Ich soll sie gehen lassen!

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von morla29 26.11.10 - 20:20 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

muss mich mal wieder bei Euch ausheulen.

War heute bei meinem Therapeuten und irgendwie war es nicht so wie sonst. Er sagte recht wenig. Ich sagte dann zu ihm, warum er so ruhig ist.

Und dann sagte er, er überlegt, ob er mir schon was sagen kann. Er sagte, dass ich sie nicht loslassen kann, dass ich nicht akzeptieren kann, dass sie tot ist.

Er hat so was von recht. Aber als ich ihn fragte, wie ich das schaffe, wusste er es auch nicht genau.

Ich hab das Gefühl, dass ich momentan an einem Punkt der Trauer angekommen bin, wo es nicht weitergeht. Irgendwie stecke ich fest.

Habt ihr Tipps, wie ich sie loslassen kann? Wie habt ihr es "geschafft"?

Danke schon mal.

Gruß
morla
mit zwei Mädels an der Hand (3,5 und 5)
und einem Mädel tief im Herzen (stil geb. 29.1.10 - 31. ssw)

Beitrag von yvi2111 26.11.10 - 20:31 Uhr

ich glaube das man egal was man sagt es dir nicht erleichtern kann , aber du musst sehen das du noch zwei andere kinder hast die mit dir leben möchten und deine Aufmerksamkeit brauchen , die dich lieben und die dir mit der zeit über den schmerz helfen werden , vergessen wirst du es nie aber es wird besser werden, ganz bestimmt

ganz viel glück lg yvi mit #stern im #herzlich

Beitrag von lieke 26.11.10 - 21:06 Uhr

Hallo,

mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtiger. Keine Mutter "vergißt" ihre Kinder, wenn eines gestorben ist. Aber wahrscheinlich jede Mutter ist kraftlos durch die Trauer und hat eh schon ein schlechtes Gewissen diesen Kindern gegenüber. Man kann halt nicht so, wie man will, man möchte gerne so für seine Kinder da sein, wie vorher. Die Kinder ihrerseits haben auch eine schweren Schlag erlitten und brauchen sogar extra viel Aufmerksamkeit. Das ist schwierig für eine Mutter und nur zu schaffen, wenn die sie es schafft, einen Weg zu finden, sich mit ihrer Trauer auseinanderzusetzen.
Das verstorbene Kind verdrängen, nach dem Motto, "du hast ja noch zwei, die dich wirklich brauchen"....

Mich haben Aussagen wie deine immer sehr verletzt. Jetzt (nach 3 Jahren) ist das zum Glück nicht mehr so. Alle Kinder sind gleich wichtig und genauso wie ich Zeit mit den lebenden verbringe, verbringe ich Zeit mit dem verstorbenen. Man ist nun mal Mutter von 3 Kindern, auch wenn eines nicht mehr da ist. Das kann man auch nicht mit Vernunft wegdiskutieren. Dass das Kind auf dem Friedhof einen nicht mehr "braucht" ist klar.

Ich will dich nicht angreifen und bin davon überzeugt, dass du es gut meinst. Ich möchte dir nur sagen, dass es vielleicht nicht so taktisch formuliert war- finde ich zumindest.

LG

Beitrag von yvi2111 26.11.10 - 21:14 Uhr

ja hab ja auch geschrieben das sie es nicht vergessen wird .

das wäre auch unmenschlich so etwas zu schreiben , sorry falls es falsch verstanden wurde .

Beitrag von kerstini 26.11.10 - 21:55 Uhr

Ich hab schon verstanden wie du es gemeint hast, aber gerade weil du jemand bist der, entschuldige, "keine" Ahnung hat wie man sich in solch einer Situation fühlt, fühle ich mich bei solchen Aussagen auch immer ein wenig auf den Schlips getreten.



Kerstin mit #sternMadita & #sternLeo *08.09.09+ u #stern12.SSW und Ida 33.SSW #verliebt

Beitrag von lieke 26.11.10 - 20:41 Uhr

Hey Morla,

also "Tipp" klingt ein bisschen so, als würde es ein Patentrezept geben...

Was mir jetzt an deinem Beitrag auffällt ist, dass deine Tochter im Januar gestorben ist. Der erste Sterbetag steht vor der Tür, das erste Weihnachten ohne sie, alles, was du jetzt erlebst erinnert dich an letztes Jahr als du hochschwanger warst.

Ich weiss nicht ob deine Tochter plötzlich starb oder nach bekannter Krankheit? Hast du Frieden an sich damit oder machst du dir Vorwürfe oder Gedanken, ob du etwas anders hättest machen können?

Ich habe am Ende des ersten Jahres versucht, ganz bewust alles noch mal im Geiste wiederzuerleben. Damals, als es echt passierte war ich dazu nicht in der Lage, weil wir geschockt waren, voller Hoffnung, aber auch voller Angst. Dann die Geburt, die Beerdigung, wohin mit den Großen...man hat einfach "keine Zeit". Ich habe mich -für viele unverständlich- richtig darein gehängt, damit ich es begreifen konnte. nach einem Jahr, ohne körperliche Beschwerden, ohne Dinge, die organisiert werden müssen, ohne Entscheidungen und Fahrten ins KH. Einfach still stehen und sich klar machen, was ist da passiert.

Vielleicht musst du dir Zeit geben, bis du auch im Geiste ihren Tod, ihre Geburt und ihre Beerdigung wieder hinter dir hast. Die ankommende Weihnachtszeit ist ja nun auch nicht eine Zeit, die es einem leichter macht. Mit allen Kindern unterm Baum sitzen wird es für uns nie geben.

Komisch, dass dein Therapeut dir das so sagt. Es ist ganz normal, dass es Phasen gibt, wo man nicht weiterkommt, oder sogar rückwärts geht.
Ich glaube nicht, dass man nach 10 Monaten überhaupt schon loslassen kann.

LG,
Lieke

Beitrag von lilliane 26.11.10 - 20:43 Uhr

hi du,
mit einer fehlgeburt in der 18. ssw kann ich da wohl fast nicht mitreden, allerdings- gibt es bei dem thema schlimm, schlimmer am schlimmsten?

jedenfalls hat meine beste freundin ihren sohn in der 31. ssw still geboren und das ist jetzt 1,5 jahre her. ich denke du wirst sie nie gehen lassen, mußt du auch nicht. sie gehört zu eurer familie, wird auch immer dazu gehören, sie ist das mädchen das fehlt. das wird immer so bleiben, eine wird fehlen. es wird auch immer wehtun, nur der schmerz wird mit der zeit ein anderer. es wird nicht mehr so "stechen."es wird dumpfer werden, ich kanns nicht richtig in worte fassen, aber glaub mir eins, es ist noch zu früh............... zu früh um irgendwelche forderungen an das abklingen des schmerzes zu stellen. was du erlebt hast ist das allerallerschlimmste auf der welt, und es tut mir so arg leid. wofür das ganze, wieso ausgerechnet du, warum so spät, und wer war schuld.......... a diese fragen werden dich noch lange begleiten, und du wirst keine antworten bekommen, das ist das gemeine, aber setz dich nicht unter druck, es ist noch zu früh.
ich habe diese ganzen fragen und diese ganze schlimme zeit mit meiner allerliebsten besten freundin durchgestanden und auch sie trauert nach wie vor, kann, will und wird ihren sohn nicht gehen lassen, denn er gehört einfach zu ihrem leben, als sohn, der nicht bei ihr sein durfte. und für mich als freundin ist er der patensohn, den ich nie kennenlernen durfte, und wir werden weiter an das grab fahren, es schmücken, ihm spielsachen bringen, mit seinem grabstein sprechen, immer weiter, jahr für jahr, weil er teil unseres lebens ist. weil er nicht vergessen wird und auch nicht gehen gelassen. GLG und viel kraft, lilli

Beitrag von kerstini 26.11.10 - 21:52 Uhr

Hallo Morla,

ich frage mich gerade wie ich reagiert hätte wenn meine Psychologin so etwas zu mir gesagt hätte?!

Ich möchte meine Kinder nicht loslassen! Sie werden für mich immer dazu gehören! Ich VERSTEHE das sie tot sind, aber akzeptieren... kann man das? Ich fragen mich immer noch warum ist das passiert? Wieso? War es meine Schuld?

Muss es denn immer nur vorwärts gehn? Darf man nicht auch mal wieder in seinem Leid und seiner Trauer feststecken? Warum nicht?
Nach alldem was uns passiert ist, denke ich kann niemand von einem erwarten nach nicht mal einem Jahr nur nach vorne zu schaun!

Wir haben gerade den 1. Todestag und auch das 1. Weihnachten hinter uns. All das steht Euch ja noch bevor! Wie soll man da rational denken? Ich finde es nur logisch das all die Trauer gerade in dieser Jahreszeit wieder allseits präsent ist. Auch ich habe noch viele schlechte Tage!

Setz Dich nicht selbst unter Druck und versuch einfach auf dein #herzlich zu hören!

Alles Liebe


Kerstin mit #sternMadita & #sternLeo *08.09.09+ u #stern12.SSW und Ida 33.SSW #verliebt

Beitrag von niki1412 26.11.10 - 21:55 Uhr

Hallo morla,

ich glaube nicht dass meine seine toten Kinder gehen lassen muss.
Ich habe eine einjährige Therapie zur Trauerbewältigung gemacht.
Das war auch gut so, aber meine Tochter habe ich deshalb trotzdem nicht "gehen lassen". Ich kann nur von mir sprechen: meine Sophia ist immer bei mir, in meinem Herzen, in meinen Gedanken. Ich spreche oft still mit ihr. Die Trauer verschwindet nie ganz, sie wird nur anders. Bei uns war es nun so dass Sophia sehr krank wurde (Frühchenprobleme) und sie wahrscheinlich kein lebenswertes Leben hätte führen können (Darmperforationen, Hirnblutungen usw.) So sagt mir mein Verstand dass es so vielleicht besser ist. Mein Herz sagt da natürlich etwas anderes. Es ist ein langer Weg damit leben zu können. Das musst Du auch für Dich bedenken. Schau, Deine Tochter ist ja noch nicht einmal 1 Jahr tot. 1 Jahr ist gar nichts! Ich habe über zwei Jahre täglich geweint, über sie gesprochen, bin jeden Tag zum Grab.... Das alles hat dazu beigetragen dass ich nun ein wenig besser mit diesem Schicksal leben kann. Aber die Welt wird nie wieder wie vorher sein, so ist es leider :-(

Setze Dich nicht unter Druck weil Dein Therapeut diese Worte zu Dir gesagt hat. Du hast alle Zeit der Welt Deine Tochter zu betrauern - in Deinem Tempo. Deine Tochter wird immer bei Dir sein. Wenn es Dir nun so vorkommt als würdest Du feststecken - ich meine das ist ganz normal. Es wird auch wieder voran gehen, Du musst nur Geduld haben und Trauerarbeit leisten. Der Satz: Die Zeit heilt alle Wunden - der stimmt nämlich nicht. Man muss auch etwas dafür tun! Und das tust Du ja.

Jetzt kommt die dunkle Jahreszeit und Weihnachten - das wird Rückschläge geben. Vielleicht denkst Du Du fällst in ein tiefes Loch. Bei mir war es jedes Jahr so. Wenn es so kommt, dann rede mit Deinen Lieben. Teile Dich mit, sprich über Deine Gefühle und weine so viel wie Du magst. Alles muss raus.

Irgendwann wird es so sein dass Du gelernt hast mit diesem Schicksal zu leben. Es gehört dann zu Dir und Deinem Leben. Vielleicht wirst Du irgendwann auch dankbar sein Deine Tochter gehabt zu haben, sie geboren zu haben obwohl sie nicht bei Dir bleiben konnte. So ist es bei mir.

Alles Gute und ganz viel Kraft.

LG Niki mit Sophia im #herzlich, Helena #blume und #klee 23.SSW

Beitrag von verzweifelte04 26.11.10 - 23:01 Uhr

Hallo!

..wenn dein therapeut sagt du sollst sie gehen lassen, dann heißt das nicht du sollst sie vergessen..

ich hab unseren Raphael auch in der 31. woche gehen lassen müssen, davor hatte ich eine FG. Leider haben wir noch keine Kinder.

ich hab unlängst eine Geschichte gelesen, die mir irgendwie total geholfen hat mit dem Tod von Raphael umzugehen.. ich schau mal ob ich das kurz wiedergeben kann.

Jeder Mensch hat sein Lebenslicht, die einen haben eine große, breite kerze, andere hingegen nur eine ganz kleine.. Unsere Engel haben ganz ganz kleine Lebenslichter und deshalb müssen sie sich ihre Eltern sorgfältig wählen, denn sie haben nur diese kurze Zeit! Und sie haben uns gewählt, weil sie wussten sie bekommen in dieser kurzen Zeit all die Liebe die sie brauchen und weil sie wissen, dass ihre Eltern stark sind, stark genug diesen Schmerz auszuhalten und irgendwann wieder positiv in die Zukunft blicken zu können.

mit diesem Gedanken geht es mir irgendwie besser! ..ich würd unseren schatz so gern bei uns haben, aber es geht nicht..

Manchmal seid ihr in unseren Träumen, oft in unseren Gedanken und immer in unseren Herzen!

wünsch dir alles alles Liebe
Claudia

Beitrag von miss-greace 27.11.10 - 08:14 Uhr

Hallo Morla,

ich habe gerade was über dein Schicksal gelesen erst einmal es tut mir sehr leid für dich das du so etwas erleben musstest.Ich kann mir sehr gut vorstellen wie es dir geht.Ganz ehrlich mir kommen fast die Tränen.:(
Denn ich habe vor 4 Wochen auch mein Baby verloren aber ich war noch nicht so weit wie du.Aber trotzdem denke ich ist es der gleiche Schmerz ich bin auch am überlegen ob ich nicht zu einen Therapeuten gehen soll aber ich bin mir sicher das er mir wahrscheinlich auch nicht helfen kann darüber weg zu kommen das ich mein Baby verloren habe denn er kann mir ja keine Antworten darauf geben wiso ,weshalb, warum und weißt du wiso es gibt keine.Es gibt Tage womit ich dann auch ganz gut damit klar komme und dann gibt es welche die die Hölle für mich sind und ich an nichts anderes Denken kann.Ich denke das der Schmerz immer dasein wird aber irgendwann wird man so weit sein das man ganz gut mit diesem Schmerz umgehen kann und auch Leben kann ohne sich irgendwelche vorwürfe zu machen was man vl falsch gemacht haben könnte und ich glaube das auch bestimmt die Vorwürfe das Problem sind warum man denn Schmerz am anfang soo spürt und danach sind es die Dinge die wir uns vorgestellt haben mit dem Kind und irgendwann ist nur noch der schmerz da aber dann ....geht es langsam wieder Berg auf.Aber es brauch alles seine Zeit das weiß ich auch.Man muss erst mal diese Sachen die ich eben auf gezählt habe überwältigen und dann erst denn Schmerz der so da ist ich bin mir sicher das es dann wieder langsam wieder Berg auf geht.Und wie ich gehört habe hat du auch noch Kinder die da sind ich bin mir sicher das du es auch mit ihrer Hilfe schaffen wirst das deine Trauer bald nicht mehr so schlimm und sie dir einige Momente noch schenken werden wo du vl an deine Trauer für ein Zeitlang garnicht mehr bemerkst weil du dann auch wieder Spüren wirst das du sehr Glücklich bist und es auch wieder sein kannst.Ich auf jedenfall wünsche dir alles Gute und hoffe das du es schaffst irgendwann so damit um zu gehen das es dir auch gut damit und nicht wie jetzt das es dir nur schlecht geht glaub mir diese Zeit wird auch kommen. Ich habe noch einen schönen Text der gut passt ich bewahre in auf jedefaall für mich denn es stimmt. Was man tief in seinem Herzen besitzt,kann man durch den Tod nicht verlieren. Ich hoffe konnte irgendwie helfen aber,ich glaube wohl eher nicht denn bei mir ist es selbst noch nicht solange her . Ich wünsche dir alles Gute und alles liebe#klee#winke#

Beitrag von miss-greace 27.11.10 - 08:20 Uhr

Hallo ich bins nochmal ich wollte nur sagen das mir ein paar Rechtschreibefehler unter laufen sind.War keine Absicht.
Bin sehr Müde und Schlafe seid langem sehr schlecht.

Also bis denne

lg an euch hier:-D

Beitrag von merlin1703 27.11.10 - 09:38 Uhr

Liebe Morla,

erst einmal möchte ich Dir sagen wie leid mir das tut, was Dir/Euch passiert ist. Ich bin jedes Mal betroffen, wenn ich von solchen Schicksalen höre/lese.

Es gibt auch kein "Rezept", wie man so etwas verarbeiten kann.

Alles braucht seine Zeit. Du brauchst Zeit. Setze Dich nicht unter Druck! Sich kontrollieren zu wollen, weil man meint seine Umwelt erwartet von einem, das der Trauer nach ein paar Monaten genug sei ist absoluter Quatsch! Du bist ein Mensch, der Gefühle hat und der etwas sehr Wichtiges verloren hat.

Auch wenn die sog. schlimmste Trauer mittlerweile sicher etwas abgeschwächter ist, als noch vor ein paar Monaten, sie ist da.

Sprichst Du manchmal in Gedanken mit ihr? Fühlst Du Dich schuldig? Kannst Du den Schicksalsschlag nicht akzeptieren?
Keiner kann Dir Deine Maus zurückgeben, das weißt Du. Meinst Du sie will, dass es Dir schlecht geht? Ich glaube nicht. Was würdest Du Dir denn für sie wünschen?

Wenn Du sie irgendwann freigeben kannst und ziehen läßt, mußt Du dies mit einem Lächeln tun können.
Vielleicht solltest Du ihr einfach einen Brief schreiben. Schreib ihr, was Dich bewegt, wie sehr Du sie vermißt und liebst. Wenn der Tag da ist, dass Du meinst Du kannst sie ziehen lassen, lass einen Luftballon steigen und/oder schreibe Ihr einen Brief und vergrabe ihn an ihrem Grab.

Egal, was Du tust, Du mußt Dich damit gut fühlen.
Laß Dir Zeit zu trauern! Setz Dich nicht unter Druck.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft.

LG
Andrea

Beitrag von hannah.25 27.11.10 - 10:16 Uhr

Hallo Morla,

lass dich mal ganz feste drücken! #liebdrueck

Ich denke genau wie dein Therapeut, dass du nicht akzeptiert hast, dass deine Verena tot ist und nicht mehr bei euch ist. Aber ganz ehrlich, wie soll man das auch akzeptieren, dass das eigene Kind nicht mehr da ist? Das geht nicht so einfach und schon gar nicht, wenn man sich eigentlich wünscht, es würde bei einem sein.

Ein Patentrezept gibt es leider nicht. Es kommen immer wieder Tage, da wirst du von der Trauer aufgefressen werden und du siehst ja auch an deinen beiden Mäuschen, die bei dir sind, wie sehr Verena fehlt und was du mit ihr nie erleben darfst.
Ich denke, dass es im ersten Jahr immer schwer ist, den Tod zu akzeptieren, alles ist frisch und eben alles ist zum ersten Mal ohne das eigene, geliebte Kind. Es fehlt und wird es immer tun.

Weißt du, was mir ein bisschen geholfen hat, waren Briefe an meine Kinder. Ich hab ihnen geschrieben, was wir getan haben, dass sie fehlen und dass wir an sie denken. Dann ging es mir besser, weil ich das Gefühl hatte, ich erreiche sie und sie sind trotzdem in unserem Leben nicht vergessen. Das Gefühl, das geliebte Kind zu vergessen,lässt uns eben auch extrem an ihnen festhalten und sie nicht loslassen. Aber sie werden nie vergessen sein. Sie sind immer da bei uns und werden geliebt. Verena gehört zu euch und das wird auch immer so sein.
Und wir haben eine Gedenkkiste für beide angelegt, wo wir alle Erinnerungen an sie eingeschlossen haben.

Ich hoffe, dass es für dich nach Weihnachten und dem Jahreswechsel besser wird, weil dann eben das erste Jahr vorbei ist und dir dann vielleicht bewusst wird, dass sie wirklich nicht mehr hier bei euch ist, aber vom Himmel auf euch schaut.
Ich wünsch es dir sehr.
Aber ich kann dir auch sagen, es kommen immer Tage, wo dich die Trauer und die Sehnsucht fast zerfrisst. Ich merke das nach Jahren und ich merke es jetzt besonders, wo wir Per bei uns haben und die anderen beiden Kinder so sehr fehlen.

Ich wünsch dir weiterhin alle Kraft der Welt und alles, alles Gute!
Ich denk an dich! #liebdrueck

Liebe Grüße
Hannah mit #stern Niklas und #stern Sarah ganz fest im Herzen und Per fest im Arm

Beitrag von morla29 29.11.10 - 16:34 Uhr

Hallo Hannah,

du schreibst immer so schön. Es tut gut.

Danke
Andrea

Beitrag von sweetstephie 27.11.10 - 10:58 Uhr

Hallo Morla#liebdrueck

Das was euch passiert ist tut mir so unendlich Leid!!!
Leider wird es wohl immer immer wieder diese Momente geben an denen der Schmerz und die Sehnsucht zurück kommen.
Jeder findet seinen Weg auch wenn dieser manchmal Zeit brauch...
Hör auf dein Herz....lass die Tränen laufen wenn dir danach ist...
und sprich mit jedem wenn dies dein Bedürfniss ist!!!
Gerne kannst du mir schreiben wenn du eine Schulter brauchst!!!

Und ich kann dir sagen von meinem #stern steht der 3te geburstag an und mein Mann und ich nehmen uns diesen Tag ganz allein für uns...
Stellen eine Kerze auf und schauen uns alle US bilder an....
Wir machen eine Reise zurück und versetzen uns in die Zeit der Vorfreude , Liebe und Hoffnug! Vergessen werden wir nie und eben das macht uns stark er ist und bleibt immer ein Teil unserer kleinen Familie,sein fester Platz wird nie überschrieben.Und wenn alles sch.... läuft nehme ich mir das recht meine Tränen laufen zu lassen und Suche den trost in meinen Erinnerungen....
Die Geschichte mit dem kleinen und grossen Licht ist schön!!!
Und jedes Sternenkind leuchtet um so heller für uns , wenn wir es im Herzen tragen...

Ich wünsche dir alle Kraft die nur denkbar ist den Schmerz zu bewältigen!!!
In Gedanken bei dir #sternenMama Stephie


eine #kerze für deinen #stern

Beitrag von sternenmami 27.11.10 - 12:07 Uhr

hallo morla,
also ich kann dir nicht wirklich viel hilfe geben, denn die stille geburt meines sohnes ist selbst gerade mal 5 fast 6 monate her, ich habe ihn in der 33ssw gehen lassen müssen und ich tu mich auch noch schwer damit alles zu verarbeiten. Aber ich habe einen guten und für mich sehr hilfreichen "tipp" von einer freundin bekommem. Versuch doch einfach mal, so blöd es sich jetzt auch anhört, mit deiner tochter zu sprechen. Andere mütter reden auch mit ihren babys, also warum wir nicht!? Für uns sind sie doch immer da. loslassen wirst du nie... aber du kannst etwas dafür tun, dass es dir leichter fällt. Versuch einfach alles schöne mit deiner tochter zu verbinden. Z.B. den sonnenschein...den hat sie dir geschickt, das glitzern im schnee...der schnee glitzert ganz besonders schön für dich, weil deine tochter den schnee zum glitzern bringt... ich weiß nicht aber mir hilft es tatsächlich ein bisschen. Anfangs ist es ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber irgendwann wird es routine, dann verbindest du automatisch alles schöne mit deiner tochter.

Also den kopf nicht hängen lassen... und wenn du sie weihnachten unterm weihnachtsbaum so sehr vermisst, dann stell doch einfach ein bild von ihr mit unter dem weihnachtsbaum...

lass dich mal #liebdrueck

glg domi mit gabriel(33ssw) und mäuschen(10ssw) ganz tief im #herzlich

Beitrag von daisy80 27.11.10 - 23:45 Uhr

Es tut mir sehr leid, was Du erleben musstest.

Zu der ganz speziellen Thematik weiß ich leider keinen Rat, aber ich weiß, dass gerade dieser Punkt, an dem man in Trauer und Verzweiflung denkt, es geht nicht mehr tiefer und es geht auch nicht mehr weiter ein ganz wichtiger ist.

Die Trauer ist immer ein Prozess - egal in welchem Zusammenhang man ihr begegnet.
Aber dieser Tiefpunkt ist oft ein Punkt, an dem Therapeuten sagen, dass er nach einer gewissen Zeit des "dort-Verweilens" und Trauerns (die sehr individuell ist) der Anlass und das Sprungbrett zu Veränderungen im Denken und Handeln ist und es dann wieder aufwärts gehen kann.

Es ist nur wichtig, erstmal alles zu akzeptieren und anzufühlen, was einem dort unten begegnet. Das kann schnell gehen, das kann auch länger dauern. Und das ist okay.
Bleib da, schau, was Dir an Gedanken und Gefühlen begegnet. Trauere, so wie Du es für richtig hältst.

Irgendwann ist das Gefühl dann soweit, dass man sich auch wieder bewegen kann. Das wirst Du ganz bestimmt merken, wenn Du dort angekommen bist.

Alles Liebe!