Wassergeburt unserer Emily :-)

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von hopsdrops 28.11.10 - 18:55 Uhr

21.11.2010 – Ein ganz normaler Tag – dachte ich. Mein Mann und ich saßen grade gemütlich auf der Couch, sahen fern und aßen Raclette. Während Tom Cruise mal wieder in einer seiner Paraderollen aufging, stieg in mir ein sehr merkwürdiges Gefühl hoch.
Also bin ich mal vorsichtshalber aufs Klo. Alles normal. Nach dem Wasser lassen lief es weiter. Ich wurde nervös und schnappte mir einen Testhandschuh. Dunkel! Aus dem Bad schrie ich meinem Mann entgegen „Schatz, mach den Fernseher aus!“. Nach einer Reihe irritierter Gegenfragen, begriff auch er, was Sache war.
Ich legte mich aufs Bett, während mein Schatz die noch fehlenden Sachen sortierte. Nachdem er minutenlang versuchte, mich und meine Hobbitfüße in meine Turnschuhe zu zwängen, ging es dann also in Birkenstocks ins KH.
Dort angekommen ging ich erneut auf Toilette. Erst kam gar nichts und ich dachte schon, ich hätte die Pferde umsonst scheu gemacht. Doch dann kam wieder ein Schwall. Jetzt war ich ganz sicher – meine Fruchtblase war definitiv geplatzt. Mit dieser Erkenntnis stieg auch die Angst in mir auf.
Eine Hebamme kam in den Kreißsaal. Wie in einer typischen Vollmondnacht waren alle normalen Untersuchungsräume belegt und so konnte ich mich direkt schon einmal umsehen. Status um 17.30 Uhr: Gmh: komplett erhalten; Mumu: fingerdurchlässig; Wehen: NULL! Mit der Diagnose durften wir dann bis 20 Uhr spazieren gehen. Dann kamen wir wieder.
Es wurde wieder CTG geschrieben. Das kleine Herzchen pocherte eifrig, doch von Wehen keine Spur. Mumu war da bei 3 cm. Also bezog ich erst mal das Zimmer.
Mein Mann hatte den Laptop mitgenommen und so sahen wir Kaya Yanar und machten es uns so gemütlich wie möglich. Um 11 wollte mein Mann langsam gehen. Ab halb 11 hatte ich jedoch Rückenschmerzen – aushaltbar, aber sie waren da. Also bat ich meinen Mann, mich in den Kreißsaal zu bringen. Dort angekommen geriet ich schon schwer ins Pusten und musste mich auf einem Bett abstützen. Die Hebamme schickte mich mit einem Lächeln zurück in den Kreißsaal.
Status um 23.15 Uhr: Gmh: immer noch komplett erhalten; Mumu bei 6 cm, Wehen: nicht aufzuzeichnen, aber doch schon gut spürbar. Die Hebamme freute sich, dass der Mumu sich nun doch so schnell öffnete.
Nun lag ich also auf dem Kreißbett und atmete wie Darth Vader vor mich hin. Innerhalb kürzester Zeit wurden meine Wehen richtig schmerzhaft. Das CTG hingegen zeichnete mal wieder nichts auf.
Es muss gegen Mitternacht gewesen sein, als die Hebamme mich erneut untersuchte. Gmh: nach wie vor komplett erhalten; Mumu: OFFEN! Wehen: verdammt schmerzhaft. Die Hebamme verpasste mir ein paar Nadeln und ich hoffte auf Schmerzlinderung. Das einzige, was passierte war, dass die Nadeln mich beim Veratmen störten, da ich meine Hand nicht normal bewegen konnte. Also mussten die Nadeln wieder weg.
Die Hebamme bot mir an, mich in die Wanne zu legen. Das war immer meine Wunschvorstellung, ich wollte so gerne in der Wanne entbinden, traute mich aber nun bei den Schmerzen nicht mehr wirklich. Dennoch willigte ich ein – PDA und Schmerzmittel: Ade!
In der Wanne roch es angenehm nach einem Duftöl und die Wehen wurden zwar intensiver, aber kürzer. Ich atmete wie eine Irre und mein Mann reichte mir einen nassen Lappen nach dem anderen für meine Stirn. Auch, wenn ich ihn nicht sehen konnte, war ich doch so froh, dass er hinter mir saß und bei mir war. Er sprach kein Wort.
Kurz nachdem ich in die Wanne ging verließ die Hebamme kurz den Raum. Ich wurde panisch. „Schatz, ich muss pressen, das kann doch noch nicht sein, ich muss pressen, hol sie zurück, hol sie bitte zurück“ schrie ich.
Die Hebamme untersuchte mich kurz und gab ihr O.k. Nach wie vor war der Gmh erhalten, was sich auch nicht mehr ändern sollte und so hatte ich das zweifelhafte Vergnügen meine Tochter durch eine Öffnung wie ein Gartenschlauch zu pressen.
Die nächsten Stunden verbrachte ich in einem Delirium. Ich atmete, presste, schrie. All die Pläne, die Geburt souverän und geräuscharm hinter mich zu bringen, gehörten der Vergangenheit an. Ich schrie mir die Seele aus dem Leib. Jeder Gedanke an blutiges Wasser, unerwünschte Ausscheidungen, all der Mist, mit dem ich mich neun Monate wahnsinnig gemacht hatte, war wie weggeblasen.
Meine Wehen waren zu kurz und so presste ich meine Tochter zwar nach vorne, jedoch konnte sie nicht durchtreten. In der Wanne hat ich die Möglichkeit, mich auf die Seite zu drehen und so fand ich eine Position in der ich die nötige Kraft aufbringen konnte.
Um 3.39 Uhr ertönte wieder ein Schrei. Dieses Mal kam er von meiner kleinen Tochter, die nach all den Strapazen und Anstrengungen endlich den Weg nach draußen gefunden hatte.
Sie wurde mir auf den Bauch gelegt – blau angelaufen und glitschig. Das hatte ich nie haben wollen, doch in dem Moment, als sich dieser kleine Brustkorb auf und ab bewegte, war ich der glücklichste Mensch der Welt.
Emily Sarah kam mit einem stolzen Geburtsbericht von 4.260 g und einer Größe von 53 cm auf die Welt. Ihr Kopfumfang betrug 37 cm.
Auch, wenn es die größten Schmerzen meines Lebens waren, war es das beeindruckenste Erlebnis, was ich mir niemals hätte erträumen lassen. Ich bin froh, sie entgegen zahlreicher Ratschläge spontan geboren zu haben, bin dankbar für die super Betreuung einer prima Hebamme und freue mich jeden Tag mehr über unseren kleinen Sonnenschein.

Beitrag von mamapapaund2kids 28.11.10 - 20:43 Uhr

herzlichen glückwunsch

und 37 cm KU aua
du arme

aber du hast es geschafft


alles liebe

dreifach mama jasmin

Beitrag von miomeinmio 28.11.10 - 22:52 Uhr

Ach wie schön #verliebt ich will nun auch!
Alles Gute für euch #klee