Der Fall in Bodenfelde...

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Beitrag von erdbeerblond 29.11.10 - 15:06 Uhr

Würde es weniger Täter von Gewaltverbrechen geben, wenn diese ein liebevolles Elternhaus gehabt hätten? Ist da zu allererst die Ursache zu finden?

Meine Freundin arbeitet in einem Kinderheim und wenn ich sie dort besuche, merkt man schon einigen Kindern an, dass sie schlimme Dinge erlebt haben. Ob man allen richtig helfen kann, weiß ich nicht. Man kann geschehene Dinge nun mal nicht ungeschehen machen.

Wie denkt ihr darüber, ist ein schlimmes Elternhaus und eine schlimme Kindheit die Hauptursache Nummer eins? Könnte man einiges verhindern, wenn "auffällige" Familien stärker überwacht werden würden und dann eingegriffen wird?

Beitrag von scotland 29.11.10 - 15:20 Uhr

Hallo,

ich denke, es ist eine sehr interessante Frage, die man pauschal nicht beantworten kann.

Man weiß eben nicht genau, wann ein Täter zum Täter wird. Sicher ist das Elternhaus ein Faktor, aber es gibt auch Kriminelle aus "gutem Hause" und andersherum haben bestimmt viele Kinder eine scheußliche Kindheit und werden dann gute Erwachsene!

Nach welchen Kriterien man eine "Totalüberwachung" (wäre die durchführbar?) durchführen würde und welche Nebeneffekte die hätte (von verlorenen Persönlichkeitsrechten mal ganz abgesehen) - es stände ja erstmal jeder unter Generalverdacht.

Liebe Grüße
Scotland

Beitrag von danii1975 29.11.10 - 15:51 Uhr

Nein....
Wer ein schlimmes Elternhaus hatte neigt nicht unbedingt dazu Verbrechen zu begehen.
Da müsste ich ja schwer kriminell sein und mein Mann auch.......und so manch einer aus meinen Umfeld...

Ich denke das das zwei verschiedene paar Schuhe sind.

Neuste Studie wäre denn ja auch passend dazu:
Kinder von Rauchern neigen schneller zur Kriminalität als von Nichtrauchern....

War letzt erst irgendwo zu hören / lesen.

Beitrag von danii1975 29.11.10 - 15:56 Uhr

Hier ein Link zu der Studie.....nicht das einer meint ich hät nen knall#schein



http://www.topnews.de/rauchen-waehrend-der-schwangerschaft-erhoeht-kriminelles-potenzial-der-kinder-392024

Beitrag von super_mama 30.11.10 - 09:44 Uhr

Ich muss grad lachen - das ist ja mal mega cool.
Manche betreiben solche Forschungen wirklich einfach nur um Gelder einzustreichen ;-)

Beitrag von danii1975 30.11.10 - 10:22 Uhr

Musste auch schmunzeln, als ich das hörte...deswegen finde ich es auch quatsch, wo es heisst schlechtes Elternhaus= Verbrecher.....

Tja....es lebe die Forschung.....#rofl#rofl#rofl

Beitrag von super_mama 30.11.10 - 10:36 Uhr

Oh ja, da bekomm ich auch gern die Kriese ...
hab ja unten auch geschrieben das e sfür meist nur eine Ausrede ist.

"Oh ich bin als Kind geschlagen worden, hatte es sooo schlecht. Bemitleidet mich und das rechtfertigt nun auch das ich 2 Kinder umgebracht habe."

Ich glaub die Eltern und Familien dieser Kinder dürften Amok laufen wenn sie sowas hören und ich laufe mit ihnen.

Mein Elternhaus war zwar nicht brutal, deshalb hatte ich auch keine Kindheit in einer "Wattebox" und ? Das rechtfertigt gar nichts und ich würde NIE deshalb jemand anderem sowas antun, geschweigedenn einem Kind !

Aber jetzt schieben wir es mal schnell auf Raucher lach - das ist der neue Brüller.
Was ist denn mit Müttern die in der Schwangerschaft dann aufgehört haben ? ? ? #kratz Ist (bzw wird) das kind dann nun gefährlich oder nur bedingt ?

Wenn das so wäre hätten Frauenärzte ab demnächst Meldepflicht wenn sie eine rauchende werdende Mutter betreuen, schließlich ist abzusehen das ihr Kind in nicht all zu ferner Zukunft Mord begehen wird.

Beitrag von danii1975 30.11.10 - 13:58 Uhr

#rofl#rofl#rofl, ahjo, denn haben die aber viel zutun.....

Ne aber mal im Ernst, ich frage mich, wonach die diese Studien machen...entweder haste ein schlechtes Elternhaus und wirst zum kriminellen (puh da ist der Kelch denn an uns vorbei gezogen) oder die Mama Raucht einfach in der SS. Was kommt als nächstes????

Ich finde, die Menschen die eine Tat begehen haben bestimmt schon ihre Hintergründe, aber sicher nicht, weil die Mutter in der SS geraucht hat oder weil das Elternhaus mit Misshandlungen behaftet war.

Naja, was solls, ich glaub die Meinungen gehn auseinander ob ja ob nein...ich bleibe aber beim Nein, denn wär mein ganzes umfeld Kriminell, seien es die Mütter von denen, die in der SS geraucht haben, noch die, die nie richtige Liebe erfahren durften.

LG#winke

Beitrag von sneakypie 30.11.10 - 17:56 Uhr

Und das Ergebnis findest du jetzt lustig?
Warum?
Ich finde es interessant.

Theorie: Rauchen in der Schwangerschaft kommt häufiger bei mangelnd gebildeten Frauen vor. Mangelnde Bildung geht häufig mit niedriger sozialer Schicht einher. Niedrige soziale Schicht geht häufiger mit kindeswohlgefährdenden Faktoren einher, und die können zu guter Letzt zu antisozialem Verhalten/Kriminalität führen.
Auf der anderen Seite ist Nikotin ein Nervengift - kann doch sein, dass dadurch wirklich Gehirnstrukturen verändert werden.

Und: Kinder, die geschlagen werden, tendieren häufiger dazu, selber zu schlagen. Da ist der Sprung zum gewalttätigen Verhalten als Erwachsener wahrlich nicht mehr weit.

Gruß
Sneak

Beitrag von delfinchen 29.11.10 - 16:23 Uhr

Hallo,

schwierige Frage.
Ich denke, wenn jemand keinerlei genetische Disposition hat und in einem kriminellen/ schwierigen Elternhaus aufwächst, muss er nicht zwangsläufig kriminell werden, nur weil er Gewalt erlebt.

Wenn jemand die genetische Disposition hat, dann kann er kriminell werden, egal wie liebevoll sein Elternhaus war. Es kann aber auch sein, dass die Erziehung dieses angelegt-kriminelle Verhalten lebenslang unetrdrükt.

Wenn jemand die genetische Disposition hat und zudem in einem kriminellen Elternhaus aufwächst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er kriminell wird. Er hat es ja am Modell gelernt und es steckt in seinen Genen.

Wenn jemand keinerlei Veranlagung hat und in einem liebevollen Umfeld groß wird, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass er kriminell wird.
Das schließt aber Handlungen im Effekt nicht aus.

Genau wird das niemand sagen können, da es - dem Himmel sei Dank - NOCH keinen Hirnscanner gibt, der nach der Geburt verpflichtend jedes Gehirn abscannt und somit "Veranlagungen" feststellt.
Mein Gott, was wäre, wenn jemand ein auffälliges Gehirn hat? Vielleicht hätte ich ja eines und weiß es nur nicht??????

Die Gen-Umwelt-Debatte kann weiter geführt werden. Und wie in den letzten Jahrzehnten auch wird das Pendel immer mal zur einen oder zur anderen Seite ausschlagen. Ich persönlich sehe die Umwelt-Waagschale als die schwerere an, aber das sehen Andere wieder nicht so :-).

Ich hoffe nur, dass meine Kinder weder die Veranlagung zu kriminellem Verhalten haben (da sie aber kein y-Chromosom haben ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher, dass meine Hoffnung sich erfüllt ;-) ) noch, dass sie es durch die Umwelt "lernen".
Nicht auszudenken, was in den Köpfen der Eltern vorgeht, deren "Kinder" zu Mördern werden!!!!

LG,
delfinchen

Beitrag von mamavonyannick 29.11.10 - 16:45 Uhr

Hallo,

oh doch, ich glaube schon, dass das Elternhaus ausschlaggebend ist. Die Mutter gab gestern zu, ihn geschlagen und als 4 jährigen sogar gewürgt zu haben. Na also wenn man da nicht bekloppt wird, dann weiß ich auch nicht.

vg, m.

Beitrag von danii1975 29.11.10 - 18:58 Uhr

Tja, denn müsste mein Mann erst recht der Schwerstverbrecher sein, denn seine Kindheit war zu meiner noch viel extremer.....
Sorry, wir sind nicht bekloppt und versauen uns unser Leben durch Straftaten....#augen

Können ja nicht alle wohlbehütet aufwachsen...es gibt immer negative Seiten....du hast anscheinend ein tolles Elternhaus, sei stolz drauf;-)

Beitrag von mamavonyannick 29.11.10 - 19:17 Uhr

u was willst du jetzt von mir? War meine Antwort vllt auf dich bezogen?#kratz

Beitrag von danii1975 29.11.10 - 20:30 Uhr

Es geht darum, wie du geschrieben hast, und das du der Meinung bist, das es so wäre....
Ich wollte dir nur schreiben, das es in vielen Familien zu schlägen und Misshandlungen kommen kann, denn müssten wirklich viele "bekloppt" sein und alle ihre Aggressionen, die sich aufgestaucht haben in der Zeit, zu verbrechern werden.
Fakt ist, ich bin kein Straftäter und mein Mann auch nicht...auch sind wir nie Polizeilich aufgefallen.

Also, ich denke, das liegt eher an den Menschen selber, der ihn zu solch einer Tat treibt....warum, das kann dir nur so einer sagen.

VG

Beitrag von mamavonyannick 29.11.10 - 21:01 Uhr

Und warum schließt du von dir und deinen Mann auf andere? Wird ja auch nicht jeder getötet, der von einem Auto angefahren wird.
Und hier war nach Meinungen gefragt. MEINE hab ich dargelegt. Solltest du oder dein Mann als Kinder auch gewürgt worden sein, dann tut mir das sehr leid und ich finde es beachtlich, dass ihr trotzdem so tolle Menschen geworden seid. Leider bist aber weder du noch dein Mann das Maß aller Dinge.

Beitrag von danii1975 29.11.10 - 21:10 Uhr

Das ist wohl richtig, nur wollte ich halt damit sagen, das dies nicht unbedingt Ausschlaggebend sein muss, wo einer halt zum Verbrecher wird.
Wer weiss, was in den Köpfen vor geht.
Von daher kann man es eigendlich nicht beantworten....es kann, aber muss nicht...

Hatte ja ein Link bezüglich Rauchender Eltern bzw. Mütter eingestellt...demnach müssten die Kinder von Rauchermütter auch Kriminell sein, es gibt aber viele, die es nicht sind...von daher ist das alles nur eine wage These......

VG

Beitrag von mamavonyannick 29.11.10 - 21:18 Uhr

"Wie denkt ihr darüber, ist ein schlimmes Elternhaus und eine schlimme Kindheit die Hauptursache Nummer eins? Könnte man einiges verhindern, wenn "auffällige" Familien stärker überwacht werden würden und dann eingegriffen wird?"

Das war die Frage und die hab ich beantwortet, so, wie ich es für richtig halte. Und wenn du schon unbedingt mir hier eine Diskussion "aufdrücken" möchtest, dann solltest du vllt vorher mal definieren, was ein "schlimmes Elternhaus" ist. Solange du und dein Mann von euren Eltern nicht gewürgt worden seid, erscheint ihr mir allerdings nicht als geeigneter Vergleich.

Beitrag von danii1975 29.11.10 - 21:40 Uhr

Ich schreib hier sicher nicht, was wir durch machen mussten.....

Glaub mir, sei froh, wenn du wohl behütet aufwachsen durftest und sei dankbar dafür...
und du muss ja nicht dikutieren....

Ich schreib dir und auch allesn anderen nur meine Meinung und Erfahrung......

Also du hast deine Meinung ich meine...

Und die TE wollte gern wissen, ob es nummer eins ist und ich denke NEIN.....

Beitrag von mamavonyannick 29.11.10 - 22:10 Uhr

"Und die TE wollte gern wissen, ob es nummer eins ist und ich denke NEIN....."

Schön für dich. Und ich denke ja... von daher, schönen Abend #winke

Beitrag von jabberwock 29.11.10 - 17:05 Uhr

Es gibt Studien darüber, statistische Daten. Auffällig bspw. für Serienmörder ist auf jeden Fall, dass sie zum größeren Teil aus zerrütteten Familienverhältnissen stammen, als Kind selber physischer oder psychischer(!) Gewalt ausgesetzt waren.
Trotzdem stimmt natürlich auch die Aussage, dass längst nicht alle Kinder aus solchen Verhältnissen und mit solchen Erlebnissen zu Mördern werden.

Aber ja, ich denke schon, dass man verallgemeinernd sagen kann, viele Gewaltverbrechen würden nicht begangen, wenn die Täter und "ehemaligen Kinder" in einem intakten, liebevollen Umfeld aufgewachsen wären. Und dass es sich lohnen würde, wenn die Gesellschaft mehr Verantwortung für das Wohlergehen der Kinder allgemein übernähme. Ob das nun gleich "Überwachung" von staatlicher Seite sein muss, bezweifle ich. Schon familiär und im sonstigen sozialen Umkreis sollte es immer Anteilnahme, Unterstützung und Wachsamkeit geben.

Beitrag von sternchen718 29.11.10 - 17:34 Uhr

Ich glaube nicht das zwangsläufig ein schlechtes Elternhaus einen zum Gewalttäter macht.

Ich denke sonst wären ganze Generationen wo körperliche Züchtigung und sonstwas an der Tagesordnung war die reinsten Psychopathen geworden.

Der Mensch an und für sich ist ein so komplexes Wesen und ich glaube nicht das es nur an dem Elternhaus oder dem Freundeskreis festgemacht werden kann.

Vielleicht ist das Gesamtproblem warum jemand so wird eher in unserer Gesellschaft zu suchen und nicht unbedingt im ummittelbaren Umfeld des Täters.
Es ist doch sehr schwer heutzutage wo dazu zugehören und Anerkennung zu bekommen.
Wenn man bestimmte Kriterien nicht erfüllt ist man schon raus.

Ich denke dieses Thema ist zu vielschichtig da könnte man wohl ein Buch drüber schreiben mit einigem dafür und wieder.

Beitrag von super_mama 30.11.10 - 09:42 Uhr

Ich denke es ist die HauptAUSREDE !

Wir hatten das Thema hie rin letzter Zeit seeehr oft in allen Forenbereichen und pauschlaisieren lässt sich das nicht.
Ich kenne Leute die im Heim groß wurden, schlimme Kindheiten hatten, missbraucht, geschlagen etc wurden und dennoch sind sie keineswegs auffällig oder gewalttätig.
Und andersherum kenne ich auch Leute die ein "tolles" Elternhaus hatten, die dennoch betrügen, bescheißen und misshandeln ...

Für mich ist es einfach so, das schlimme Elternhaus/eine Kindheit in der man vlt geschlagen wurde, dient viel zu oft als Ausrede für solche Täter um Mitleid und ein mildes Urteil zu erhaschen für ihre abscheulichen Taten !

Beitrag von jabberwock 30.11.10 - 14:07 Uhr

"Ausrede" ist doch Quark, wenn dann ist es eine _Erklärung_

Ich wüsste niemanden (schon gar nicht hier im Forum) der eine schwere Straftat damit _entschuldigen_ wollen würde, es geht bei solchen Diskussionen immer um Erklärungsansätze und Ursachenforschung. Ohne diese keine Prävention. Aber dieser Zusammenhang scheint sich nicht allen zu erschließen.

Beitrag von heikeundleon 30.11.10 - 11:25 Uhr

Ich glaube, auch ein "zu gutes" Elterhaus kann viel Schaden anrichten. Wenn z.B. Kindern alles abgenommen wird, wenn sie nie Konflikte selbst austragen oder Entscheidungen treffen müssen. Wenn Eltern alles Schulische regeln, Freunde für ihre Kinder aussuchen und danach wieder aussortieren, sie in Bildungsrichtungen drängen, die die Kinder vielleicht gar nicht wollen.

Ist doch alles nur zu ihrem Besten...

Gruß

Heike

Beitrag von justagirl22 30.11.10 - 13:14 Uhr

Hi,

ich denke durch eine schwere Kindheit wird man nicht automatisch zum Mörder, aber sie prägt defintiv. Ich denke solche Kinder haben 2 Chancen sich zu entwickeln.

Entweder ängstlich, ohne Selbstbewusstsein, ohne Selbstvertrauen, sich selbst die Schuld gebend oder eben aggressiv und den andern die Schuld geben. Eine normale Entwicklung ist meiner Meinung nach nicht möglich.

Ein Mörder wird man dadurch nicht....dafür ist meine Meinung nach unsere tolle Gesellschaft in die Verantwortung zu ziehen.

LG

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