Trennung/Scheidung/Unterhalt

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von lieber-so 28.11.10 - 09:32 Uhr

Hallo,

bleibe heut lieber mal schwarz...

ich brauch eure Hilfe... und zwar hat mich mein Mann betrogen, wir haben es nochmal versucht... haben 2 Kinder... bekomme aber einfach das Vertrauen nicht mehr wieder und werde mich trennen...

Da ich in einem anderen Ort ca 400km entfernt von hier, ne super Arbeitstelle angeboten bekommen habe, ill ich mit den Kindern wegziehen.

Jetzt meinte er, das er wenn er die Kinder nicht regelmäßig besuchen kann wg. der Entfernung, er auch keinen Unterhalt zahlen bräuchte?? Ist das richtig.. Ich mein er ist Selbständig, hat ein Auto... was hat das Kinder sehen mit der Unterhaltszahlung zu tun? Ich verwehre ihm seine Kinder nicht, aber mir geht es um die Zukunft meiner Kinder und mir!!!

Ausserdem meinte er, er würde bei Gericht ein Psychologisches Gutachten beantragen, weil ich ja "krank" bin... und er wird dafür Sorgen das ich die Kinder nicht bekomme...

Was kann bzw. muss ich tun??

Schade für die Kinder, aber ich kann mit ihm nicht weiter zusammen leben nur wegen den kleinen.

danke schonmal

lg

Beitrag von mini-sumsum 28.11.10 - 10:09 Uhr

Hi,

wenn ihr verheiratet seit habt ihr ja automatisch das gemeinsame Sorgerecht für eure Kinder.

Dadurch darfst du tatsächlich nicht ohne seine Zustimmung so weit wegziehen.

Wenn er jedoch zustimmen würde, dürfte er deshalb nicht die Zahlungen einstellen.

LG
mini.sumsum

Beitrag von lieber-so 28.11.10 - 10:17 Uhr

danke für deine Antwort...

ja wenn ich aber die Arbeitsstelle nicht annehmen kann, weil er mich net mit den Kindern wegziehen lässt, dann ist er auch für mich Unterhaltspflichtig... kann ja dann nicht selbst für mich aufkommen...

???

Beitrag von hedda.gabler 28.11.10 - 10:20 Uhr

Hallo.

Er ist so oder so für Dich unterhaltspflichtig, zumindest im Trennungsjahr.
Und wenn das jüngste Kind unter 3 Jahren ist, dann auch weiterhin.

Mal was anderes, ist es so unmöglich, an Deinem jetzigen Wohnort einen Job zu finden ... Du würdest Dir eine Schlammschlacht ersparen, die es mit Sicherheit geben wird, wenn der Vater versucht, den Umzug zu verhindern, bzw anfängt, um die Kinder zu streiten. Und da er schon damit droht, dass er Dich als krank hinstellen will, musst Du auch die Gefahr einkalkulieren, die Kinder zu verlieren!

Gruß von der Hedda.

Beitrag von hedda.gabler 28.11.10 - 10:17 Uhr

Hallo.

Da Du mit dem Vater Deiner Kinder verheiratet bist und Ihr das gemeinsame Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht habt, kannst Du ohne die Erlaubnis des Kindsvaters NICHT so weit wegziehen. Allerdings wäre eine Arbeitsstelle durchaus ein Grund, es zu tun.
Schlußendlich muss das aber ein Gericht entscheiden, wenn Ihr Euch nicht einigen könnt. In dem Zusammenhang kann der Vater natürlich auch beantragen, dass die Kinder bei ihm bleiben.

Sollte es zu dem Wegzug kommen, hat das nichts mit den Unterhaltszahlungen zu tun. Dein Mann ist den Kindern und Dir gegenüber zum Unterhalt verpflichtet. Da Du aber die Entfernung schaffst, kannst Du dazu verurteilt werden, Dich an den Umzugskosten zu beteiligen.

Du solltest Dir einen Anwalt nehmen, der Umzug und Unterhalt für Dich regelt.
Einfach so wegziehen, solltest Du auf keinen Fall, da solche Umzüge mittels Eilverfahren rückabgewickelt werden können und dann auch Dein Sorgerecht auf dem Spiel steht, das Aufenthaltsbestimmungsrecht würdest Du auf alle Fälle mit großer Wahrscheinlichkeit verlieren, was im Klartext heißt, dass die Kinder dann beim Vater leben werden.
Also bitte nichts überstürzen, sondern lass Dich beraten.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von lieber-so 28.11.10 - 10:20 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort.

Habe sowieso morgen einen Termin beim Anwalt.

danke und schönen 1. Advent.

Beitrag von schnee-weisschen 28.11.10 - 11:26 Uhr

Hey,

das gemeinsame Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht sind zwei völlig verschiedene Sachen, die unabhängig voneinander laufen können.

Ich würde das Aufenthaltsbestimmungsrecht über einen Anwalt sofort beantragen und zwar genau mit der von Dir aufgeführten Begründung (Du hast ein gutes Job-Angebot in einer anderen Stadt, und er droht Dir, das zu versauen).

Er muss btw. trotzdem Unterhalt bezahlen. Das eine hat mit dem anderen nix zu tun.
Du müsstest auch keine Fahrkosten bezahlen oder Dich daran beteiligen. Wie er es finanziert, seine Kinder zu sehen, ist sein Problem.

Ein psychologisches Gutachten von Dir wird kein Gericht der Welt laufen lassen, es sei denn, Du bist schon einmal in der Öffentlichkeit als Amokläufer oder geisteskranker Psychopath aufgefallen.
Das sind probate Angst-mach-Methoden ;-)

Schwierig würde es lediglich werden, wenn Du ein aktenkundiges Alkohol- oder Drogenproblem hättest, wenn Du schon einmal im Gefängnis gewesen, oder wegen Kindesmißhandlung aufgefallen wärst.
Besuche beim Therapeuten oder Psychologen interessieren kein Schwein, die werden erst gar nicht aufgerollt.

Lass Dir keine Angst machen, und geh zum Anwalt, wo Du das "alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht" beantragst, weil Du einen neuen Job angeboten bekommen hast (ich bin mir absolut sicher, dass Du es deswegen zugesprochen bekommst, denn Du willst für Deine Kinder sorgen).


Btw. kannst Du Deinem Nochmann mal sagen, dass Du den neuen Job, wenn er sich querstellt, eben nicht annimmst.
Dann kann er nämlich auch noch ungeminderten Ehegatten-Unterhalt für Dich bezahlen, ganz unabhängig vom Unterhalt für die Kinder.
Wenn Deine Kinder noch klein sind, ist es nämlich rechtlich gesehen unzumutbar, einer Teilzeit-Tätigkeit nachzugehen (mindestens die ersten 3 Lebensjahre des Kindes).



LG

sw

Beitrag von lieber-so 28.11.10 - 11:43 Uhr

vielen dank :)

Nein, ich bin weder Vorbestraft, noch sonstiges, schlage auch meine Kinder nicht...niemals, hab ne tadellose Schufa usw... im gegensatz zu ihm...aber anderes Thema...

unsere Kinder sind 4, und 2 Monate.

naja ich denk das es für ihn erstmal ein schock war wie ich gesagt hab das ich mich trenne... vorallem wir haben es jetzt über 1 jahr weiter versucht, nach seiner Affäre... aber ich kanns einfach nicht mehr...

na bin ja gespannt was der Anwalt morgen spricht...

also nochmal Danke an alle, die mir geantwortet haben.

Beitrag von hedda.gabler 28.11.10 - 11:48 Uhr

Vorsichtig:

schnee-weisschen erzählt juristische Märchen ...

Beitrag von hedda.gabler 28.11.10 - 12:19 Uhr



Wie sicher ist die angebotene Arbeitsstelle?
Ist die Kinderbetreuung 400 km weit weg gesichert?
Wohnung etc schon vorhanden/in Aussicht?
Gibt es keinen Job in der näheren Umgebung, um den Kindsvater den Umgang weiterhin unkompliziert zu ermöglichen.

Das wird Dich alles auch ein Richter fragen ... so einfach und schnell bekommt man heutzutage kein alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht, wie es die Märchenfigur Dir weismachen will.

Beitrag von hedda.gabler 28.11.10 - 11:43 Uhr

Hallo.

>>> Du müsstest auch keine Fahrkosten bezahlen oder Dich daran beteiligen. Wie er es finanziert, seine Kinder zu sehen, ist sein Problem. <<<

Das stimmt einfach nicht ... wenn sie die Entfernung herbeigeführt hat und leistungsfähig ist, kann sie sehr wohl herangezogen werden, sich an den Umgangskosten zu beteiligen ...

... die Zeiten, in denen derjenige mit Umgang alleine in der Hol- und Bringschuld war, sind vorbei!

Gruß von der Hedda.

Beitrag von schnee-weisschen 28.11.10 - 12:13 Uhr

Nicht, wenn sie das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat ;-)
Und die Entfernung führt sie nicht herbei, weil sie die Luft woanders besser findet, sondern weil sie arbeiten will.

Was Du sagst, stimmt nicht.

Beitrag von hedda.gabler 28.11.10 - 12:15 Uhr

>>> Und die Entfernung führt sie nicht herbei, weil sie die Luft woanders besser findet, sondern weil sie arbeiten will. <<<

Dennoch führt sie sie herbei ... die Gründe dafür, um sie an den Kosten des Umgangs zu beteiligen, sind völlig unerheblich, zumal sie durch einen Job leistungsfähig wäre.

Und das Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommt man auch nicht einfach so ...

Beitrag von schnee-weisschen 28.11.10 - 12:44 Uhr

Ich hab`s und zwar "einfach so".
Und wenn er nen guten Job hat (er ist selbständig), wird sie sich finanziell an gar nicht beteiligen müssen.

Beitrag von hedda.gabler 28.11.10 - 12:54 Uhr

>>> Ich hab`s und zwar "einfach so". <<<

Und das macht Dich jetzt zur Rechtsexpertin?

>>> Und wenn er nen guten Job hat (er ist selbständig), wird sie sich finanziell an gar nicht beteiligen müssen. <<<

Quelle bitte dazu, Frau Juristin.

Beitrag von hedda.gabler 28.11.10 - 11:47 Uhr

Und nochmals:

>>> Wenn Deine Kinder noch klein sind, ist es nämlich rechtlich gesehen unzumutbar, einer Teilzeit-Tätigkeit nachzugehen (mindestens die ersten 3 Lebensjahre des Kindes). <<<

Wenn die Kinder unter 3 Jahre alt sind, muss man gar keine Job annehmen und darf die Kinder selbst betreuen ... und wenn die Kinder über 3 sind, ist es einer Alleinerziehenden nicht per se zuzumuten, eine Vollzeitstelle anzunehmen (damit wurde bei der neuen Unterhaltsregelung für Ehefrauen, im Zuge der Gleichstellung mit unehelichen Müttern, das Hintertürchen wieder für Unterhalt über 3 Jahre hinaus aufgemacht).

Du glänzt auch gerne mit Halbwissen, nicht wahr?! Bzw. gar keinem Wissen, da Du ganz klar zwei juristische Fehlinformationen rausgibst!

Beitrag von schnee-weisschen 29.11.10 - 07:55 Uhr

Och, weisst Du, ich muss irgendwelchen frustrierten "Partnerschafts-Abhängern", die gerne gute Ratschläge geben, weil es bei ihnen selbst beschissen läuft, keine Quellenangaben o.ä. präsentieren.
Das wäre so, als würde ich dem Müllmann etwas von der Quantentheorie erzählen.

Ich habe geschrieben, dass man ihr innerhalb der ersten 3 Lebensjahre der Kinder nicht einmal zumuten kann, halbtag arbeiten zu gehen.
Klopf Dir selbst auf die Schulter, dass Du genau diese Aussage in bester Korinthenkacker-Manier dann noch einmal zum Besten gegeben hast.

Ich tippe auf ein Prob mit den Wechseljahren, auf chronische Unzufriedenheit bezüglich des Aussehens, der finanziellen Situation, oder der GZSZ-Ehe.
Dass Du mich dumm von der Seite anquatschst, obwohl ich Dich nicht einmal persönlich abgesprochen habe, spricht zudem für schlechtes Benehmen.


Schönen Tag noch.

Beitrag von hedda.gabler 29.11.10 - 11:14 Uhr

Ui, da fühlt sich aber jemand auf den Schlips getreten, weil er mit seinem Halbwissen nicht durchgekommen ist ... tja, blenden klappt nicht immer.