der komplizierte Umgangstag....Zwischeninfo sozusagen ^^

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von aquene 29.11.10 - 12:36 Uhr

Hallo ihr Lieben,

Ich hatte hier schon zweimal geschrieben wegen meinem Ex.....es ist eine, für mich unerträgliche Situation, und langsam aber sicher gehts jetzt hoffe ich in die richtige Richtung.

Da ich hier im RL nicht so viele Leute habe, mit denen ich darüber wirklich offen reden kann, muss ich hier ab und zu mal schreiben.
Es tut mir immer wieder gut auch mal ein paar Meinungen, Tipps oder sonstige Dinge von anderen Leuten hier zu hören.

Ich fasse mal ganz kurz zusammen:

Der KV kommt einmal pro Woche einen Tag um unseren Sohn zu besuchen. Er wohnt ca. 70km weit weg.
Der Umgang findet immer hier in meiner Wohnung statt,er will mich überall mit dabei haben, ich soll mich kümmern und mit Ideen kommen, was WIR zusammen machen könnten usw.

In der Beziehung gab es ziemlichen Psychoterror...ich hatte nach dem Auszug grosse Angst, auch dass er nicht mit dem Kind alleine zurecht kommt und austickt...hatte das JA um betreuten Umgang und Hilfe gebeten...aber keinen bekommen.

So gab es für mich nur die Möglichkeit dabei zu sein und nun sieht er es als selbstverständlich an und ruht sich drauf aus.

Ich hatte nun letzte Woche Donnerstag einen Termin bei einer sehr netten Dame von der Caritas, der ich Alles geschildert habe.
Sie meinte auch, die Situation sei unhaltbar, das müsse sich schnellstens ändern. Sie hat mir geraten mich noch an den Kinderschutzbund in der nächsten Stadt hier zu wenden, die bieten wohl auch betreuten Umgang an....ich werde da heute nachmittag anrufen und um einen Termin bitten....vielleicht habe ich da ja schon Glück. :-)

Dann meinte sie , ich müsste ihm eben auch einiges klar machen...ich sollte die Zeiten auf jeden Fall verkürzen. (er ist meist 10-12 Stunden hier)
Ich solle also nirgendwo hin mehr mitfahren, nicht mit ihm gemeinsam am Tisch essen, ihm in aller Deutlichkeit sagen dass es hier nur noch um das Kind geht...dass er diesen Umgangstag mit seinem Kind gestalten soll usw.

Und ganz ehrlich...ich hab Angst.
Es fühlt sich total eklig an, aber ich habe noch immer Angst vor ihm. Ich werde auf jeden Fall beim Kinderschutzbund auch nach einem begleiteten Gespräch fragen....aber ich habe mir fest vorgenommen, die ersten Kleinigkeiten schon alleine hinzukriegen.
z.b. eben standfest zu bleiben, ihm zu sagen dass ich nirgendwo mehr mithin gehe und dass das sein Tag mit seinem Sohn ist und sowas.

Ich kann seine Reaktion so gar nicht einschätzen....klar wird er nicht grad erfreut darüber sein.
Und es ist auch wieder ein echt dämlicher Zeitpunkt....am Freitag hat der Kleine Geburtstag...das Wochenende wird noch gefeiert....dann kommt er diese Woche in den Kindergarten...dann steht Weihnachten schon vor der Türe...aber bringt ja nix.

Bitte drückt mir doch ein bissel die Daumen dass das alles einigermaßen gut laufen wird.

Danke fürs "Zuhören"

LG

Beitrag von karna.dalilah 29.11.10 - 13:49 Uhr

Kannst du dir nicht eine Freundin oder Freund an diesem Tag einladen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sie/er dir gut bei der Durchsetzung deiner Beschlüsse zur Seite stehen kann und du durch die Anwesenheit auch ein bisschen Sicherheit vor deinem Ex fühlen kannst

Alles Gute
Karna

Beitrag von aquene 29.11.10 - 19:57 Uhr

Hallo,

hm...ehrlich gesagt wüsste ich jetzt Niemanden, den ich da einladen könnte.
Ich wohne hier zwar seit 1,5 Jahren...aber eine wirkliche Freundschaft konnte ich hier noch nicht aufbauen.
Aber ansich ist das eine gute Idee....vielleicht kommt mir ja doch noch Jemand in den Sinn, den ich fragen könnte.

LG

Beitrag von parzifal 29.11.10 - 16:45 Uhr

Sind denn die Ängste, dass er mit Eurem Kind nicht umgehen kann objektiv begründet?

Aus dem Beitrag ist das mangels Angaben nicht zu entnehmen?

Das Jugendamt lehnte betreuten Umgang ab? Weshalb?


Beitrag von aquene 29.11.10 - 19:54 Uhr

Huhu,

ich wollte es jetzt hier nicht mehr so arg ausführen, hatte ja schon zweimal nen Beitrag dazu verfasst....aber ich kann es dir ja hier nochmal zusammenfassen.
In der Beziehung gab es wohl so etwas wie Psychoterror.
Er ist ziemlich jähzornig und hatte so seine Aussetzer. Er hat sich dabei an Kleinigkeiten hochgezogen und mich dann übel beschimpft, Sachen durch die Gegend getreten....ob ich das Kind auf dem Arm hatte oder nicht war egal.
Er ist nicht körperlich gewalttätig geworden, ausser einmal Schubsen war so etwas nicht..aber mit Worten gab es Alles.
Zum Ende hin bekam ich insgesamt 3 mal eine Morddrohung...er meinte er würde mich unter die Erde bringen, wenn ich mit dem Kind ausziehen würde.

Ich hatte ein paar Trennungsversuche gemacht, es aber nie durchgezogen, weil ich grosse Angst hatte.

Danach ging ich auch gleich zum Jugendamt, schilderte meine Ängste und bat eben um den betreuten Umgang....mir wurde gesagt, den gäbe es nur, wenn akut Alkohol oder Drogen im Spiel sind, oder er dem Kind gegenüber gewalttätig gewesen wäre. Mich hätte er auch schlagen können, das hat mir die Dame sogar damals noch unter die Nase gerieben....solange er nicht das Kind selbst geschlagen hätte....wäre nix zu machen.

Also blieb mir in meiner Angst um den Kleinen nichts anderes übrig als selbst zu gucken.

bisher war er ziemlich regelmäßig da....aber er will wie gesagt nichts mit dem Kleinen alleine machen. Das geht jetzt seit 1,5 Jahren so, inzwischen ist er 3 Jahre alt.
Es fielen in letzter Zeit auch immer mal wieder so Sätze wie "deine anti-autoritäre Erziehung bringt nichts...." "Mein Vater hätte mich dafür früher blutig geschlagen..." und so ein Mist.
Der Kleine ist in der Trotzphase...völlig normal dass nicht alles glatt läuft...aber mein Ex kriegt das nicht hin...der fühlt sich von ihm persönlich beleidigt und sagt dann zum Kind die unmöglichsten Sachen.
"wenn du sowas machst, dann hab ich dich halt auch nicht mehr lieb, dann hau ich ganz ab und komme gar nicht mehr..." O.o
Bald wird er solche Sätze verstehen!

Es ist nicht wegen Kleinigkeiten....klar...der Vater hat in so einem Fall weniger Umgang mit dem Kind als die Mutter....lässt mehr durchgehen....der Fernseher läuft, es gibt Limo....aber das ist es nicht.
Sowas ist vielleicht nicht wunderbar, aber einmal die Woche tut das dem Kind nichts.
Ich habe wirklich Angst davor, dass er eine , in seinen Augen wirkungsvollere Erziehung anwendet, wenn er nicht mehr weiter kommt.

So, sorry, das war lang, aber vielleicht hast du jetzt etwas mehr Überblick.

LG

Beitrag von ronja74 29.11.10 - 20:21 Uhr

Hast Du Die Morddrohungen gegenüber offiziellen Stellen mal angesprochen?? Mein Rechtsempfinden sagt mir, man kann nicht verpflichtet werden, jemanden, der einem gegenüber Morddrohungen ausgesprochen hat, in die eigene Wohnung zu lassen, von daher müsste der Umgang woanders stattfinden. Was aber im Zweifelsfall zu beweisen wäre...

Ich habe mich mal zum Thema Umgang beraten lassen und mir wurde gesagt, der Umgang müsse nicht bei mir zu Hause stattfinden. Es gebe auch die Möglichkeit, diesen in einem Mütterzentrum o.ä. stattfinden zu lassen. Da das für mich nicht in Frage kam, habe ich da nicht weiter nachgefragt. Vielleicht informierst Du Dich mal darüber?

Auf jeden Fall brauchst Du dringend weiter Unterstützung, um stark genug zu sein, mit diesem Kindsvater umzugehen.

Alles Gute
Ronja

Beitrag von aquene 29.11.10 - 20:35 Uhr

Hallo Ronja,

ja, rein rechtlich gesehen müsste ich ihn nicht in meine Wohnung lassen, das weiss ich.
Mir wurde auch schon geraten ihm das Kind an der Haustüre zu übergeben, es zum ausgemachten Zeitpunkt wieder in Empfang zu nehmen und fertig....aber davor hab ich zu viel Angst, dass er es alleine nicht hinbekommt.

Der Kinderschutzbund hier hat wohl auch Räumlichkeiten, die für den Umgang genutzt werden können....und viele ehrenamtliche Mitarbeiter, die evtl. bereit wären den Umgang zu betreuen.
Ich hoffe sehr darauf dort Hilfe zu bekommen.

Naja, ansonsten wird halt immer gesagt, dann kann er ja mit dem Kind zu seinen Verwandten gehn oder zu Freunden.
Aber mit seiner Familie ist er zerstritten und Freunde sind, soweit ich weiss, keine da.
Meine Familie kann ihn natürlich genausowenig leiden wie ich, und da will auch keiner mehr was mit ihm zu tun haben.

morgen vormittag rufe ich dort mal an und bitte um einen Termin..heute war leider schon keiner mehr da.

LG

Beitrag von parzifal 30.11.10 - 13:42 Uhr

Danke für die ausführliche Antwort.

Beitrag von manavgat 30.11.10 - 15:40 Uhr

Gibt es bei Euch keinen Alleinerziehenden-Treff?

Gruß

Manavgat

Beitrag von aquene 30.11.10 - 17:33 Uhr

Huhu,

doch, in der Stadt hier in der Nähe gibt es einen.
Dort war ich auch am Anfang.
Allerdings wurde das irgendwie zu einer Problem-Wälz-Gruppe.
Erst dachte ich ohh...interessant, aber dann habe ich gemerkt, dass es mich mehr runterzieht als motiviert.
Daher bin ich dann nach einiger Zeit nicht mehr hin gegangen.

Ich bin schon froh dass ich nun die Dame von der Caritas habe...dort werde ich noch einige Termine haben und kann sie jederzeit anrufen wenn irgendetwas ist, oder ich Fragen habe.

LG

Beitrag von manavgat 30.11.10 - 17:40 Uhr

Sinnvoll wäre, sich mit einer anderen Alleinerziehenden zusammen zu tun, um sich gegenseitig zu unterstützen. Das muss man dann aber aktiv anschieben.

Gruß

Manavgat