Menschen die Biografien lesen / Verfilmungen sehen sind pervers?

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Beitrag von holy_cow 29.11.10 - 05:49 Uhr

Hola,

es gab da letztens so eine Diskussion und da wurde in den Raum geworfen, dass Menschen die Biografien lesen, die nun mal leider Schicksale sind oder Lebensgeschichten, "pervers" sind. Ebenso wenn solche verfilmt werden, ist das pervers wenn man sich das ansieht?

Ich lese sehr gerne Biografien und sehe auch mit Interesse Dokus.
Um ein paar Nette zu nennen; Coco Chanel, Edith Piaf, Die Manns, Heinrich Mann, Senta Berger.
Nun zu den unschoenen und harten Biografien oder Lebensgeschichten:
Da waere ganz oben auf meiner Liste - Anne Franks Tagebuch, Schindlers Liste, Mogadischu, 11/9, Amalie Earhart, Ingrid Betancourt, Kampusch -> ( nicht gelesen ) , usw.... ( lese zur Zeit "Meines Vaters Land;Geschichte einer deutschen Familie" )
Viele wurden verfilmt oder auch als Dokumention gezeigt.
Als der Anschlag in New York geschah, war es hier frueh morgens. Eine Freundin rief mich an, ich solle sofort CNN einschalten. Es waere was furchtbares geschehen.
Ich sah, life wie der zweite Flieger in das Gebaeude einschlug. Ich haette auch den TV einfach ausschalten koennen. Ich war so entsetzt wie Mil. andere Menschen und habe nicht weggeschaut. Die Bilder haben mich lange verfolgt. Bin ich deswegen senationsgeil oder pervers?
Ich persoenlich wuerde mich nicht als pervers bezeichnen. Aber vielleicht bin ich das!
Da gibt es im Deutschen TV Aktenzeichen XYZ....ich erinnere mich gut, meine Eltern wollten nicht das ich es anschaute. Als ich dann gross genug war, schaute ich es mir gerade deswegen an. Ich fand es schrecklich, weil es mir Angst machte. Zu real, das Boese zu greifbar.

Bitte um eure Meinungen, Empfindungen....

Saludos!

P.S. Durch den Zeitunterschied kann ich erst spaeter antworten.

Beitrag von criseldis2006 29.11.10 - 07:53 Uhr

Hallo,

ich finde nicht, dass man pervers ist, wenn man Biographien liest oder entsprechende Filme anschaut.

Ich schaue mir u.a. diese Dokus nicht aus Sensationsgeilheit an, sondern weil ich aufrichtig mitfühle mit den Menschen und ich auch lange darüber nachdenke. Dabei ist es auch egal, um was es geht.

Egal ob es sich

um den 11. September in New York
um Amokläufer
um Kindermörder oder
um verschwundene Menschen

geht.

Es gab hier in meiner Nähe einen Fall, der beschäftigt mich bis heute, und zwar ist im Juni 2008 Tanja Gräff in Trier nach einer Studentenparty spurlos verschwunden. Als ich das hörte und ihr Bild sah, fühlte ich mich irgendwie verbunden mit ihr, obwohl ich das Mädchen noch nie gesehen habe und auch nicht kenne. Auch heute fühle ich diese Verbundenheit noch, wenn ich ein Plakat von ihr sehe. Ich fühle aus tiefsten Herzen mit den Eltern. Und das ist nicht sensationsgeil.

LG Heike

Beitrag von holy_cow 29.11.10 - 08:19 Uhr

Hola,

man kann es auch mitfuehlen nennen, Mitleid empfinden.
Empathie!
http://de.wikipedia.org/wiki/Empathie

Saludos

Beitrag von fernande 29.11.10 - 08:35 Uhr

Langsam reicht es!

Ich habe nicht gesagt, dass Menschen die Biographien lesen pervers sind, bzw. habe ich das mehr als einmal klargestellt, dass ich das nicht so sehe.

Ich habe gesagt, dass ich das Lesen von Skandalbüchern a la Kampusch pervers finde und habe ganz deutlich gemacht, dass ich Biographien im Stil von den Manns oder historisch relevante Zeitzeugnisse a la Tagebuch der Anne Frank ganz anders bewerte.


Es ist einfach eine Frechheit dass hier immer und immer wieder zu schreiben.

Der erste Schritt wäre ja wohl, dass Du erstmal lernst was "pervers" heisst, bevor Du Dich hier über den begriff aufregst. da scheinen ja doch einige Lücken zu sein.

Das Beispiel Aktenzeichen XY ist ganz gut gewählt:

Ich denke, wie jeder andere darf ich hier meine Meinung dazu sagen.
Zum Beispiel hat in meinen Elternhaus niemand Aktenzeichen XY gesehen, weil meine Eltern der Meinung waren, dass diese Sendung dazu diente die Sensationslust des Publikums zu bedienen.

Grüße
f

Beitrag von holy_cow 29.11.10 - 09:11 Uhr

Oh....
nene, das hast du ganz falsch verstanden.

Nirgendwo steht das oder wurde von mir geschrieben, dass du behauptest, dass Menschen die Biografien lesen pervers sind und nirgendwo habe ich das Wort pervers irgendwo definiert oder mich gar darueber aufgeregt.
Mir war nicht bewusst, dass die Biografie der Frau Kampusch ein Skandalbuch ist und daher von dir als pervers eingestuft wird, wenn man es liest. Eines als solches und ueberhauot....oder?

Sorry, Biografien sind fuer mich Lebensgeschichten.
Wann und wie wird denn eine Biografie zum Skandal?

Aha, Aktenzeichen ist eine Sendung um die Sensationslust der Menschen zu bedienen.
Ich war immer der Meinung das diese Sendung helfen soll, Straftaten aufzudecken und Menschen zu warnen.
Meine verstorbenden Eltern haben sich dann wohl der Sensationslust hingegeben wie ca 5 Millionen andere Menschen seit mehr als 40 Jahren.
Das entsetzt mich zutiefst!
Das meine Eltern sensationsgierig waren ist mir bis heute nicht aufgegangen, bis du mich darauf hingewiesen hast. Danke dir fuer diese sachliche Feststellung. Zum Glueck habe ich kein suedlaendisches Temprament und sehe auch nur deine guten Absichten, die mit Sicherheit nicht darauf zielten, mein Elternhaus unbekannterweise du verunglimpfen.

Wie schoen das es so nette Mitmenschen wie dich gibt die immer bemueht sind, richtungsweisend die Menschen aufzuruetteln!




Beitrag von fernande 29.11.10 - 11:41 Uhr

"Mir war nicht bewusst, dass die Biografie der Frau Kampusch ein Skandalbuch ist und daher von dir als pervers eingestuft wird, wenn man es liest."

Ja , offensichtlich ist dir das nicht bewusst, und wird Dir anscheinend nicht bewusst, sonst müsste ich mir hier ja nicht den Mund fusselig reden. Aber endlich, endlich scheinst Du es langsam zu begriffen:" ...wenn man es liest!"

Super, wird ja langsam!


Frau Kampusch hat dieses Buch geschrieben, weil sie massiv von der Öffentlichkeit unter Druck gesetzt wurde die ganze Geschichte aufzuschreiben. Ich denke, sie hat einfach das Bestreben nach Ruhe gehabt und hat den Leuten gegeben, was sie wollten. Pervers ist es, dass Menschen so einen druck ausüben. Aus welchen Grund auch immer. was geht es sie an. Und doch meinen Menschen, dass sie sich erklären muss.

Ja, das ist pervers. Es ist pervers sich dieses Buch nun durchzulesen, in der Hoffnung schreckliche Details zu erfahren.

Nenn mir bitte die Gründe, warum die Masse der Leser dieses Buch wollte. Information?
Lachhaft!
Mitgefühl?
Muss ich erst all die schlimmen Details wissen um Mitgefühl zu erhalten? Einfach die Tatsache, dass die arme Frau jahrelang entführt war löst bei mir Mitgefühl aus. Da brauche ich sicher nicht die Bild oder ein Buch für.

Muss ein Vergewaltigungsopfer erst die Tat in allen Einzelheiten beschreiben, damit Du mitfühlen kannst?



Außerdem wäre es ganz gut, wenn Du Autobiographie von einer Biographie unterscheidest.


Ich sage hier nichts anderes als meine Meinung und zum Thema Aktenzeichen XY muss ich sagen, dass ich halt so erzogen wurde, dass diese Sendung Schund ist.

Ich denke, wenn diese Sendung wirklich in erster Linie konzipiert wurde um Menschen zu warnen, dann ist die Bild-Zeitung auch nur deshalb existenz, weil sie einen hohen journalsistischen Anspruch hat und objektiv informieren will.

Entschuldige, aber wenn man die Meinung anderer sooo dermaßen persönlich nimmt, dass man schon sein Elternhaus durch die schlichte Schilderung einer anderen Kindheit angegriffen fühlt, dann hat man nicht das nötige Rückgrad sich einer Diskussion zu stellen.

Es ist mittlerweile absolut lächerlich, wie Du hier immer wieder darauf rumreitest, dass ich sage, dass irgendwer hier pervers sein soll, da wohl wirklich jedem mittlerweile klar ist, dass ich NUR da Lesen solcher Bücher pervers finde.

Klar ist aber wohl mittlerweile auch, dass Du die Bedeutung des Wortes pervers nicht begreifst.

Ich verstehe einfach nicht, wie man sich so dermaßen aus dem Fenster lehnen kann, wenn man das Thema um das es geht überhaupt nicht kapiert!

Beitrag von king.with.deckchair 29.11.10 - 08:50 Uhr

Du nervst so langsam.

Beitrag von holy_cow 29.11.10 - 09:17 Uhr

Warum liest dann mit?

Beitrag von holy_cow 29.11.10 - 09:18 Uhr

Es zwingt dich niemand mit zu lesen oder gar zu antworten.

Beitrag von jessi273 29.11.10 - 12:24 Uhr

vielleicht sollte man mal weniger zeit bei urbia abhängen, dann nervt so etwas auch nicht;-)

denn dann bekommt man wirre diskussionen garnicht mit und kann ganz unbefangen antwort geben, auf eine ganz normale frage...

*lg*

Beitrag von daisy80 29.11.10 - 10:40 Uhr

Ist das jetzt auf die Aussage hier zurückzuführen? Oder wie oder was?

Männe liest auch viele Biografien, insbesondere über Personen, die mit dem 2. Weltkrieg zu tun hatten, eben weil es ihn interessiert (kommt als Geschichts- und Jurastudent schonmal vor ;-) ).

Ich steh nicht so drauf, aber ich hab mir dern die Verfilmung von Margarete Steiffs Leben angeschaut. Das war ein wirklich schöner Film.
Und die WDR-Reihe "Dynastien in NRW" (oder so ähnlich...) ist für eingefleischte Lokalpatrioten wie mich auch sehr interessant.

Aber pervers finde ich das nicht.
Ich finde, es ist eher ein sich-informieren über geschichtliche Zusammenhänge, zeitabhängige Geschehnisse, "erlebte Geschichte" eben.
Und das ist wesentlich greifbarer als ein Geschichtsbuch oder manchmal doch recht sterile Nachrichten.

Beitrag von fernande 29.11.10 - 11:44 Uhr

Ich möchte hier noch einmal klarstellen, dass ich Biographien im Sinne einer Margarethe Steiff Biographie oder über historische Persönlichkeiten nicht als pervers bezeichnet habe.

Nur das Lesen von Büchern al la Natascha Kampusch etc.

Ich möchte nicht, dass sie jemand angegriffen fühlt, weil die TE nicht lesen kann.

Beitrag von daisy80 29.11.10 - 13:43 Uhr

Mir war der Zusammenhang nicht wirklich klar, deswegen hab ich nochmal gefragt.
Ich fühl mich nicht so schnell angegriffen, keine Bange ;-)

Bei Natascha Kampusch interessiert mich, wie sie das alles so lange schaffen konnte und wie sie das Geschehene verarbeitet. Die Geschichte ist ja schon irgendwie... besonders.
Aber ihr Buch habe ich nicht gelesen. Wobei mich schon irgendwie interessieren würde, wie man darüber gleich ein ganzes Buch schreiben kann und womit man das füllt.

Beitrag von dornpunzel 29.11.10 - 11:27 Uhr

Biographien werden geschrieben, weil es Menschen gibt, die den Drang haben, andere an ihrem Leben und/oder ihren Schicksalen teilhaben zu lassen. Ich sehe nichts Perverses daran, wenn man solche Bücher liest. Denn dafür wurden sie geschrieben. Der oder die Autoren wollen, dass ihre Machwerke gelesen werden.

Pervers ist, ungefragt durchs Schlüsselloch zu gucken.