Wie viel Wert legt Ihr auf "Vorschulbildung" im KiGa

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von alex1971 29.11.10 - 14:17 Uhr

Hallo #winke

Also ich weiß gar nicht wie ich meine Frage so richtig ausdrücken soll....ich war am Samstag auf einem "Müttertreff" der KiGa Gruppe in die mein Sohn ab Januar kommt.
Da hat es mich echt umgehauen, über WAS sich die Mütter da aufregen/beschweren etc.
Eine meinte sowas in der Richtung ihr Sohn hätte gesagt "Blume schreibt man mit P" und das wär ja falsch und ob es "normal" wäre dass er einige Buchstaben spiegelverkehrt schreibt.
Ich dachte dann einfach so für mich, dass der Kindergarten doch zum spielen und malen und toben da ist, klar sollen die kleinen Racker auch ein bisserl was lernen, aber zum schreiben lernen reicht es doch dann wenn sie in der Grundschule sind, oder?

Da wird in Kindergärten schon englisch gesprochen, damit die Kinder bessere Chancen haben....ach Mensch ich weiß nicht, das mag ja im spielerischen Umgang sinnvoll sein, aber ist denn das Leben um so vieles härter geworden, dass man Kindergartenkinder nicht einfach noch "Spielkinder" sein lassen kann?
Oder ist es so, dass man bei anderen Kindern sieht...."oh die können schon auf englisch bis 10 zählen, dann muss ich zusehen, dass mein Kind das auch kann, sonst bleibt es ja auf der Strecke!" ?

Wie seht Ihr das?

GLG
Alex

Beitrag von bunny2204 29.11.10 - 14:20 Uhr

Huhu,

mein Sohn geht in die 2te Klasse....wir haben also die Vorschule hinter uns und ich fand es absolut ausreichend. Er hat ein bisschen Silbenklatschen gelernt, konnte die Zahlen bis 10 und seinen Namen schreiben....er kannte auch shcon eingie Buchstaben, aber nicht aus dem Kiga.

Ich hab dann auch gehört, was die anderen teilweise gelernt habe - aber ganz ehrlich - egal was die Kinder konnten....Schule ist was ganz ganz anderes. Und die Leistungen aller Kinder sind von Anfang an ähnlich gewesen, egal welche Vorschule sie genossen haben.

LG BUNNY #hasi mit Maxi (7) Alex (3,5) Kathi (1,5)

Beitrag von alex1971 29.11.10 - 14:46 Uhr

Danke für Deine Antwort, ich denke nämlich auch, das Schule was anderes ist und auch etwas anderes sein sollte :-)

Beitrag von espirino 29.11.10 - 14:25 Uhr

Hallo,

also ich sehe das auch so wie du. Ich finde es wird sehr, sehr überbewertet, was die Kinder zum einen schon bis zum Schulstart können sollen und andersrum, nennt man dann 1./2. Klasse Schuleingangsphase und verteilt Sonne oder Regenwolken. Man sollte sich ernsthaft mal entscheiden. Ist das eine nun Kindergarten oder schon Vorschule und ist das andere eine blumige Variante von Schule, so nach dem Motto - ist doch alles halb so wild, aber wenns konkret wird, bleiben die Kinder doch sitzen.

Ich setz mich auch nicht jeden Tag mit den Jungs hin und übe Namen schreiben, sie gehen auch nicht in Englisch. Wir können noch nicht mal Schleifen binden. Ich hoffe nicht, daß wir dadurch durchs Schema "F" rauschen.

LG Jana

Beitrag von alex1971 29.11.10 - 14:32 Uhr

Schön, dass Du es soweit ähnlich siehst, aber gerade die Mutter die das Thema mit dem buchstabieren aufbrachte, schien einen ungeheuren Druck zu spüren, und wie in einem Schneeballsystem gab sie den Druck an eine Menge der anderen Mütter weiter,.......gut einige so wie ich schienen renitent zu sein, aber so im Hinterstübchen frage ich mich doch kurz, ob nicht vielleicht ICH falsch liege, deshalb ja auch mein Posting hier.

Ich hab gerade neulich meine KiGa Mappe gefungen und da haben wir auch spielerisch Zeichen nachgemalt oder Farben zugeordnet, sowas eben, aber nicht schon konkret geschrieben, ich finde echt, dass ist ein Step zu viel!

#winke

Beitrag von espirino 29.11.10 - 14:36 Uhr

Warum sich manche Mütter so unter Druck setzen und diesen an ihre Kinder weiter geben verstehe ich nicht. Hat das Kind ernsthaft Interesse daran, kein Thema. Dann würde ich das jetzt auch schon fördern.
Ich weiß zwar nicht mehr genau, wie das zu meiner KiGa-Zeit war, aber das KiGa und Schule so miteinander verschwimmen ist mir fremd.

Vielleicht liegen wir ja beide falsch.

Beitrag von celia791 29.11.10 - 14:59 Uhr

Hallo,

schau mal hier, dass hat gestern eine Mutter in Kids & Schule eingestellt. Der Link ist sehr interessant und spricht mir aus dem Herzen.

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=6&tid=2917510&pid=18453178

Ich habe mich heute noch mit einer Freundin über diesen ganzen Förder- und Hochbegabtenwahn unterhalten. So oft, wie man in der letzten Zeit von Postings über Hochbegabung hört und liest, müsste das mittlerweile jedes 2. Kind betreffen.
Ich denke einfach, dass ist wie ein Schneeball, der von einem zum anderen geworfen und irgendwann zur Lawine wird. Als meine Grosse Tochter (wird im Dez. 6) geboren wurde, gab es zum Thema Frühförderung tausende Bücher, Zeitungsartikel und Fernsehberichte. Schon im Mutterleib sollte man klassische Musik für die Vernetzung der Hirnzellen der Babys hören. Kaum auf der Welt natürlich Pekip für die Motorik, Babymassage für die bessere Vernetzung der Neuronenzellen und Babyschwimmen, damit die Kinder möglichst früh die Angst vor Wasser verlieren (natürlich mit dem Hinblick auf das Seepferdchen mit 3 Jahren) #augen
Dazu kommen dann noch die ganzen U-Untersuchungen, wo auch seitens vieler Kinderärzte der Trend entsteht überall Förderungen anzusetzen. Sobald ein Kind mal nicht der Norm nach spricht, läuft, isst, schläft, pupst (sorry), wird eine "Diagnose" gestellt und eine Förderung verschrieben. Hat zur Folge, dass die Mütter bzw. Väter schon im Windelalter ihrer Sprösslinge darüber nachdenken, ob das Kind evtl. nicht normal ist. Mittlerweile wird vor den U´s trainiert, damit das Kind auch ja die Norm erfüllt.
Kann man ja auch niemandem verdenken, keiner möchte ein Kind haben, was aus der Reihe fällt.
In der heutigen Gesellschaft wird uns suggeriert, dass man ohne Bildung nicht weiterkommt heutzutage. Man hat sofort das Bild des Arbeitslosen vor sich. Das möchte natürlich auch keiner. Also, desto höher die Bildung, denken sich viele, desto höher die Chancen auf eine gute Zukunft.

Ich halte von all dem Kram überhaupt gar nichts, aber selbst ich lasse mich auch immer wieder aufs Glatteis führen und denke doch darüber nach, ob das eine oder andere nicht doch besser wäre.
Wenn ich nach meinem Gefühl gehe, möchte ich zufriedene, tobende, spielende Kinder haben und keine herangezogenen Einsteins, die irgendwann einen psychischen Knacks haben, weil sie nur über Leistung beurteilt werden.

Ich denke "Back to the roots". Unsere Grosseltern, Eltern und auch wir sind nicht völlig verblödet und haben unseren Weg gefunden ohne Förderung. Oder nicht?

Lg Celia.

Beitrag von espirino 29.11.10 - 15:16 Uhr

#pro Dem ist nichts hinzu zufügen

Beitrag von alex1971 29.11.10 - 15:19 Uhr

Danke sowohl für Deinen Beitrag als auch für den Link, es ist grausam zu lesen, was wir (unsere Generation) den Kindern eigentlich antun.
Was hatten WIR doch für ein schönes Leben, und nur weil uns tagtäglich Ängste eingepflanzt werden verderben wir den Kindern die Kindheit nur weil wir sämtlichen Schaden von ihnen abwenden wollen, aber es ist ein verdammt schmaler Grat, denn wer will schon sein Kind ins offene Messer laufen lassen? Meine Mutter hat das sehr oft gemacht, und es fiel ihr sicher nicht leicht, aber es hat mich stark gemacht und hinterher war sie ja auch immer zum "Wundenlecken" da.
Ich hoffe, dass ich genauso stark sein kann wie sie und mein Kind weiterhin laufen lassen kann und mich dem Druck und den Ängsten nicht zum Sklaven zu machen......

Gruß
Alex

Beitrag von nakiki 29.11.10 - 20:21 Uhr

Hast du dich mit dem Thema Vorschule mal auseinander gesetzt?
Der Link geht doch total am Thema vorbei (auch wenn er interessant ist).
Vorschularbeit hat doch nichts mit Förderwahn und Medikament zu tun.

Gruß nakiki

Beitrag von celia791 30.11.10 - 11:52 Uhr

Hallo,

ja, mit der Vorschule bin ich vertraut, meine Tochter ist zur Zeit ein Vorschulkind. Da wir in der Familie und unter unseren Freunden sehr viele Grundschulpädagogen haben (4 Lehrer und 2 Grundschulrektoren), ist dieses Thema auch schon häufig besprochen worden.
Die Vorschule soll sich vorbereitend auf die Schule auswirken. Die Kinder lernen hier, dass man konzentriert an einem Thema in einer Gruppe arbeitet. Es geht darum, dass schonmal eine Regelmässigkeit geprobt wird, sprich in unserem Kindergarten haben sie die Zeit auf 8 Uhr morgens gesetzt, damit die Kinder sich schonmal an die "Schulzeit" gewöhnen.
Dann geht es darum mit den Kindern themenbezogene Projekte zu erarbeiten, bspw. Basteln, Geschichten lesen und darüber erzählen, Bilder malen, Konzentrationsübungen, Suchbilder bearbeiten, logisches Denken fördern, spielerisch mit Mengen umgehen (Perlen, Knöpfe etc. nach Mengen und Farben sortieren)
Aber es geht keineswegs darum, den Kindern vor der Schule Buchstaben, Lesen oder Rechnen beizubringen. Sollte es auch gar nicht, da sind sich alle Pädagogen bei uns einig, übrigens auch unser Kindergarten und unsere Schulärztin.
Meine Tochter hat durch ihre Freundin, die schon lesen kann, gelernt, wie man Buchstaben zu Worten zusammenzieht. Sie kann allerdings noch nicht alle Buchstaben, da wir sie in dem Punkt gar nicht fördern möchten.
Sie erzählte es bei der Schuluntersuchung ganz stolz und die Schulärztin sprach mich an, dass wir schauen sollten, dass sie nicht damit weitermacht, da es sonst in der 1. Klasse sehr langweilig für sie sein wird. Ihr ist es lieber, wenn die Kinder ein Hobby ausüben, welches ihnen Spass macht.
Der Thread-Schreiberin ging es glaube ich auch, so wie ich das verstanden habe, nicht um das Vorschulprogramm im Sinne der 5-6 jährigen, sondern um die allgemeine Förderung, die bei vielen schon im Kindergarten oder früher anfängt.
Bei uns ist es auch üblich, die Kinder schon mit 3 Jahren ins Früh-Englisch zu schicken, beim Schwimmen ist es Ziel, mit 4 Jahren das Seepferdchen zu erlangen, es "muss" ein Musikinstrument erlernt werden, ob das Kind Spass dran hat oder nicht. Die Kinder bekommen vor der Schule lesen, schreiben und rechnen von den Eltern beigebracht. Es wird jeden Nachmittag ein festes Programm durchlaufen.
Und ich glaube, dass das nicht nur hier so ist, ich habe viele Bekannte, die verteilt in Deutschland wohnen, die genau dasselbe berichten.
Dieser Überehrgeiz hilft den Kindern aber nicht weiter, deswegen werden sie auch nicht intelligenter. Intelligenz ist vorhanden oder nicht.
Man kann jedem Kind vor der Schule alles beibringen, in China wird das z.B. in den Kindergärten so gemacht. Aber deswegen ist es ja nicht besser als andere, in der Schule gleicht sich alles wieder an.
Eine Freundin von mir ist studierte Dolmetscherin und Sprachtherapeutin. Ihr Mann kommt aus Irland, so haben ihre Kinder die englische Sprache mit der Muttermilch aufgesaugt, aber selbst das hat ihnen eben nur in Englisch einen Vorteil geschaffen. Sie sagte mir, dass Kinder, die nur in Kursen Englisch lernen, gar keinen Vorteil haben. Sie können halt vor der Schule dann ein paar Brocken Englisch, müssen sich in der Schule aber dem System wieder anpassen. Es wird ja nicht zu Hause weitergesprochen.
Es ist auch wissenschaftlich bewiesen worden, dass die ganze Frühförderung im zweidimensionalen Bereich (also auf Papier, Brettspielen etc.) Kindern vor dem 6.-7. Lebensjahr gar nichts bringt, ausser Stress. Das kindliche Gehirn ist erst ab dem Schulalter in der Lage zweidimensionale Dinge zu speichern, davor lernt es nur über die dreidimensionale Ebene, sprich über Bewegung, Spielen mit anderen Kindern, sich selber im Raum zu erfahren, Fühlen.
Es gibt eine Studie, dass Kinder, die sich in der frühen Kindheit frei entfalten konnten, später in mathematischen Fächern und im räumlichen Denken besser sind, als Kinder, denen man vor der Schule schon ein schulisches Programm anbietet.
Und diesen "Hype" gibt es tatsächlich. Die Threadstellerin sagte es ja schon, warum sollte ein Kindergartenkind überhaupt wissen müssen, mit welchem Buchstaben ein bestimmtes Wort anfängt?
Das ist das Lernziel der ersten und zweiten Klasse. Und nicht die Aufgabe von Eltern, Kindergartenpersonal etc.
Eine Bekannte von mir hat in der ersten Klasse übrigens nicht das Lesen gelernt damals, die Eltern waren sehr besorgt. Der Klassenlehrer sah das aber ganz locker und meinte, wenn es bis Ende der 2. Klasse nicht funktioniert, dann sehen wir weiter. Und siehe da, sie konnte es kurz drauf und hat übrigens studiert.
Mir ist auch noch etwas aufgefallen, wir hatten vor kurzem die Einschulungsuntersuchung. Der Grossteil der Kinder, die dorthin gingen, haben vorher mit ihren Eltern schon alles geübt, die meisten können das ganze Alphabet, manche lesen, viele können schon rechnen etc. Genau die Eltern haben sich fürchterlich über die Schulärztin aufgeregt, es wäre alles viel zu schwer gewesen und die Ärztin wäre sehr unfreundlich und ruppig mit den Kindern umgegangen und hat vielen gesagt, dass ihre Kinder sich nicht an Regeln halten könnten und dass sie sich lieber um die zwischenmenschlichen Dinge und um das Sozialverhalten kümmern sollten, anstatt ihnen schon alles aus der Schule vorweg zu nehmen.
Das hat viele total entgeistert.
Zu meiner Tochter und mir war sie sehr nett, meine Tochter hat auch nichts als schwer empfunden und das ganz ohne vorherigen Lernaufwand.

Lieben Gruss, Celia.

Beitrag von alex1971 01.12.10 - 09:43 Uhr

Danke für deinen Beitrag, du hast mich , wie viele andere auch genau richtig verstanden#blume

Beitrag von mellemeli 29.11.10 - 15:31 Uhr

Förderung für die, die es BRAUCHEN #pro! Ansonsten halt ich nix davon :-p!

#herzlich Melle

Beitrag von scotland 29.11.10 - 15:34 Uhr

Hallo,

ich bin Mama einer 8 Jährigen und habe noch zwei kleinere Kinder und es ist absoluter Horror, was man immer so im Kiga mitbekommt!

Allerdings muss man fairerweise sagen, dass die Grundschule sehr angezogen hat und dass wir über das Lerntempo in der 1. Klasse und den Druck dort auch etwas entsetzt waren. Man muss aber auch wieder sagen, dass wir uns eine Grundschule mit gutem Ruf ausgesucht haben, die haben inzwischen 28 - 29 Kinder in der Klasse und man merkt, dass sie im Unterricht nicht mehr so schnell voran kommen. So gibt es viele Hausaufgaben.

Ich denke, dass sich heute zwei Dinge verändert haben

(1) das normale Kind wird nicht mehr gewollt, bzw. viele Eltern definieren
sich sehr über den Erfolg ihrer Kinder. Ich stand kürzlich im Aldi
an der Kasse, da rief eine Mutter der anderen über den halben
Supermarkt zu, dass ihre Tochter die 5. Klasse mit einer 1,9 im
Gesamtschnitt beendet habe. Früher ging (zumindest bei uns) der
Trend eher dahin, Leistungen zu relativieren. Nie wären meine Eltern
mit meinen Noten hausieren gegangen

(2) Frühes Lesen und Rechnen ist hoch im Kurs, genau wie das
Trockenwerden mit 2+. Meine Tochter wurde nachts mit fast 6
trocken, genauso habe ich das auch immer erzählt und total
entsetzte Blicke geerntet. Bei Aldi, Lidl, etc. gab es aber überall
Windeln 18kg - 25kg zu kaufen, also kann ich mit dem "Problem"
nicht so alleine gewesen sein.

LG
Scotland



Beitrag von alex1971 29.11.10 - 15:48 Uhr

#pro schön, dass noch jemand so entspannt ist.
Klar wird der Druck höher, das realisiere ich natürlich, aber ich denke eben einfach nicht, dass man mit 3 schon das vorarbeiten muss, was man mit 6 können soll ;-)

Ach warum seit IHR denn nicht die Mitmütter in meiner Gruppe #schmoll;-)

Beitrag von scotland 29.11.10 - 15:55 Uhr

Hallo! Bleib einfach entspannt, auch wenn es sehr schwer ist. Ich habe manchmal Probleme, mit da abzugrenzen und alles abpuffern zu lassen.

Aber ehrlich - Übung macht den Meister.

LG
Scotland

Beitrag von alex1971 29.11.10 - 16:17 Uhr

Danke #blume

Beitrag von oekomami 29.11.10 - 16:10 Uhr

Hallo,

eine Vorschulbildung ist heute leider schon recht wichtig.

Mein Patenkind ist im Sep. 10 zur Schule gekommen. Herbstferien waren Anfang Oktober 10. In diesem Zeitraum haben sie alle Buchstaben gelernt.

Und jetzt müssen sie schon richtig lesen können.

Wer da nicht nicht schon eine Vorschulbildung hat, kommt nicht mehr mit.

LG

Beitrag von scotland 29.11.10 - 16:59 Uhr

Hallo,

das ist der Ansatz "Lesen durch Schreiben". Das ist am Anfang viel, aber trotzdem ist es kontraproduktiv, wenn man verzweifelt versucht, den Kindern alle Buchstaben einzutrichtern. Meine Tochter ist auch in so einen Zug, sie konnte vor der Einschulung so 15 Buchstaben (hat sie selbst aufgeschnappt). Das reichte. Jetzt ist sie in der 3. Klasse.

LG
Scotland

Beitrag von mirja 29.11.10 - 20:40 Uhr

Die Kinder sollen Vorläuferfähigkeiten besitzen, nicht die Sache an sich schon können - das verwechseln leider viele.

Ein Kind, welches sich konzentrieren, Stifte richtig halten kann, schneiden kann, neugierig und sozial reif ist, den eigenen Namen evtl. schon schreiben kann hat genug Fähigkeiten, die es im Unterricht braucht. Es nützt nichts, den Schulstoff schon vorzulernen, das führt nur dazu, dass die Kinder sich im Unterricht langweilen und dann den Anschluss verlieren.

Schulfähigkeit wird nicht im letzten Kiga-Jahr "erlernt" sondern ist das Ergebnis der Erziehung von Anfang an! Dazu braucht man keine Lernblätter.

Beitrag von knutschka 29.11.10 - 16:46 Uhr

Hallo,

ich bin nicht sicher, was ich von der ausgeprägten Förderlust unserer Generation halten soll. Also sage ich dazu am besten nichts.

Aber: dein Sohn ist noch recht klein. Schau mal, wie du selbst in 3 Jahren darüber denkst... Ich glaube, nicht alle Mamas, die sich heute darüber den Kopf zerbrechen, warum ihr Kind spiegelverkehrt schreibt, waren schon immer vom Förderwahn besessen... Manchmal ist es ein schleichender Prozess... Und manchmal wollen gerade diese Eltern einfach nur von einer außenstehenden Person hören, dass ihr Kind doch ganz normal ist...

LG Berna

Beitrag von alex1971 29.11.10 - 17:13 Uhr

Ja klar, ich frage ja auch um zu verstehen und um mir eben nicht irgendwann mal über so was einen Kopf machen zu müssen. Vielleicht sind einfach auch schon so viele Kinder meiner Freundinnen oder meine Cousins "durch meine Hände gegangen" mit denen ich gespielt und gemalt habe, dass ich einfach WEISS, dass Kinder auch mal spiegelverkehrt schreiben, und ich höre natürlich auch überall, dass das Schulsystem so angezogen hat, und NATÜRLICH möchte ich auch nicht, dass mein Sohn dann mal verzweifelt hinterherhinkt, trotzdem möchte ich mich aber auch nicht panisch machen lassen und ich denke auch, dass ein Kind, welches spielerisch die Welt entdecken kann, dem vorgelesen wird und was von seinem Umfeld geduldig die Welt erklärt bekommt (und von mir aus auch die Buchstaben) schon ganz gut mitkommen wird.

Dem Kind einer Freundin musste ich neulich erklären wie eine Einparkhilfe am Auto funktioniert, er ist 5 und ich kam ordentlich ins schwitzen, aber er hat von sich aus immer weiter gefragt, das fand ich toll, weil ich wusste, er fragt aus Interesse und bekommt nicht irgendwas eingebläut.

SO wünsche ich mir das auch für mein Kind und deshalb gebe ich auch immer erst sehr spät auf wenn er seine "Warum-Phase" hat, eigentlich gebe ich erst dann auf wenn die Fragerei ins Sinnlose abdriftet, aber ansonsten beantworte ich ihm alle Fragen so gut ich es eben kann, damit er merkt er wird da ernst genommen, ich hoffe sehr, dass mein Konzept aufgeht ;-)

GLG
Alex

Beitrag von knutschka 29.11.10 - 17:46 Uhr

Ich kann mir vorstellen, dass dein Kontakt mit Kindern ein wichtiger Punkt ist. Das kommt auch in dem Artikel zum Tragen, den hier jemand verlinkt hatte - die heutige Kindergeneration ist eine Wunschkindgeneration: wenig zahlreich, aber gerade deswegen zum Perfektionismus verdammt. Nicht nur, weil die Eltern sich etwa profilieren wollten, sondern teilweise auch, weil die Eltern unsicher sind - niemand spricht über Defizite und erst recht sieht sie niemand, weil es eben so wenig Kinder gibt, die immer nur von der besten Seite präsentiert werden.

Ich habe zum Beispiel selbst auch nur meine Tochter, ich hatte keine jüngeren Geschwister, ich habe kaum Freunde, die ältere Kinder haben (und wenn, dann spricht man natürlich nicht über Defizite). Ich hätte ohne nachzufragen vielleicht nicht gewusst, dass Kinder gerne mal spiegelverkehrt schreiben - und ich denke, so geht es vielen. Viele meinen es nicht böse, viele wollen sich nicht profilieren - vielmehr haben viele einfach Angst und versuchen deshalb, ihr Kind optimal zu fördern, damit es die besten Chancen in dieser nicht immer gerechten Welt erhält. Niemand möchte, dass sein Kind später einmal zu den "Verlierern" zählen wird. Und erst Recht möchte niemand dafür auch noch verantwortlich sein.

Es ist gut zu zeigen, dass nicht jede Therapie sinnvoll ist. Ich glaube, viele Eltern wären gerne bereit, ihr Kind Kind sein zu lassen anstatt von einer Sitzung zur nächsten zu trotten. Allerdings sind sie unsicher - sie wissen nicht, was passiert, wenn sie dem Rat der Gesellschaft nicht folgen...

Ich würde mir zum Beispiel wünschen, dass meine Tochter mehr Kleinkind wäre als sie ist. Ich würde sie so gerne vieles ausprobieren lassen (na gut, es sollte ungefährlich sein, denn ich bin ein Angsthase), aber sie ist perfekt im heutigen Sinne: sie ist im September 3 Jahre alt geworden und ist komplett trocken seit kurz vor ihrem 2. Geburtstag, spricht seit sie 18 Monate alt ist in kompletten Sätzen, putzt sich alleine abends freiwillig die Zähne, interessiert sich für Buchstaben, rechnet sicher bis 5, will unbedingt Schach spielen lernen und möchte gerne Geige spielen... Das ist auch nicht immer leicht - denn obwohl Defizite heutzutage verpöhnt sind, sind sie doch eher akzeptiert, als Begabungen... Der gesellschaftliche Tenor ist, Defizite müssen ausgeglichen werden - Begabungen sollte man allerdings am besten verstecken... Das kann es meiner Meinung nach aber auch nicht sein, oder?

LG Berna

Beitrag von sunnygirl1978 29.11.10 - 17:07 Uhr

Hallo,

ich bin Erzieherin und muss sagen zum Teil fordern Eltern wirklich solche Programme - aber auch die Schulen.

Wir z.B. haben speziell für die Vorschulkinder: Edu-Kinestetik (eigentlich spielerisch Überkreuzbewegung usw. Gehirnschaltungen - lernen durch Bewegung usw.) und das Wuppi - Phonologische Bewusstheit (Silbenklatschen, Geräusche hören, Beginn der Buchstaben)

Den Wuppi haben wir meist nie ganz geschaft aber ich denke das ist auch nicht nötig.

In der ganzen Gruppe wird alle 2 Jahre das Zahlenland gemacht, so dass jedes Kind es 1 mal in der Kindergartenzeit gemacht hat.

Gegen mehr Programme haben wir uns gewehrt.
Man muss sagen, die wichtigen sachen wie: Selbstbewusstsein stärken, Selbständigkeit usw. rücken oft in den Hintergrund.
Auch für die Krippengruppe gäbe es schon das Entenland (Zahlenraum bis 5) - es ist verrückt - es soll nur noch kleine Erwachsene geben - wir machen in dieser Gruppe z.B. keine Programme - nur grundsätzliche alltägliche wichtige Dinge.

Aber es gibt natürlich viele kindergärten die viel mehr machen - aber auch welche die gar nichts machen.

Beitrag von twins 29.11.10 - 19:26 Uhr

Hi,
ich finde, das die Vorschule sehr wichtig ist.
Schere ordentlich bedienen, richtig Stifthaltung, Schwungübungen, Bastelarbeiten, Still sitzen können, verschiedenen Aufgaben erledigen oder auch zwei Anweisungen hintereinander erledigen.

In der 1. Klasse - bei uns - wird so viel abverlangt, das die Eltern echt stöhnen. Und je mehr sie mitbekommen, um so besser ist doch der Einstieg, oder?

Wie haben z.B. Freunde, die viel Wert auf die Vorschule und lernen zu Hause gelegt haben. Die Kleine ist mit 5 3/4 in die Schule gekommen und kommt super mit. Ist auch sozial echt fit.
Und eine andere Nachbarin geht in die gleiche 1. Klasse mit über 7 Jahren und hat Probleme mit der Stifthaltung, kommt daher nicht schnell genug mit und hat viele Startschwierigkeiten.

Daher finde ich es schon toll, wenn man mit den Kindern spielerisch Farben, Formen, Zahlen vielleicht auch Buchstaben lernt. Muss ja nicht gleich "Schule" zu Hause sein#schwitz

Englisch im Kiga - naja, lt. Statistik sind diese auch nicht besser in der Schule aber sie lernen schon ähnlich wie in der 1. Klasse und ich denke sie werden sich auch besser einfinden, wenn sie eingeschult werden.

Und bei uns wird gespielt ohne ENDE und getobt und Unsinn gemacht. Aber durch viele Gesellschaftsspiele auch viel gelernt und es wird gebastelt, gemalt und Steckperlen gemacht.

Heute im Elterngespräch hieß es , das sie schon eigentlich Vorschulfit sind (kommen erst nächstes Jahr in die Vorschule) und das, ohne das ich mit unseren Kindern "lerne"

Grüße
Lisa

P.S. Unsere Kinder zocken Uno Extrem wie die Weltmeister, kennen die Zahlen, die Regeln, etc. , unser Mädel Puzzelt 200 Teile (und das in kurzer Zeit), unser Sohn kann sehr schnell etwas auswendig lernen....und trotzdem sind sie keine Einsteins!!!! Sie haben Spaß an vielen Dingen, die wir dann auch fördern, warum sollen wir etwas verbieten, wenn sie Lust dran haben?

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