Tod der Schwiemutter-wie solls weiter gehn

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von eissternlein1 29.11.10 - 10:02 Uhr

Hallo!
Meine Schwiegermutter ist ganz un erwartet gestorben.. keiner hätte das jetzt gedacht ! War noch recht fit.

Wie aus heiterem Himmel..

Nun gehts meinem Mann natürlich sehr schlecht..

ich weiß auch nicht so recht wie ich ihn aufheitern soll..
lässt auch nicht so richtig an sich ran..


wie soll´s jetzt weiter gehen..

man kann doch jetzt nicht so weiter machen wie bisher.. oder?

normale einkäufe, weihnachtssachen (geschenke, deko)vorbereiten, etc?


Erstmal alles 2 wochen ruhen lassen?
ich weiß es nicht..

und trösten mach ich schon.. ist ja klar.. nur weiß ich auch nicht so recht jetzt damit umzugehen...
jeder ist in seiner trauer ja anders...

er will jetzt nicht ständig getröstet werden..

(wurde noch nicht beerdigt..dauert auch noch etwas)



jetzt steinigt mich nicht für die frage.. nur ich hab mich noch nie so richtig mit dem thema tod auseinander gesetzt.. und weiß jetzt gar nicht, wie das jetzt sein soll...


LG

Beitrag von mamakind 29.11.10 - 11:42 Uhr

Hallo,

meine Schwiegermutter ist im Frühjahr auch recht unerwartet verstorben. Wir hatten am Vortag noch telefoniert und es ging ihr super.

Mein Mann fiel auch erst mal in ein Loch. Allerdings habe ich leider vor 8 Jahren das gleiche mit meinem Schwiegervater erleben müssen und gewußt, wie er da reagierte. Daher habe ich ihn einfach ganz fest in den Arm genommen und gesagt, dass ich immer für ihn da bin und ihm jederzeit zuhöre. Das tat ihm gut.

Naja, bei uns ging dann der Alltag schon wieder "normal" weiter - schon alleine wegen der Kinder, Arbeit,... Ich habe ihm versucht, soviel wie möglich abzunehmen, aber genau diese Alltagsdinge haben ihm doch auch geholfen. Er kann auch nicht so aus sich raus oder mal heulen und schluckt lieber alles runter. Dadurch war er abgelenkt.

Du kennst deinen Mann am besten und weißt, ob er über seine Gefühle reden kann oder nicht. Versuch für ihn da zu sein. Manchmal tut eine Stück Normalität auch gut oder gibt Sicherheit und Halt.

LG Simone

Beitrag von scrapie 29.11.10 - 12:34 Uhr

Meine Schwiegermutter ist auch sehr plötzlich gestorben (an einer Überdosis Drogen - war vorher auf Methadon und hat sich wahrscheinlich die alte Dosis gespritzt, die der Körper nicht mehr gewohnt war)...

mein Mann ist erstmal in ein tiefes Loch gefallen. Unser Sohn war noch sehr klein (hat also nichts mitbekommen) und ich habe ihn für 2 Tage zu meinen Eltern gegeben.

Es hat lange gedauert, bis mein Mann damit klar kam. Trotzdem ging unser Leben nach ca 1 Woche einigermaßen wieder normal weiter.

Wir hatten noch viele Schwierigkeiten, z.b. wurde meine Schwiemu einfach beerdigt ohne uns Bescheid zu sagen etc...

mein Mann wollte sich auch nicht trösten lassen. Aber ich habe ihm immer gezeigt, dass ich da bin und ihm so gut es geht alle Lasten abgenommen.

Tut mir leid für euch, dass es jetzt kurz vor Weihnachten passiert :-(

Wie ihr das jetzt machen wollt, das müsst ihr für euch entscheiden. Aber ich glaube nicht, dass es im Sinne des Verstorbenen ist, dass die Kinder ihr Leben "einstellen".... ich denke, ihr solltet trotzdem oder erst recht Weihnachten feiern.

Lg

Beitrag von frauke131 29.11.10 - 12:49 Uhr

Mein Schwiegervater starb damals 2 Wochen vor Weihnachten, zwar nicht unerwartet (er hatte Krebs), aber trotzdem war mein Mann sehr traurig.

Für die Kinder sollte es trotzdem ein schönes Weihnachten mit allem drum und dran geben, das wird auch Deinem Mann helfen. Es gibt kein Rezept, wie man zu trauern hat. Dein Mann wird Dir schon sagen, wie es weitergeht!

Beitrag von teddybriefmarken 30.11.10 - 13:39 Uhr

Hallo!

Also ich kann mich in die Situation deines Mannes sehr gut rein versetzten, denn mein Vater ist am 17. Okt ganz überraschend gestorben.

Ich selber bin auch kein Mensch der viel getröstet werden will bzw. auch nicht muß. Mir geht mein Vater sehr ab und ich denke jeden Tag an ihn, aber das Leben muß weitergehen.

Ich hab einen Sohn mit 3,5 Jahren und bin mit dem zweiten Kind gerade Schwanger. Mein Vater hätte sich schon sehr auf sein 2 Enkelkind gefreut was ihm aber jetzt leider nicht mehr vergönnt war.

Ich schau aber auch das es zu Weihnachten ein Fest gibt schon alleine wegen dem Kleinen. Außerdem finde ich das wir durch die Vorbereitungen auch alle gut abgelenkt sind. Da meine Eltern bei uns im Haus gewohnt bzw. meine Mutter eh noch bei uns wohnt ist es auch nicht schlecht für sie den dadurch wird sie auch etwas abgelenkt.

Weihnachtseinkäufe hab ich auch schon fast alle erledigt, daduch kam ich auf andere gedanken bzw. die alltäglichen Einkäufe muß man sowieso machen auch wenn sie einem am Anfang nicht leicht fallen.

Ich pers. muß sagen das ich mich vor dem 24 Dez. aber schon ein wenig fürchte da mein Vater da auch noch Geb. gehabt hätte. Da aber ein kleines Kind im Haus ist muß man Weihnachten feiern und Geschenke verbacken und vorher Keckse backen und alles machen was halt zu Weihnachten gehört. Denn man macht das dann ja schon mal fürs Kind und ich finde das hilft einem dann auch wieder, wenn man die kleinen Augen leuchten sieht unter dem Baum. Zumind. hoffe ich das mal sehr.

Der Verlust eines lieben Menschen ist halt nie leicht und um diese Jahreszeit ist es halt noch besonders schwer. Außerdem geht jeder Mensch anders damit um. Mir kommen immer noch die Tränen wenn mein Kleiner nach seinen Opa fragt und was wissen will über den Tod, aber es hilft mir auch wenn ich mit ihm darüber reden kann. Er baut einem dann auch mit seiner kindlichen Art auf, wenn er sieht das es Mama oder Oma mal nicht so gut geht. Aber die meiste Zeit geht es eh, denn es muß ja gehen und vor allem weitergehen.

Daher versuche ich unser Leben so weit wie möglich so weiterzuführen wie es vorher war und wie ich es auch gemacht hätte wenn er noch bei uns wäre.

So ich hoffe du kannst wenigsten einiges von dem vielen bla bla gebrauchen was ich jetzt geschrieben habe bzw. ich hoffe das es etwas verständlich war was ich damit sagen wollte.

Man muß einfach mit der neuen Situation umgehen lernen und dabei kann einem Keiner so recht dabei helfen.

Lg.