Wie würdet ihr damit umgehen???

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Beitrag von jessipoe 28.11.10 - 21:44 Uhr

Hallo ihr Lieben!! #winke

Das ist wirklich ein blödes "Problem" was ich habe. Ich hoffe ihr lacht nicht und haltet mich nicht für dumm oder so. Aber das ist wirklich eine Sache die mich selber ohne Ende belastet.

Also:
Ich hab als kleines Kind sehr gut und gerne wo anders geschlafen. Dann, als ich ca.3 Jahre alt war, sagte mein Vater zu mir (er hatte mich zur Oma gebracht zum Übernachten): "Ooohhhh... wenn du jetzt bei Oma schläfst bin ich ganz traurig weil ich dann alleine bin!!"

Ich weiß es nicht mehr das er das gesagt hat. Aber es ist trotzdem in meinem Kopf geblieben. Meine Oma schimpft jetzt noch mit meinem Vater, wie er das nur sagen konnte.
Ich war nie auf Klassenfahrten, hab nirgendwo mehr geschlafen. Und wenn, hab ich schon Wochen vorher geheult.
Ich dachte immer Mama und Papa sind dann doch traurig.

Es ist jetzt noch eine richtige Belastung für mich. Ich will es jedem recht machen damit ich ihn ja nicht traurig mache.
Mir tun immer alle total leid wenn etwas nicht klappt oder so.

Ich dachte das vergeht mit dem Alter. Aber jetzt mit 25 ist das Gefühl immer noch da.
Ich konnte nocht nicht einmal unseren Kleinen zum Schlafen weg geben weil ich dachte, dann ist ER traurig.
Das ist total bescheuert.

Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen?

Freu mich auf eure Antworten!!

LG
Jessi

Beitrag von drusilia 28.11.10 - 21:52 Uhr

Ich würde zu einem Psychologen oder Psychiater gehen und mir da helfen lassen. Wenn das so ist wie beschrieben dann können nur die dir helfen.

Beitrag von leopoldina1971 28.11.10 - 22:04 Uhr

<<....sagte mein Vater zu mir (er hatte mich zur Oma gebracht zum Übernachten): "Ooohhhh... wenn du jetzt bei Oma schläfst bin ich ganz traurig weil ich dann alleine bin!!"...>>

<<....Ich konnte nocht nicht einmal unseren Kleinen zum Schlafen weg geben weil ich dachte, dann ist ER traurig...>>




Ich sehe da keinen Zusammenhang. DU hast doch zu deinem Kleinen nicht SO ETWAS gesagt, oder?
Warum sollte er traurig sein?


LG

Beitrag von john76 29.11.10 - 02:26 Uhr

Ich kenne es als typisches 'Scheidungskind-Syndrom' - also Mutter sagt: 'Ich bin immer so traurig und allein, wenn du bei Papa bist..' ..
Ein absolut fataler Satz, denn ein Kind liebt Mutter UND Vater und das ist auch gut so..
Ab dann hat ein Kind ständig ein schlechtes Gewissen.. egal, bei wem es ist..

Dein Vater wollte dir kein schlechtes Gewissen machen, er wollte dir damit nur sagen: 'Ich hab dich so lieb, dass ich dich nicht gern 'loslasse'..' ..
Wir Männer drücken oft ganz normale Gedanken ganz fatal aus....... :-)

Dein Vater hat das gesagt, weil er DICH LIEBT und er wollte dir das SO zeigen/ sagen..
Er war nicht 'traurig' ;-)
Vielleicht hat er es auch mal genossen, einen Abend 'frei' zu haben und wollte dir einfach nicht zeigen, dass er sich auf den Abend allein einfach FREUT..
Dann wärst du enttäuscht gewesen.... Dann hätte es ausgesehen, als wenn er dich GERN losgewesen ist...

In der Vater-Rolle ist man schnell ein wenig tolpatschig, ich gebs zu ..

Versuch es, dir so zu verinnerlichen..

Ich weiss, es ist Jahre zu spät, dass es dir jemand erklärt, wie es bestimmt wirklich gemeint war..

Aber schränke dein Kind nicht ein.. Es braucht Abstand und Freiheit.. Genau wie du und dein Vater damals.. Es tut gut, mal ohne Eltern/ ohne Kind zu sein - und das ist BEIDSEITIG..

Wenns mit den Gedanken nicht klappt, dann rate auch ich dir zu einer Therapie.. Keine Angst, es ist echt nicht schlimm, eine solche Beratung in Anspruch zu nehmen..

Beitrag von madmat 29.11.10 - 07:48 Uhr

#pro

Beitrag von gunillina 29.11.10 - 06:21 Uhr

Also.
Entweder versuchst du, dich quasi selbst zu therapieren, indem du immer wieder solche Situationen herbeiführst. Und dann genau das tust, von dem du meinst, dass es die anderen traurig machen wird. IM Normalfall macht es die anderen nun gar nicht traurig und dein Gefühl wird langsam abschwächen.
SO die Theorie.
Also, gib deinen Sohn zur Oma, mit einem fröhlichen Gesicht bringst du ihn und so holst du ihn auch wieder ab.
Sonst projizierst du nämlich deine Ängste auf ihn und das ist gar nicht gut.

Wenn du das allein nicht schaffst, hole dir Hilfe. Und wenn es dein Mann ist, den du einweihst in die Sache und der dich dann unterstützt und dir zeigt, wann deine Befürchtungen vollkommen aus der Luft gegriffen sind.
Wenn es besonders schlimm ist, dein Problem, es also hartnäckig bleibt, dann würde ich dir eine Therapie empfehlen, aber versuch es ruhig zunächst selbst. Du weisst ja bereits, was das Problem ist.

Kannst du ausserdem deinem Papa noch mal ordentlich "in den Hintern treten" für den dummen Satz, den er damals in den Raum geworfen hat?:-) Das könnte dir auch gut tun...

Eines noch, so zum Nachdenken: Es ist vollkommen normal, andere Menschen mit dem eigenen Verhalten auch mal zu verletzen bzw. traurig zu machen. Auch das muss man aushalten können. Also, als Täter UND als Opfer sozusagen. Du kannst verletzen und du kannst verletzt werden.
Und damit muss Mensch umgehen können. Denke ich.

Alles Liebe dir!
G