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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von fruitgum27 26.11.10 - 21:07 Uhr

loszulassen

Guten Abend!

Mein Sohn soll aufgrund seiner Entwicklungsstörung nach Schulschluss zu einer heilpädagogischen Tagesgruppe gehen.
Ich tue alles für meinen Schatz, bin die letzten Jahre nur für ihn gerannt etc..auch damit er eine Integrationskraft im Kiga bekam.

Nun wurde diese Entscheidung getroffen

Bis 12:15 Uhr ist Schule, dann wird er wohl direkt abgeholt - und bis 17 Uhr (!!) da in der Tagesgruppe den Tag verbringen #heul #schmoll

Er ist erst 6, ich kann ihn nicht loslassen, bin Alleinerziehend von Anfang an und er ist der einzige den ich habe
Ich sehe ihn dann von 7:45 Uhr bis 17 Uhr nicht, das is für mich total der Horror :-(

Ich bin echt mega traurig. Dazu kommt, das ich momentan arbeitsunfähig bin, durch meine Depression (Bin nur noch zuhause wenn mein Schatz in der Schule is, warte quasi auf ihn)
Und da ich nich arbeite, wie soll ich den ganzen Tag durchhalten ? Was mache ich den ganzen Tag?

Es ist ja nich so, das ich ihn hier festhalte, er hat hier viele Nachbarskinder, mit denen er draussen oft spielt, aber da sehe ich ihn halt am Fenser.. is also was anderes..

Nur für mich klingt das zu krass, das er den GANZEN Tag nicht mehr bei mir ist, und ich ihn nur morgens sehe, und abends wenn es schon bald wieder ins Bett geht. Das kanns doch nicht sein

Natürlich tue ich alles, um ihn zu fördern aber ich habe ein riesen Problem ihn loszulassen...

Andersrum denke ich mir, es gibt ja auch Eltern die Vollzeit arbeiten..da sind die Kinder tagsüber auch betreut.
Nur ich weiss echt nicht, was ich den ganzen Tag machen soll... 2 mal die Woche gehe ich zu einer Psychologin, die mir aber auch schon sagte, das mein Sohn nun älter wird und selbstständiger...

Das lasse ich ja auch alles zu, nur der Tag ist doch für einen 6 Jährigen auch viel zu lang?
Wie seht ihr das denn?

Traurige Grüsse

Beitrag von brotli 26.11.10 - 21:36 Uhr

hallo

naja, älter werden und selbständiger..#kratz aber 6 jährige sind ja nunmal auch noch richtige kinder.
und selbständigkeit oder loslassen hat ja nichts damit zutun das ein kind den ganzen tag nicht zuhause ist.

wer hat denn die entscheidung getroffen wegen der tagesgruppe ?
und wieso täglich und den ganzen tag?
klar, kann es sein, das es so richtig ist, ich kenne seine entwicklungsstörungen und den grund der entscheidung nicht.
wenn es so richtig ist, wird es dir damit auch gut gehen, auch wenn es anfangs bestimmt ungewohnt und schwer ist.
aber sonst, schau das du mit jemanden über alternativen möglichkeiten redest therapien nach der schule, statt einen tagesplatz nehmen zu müssen.
l.g.

Beitrag von lucy15 26.11.10 - 22:58 Uhr

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber vielleicht soll dein Sohn ja genau aus dem Grund in die Tagesgruppe!!! Klar, es ist kein tolles Gefühl, wenn das Kind den ganzen Tag weg ist, ABER:

so wie du dein Problem schilderst, hängst du zu sehr an ihm und ihm wird der Freiraum auch mal gut tun. Und DIR auch!! Es darf nicht sein, dass eine Mutter den ganzen Tag nur darauf wartet, dass das Kind heimkommt und ansonsten nichts mit sich anzufangen weiß!

Wie wäre es, wenn du dich z.B. darum bemühst, einen Platz in einer Tagesklink zu bekommen um an deinen Depressionen zu arbeiten? Oder sonst ein Therapeutisches Angebot?
Sie das ganze doch als Chance für dich UND dein Kind an! Es ist ja auch nicht für immer! WEnn es dir wieder besser geht und er Fortschritte gemacht hat, dann kann er ja mittags wieder heim kommen.

Mein Sohn war schon mit 3 Jahren ganztags im Kiga, weil ich mein Studium fertig machen musste. Ich war zwar froh, dass er dann mit 5 wieder mittags heimkonnte, aber er selbst hatte wirklich viel Spaß mit den anderen KIndern.

LG;
Lucy

Beitrag von fruitgum27 26.11.10 - 23:10 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort!

Genau dasselbe wurde mir heute auch mehrmals gesagt! Ich sollte es auch als Chance für mich sehen, du hast sehr Recht

Aber irgendwas blockt in mir, ich bekomme Magenschmerzen und bin total depressiv.

Du hast mit allem, was du geschrieben hast, Recht - aber dennoch sehe ich alles nur negativ

Ich verstehe mich selbst nicht mehr, habe auch kaum noch soziale Kontakte. Klammere mich zu sehr an meinen Sohn. Nur ich "kann" es nicht ändern..

Beitrag von susanne85 27.11.10 - 08:57 Uhr

hallo

doch du kannst es ändern.

nur mut!

mach was für dich..

ein fitnesstudio? oder ein tanzkurs?

geh deiner depression nach oder mach einen kleinen 400 euro job.

alles was ablenkt lässt es dir auch besser gehen

du brauchst eine perspektive, eine aufgabe und ein sinn in deinem leben

gibt es etwas was du schon immer machen wolltest?

abnehmen? so tue es geh sporteln.

lg

Beitrag von lucy15 27.11.10 - 09:25 Uhr

Allein wirst du es auch nicht schaffen!!! Bekommst du außer den 2 Therapiesitzungen pro Woche sonst noch Hilfe? Nimmst du Medikamente gegen die Depression? Falls nein, überleg doch gemeinsam mit deiner Psychologin, ob das nicht für die Anfangszeit hilfreich sein könnte.

Auch wenn du mir das jetzt nicht glauben kannst, aber es WIRD WIEDER BESSER WERDEN!!!!! Eine Depression ist furchtbar, aber zum Glück geht sie auch wieder vorbei!!!!
Auch dass du dich immer mehr zurück ziehst ist ein Zeichen der Depression- leider :(

Hast du schon mal überlegt, Dir einen Tagesplan aufzustellen? Also, wie einen Stundenplan.
Zum Beispiel: nach dem du deinen Kleinen in die Schule gebracht hast, gehst du erst mal 30 min spazieren. Dann nach Hause, z.B. ein Zimmer putzen. Dann mind. einmal am Tag wieder raus, einkaufen, etwas erledigen etc. Ich weiß, das kostet furchtbar viel Energie aber meist hiflt es, sich weniger hilflos zu fühlen.

Ich finde es wirklich gut, dass du erkannt hast, dass es für deinen Kleinen UND dich eine Chance ist! Gib auf keinen Fall auf, für dich und deinen Kleinen zu kämpfen und wieder gesund zu werden!

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute,

Lucy

Beitrag von seluna 27.11.10 - 11:35 Uhr

Dazu fällt mir auch noch was ein.
Durch meine Depressionen habe ich eine ambulante psychologische Betreuuung bekommen, nennt sich hier ppm.
Das läuft übers Gesundheitsamt und kann von jedem beantragt werden, sprich mal deinen Psychater an.

die Damen (bei mir vom roten kreuz) kommen zu mir nach hause, der stundensatz wird individuell festgelegt.

schau mal hier (als info)
http://www.freundeskreis-ochsenzoll.de/Ambulanter-br-Sozialpaedagogischer-br-Dienst-PP.18.0.html

Beitrag von anarchie 27.11.10 - 00:17 Uhr

Hallo!

ICH finde das VIEL zu lang.

Da ist der lebensmittelpunkt ja garnicht mehr zuhause...

meine Kinder gehen von 8-13uhr in die schule - und länger mag ich sie garnicht missen...

Wobei ich natürlich nicht weiss, was bei euch los ist...ob du mit deiner depression für ihn sorgen kannst, ihn fördern kannst, wie er es braucht...

Und was heisst: es wurde entschieden?
Das klingt so passiv...
Das kannst doch eigentlich nur du entscheiden..#kratz

und was sagt dein Kind dazu?

MEIN Kind ginge nicht so lange weg in dem Alter...definitiv nicht.

Fördern kann man ein Kind auch MIT seiner mutter in dem alter...

lg

melanie mit 4 Kindern

Beitrag von brotli 27.11.10 - 08:34 Uhr

guten morgen,#tasse

genauso seh ich das auch.

der tag ist verdammt lang sonst und das hat mit loslassen nichts zutun und sich andere aufgaben suchen#kratz
ich meine , ein kind ist sehr viel aufgabe und wenn die zeit da ist, sollte man dankbar sein und sie mit seinen kindern nutzen.

es gibt eben leider genug kinder, die den ganzen tag im hort sind, weil es nicht anders geht, da kann man dann nichts machen, aber wenn es irgend geht, sollte ein kind schon so früh wie möglich nachhhause nach der schule, bzw. nach dem hort.
rausgehen, mit anderen müttern reden, schwimmen gehen, , ach es gäbe jede menge wenn man es wirklich möchte, wo man mit kind hingehen kann, wenn die zeit da ist.
auch ist ja hier die zeit da therapien abzuklappern am nachmittag.

ich denke, das ich es so nicht entscheiden würde, aber es steht ja auch " es wurde entschieden". also kann man da nicht soviel zu sagen, wieso, weshalb, warum und ob es besser ist oder nicht.

l.g.




Beitrag von h-m 27.11.10 - 07:56 Uhr

In Deinem Posting schreibst Du nur viel über Dich und Deine Gefühle. Wie sieht das denn Dein Sohn? Wer hat überhaupt diese Entscheidung getroffen? Meinst Du nicht, dass ihm diese heilpädagogische Gruppe helfen könnte? Ich finde es nicht gut, dass Du so an Deinem Sohn klammerst... wenn er in der Schule ist, wartest Du nur auf ihn; dass Du nicht weißt, was Du tun sollst, wenn er nicht da ist.

Meine Tochter (auch 6) fährt um 7:30 Uhr mit der Nachbarin los und ist dann bis 16:00 Uhr in der Schule. In der Kita war sie auch schon ganztags. Ich bin auch ae und habe nur sie. Ich arbeite Vollzeit, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen.

Prinzipiell finde ich die Tage für Deinen Sohn nicht zu lang. Solche Betreuungszeiten haben doch viele Kinder, die in den Hort oder die Ganztagsbetreuung der Schule gehen. Und im Ausland ist das sowieso oft die Regel, und die Kinder dort kommen auch damit zurecht.

Beitrag von sandra7.12.75 27.11.10 - 08:18 Uhr

Hallo

Ich würde es auch als Chance nutzen.Ich habe selber eine Tochter die eine Entwicklungsverzögerung hatte und hätte alles genutzt damit es ihr besser geht.

Geb ihm die Chance,auch das du dein Leben in den Griff bekommst.
Depressionen können auch für dein Kind nicht so toll sein.

Such dir doch ehrenamtlich was,ich hatte auch eine Kollegin mit schweren Depressionen ,leider hat ihr Mann es jetzt verboten das sie arbeitet.Was die Depressionen auch nicht besser machen.

Hier gibt es jetzt die Ganztagsschule,ich brauche das nicht da ich daheim bin aber für Eltern die arbeiten müssen ein Glück.

Mit loslassen hat das nichts zu tun,ich sehe nur das Kind mit seiner Entwicklungsverzögerung.

Bei den Therapien bist du ja auch nicht dabei.

lg

Beitrag von seluna 27.11.10 - 11:29 Uhr

Mein Sohn (11) geht auch in so eine Gruppe und sie hat ihm bislang mehr als gut getan.
du wirst ihn loslassen müssen und du darfst ihm nichts das Gefühl geben, das es dir eigentlich wiederstrebt, denn dann fühlt er sich auch schuldig und wird sich nicht so entwickeln wie er es soll. Kinder sind sensibel.

Für einen 6 jährigen ist der Tag nicht zu lang, andere gehen nach der schule in den Hort bis 17 Uhr und das verkraften die ganz gut.
Sei froh über diese Chance, ich (mein sohn) bekam sie leider erst sehr spät.
bin übrigens auch alleinerziehend und war jahrelang depressiv, ich weiss aus Erfahrung das es gut ist,. wenn du deine zeit für dich nutzt.
Geh raus, geh schwimmen, besuch einen Kochkurs..irgendwas. es wird dir gut tun.
du machst ja sicher auch eine Therapie...


Lass ihn los, es wird ihm gut tun und dir auch.
Es ist ja auch nicht für Ewig.

Beitrag von connie36 27.11.10 - 15:32 Uhr

hi
ich kann verstehen, das er dein lebensinhalt ist, aber du bist nicht ausschliesslich seiner, solltest es zumindest nicht sein.
wie soll er jemals selbstständig werden, wenn du um ihn herumgluckst?
schaffe dir wieder ein eigenes leben an, viell. verschwinden dann auch die depris.
arbeite an dir selber, und schau das du einen job findest, zeit hättest du ja wieder, dann brauchst du nicht die ganzen stunden von 7 uhr bis 17 uhr da zusitzen und auf die uhr zu starren.
lg conny

Beitrag von gismomo 27.11.10 - 18:27 Uhr

Hallo,

auch wenn ich dich verstehen kann - sieh es bitte als Chance für dich und für deinen Sohn.

Für dich, damit du gesund werden kannst. Für deinen Sohn, damit er irgendwann wieder eine gesunde Mutter hat, die in der Lage ist, ihn altersgemäß loslassen zu können.

Meine Mutter konnte das bei mir nicht, und mit den Folgen hab ich bis heute zu kämpfen. Ich wünschte mir so sehr, sie hätte damals die Kraft und den Willen gehabt, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen - nicht nur sich selber, sondern mir zuliebe.

Tu es deinem Sohn nicht an. Bring die notwendige Kraft auf - wenn zwei Therapiesitzungen pro Woche nicht helfen, musst du die richtigen Medikamente zur Unterstützung bekommen und nehmen. Sprich mit deiner Therapeutin darüber.

Stell dir vor, wie es in ein/zwei Jahren sein wird, wenn ihr alles überstanden habt und du gesund bist. Wie schön es dann für euch beide sein wird und wie gut es war, dass dein Sohn außerhalb Unterstützung und Förderung bekommen konnte und du in dieser Zeit alles investiert hast, um gesund zu werden und für ihn eine gesunde Mutter zu sein!

lg
K.