Trennung... Leidensweg der Kinder!?

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von zerrissenzerrissen 28.11.10 - 21:36 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich war mit meinem Mann seit 14 Jahren zusammen, wir haben 2 Kinder, 10 Jahre und 4 Jahre. Noch leben wir zusammen im gemeinsamen Haus, sind aber schon seit Monaten getrennt, schlafen in unterschiedlichen Zimmern etc. Wir verstehen uns sehr gut, wie Freunde eben. Anfangs dachten wir das wir wegen der Kinder einfach in dieser Konstellation zusammen leben, aber ich habe mittlerweile einen Freund und mein Mann hat wohl auch eine Frau kennengelernt. Deshalb wollen wir jetzt das Haus verkaufen und jeder nimmt sich eine eigene Wohnung. Wir haben uns wegen Unterhalt und allem geeinigt.
Wir haben das auch in der Familie kommuniziert, und jetzt reden alle auf uns ein. Meine und seine Eltern meinen das wir wegen der Kinder aneinander festhalten sollen, denn die Kinder würden sehr leiden. Uns wurde gesagt, das Trennungskinder psychische Erkrankungen bekommen können und ihre Kinderseelen gebrochen würden... Natürlich wollen wir das nicht!!! Aber ich kann eben auch so nicht weiterleben, mit einen Mann den ich nicht mehr liebe.
Ich habe Angst vor dem was kommt, zumal ich nächstes Jahr ca. 200km weiter weg ziehe. Ich sehe das nicht als sooooo große Entfernung, um die Kinder an den WE und in den Ferien zu ihrem Papa zu bringen, aber ich bin extrem verunsichert.
Wir lieben BEIDE unsere Kinder und möchten das es ihnen gut geht.
Wie ist es bei Euren Kindern nach der Trennung gewesen?
Habt Ihr ein paar Tipps und Erfahrungen für mich?
Wäre Euch wirklich sehr sehr dankbar!!!!

Beitrag von bob-andrews 28.11.10 - 21:52 Uhr

Eine Trennung bringt Kinder bestimmt nicht um, wenn man sich entsprechend verhält (Streit vermeiden etc.). Aber 200 km weit weg ziehen finde ich persönlich nicht gut. Ich hab genau die gleiche Distanz zurückzulegen, um meinen Kleinen abzuholen. Das geht mittlerweile nur noch alle drei Wochen, kostet viel Geld und ist zeitaufwändig. Meinem Kleinen und mir ist auf diese Art viel Zeit miteinander genommen worden.

Beitrag von anja676 28.11.10 - 22:16 Uhr

Hallo,

solange sich die Eltern auch nach einer Trennung verstehen und an einem Strang ziehen, was Erziehung und Umgang angeht, können Kinder von einer Trennung durchaus profitieren. Kinder bekommen schon sehr früh mit, wenn etwas in der Beziehung der Eltern nicht stimmt. In dem Moment macht es mehr Sinn, wenn sie klare Regelungen haben und sehen, dass auch nach einer Trennung beide Elternteile gleichermaßen da sind.

Nach meiner Trennung sprach mich der Kindergarten an, dass meine Tochter richtig aufblüht. Sie hatte damals von den Eheproblemen mehr mitbekommen, als wir geahnt hatten. Damals war sie übrigens 4. Inzwischen ist sie 11 und profitiert auch davon "zwei Welten" zu erleben. Ihr Vater hat andere Interessen, als ich sie habe und somit kann sie regelmäßig Neues kennenlernen. Wichtig war mir, dass der Vater in alles, was unsere Tochter angeht, miteinbezogen wird. Sei es, dass sie super klasse in der Schule ist oder auch wenn es Negative, Zickerein oder sonstiges gibt. Von einer "gebrochenen Kinderseele" kann in unserem Fall nicht im Entferntesten die Rede sein.

Ich denke generell (und erst recht solange auf Elternebene alles klappt) dass es für Kinder sinnvoller ist, wenn die Eltern getrennt sind als dass sie eine nicht funktionierende Beziehung (er-)leben.

LG Anja

Beitrag von parzifal 02.12.10 - 15:59 Uhr

Du würdest die Kinder immer zum Papa bringen? Das ist selten.