Verlust meiner Mama

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von schokokeks1990 28.11.10 - 11:52 Uhr

Hallo zusammen!

möchte mir einfach ein paar Dinge von der Seele schreiben die mich seit längerem belasten.

Meine Mutter ist im Juni diesen Jahres an Krebs verstorben und bis heute habe ich das noch nicht wirklich realisiert, sie war mein Fels in der Brandung der Mensch der immer alles getan hat damit es mir und meinem Sohn gut geht. Meine Mutter und ich hatten zu ihren Lebzeiten ein sehr schlechtes Verhältnis, sie war psychisch krank! Aber genau diese Tatsache belastet mich jetzt nach ihrem tod so wahnsinnig, Ich habe solche Schuldgefühle.
Ich hätte für Sie da sein müssen und ihr eine Stütze sein müssen. Aber das Gegenteil hab ich getan, ich hab ihr immer neuen Kummer bereitet, so wie Sie mir. In der kindischen Überzeugung gleiches mit gleichem vergelten zu müssen.
Heute fast 6 Monate nach ihrem Tod vermisse ich sie mehr denn je, genau wie mein kleiner der seine Oma sehr vermisst.
Ich trudel so durch mein Leben ohne ein wirklich klares Ziel zu haben, Sie fehlt einfach an allen Ecken und Enden, auch wenn einiges nun leichter ist.
Ich weiß nicht mehr wie ich mit diesen Gefühlen umgehen soll, ich habe soviel verloren dieses Jahr. Meine Mutter, denn Mann den ich heiraten wollte, mein Lachen und die Lust etwas zu erreichen. Ich will die Zeit zurück drehen und sovieles einfach so anders machen.
Zum Beispiel wäre ich sogern bei ihr gewesen als sie starb, aber keiner hat mich angerufen oder mir bescheid gesagt, ich habe einfach einen Anruf bekommen: Ihre Mutter ist tot.
Auch dieses Gefühl kann ich nicht beschreiben.

Wie lerne ich wieder glücklich zu werden und loszulassen von all dem Schmerz?

keks

Beitrag von gwenni77 28.11.10 - 16:13 Uhr

Hallo.

Ich würde dir den Tip geben, dass du an deine Mutter einen Brief schreibst. In diesem schreibst du deine ganzen Gefühle, Sorgen, Gedanken, Entschuldigungen etc. rein.

Wenn du ihn fertig hast, lies ihn nochmal durch (vielleicht muss noch was dazu oder gestrichen werden), dann geh zu einem Platz, dem deiner Mutter gut gefallen hat oder denk an diesen Ort. Dann vergrab diesen Brief mit liebevollen Gedanken an deine Mutter, damit Mutter Erde sich deinem Brief annehmen kann.
Wenn du nur an den Ort denken kannst, weil du nicht hinkommst, dann verbrenn den Brief, damit der Rauch ins Universum geht, um dort zu arbeiten und zu heilen.

Und bzgl. deinem verlorenen Lachen und Lebensfreude: Immer ein Schritt nach dem anderen. Mit kleinen Dingen anfangen, die komisch sind (etwas, dass dein Sohn grad gemacht hat, was im Fernsehen etc).
Nur nach und nach wieder zurück ins Leben.

LG
#liebdrueck

Beitrag von pepelope 29.11.10 - 06:20 Uhr

Mir ist es auch so gegangen, als meine Mutter gestorben
ist, aber inzwischen bin ich überzeugt, auch wenn ich sie nicht gedrückt und umarmt habe: Sie wusste, wie lieb ich sie hatte. Wir ärgern uns doch selbst auch über unsere Kids, ohne daran zu zweifeln, dass sie uns gern haben, oder? Mach Dir nicht so viele Sorgen, sie sieht Dir von da oben zu und sie möchte bestimmt kein
unglückliches Kind sehen. Alles Liebe wuenscht Dir Petra

Beitrag von beeeby 29.11.10 - 12:22 Uhr

hallo Keks,

ich kann dich so gut verstehen. Meine Mama ist im März 3 Jahre tot und ich habe ihren Tod bis heute nicht verarbeitet. Ich habe mich nie richtig damit auseinandergesetzt. Wir hatten immer ein super Verhältnis zueinander und gleichzeitig mit der Diagnose Krebs im Mai 2007 kam ich mit meinem jetzigen Mann zusammen. Ich brauchte diese Stütze und meine Mama sah ihn als Mann der ihr ihre kleine Tochter wegnimmt. Für mich war es ein Spießrutenlauf. Meine Mama und mein Mann kamen nie miteinander klar. Kurz vor ihrem Tod hat sie ihm im Sterbebett gezeigt das sie ihn mag und froh ist das ich ihn habe und nicht alleine bin. Nach ihrem Tod ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich habe immer die starke gespielt und nie über meine Gefühle und Ängste geredet. Das war ein Fehler, denn das hat mich kaputt gemacht. Einen kleinen Einbruch hatte ich dieses Jahr im Juni als wir geheiratet haben und meine Mana war nicht da. Richtig zusammengebrochen bin ich vor 5 Wochen bei der Geburt unseres Sohnes. Ich hatte das kleine Würmchen auf dem Arm und habe nur geweint weil meine Mama das alles nicht mehr mitbekommt und fand alles ganz unfair.
Nach der Geburt habe ich ganz viel mit meinem Mann über den Tod meiner Mutter geredet. Tagelang und nächtelang. Das hat mir geholfen es zu verarbeiten. Jetzt sage ich das mein Sohn den besten Schutzengel hat den man sich vorstellen kann. Auch er wird seine Oma kennenlernen, wenn auch nur durch Erzählungen und Fotos. Ich glaube fest daran das mit dem Moment des Todes keine unausgesprochenen Dinge mehr gibt und alles verziehen und vergessen ist.
Unsere Mama´s wachen über uns und lieben uns, egal was irgendwann einmal passiert ist. Irgendwann sehen wir sie wieder und lachen dann mit ihnen darüber.
Ich gebe dir einen Tip. Reden, reden, reden......!
Jeden Tag geht die Sone auf!!!
Alles Liebe
Beeeby