16 jähriger und drogen?

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von seluna 28.11.10 - 13:19 Uhr

Hallo,
es geht um eine Bekannte.
sie rief mich gestern an, ihr sohn ist 16 vom Typ her sehr verschlossen, aber auch sehr hilfsbereit.
Ein gern gesehener Jugendlicher, der sich gerade seinen Platz in einer vernünftigen Ausbildung erkämpft hat.
Sogar ein halbes Jahr Praktikum dafür machte und im Betrieb sehr, sehr gerne gesehen ist.

Nun hat dieser Junge scheinbar nicht die besten Freunde, da meine Bekannte den ganzen tag arbeitet hat sie nicht immer ein Auge auf ihn und er ist da sehr verschlossen.

Leider ist das familiäre Umfeld nicht das stabilste.
Der vater ist schwer erkrankt und dadurch alkoholabhängig geworden, er kommt mit seinem Zustand nicht klar und lässt seinen Frust an allen aus.
Sagt jetzt bitte nicht, meine bekannte soll ihn rauswerfen, glaubt mir ..es geht nicht. Es geht wirklich nicht, aber das möchte ich hier nicht weiter erläutern, denn das würde den Rahmen sprengen.

auf jeden Fall, wurde der Junge im Mai beim "Gras" rauchen erwischt und Mama musste ihn von der Polizei abholen.
Der Junge brach danach scheinbar den Kontakt zu den beteiligten jungs ab, zumindest ruft er sich nicht mehr an, trifft sie scheinbar nicht mehr und sie kommen auch nicht mehr vorbei.
Die Namen fallen auch nicht mehr.

Nun sprach neulich eine Nachbarin meine Bekannte an, das sich der Junge in keiner guten Gesellschaft befindet, sie würde ihn öfters sehen (wenn sie mit dem Hund gassi geht) und möchte meine Bekannte im Grunde warnen.

Gestern bekam meine Bekannte nun mit, wie der Junge nach Hause kam und versuchte heimlich nach oben zu schleichen, bei sich sein Rucksack, den er umklammert hielt.
Er bekam nicht mal mit das er beobachtet wurde, sie ging dann hinterher..ihr kam das merkwürdig vor.
Er war ungewöhnlich aggresiv, hochgradig genervt und sie fragte direkt ob er etwas genommen habe.... Er meinte nur "Wenn du meinst"!

Sie rief mich dann verzweifelt an, ich habe das damals mit dem Gras rauchen mitbekommen und mit ihr den Jungen abgeholt von der Polizei.
sie mag da auch nicht mit jedem drüber reden und fragte mich, was sie machen soll.
Ehrlich gesagt... ich weiss es nicht!
Ich weiss auch nicht ob sie zu schwarz sieht, sie hat aber 2 tage vor dem erwischen mit dem Gras rauchen bereits einen ähnlichen Verdacht geäußert und hatte recht.
Zufall?
Damals meinte er, er hätte das nur ausprobiert.
Bestand sogar auf die Drobenberatung die ihm aufgedrückt wurde.

Ich mag mir einerseits nicht vorstellen das er sich auf so etwas einlässt, im Prinzip ist er sehr vernünftig und weit denkend,er hat für seine Lehrstelle gekämpft, hat dort viel Anerkennung und arbeitet dort gerne.
Andererseits ist er in der Pubertät, hat er ein kaputtes Familienhaus.

Einen Urintest würde er nie zustimmen und das würde das Vertrauen nur weiter ruinieren, aber das ganze so lassen?
Was soll sie tun???

Ich kenne die Familie übrigens seit 16 Jahren, habe damals immer auf den jungen aufgepasst.









Beitrag von marsupilami2010 28.11.10 - 22:34 Uhr

Also ich finde, dass Vorwürfe und Kontrolle da gar nichts bringen. Ich würde ihn fragen WARUM er kifft. Es ist vom Gefährdungspotenzial nämlich ein großer Unterschied, ob er es ab und zu mal aus Spaß macht oder ob er es zur Emotionsregulation (sprich: Problemflucht, Bekämpfung von innerer Leere, Trauer etc.) nutzt. Sollte ersteres der Fall sein, würde ich mir nicht zu viele Gedanken machen, wenn er weiterhin aktiv bleibt und seine Ausbildung vernünftig macht etc. Cannabis ist wesentlich ungefährlicher als Alkohol (http://www.sueddeutsche.de/wissen/drogen-studie-alkohol-gefaehrlicher-als-heroin-und-crack-1.1018201), wird nur deutlich mehr verteufelt. Sie würde wahrscheinlich nicht so panisch sein, wenn er betrunken aufgegriffen worden wäre, obwohl es eigentlich keinen großen Unterschied macht. Problematisch wird es allerdings, wenn er es zur Problemflucht - was bei der häuslichen Situation schon sein kann - nutz. Da ist es schließlich komplett egal, ob er nun kifft oder trinkt. Ein Suchpotenzial ist auf jeden Fall gegeben und darüber sollte die Mutter mit ihm in Ruhe reden und versuchen Lösungen für seine Probleme zu finden.

Beitrag von ippilala 28.11.10 - 23:33 Uhr

Nunja sein Vater ist alkoholabhängig, das heißt, dass dort jemand ist, der ihm vorlebt, wie man mit Drogen Probleme unterdrücken kann.
Falls er also aus diesem Grund Gras konsumiert muss sie mit ihm reden. Da er offenbar auch aggresiv wird und Furst ablässt, wie sein Vater, wäre das wohl ein gutes Negativbeispiel für ihn.

Wenn er einfach nur so kifft, dann lasst ihn. Und ich würde seine berufliche Zukunft nicht in Verbindung mit seinem Graskonsum stellen. Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun.

Vielleicht war das auch einfach nur ein blöder Zufall und er hatte auch nichts genommen.

Beitrag von buzzi2 02.12.10 - 10:03 Uhr

Hallo,

also ich muss sagen, dass meine mittlere Tochter ebenfalls im Alter von ca. 15 bis ungefair 16 1/2 gekifft hat. Auch sie hatte "schlechte" Freunde, die alle zusammen ziemlich viel Scheiße gebaut haben. Die haben sich gegenseitig nicht gutgetan.

Ich habe dann mit ihr gesprochen. Ihr erklärt, dass es manchmal Menschen gibt, die von Kiffen Psychosen bekommen haben. Oder ihr auch die Frage gestellt, was sie denn tun würde, wenn in ihrer Clique plötzlich härtere Sachen konsumiert würden. Was wäre, wenn ihr einer z.B. Crack anbieten würde, oder diese neue Modedroge Crystal?! Ich habe mit ihr also zum ersten ganz klar und offen über die Gefahren gesprochen (und den Alkohol dabei nicht ausgelassen oder verniedlicht) und zum zweiten habe ich mit ihr über ihre Probleme gesprochen. Dabei habe ich immer betont, dass es darum gehe, dass sie mir ein Rundumgeständnis ablegt, sondern darum, dass sie sich das selbst vor Augen führt.

Ich denke, dass Kontrolle oder auch Standpauken etc. gar nichts bringen, solange der Junge nicht schon härteres konsumiert bzw. solange er gespächsbereit ist. Sollte sich jedoch herausstellen, dass er schon weiter ist, also auch härtere Drogen zu sich nimmt, ist es sehr wichtig, dass deine Bekannte sich Hilfe sucht. Bei der Drogenberatung gibt es auch die Möglichkeit für Angehörige.

Aber ich denke, solange er regelmäßig zur Arbeit geht und mit seiner Mutter spricht (und dabei auch einigermaßen ehrlich ist), besteht nicht wirklich so krasser Handlungsbedarf, wie ihn in die Drogenberatung zu schicken oder ihn zu kontrollieren.

Ach übrigens, ich habe meiner Tochter damals nicht verboten mit ihrer Clique zusammen zu sein. Mir war wichtiger, dass ich weiß, mit wem sie so zusammen ist. Denn ich bin sicher, dass sie sich trotz Verbot noch mit den Leute getroffen hätte und das dann heimlich. Sie hat irgendwann den Kontakt von ganz alleine abgebrochen und heute sagt sie manchmal über ihre ehemalige Clique "die Drogenopfer" (ist nicht besonders nett, aber es zeigt, dass sie damit abgeschlossen hat). Übrigens ist sie heute 18 und wesentlich entspannter.

LG und alles Gute für den Jungen und seine Mutter
#winke Tina

Beitrag von buzzi2 02.12.10 - 10:05 Uhr

>>"Dabei habe ich immer betont, dass es darum gehe, dass sie mir ein Rundumgeständnis ablegt, sondern darum, dass sie sich das selbst vor Augen führt."<<

Öhm, ich füge mal ein -nicht- ein in der ersten Zeile.....