicht nach fängt Integration da an, wo alle gleich behandelt werden. Wo Einwanderer sich bemühen die Sprache zu sprechen, die Gesetze zu achten und ihre Mitbürger nicht fertig machen weil diese andere kulturübliche Gewohnheiten haben.

Uns betrifft es nicht, denn wir leben in einer kleinen Stadt, doch in größeren Städten mit "sozialen Brennpunkten" fällt schon auf, daß in Schulen teilweise deutsche Schüler gemobt werden weil sie Deutsche sind. Wenn der Ausländeranteil so hoch ist, daß Deutsche als Außenseiter dastehen und das den "Emigranten" nun doch plötzlich wichtig ist, wo ihre Wurzeln liegen, obwohl sie in Deutschland aufgewachsen sind, dann sehe ich das als großes Problem und man kann sicher sein, das sich deren Eltern mit der Integration nicht wirklich Mühe gegeben haben.

Aber alles weitere würde zu Disskusionen über Ausländerfeindlichkeit führen. Das bin ich nicht und lege auch Wert drauf, daß meine Kinder nicht auf andere zeigen, weil sie anders aussehen. Kann jeder leben wo er will und wie er will, aber er soll dafür was tun und sich in die Gemeinschaft einfügen.

LG Jana

Beitrag von delfinchen 26.11.10 - 13:46 Uhr

Hallo,

darf ich fragen, woher du ursprünglich kommst?
Wow, wenn du nicht geschrieben hättest, dass du nicht aus Deutschland -und ich nehme an, aus keinem deutschsprachigen Land? - kommst, dann hätte man das ÜBERHAUPT nicht gemerkt. Genial, dass du nicht nur fließend deutsch sprechen, sondern auch schreiben kannst!!!

Aber zu deinen Fragen:
Integration fängt für mich damit an, dass ich mich bemühe, die Sprache zu lernen. Nicht jeder wird sie so gut beherrschen wie du, aber der Wille sollte schon da sein. Mir sträuben sich jedesmal die Haare, wenn wir in den Klasen Kinder sitzen haben, die in Deutschland geboren sind, zuhause aber nur türkisch sprechen und des Deutschen kaum mächtig sind. Da krieg ich echt nen Hals, denn abgesehen davon, dass ich es selbtverständlich finde, die Sprache des Landes, in dem ich lebe, erlernen zu wollen, hält es den Unterricht wahninnig auf, denn da die genannten Kinder dann nur unzureichend Deutsch sprechen und dem Unterrichtsgeschehen dem kaum folgen können, stören sie beinahe pausenlos.

Sonst erwarte ich eigentlich nur, dass unsere Traditionen und Bräuche respektiert werden. Wir hatten Schüler und Eltern, die sich daran gestört haben, dass in groß die deutsche und die bayerische Fahne im Eingangsbereich der Schule hängen, die den Bundespräsidenten umrahmen. Von anderen Staaten hingen/ hängen nur kleine Flaggen. Auch hier waren es besonders die türkischen Eltern die darauf pochten, dass man dann doch bitte Herr Erbogan auch im Schulhaus hängen möge. Naja, ich frage mich da schon, was das soll. Es ist eine deutsche Schule. Außerdem haben wir auch Italiener, Spanier, Thailänder, Polen, ... an der Schule, theoretisch müsste man dann ja von jeder an der Schule vertretenen Nation ein Bild des Präsidenten aufhängen....
Da finde ich dann doch, an einer deutschen Schule an der nach abendländischen Werten unterrichtet wird - wie das ja auch die Schulordnung und das Unterrichtsgesetz vorsieht - sollte man akzeptieren, dass eben der deutsche Präsident an der Wand hängt und fertig.

Bereichernd - aber ich knn jetzt nur für die Schule sprechen - finde ich, dass man großen Einblick in unterschiedlich Kulturen gewinnt. Übertrieben allerdings, dass die türkischen Kinder zu all ihren Feiertagen daheim bleiben dürfen, also nicht nur zu den großen und wichtigen, sondern zu allen. Es ist immer schwer, den deutschen Kindern klarzumachen, warum sie zusätzlich zu den deutschen Feiertagen noch die türkischen bekommen. Man kann auch kaum im Unterricht weitermachen, weil es ja oft nur noch 5 Kinder sind, die man an den Tagen da hat, alle anderen sind zuhause. Schwer auh im Sportunterricht zu Ramadan, wenn die türksichen Mädchen nicht mitmachen können, weil sie ja tagsüber nix essen und trinken dürfen .....
Naja, aber das gilt ja nicht für alle Einwanderer.

Integration beginnt mit der Sprache, auch wenn nix dagegen spricht, dass die Kinder auh iher Muttersprache lernen, sollte doch das Augenmerk auf Deutsch liegen, schon alleine, weil Bildung - zumidnest meistens - zur qualifizierten Ausbildung führt.

Mehr erwarte ih nicht. Die Sachverhalte, die du beschreibst, gehören für mich nicht zur Integration. Wie oft man seine Kinder badet, blibt jedem selbst überlassen, solange man keine Beschwerden kriegt, dass der Betreffende müffelt.
Mütter, die schwer loslassen können, gibt es unter deutschen Müttern genauso, das it eine Persönlichkeitfrag, denke ich.
Pünktlichkeit soll ja angeblich eine deutsche Tugend sein, aber ich würde eher sagen, dass es mal eine war. Auch Deutsche kommen mal 5 - 15 Minuten zu spät, und nur, weil das einmal WEGEN GLATTEIS vorkommt ..... da ist der Lehrer aber schon recht penibel.
AUch heft vergessen .... nun, ich evrlange dann, dass es auf den Block geschrieben und zuhause nachgetragen wird - ins Heft. Das ist Strafe genug - doppelt schreiben - und nur, wenn das dann auch nicht gemcht wird, schreib ich mal einen Satz an die Eltern.

Integrieren bedeutet fü mih nicht, sein ICH aufzugeben, sondern, dass man die Gesetze und Bräuche des Landes, in dem man lebt, anerkennt und toleriert. Nach den Gesetzen MUSS man leben, den Bräuchen muss man nicht folgen, um sich zu integrieren. Schließlich sind die Bräuch hier von Region zu Region unterschiedlich, und auch wenn ich hier geboren bin, mach ich mir nix aus Fasching und Kirchweih (mit dem Betzen austanzen usw.) und beteilige mich daher auch nicht an diser Art kulturellem Leben.

Auch wnns noch länger wird :-), eines muss ich noch hinzufügen: Ich fidne schon, dass die Kinder, die hier leben aber einer anderen Nation angehören, etwas zur Kultur ihres Herkunftslandes wissen sollten. Ich war sehr geschockt, als ich im Ethikunterricht den Islam durchnahm und mir keiner der türksichen Schüler sagen konnte (oder wollte?), warum das Opferfest gefeiert wird. Aber gut, es wisen ja auh nicht alle deutschen Bürger, warum wir Weihnachten feiern :-D.

Um es auf den Punkt zu bringen:
Du beherrschst die Landessprache besser als Viele, die hier geboren sind und achtest die Regeln, die hier - beispielsweise an der Schule - herrschen. Damit bist du in meinen Augen integriert.

Liebe Grüße,
delfinchen





Beitrag von meinengelchenhdl 26.11.10 - 16:02 Uhr

Vielen Dank für die Komplimente, es war nicht leicht, die Grammatik der deutsche Sprache ist sehr schwer, bei groß und klein- Schreibung oder Satzfolge habe ich noch Probleme.
Schön dass du so viel zum Thema geschrieben hast UND vor allem dass du verstanden hast worum es mir ging!
Ich bin mir sicher dass ich gut integriert bin, nur warum habe ich manchmal das Gefühl ich wäre fehl am Platz, obwohl ich die Sprache beherrsche und meine Kinder auch?
Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich bleibe mir treu was meine Herkunft angeht, aber vielleicht gibt es in der Deutschen Kultur noch einiges was ich interessant finde und auch einsetzen würde.
Wichtig ist es mir dass meine Kinder hier eine Berufliche Zukunft und ein anständiges Leben haben, die selben Chancen auf einen guten Beruf und gleichberechtigt, denn sie sind Deutsche.
Ich finde dieses Thema sollte kein Tabu sein, man sollte seine Meinung sagen.
Ganz liebe Grüße Engelchen!!!

Ps: Es wäre schön wenn, wir uns auch im Privat unterhalten könnten, ich habe verstanden dass du Lehrerin bist, ich hätte noch einpaar Fragen.

Beitrag von delfinchen 26.11.10 - 17:46 Uhr

Hallo,

wenn du dir manchmal fehl am Platz vorkommst, kann das auch an der Region liegen, in der du lebst. Es ist auch für neu zugezogene Deutsche nicht überall leicht, mit den "Einheimischen" warum zu werden.

Kontakt? Klar, schreib mir einfach eine PN.
Kann aber nicht immer sofort antworten, da mich meine Zwillinge (1) manchmal ganz schön auf Trab halten.

Ganz liebe Grüße,
delfinchen

Beitrag von windsbraut69 27.11.10 - 07:26 Uhr

"besonders die türkischen Eltern die darauf pochten, dass man dann doch bitte Herr Erbogan auch im Schulhaus hängen möge"

#schock
Gibt's ja gar nicht!

Gruß,

W

Beitrag von delfinchen 27.11.10 - 10:27 Uhr

Doch :-)

aber ich meinte natürlich: ins schulhaus hängen möge .... bzw. das bild von ihm aufhängen möge ....

so klingt es doch etwas .... naja, zweideutig :-D

Beitrag von windsbraut69 28.11.10 - 09:16 Uhr

Auf die Zweideutigkeit wollte ich hinaus.
Sorry, aber das war zu schön :)

Beitrag von bille2000 02.12.10 - 00:19 Uhr

#pro sehr shcön geschrieben.

Da kann ich nichts hinzufügen ;-)

Beitrag von seikon 26.11.10 - 17:25 Uhr

Ich finde bei Integration wichtig, dass die Sprache beherrscht wird. Denn wer nicht richtig Deutsch spricht, der wird doch sowieso schon abgehängt. Und da spielt es für mich keine Rolle, ob ausländischer Herkunft oder deutsche Staatsbürger. Ich sehe mit Sorge, dass auch bei der "einheimischen" Bevölkerung ein zunehmender Sprachverfall zu beobachten ist, und gleichermaßen auch ein Verfall der sozialen Kompetenz. Bevorzugt zu beobachten in den bildungsfernen Schichten.

Wichtig finde ich auch, dass sich den deutschen Gepflogenheiten angepasst wird. Ich sage nicht, dass man seine Traditionen ablegen soll. Aber in Deutschland läuft halt einiges anders, als z.B. im Libanon. Und wer hier lebt, der MUSS sich halt bei einigen Dingen integrieren. Da kann man nicht ausschließlich auf seine Wurzeln pochen.

Ich weiss nicht, wieso es bei euch Probleme gibt. Du sprichst sehr gut deutsch. Da können sich einige, die schon 30 Jahre oder länger hier leben, echt eine Scheibe abschneiden. Ich denke, du bist auch sehr bemüht um deine Kinder. Und du arbeitest.
Besser geht es doch eigentlich gar nicht.

Wenn ihr da Probleme habt, dann hat das nichts mit mangelnder Integration zu tun, sondern mit mangelnder Akzeptanz aus deinem Umfeld. Und das ist gewiss nicht eure Schuld, aber sehr traurig.

P.S. ich bade meine Kinder auch immer nur Sonntags. Das ist bei uns der Badetag, und mit einem schönen Ritual verbunden. So kenne ich das schon aus meiner Kindheit.
Klar dusche ich sie zwischendrin ab, wenn sie sich dreckig machen. Aber so richtig gebadet wird nur Sonntags.

Beitrag von juniorette 26.11.10 - 17:43 Uhr

Hallo,

"Was stört manchmal? "

wenn Zugezogene Vorurteile gegenüber den Einheimischen haben:

"Zum Beispiel, bade ich meine Kinder immer Sonntags, das habe ich als Kind auch immer gemacht, dagegen habe die Deutschen eine ganz andere Badekultur, sie baden die Kinder öfters, na ja. "

Ich bade mein Kind auch nur einmal in der Woche und Aussagen über "die Deutschen" (allgemein pauschalisierende Aussagen) zu treffen ist unklug.

"strenge Regeln.
5 Minuten zu spät sind schon eine Katastrophe"

Ähm, pünktlich in der Schule zu sein, ist doch keine "strenge Regel" #kratz
Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Regel nicht nur in Deutschland gilt. auch wenn "die Deutschen" als besonders korrekt gelten.

"Ich habe das Gefühl ich würde nicht ganz reinpassen, und es macht mich sehr traurig, weil ich mich sehr bemühe und trotzdem kommt nichts Positives rüber. "

Sei mir nicht böse, aber bei deinem Text kommt auch nichts Positives gegenüber deiner Wahlheimat Deutschland rüber.

"Meine Frage an Euch ist: wo fängt Integration an? "

Auf jeden Fall bei der Sprache. Diese beherrscht du offensichtlich perfekt.

LG,
J.

Beitrag von susa31 26.11.10 - 19:39 Uhr

ich glaube, viele der dinge, die du ansprichst und die du offenbar anders machst als andere eltern, sind dinge, die primär gar nichts mit der herkunft zu tun haben, sondern irgendwie einstellungssache sind. ob man sich leichter von den kindern lösen kann oder wie oft man sie badet hat meines erachtens nichts mit integration zu tun - aber ich verstehe, dass der gedanke bei dir naheliegt, weil du ja nunmal einen anderen kulturellen hintergrund hast und vielleicht auch schnell annimmst, dass die unterschiede darin begründet liegen.
ich würde mir da ehrlich gesagt an deiner stelle keinen kopf machen: wer so perfekt deutsch spricht wie du, darauf achtet, dass die kinder sich hier gut zurechtfinden und das ganze thema so reflektiert, der ist ganz sicher gut integriert.#pro

Beitrag von sunflower.1976 26.11.10 - 22:58 Uhr

Hallo!

Ich seh das gar nicht so als "Integrationsproblem".
Jede Mutter, jede Familie hat ihre eigenen Einstellungen zu alltäglichen Dingen.
Beispiel zum Thema Baden: Ich bade meinen kleinen Sohn wegen seiner Neurodemitis nur ein Mal in der Woche. Eine Freundin duscht ihre Kinder täglich, badet sie aber nie. Wir sind beide Deutsche.

Selbstständigkeit...ich sehe da zum Beispiel einen Unterschied, ob man als Mutter in einer Großstadt groß geworden ist, in der man außer den direkten Nachbarn erstmal niemanden im Wohngebiet kennt (extrem gesagt). Da wäre ich auch vorsichtig und würde meine Kinder viel länger begleiten, selbst wenn ich jetzt in einem Dorf leben würde. Ich habe als Kind in einem Vorort einer Kleinstadt gelebt und wir Kinder waren nachmittags ständig draußen. In der Gruppe hatten wir recht viele Freiheiten. Jetzt lebe ich in einem Dorf, in dem "jeder jeden kennt". Da dürfen die Kinder auch schon recht früh mal was alleine machen.
Ich wurde z.B. neulich von einer Frau angesprochen, die ich nur vom sehen kenne. Sie sagte, dass sie meinen großen Sohn mit einem fremden Mann gesehen habe. Dieser "fremde Mann" war mein Vater, aber das konnte die Frau nicht wissen, weil meine Eltern weiter weg wohnen. Es herrscht eine ganz andere "Kontrolle" als in einer Großstadt, auch wenn das natürlich kein 100%iger Schutz ist.
Was ich damit meine...die eigene Erziehung, das Lebensumfeld der eigenen Kindheit ist immer prägend, egal in welchem Land man aufgewachsen ist. Der Unterschied ist ggf. größer, wenn Kulturunterschiede dazu kommen.

Dazugehörig fühlen...ich bin hier im Dorf "Zugezogene", selbst meine Schwiegereltern, die seit 30 Jahren hier leben, werden noch als "Zugezogene" empfunden. Das geht also auch mit deutscher Nationalität ;-)
Ich kenne es nicht, dass man sich eine halbe Stunde lang lautstark quer über die Straße unterhält, so dass die ganze Nachbatschaft mithören kann. Hier ist es anscheinend ganz normal #gruebel

Zu Deinen konkreten Fragen...
Für mich bedeutet Integration eigentlich eine teilweise Anpassung an die Kultur/Lebensweise. Also Anpassung in Bereichen, auf die man selber keinen Einfluss hat, z.B. schulische Themen wie Pünktlichkeit o.ä., berufliche Dinge usw. aber auch auch alltägliche Umgangsformen (Grüßen o.ä.). Daneben kann ja immer noch die Kultur des Heimatlandes gelebt werden (Religion, Ernährungsgewohnheiten aber eben auch solche Dinge wie das Baden).


Ich hatte z.B. mal eine türkische Praktikantin. Sie war fachlich sehr gut, und bekam eine dementsprechend gute schriftliche Beurteilung. Allerdings war ein Unterpunkt dieser Beurteilung nicht so gut (wusste sie, hatten wir drüber gesprochen und sie hat sich selber in dem Bereich auch nicht gut eingeschätzt). Ich bekam ein empörten Anruf von ihrem Vater. Er war der Überzeugung, dass ich seiner Tochter "einen reinwürgen wollte", weil sie Türkin ist und daher keine durchweg gute Beurteilung geschrieben habe. Das ist z.B. etwas, was mich stört: Wenn Probleme, persönliche Differenzen o.ä. mit dem "Ausländertum" begründet werden bzw. sofort unterstellt wird, dass dieses der Grund ist. Ich sehe das eher als eine individuelle Sache. Wäre die genannte Praktikantin eine Deutsche gewesen, hätte ich die gleiche Beurteilung geschrieben.

Was ich wichtig finde...eigentlich ein gegenseitiges Interesse und auch Verständnis für das jeweilige Handeln. Mit Interesse meine ich auch z.B., dass ein Gespräch möglich ist, warum jemand so oder so handelt und das nicht gleich als Angriff aufgefasst wird.

LG Silvia

Beitrag von woodgo 27.11.10 - 15:16 Uhr

Tut mir leid, aber das ist das ganz normal Leben!!! Mit Integration hat das nichts zu tun!

Beitrag von amalka. 27.11.10 - 18:42 Uhr

Liebstes Engelchen, ich würde mir so wünschen du liest diese Nachricht. Ich bin auch eine Ausländerin. Lebe hier seit 10 Jahren. Ich habe hier schön studiert, bin mit einem Deutschen verheiratet und habe zwei kleine Kinder.
Mein Mann ist Westdeutscher und wir haben auch 2 Jahre in Wesrdeuschland gelebt. Was du beschreibst, hat null oder wenig mit intergration zu tun und noch ist ganz wichtig zu betonen, es hängt davon ab, WO DU LEBST. BW ist sehr traditionell. Wir leben jetzt z.B. in Potsdam und da sind die Werte erheblich lockerer. Für einen Ausländer ist Berlin erheblich einfacher zu leben d.h. nicht überall ist es so. ABER

Das Haupthema ist doch Ordnung und Regeln. Deutschen sind die Weltmeister. Wie einigen uns drauf, dass es das Leben erheblich erleichtert. Es hat viel gutes an sich!!!! Aber denke doch nach, es hat auch viel schlechtes in sich. Denke an den zweiten Weltkrieg, der wäre nur bei Deutschen möglich, weil sie eben so sind. Pedantisch, Regel-weltmeister..oder in deu heutigen Zeit und es kotzt mich so an, weil ich es erlebe. Meine Schwiegereltern. Es wird auf Anstand geachtet: Es gehört sich. Es gehört sich, sich für ein Geschenk zu bedanken. Man bedenkt sich nicht, weil man es vom Herzen so fühlt, nein, weil es sich gehört..
So kommt man nicht helfen, weil man es so fühlt aber weil es sich gehört und dann erzählt man im Freundeskreis wie toller Hecht man war..ICH HASSE SOWAS.
Sei GLÜCKLICH, du bist anders und erziehe deine Kinder mit HERZ, nicht alle sind so!!! Sag immer deinen Kindern, dass sie ihr Herz nicht verlieren sollen/dürfen.
Mein Mann ist auch ein deutscher mit allem drum und dran aber er hat auch ein Stück Herz und Verstand. Manchmal knallt es aber und ist auch gut so, weil ich manchmal zu viel Flegmatismus habe.

Leibes, ich würde mir so wünschen, du würdest bleiben wie du bist. Sei selbstbewußt und lass dich nicht stressen. Dass ein Kind was vergisst ist vollkommen normal und nimm mir es nicht übel, ich würdem ir sowas nicht gefallen lassen!

Du sprichst über das Thema Selbständigkeit...sei mir nit böse, ich halte dies für sehr wichtig und ich habe mit Deutschland null zu tun. Du sagst, du leist dass das und das passiert....ja, liebes. Es kann immer was passieren. Und wenn es dein Schicksal ist, dann verhinderst du es nciht.

Du fragst wegen Integration. Intergration heiß für mich nicht, ich muss jeden Blödsinn eines Landes übernehmen. Esh eißt für mich, dass ich und meine Kinder am Leben des Landes TEILNEHMEN. Und dies tust du. Aber es ist wichtig, DU BLEIBST DU. Man kann die Kultur auch selbst beeinflußen und Deutschen haben es bitter nötig.

Ich bin noch nciht angekommen, leider aber ich fühle eine Intergration bedeutet nicht eine Infiltration aber ein Teilhabe!!!!

Ich hoffe, du deknst darüber nach. SEI SELBSTBEWUßT, STEHE ZU DIR und LASS DICH NCITH STRESSEN, bitte!!!!!

Beitrag von derhimmelmusswarten 27.11.10 - 20:22 Uhr

Das hat für mich nix mit Integration zu tun. Aber auch rein gar nix. Fehlende Integration ist für mich was ganz anderes. Wenn Eltern ihre Kinder aus angeblich religiösen Gründen von irgendwas ausschließen, ihnen Dinge eintrichten, um sie von Andersgläubigen oder in unserem Fall, Deutschen, fern zu halten. Wenn Eltern ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken, sie nicht vor der Schule perfekt Deutsch lernen lassen usw. Was geht´s andere an, wann du die Kinder badest?! Wir wurden als Kind auch nur einmal die Woche gebadet. Aber wo bitteschön wird sowas überhaupt thematisiert??? Ich finde es geradezu lächerlich, wegen sowas zu einer Psychologin zu gehen.

Beitrag von amalka. 27.11.10 - 21:26 Uhr

der himmel muss warten und dein zu schneller urteil auch...sie ging mit sicherheit nicht nur wegen dem zu einem psychologen..

nur wenn man in eigenen Werten unsciher wird, weil auf einmal scheint das, was einen ausmacht, seine eigene Kultur und denken, seitens der neuen Kultur auf den kopf gestellt... man macht aus einem vergessenen Ding gleich einen Aufstand (so kann man es empfinden), dann ist allerhöchste Eisenbahn, dass man sich fragt: bin ich irre oder andere und dass man sich Hilfe holt...mehr als gut..

Beitrag von morjachka 27.11.10 - 21:31 Uhr

Hallo Engelchen!

Ein Teil von dir hat Deutschland eben doch nicht ganz akzeptiert, finde ich auch vollkommen normal. Du bemühst dich zwar nichts falsch zu machen, aber innerlich findest du manche Sachen nicht gut.
In der Heimat ist manches halt besser, egal wo du jetzt her kommst.

Ich bin der Meinung, man kann sich nicht 100% integrieren und man muss es auch nicht. Kommt nicht zu spät in die Schule, bade deine Kinder aber wann du willst.

Integration bedeutet für mich die Einheimischen zu respektieren. Wichtig sind Sprache, Mülltrennung, Pünktlichkeit.

Was ihr zuhause isst usw ist egal.

Ich spreche akzentfrei Deutsch und falle nicht auf, dennoch hätte ich mit der Integration auch so meine Schwierigkeiten. Man vergleicht eben schnell...

Und es gibt Länder wo Integration nicht so wichtig ist, in Deutschland wird sie meiner Meinung nach zu stark thematisiert.

Mach dir keine Sorgen, deine Kinder werden sich super integrieren, das ist die Hauptsache!

Beitrag von jans_braut 28.11.10 - 13:32 Uhr

Hallo,

hier wird man doch nicht gleichgeschaltet.
Alles was Du anspricht hat nichts mit Integration zu tun.

Gruss

P.S.: den Kleinen könntest du eigentlich noch leicht und gut zweisprachig erziehen.