Weinen beim Stillen?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von hella10 28.11.10 - 21:28 Uhr

Hallo,
nachdem mein Kleiner sich nun seit einer Weile mit Bauchschmerzen und Blähungen plagen muss, haben wir nun ein weiteres Problem, das ich nicht ganz einordnen kann:
Er meldet sich ganz normal, wenn er Hunger bekommt und trinkt auch erst wie immer. Ruhig und zufrieden (ohne Verschlucken oder so). Aber nach wenigen Minuten wird er plötzlich ganz verzweifelt und beginnt zu weinen. Er hört dann auf zu trinken und scheint richtig wütend zu werden. Möchte aber weiterhin an die Brust. Also lege ich ihn wieder an, aber er weint sofort wieder tierisch los (ohne überhaupt gesaugt zu haben) und schlägt wild um sich. Signalisiert aber weiterhin Hunger und freut sich, wenn er die Brust sieht. Nimmt sie dann in den Mund und wird wieder verzweifelt. So haben wir heute den ganzen Tag verbracht. Zwischendurch hat er das wenige, was er getrunken hat, auch noch wieder ausgespuckt.
Kann mir jemand einen Ratschlag geben? Was missfällt ihm denn plötzlich so?
Viele Grüße, Hella

Beitrag von culturette 28.11.10 - 22:09 Uhr

Hallo,

wie alt ist dein Kind?
Es gibt ungefähr alle vier Wochen einen Wachstumsschub der sich auch mal mit Stillproblemen ausdrücken kann, die sich wie du sie beschreibst äußern.
Zumeist gegen Abend.
Das dauert 3 - 4 Tage und dann ist es wieder vorbei.

Ich hatte es selbst auch einige male genauso erlebt:
Nach dem Anlegen wurde eine Minute getrunken, dann geweint bitterlich, dann wieder versucht zu trinken, dann wurde geschlagen, dann geschrien, dann weitergetrunken, dann gezappelt. Es war megaanstrengend. Sie hat auch nicht viel getrunken bei der Stillmahlzeit. Das ganze fand allabendlich statt. Als sie später im Halbschlaf Milch verlangte, verlief alles ohne Probleme. Tagsüber war es relativ normal. Am nächsten Tag abends das selbe. Nachts ging es wieder. Abends darauf wurde wieder geschrieen und das volle Programm. Am 4. Tag war alles wieder ok.

Anhand deiner Beschreibung hört es sich nach einem Schub an. Falls so, bitte nicht verwechseln mit "es bekommt zu wenig Milch" und dann bessert es sich auch von allein wieder. Das Alter würde einen klareren Hinweis liefern. ;-)


lg

Beitrag von steffi0413 28.11.10 - 22:35 Uhr

Hallo Hella,

wie alt ist dein Kleiner?

Verwendet ihr Flasche, Schnuller?

Wann fängt er an zu schreien? Als der Milchspendereflex einsetzt oder schon vorher?

Schreit er auch vor dem Stillen?

Spürst Du den Milchspendereflex? Hörst Du dass er schluckt?

Wie oft trinkt er in 24 Stunden?

Wie schaut sein Stuhl aus?

LG
Steffi

Beitrag von hella10 29.11.10 - 00:34 Uhr

Danke für Eure Antworten.
Ich bin es aus dem Schwangerschaftsforum noch so gewohnt, dass das Alter aus dem Profil ersichtlich ist. Ihr könnt ja gar nicht hellsehen #klatsch. Also, der Kleine ist sieben Wochen alt.
Ich spüre das Einsetzen des Milchspendereflexes nicht, ich habe vor dem Stillen bloß immer ein starkes Ziehen. Aber ich höre ihn zu Beginn laut und deutlich in regelmäßigem Tempo schlucken. Und dann geht plötzlich gar nichts mehr.#kratz

Beitrag von steffi0413 29.11.10 - 12:31 Uhr

Hallo Hella,

das komische Ziehen ist ja der Milchspendereflex, oder wenn die Milch aus der anderen Brust ausläuft, oder wenn Du ihn deutlich schlucken hörst. :-)

Kann nicht sein, dass Dein Milchspendereflex zu stark ist und er nicht mittrinken kann? (auch wenn er sich beim Trinken nicht verschluckt oder hustet)

Wie schaut sein Stuhl aus? Cremig und gelb oder eher wasserdünn und evt. grün?

Wenn ihr Flasche und/oder oft Schnuller verwendet, würde ich die Möglichkeit einer Saugverwirrung nicht ausschliessen.

Was passiert - wenn er beim Trinken anfängt zu weinen - wenn Du C-Griff (drück (Daumen oben, andere Finger unten) deine Brust hinten dem Bruswarzenhof - als ob ein Gumiball wäre - zusammen und halte ein bisschen so. Stark, aber weh tun darf es nicht. Das stimuliert den Milchfluss) versuchst oder die Brust wechselst?

Wenn er mit Bauchschmerzen und Blähungen kämpft, lässt er sich an der Brust auch nicht beruhigen?

LG
Steffi

Beitrag von hella10 29.11.10 - 13:14 Uhr

Hallo Steffi,
also dann liegt es nicht am Milchspendereflex. Ich habe mal auf die Uhr geschaut, es sind immer so drei Minuten, die er in Ruhe trinkt. Danach geht nichts mehr. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass die im Magen ankommende Milch ihm so Schwierigkeiten bereitet. Diese Bauchschmerzen und Blähungen werden irgendwie durch das Trinken ausgelöst. Es ist auch deutlich zu hören (es plätschert regelrecht in seinem Bauch) und auch zu riechen (die Blähungen riechen fies). Er lässt sich dabei nicht an der Brust beruhigen, im Gegenteil. Ein Wechsel der Seite geht nicht, da probiert er es erst gar nicht mehr, sonder schlägt sofort um sich. Er signalisiert aber trotzdem weiter Hunger und lächelt nach kurzer Zeit die Brust wieder an.
Eine Flasche hat er noch nie bekommen, einen Schnuller vor Wochen mal, den wollte er gar nicht.
Danke un lG,
Hella

Beitrag von steffi0413 01.12.10 - 21:26 Uhr

Hallo Hella,

ich versuche meine Gedanken zu sammeln, irgendwie wird mir das Bild nicht genug klar...:-(

Also Saugverwirrung, Milchspendereflex ausbleibt haben wir ausgeschlossen. Wenn C-Griff und Brustwechsel nicht hilft, dann kann die "Milch fliesst gerade nicht genug schnell" auch nicht die Ursache sein.

Wenn der Grund ein zu starker Milchspendereflex wäre, dann würde er - wahrscheinlich - gleich anfangen zu weinen, wenn der Reflex einsetzt und nicht erst nach 3 Minuten.

Du kannst versuchen ihm Deinen Finger zum Nuckeln zu geben und nach 1-2 Minuten wieder versuchen anzulegen.
Es kommt nicht bes. oft vor, dass ein Baby in diesem Alter nur so kurz trinkt (das kommt erst später, mit ca. 3-4 Monaten), aber die Babys sind manchmal nicht einfach zu entziffern. Es kann sein, dass es nur eine Phase ist.
Das ist eigentlich nicht schlimm wenn er nur 3 Minuten lang (dann aber aktiv) trinkt, er möchte dann wahrscheinlich in Kürze wieder an die Brust. Wenn er nach Bedarf stillen kann, darf es auch kein Problem sein.

Das möchtest Du nicht verraten, wie sein Stuhl ausschaut. Mir ist noch im Zusammenhang mit Blähungen und Bauchschmerzen eingefallen dass er vielleicht zu viel Vordermilch bekommt.

Häufiger, evt. grüner, wasserdünner Stuhl mit Blähungen und/oder Bauhweh deutet bei Stillkindern oft darauf, dass die zu viel milchzuckerreiche Vordermilch und weniger fette hintere Milch trinken. Das kann vorkommen wenn Du zu viel Milch hast, auf Vorrat nach dem Stillen abpumpst, zu schnell Brust wechselst, zu starken Milchspendereflex hast, Milchspendereflex ausbleibt, Baby trinkt mit falscher Technik usw....

LG
Steffi

Beitrag von neroli83 29.11.10 - 16:47 Uhr

Hallo!

Wenn ich das so les, muss ich gleich an die Brustschimpfphase denken: http://www.stillclub.org/brustschimpfphase.htm
Das ist auch eine Art Schub und ist bald vorbei.

Liebe Grüße,

Neroli

Beitrag von hella10 29.11.10 - 19:42 Uhr

Super, ich glaube, das ist es! Danke!

Beitrag von gigamama 05.12.10 - 00:06 Uhr

Hallo, ist ganz einfach. Habe selbst 4 Kinder, bei allen das gleiche. Sie haben Hunger, aber beim Stillen fängt der Darm an sich zu bewegen. Also tut es weh... und meistens warend die nur so voll gepumpt, dass sie erst aufstoßen mussten und dann wieder anlegen. Also keine Panik. Und wenn es der Wachstumsschub ist, dann einfach Geduld , geht bald vorbei. Lg