Trotzphase! Weis langsam nicht mehr weiter...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von murmelchen 29.11.10 - 21:18 Uhr

Hallo zusammen,

habe langsam keine Ahnung mehr wie ich reagieren soll :-(. Also...

... mein Sohn ist 3 Jahre alt und geht seit August in den KiGa. Er steckt wohl mitten in einer Trotzphase denn immer wenn ihm irgendwas nicht passt gibt es ein riesen Theater mit "NEIN" schreien, auf den Boden schmeissen, hauen und beissen.
Das geht nun schon seit Wochen so #zitter und ich habe immer versucht ihm alles zu erklären. Habe ihm immer gesagt, dass wir nicht hauen und auch nicht beissen #nanana. Wir haben nach solchen Wutanfällen darüber gesprochen und uns wieder vertragen.

Aber langsam verliere auch ich meine Ruhe.
Heute war es wieder so weit. Ich wollte Tim vom KiGA abholen aber vorher sollte noch die Windel gemacht werden weil ein "Stinker" drin war ( Pipi geht auf der Toilette, Aa nicht #gruebel ). Das passte ihm nicht und er hat sich wieder auf den Boden geschmissen, hat gebrüllt und sich nicht mehr von der Stelle gerührt.
Habe dann erstmal abgewartet und ihm gesagt er solle sich beruhigen, denn es passiert ja nichts schlimmes.
Nachdem ich dann knapp zehn Minuten neben einem brüllenden Kind gestanden habe und Nichts aber auch gar Nichts ihn beruhigen konnte wollte ich nur noch nach hause #heul. An Wickeln war da gar nicht zu denken... Ich habe also versucht ihm seine Jacke anzuziehen. Aber auch das war unmöglich. Ende vom Lied war, dass ich mit einem hauenden, brüllenden und beissenden Kind zum Auto bin und es irgendwie geschafft habe ihn im Kindersitz anzuschnallen und nach Hause zu fahren.

Auch hier hat er sich nicht beruhigt und hat weiter nach mir geschlagen...
Als er sich dann nach einer gefühlten Ewigkeit endlich beruhigt hatte wollte ich einfach nicht mehr. Ich wollte nicht mit ihm darüber reden ( was wir sonst gemacht haben ) ich wollte nicht mit ihm spielen oder singen oder sonst was. Meine Geduld war echt am Ende #aerger.

Weiss einfach nicht mehr wie ich richtig reagiere, bzw. habe keine Geduld mehr. Wenn wir uns nach solchen Wutanfällen wieder "vertragen" haben war immer alles in Ordnung und ich hatte das liebste Kind der Welt ( bis zum nächsten Anfall ). Aber langsam geht es mir echt auf den Keks #augen. Ständig wegen jeder Kleinigkeit ein solches Theater mitzumachen. Das muss doch auch mal aufhören.
Ich versuche ihm alles zu erklären, bin aber trotzdem bisher konsequent bei meinen Entscheidungen geblieben auch wenn es mal wieder Theater bedeutet hat.
Wie lange soll das noch so gehen?

Ist echt lang geworden...Danke fürs Lesen.
Musste mal raus.

LG
Murmelchen ( mit den Nerven am Ende )

Beitrag von kathrin_85 29.11.10 - 21:55 Uhr

Hallo Murmelchen!

#liebdrueck Das ist eine harte Zeit und Tipps die immer funktionieren hab ich leider nicht. Denn den einen Tag reagieren sie auf das eine und schon am nächsten Tag kann die Sache ganz anders ausgehen.

Das wichtigste ist konsequent sein, ich denke auch das in ganz schlimmen Bockphasen auch kein Erklären hilft. Das kann der Kleine dann gar ni aufnehmen.
Wir haben sie in ganz dollen Bockphasen in ihr Zimmer gebraucht und auch darauf bestanden, dass so lange sie schreit und haut auch drin bleiben muss und wenn sie sich beruhigt hat (denn das hat sie dann ni zugelassen dass wir sie "runter holen" von dem Bock) kann sie raus kommen und dann ist es wieder ok und der Tag kann weiter gehen.

Es ist halt eine harte Zeit für euch und auch den Kleinen. Seit tapfer... und gesteh dir auch ruhig ein dass du manchmal nicht mehr kannst, denn du bis auch nur ein Mensch und keine Maschine. #liebdrueck

LG Kathrin

Beitrag von oh-ein-erzieher 29.11.10 - 22:04 Uhr

#winkeHallo,
es gibt verschiedene Gründe warum Kinder ''trotzen'. Ich kann dir dieses Buch wärmstens empfehlen, ist auch nicht zu teuer. In dem Buch werden Eltern hilfreiche Tipps gegeben wie Sie mit dem Kind während dieser Phase am besten ''umgehen''.
;-)

http://www.amazon.de/Angsthase-Trotzkopf-Co-Schwierige-Entwicklungsphasen/dp/3817461704/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1291064470&sr=1-3

#winke

Beitrag von murmelchen 30.11.10 - 12:44 Uhr

Lieben Dank für deine Antwort...

Es hat mir schon sehr geholfen einfach alles mal los zu werden #bla

Ist wirklich schwer manchmal...#augen
Ja, die Sache mit dem Zimmer machen wir zu Hause auch wenn er wieder anfängt vor Zorn zu Schlagen oder Beissen. Dann bringen wir ihn in sein Zimmer und er darf dann gerne wiederkommen wenn er sich beruhigt hat und nicht mehr schlagen will.
Das kann aber manchmal eine Ewigkeit dauern.

Hoffe, dass der Moment bald kommt wo Tim merkt #aha dass solch ein Theater NICHTS bringt. Irgendwie will das noch nicht so bei ihm ankommen #gruebel

LG
Murmelchen

Beitrag von hotandspicy1975 29.11.10 - 22:02 Uhr

Hallo, aaaaaaaaaaaaaalso, ich denke du bist einfach zu nachgiebig. Sorry, aber mal ganz ehrlich - ich denke, einem 3-Jährigen muss man nicht alles erklären. Meiner ist auch 3, und wir hatten eine echt lange und harte Trotzphase, die genau dann aufhörte als meine Geduld am Ende war. Er wollte sich auch nicht wickeln lassen, dann hab ich ganz klar gesagt: Die pampers wird jetzt gewechselt, sonst nehm ich dich nicht mit! Und hab mich dann auch hingesetzt und gewartet. Und auch gesagt, dass wir dann für anderes (spielen zuhause; Geschichte lesen am Abend) keine Zeit mehr haben, wenn das alles zu lange dauert. Und so hat er gemerkt, dass er mit bocken nichts erreicht. Wenn er im Supermarke gebockt hat, gabs erst recht nix. Hat er schnell kapiert, dass ich dann nicht nach seiner Pfeife tanze. Und seit ich nicht mehr alles erkläre, sondern auch mal eine "Warum"-Frage mit "Weil ich das so will!" beantworte, klappt es auch besser.

Ich habe in der Kita meines Sohnes immer die Mamas mit der Engelsgeduld bewundert - aber die haben meist Kinder, die noch lange nicht aus der Phase raus sind, eben WEIL sie so nett sind und immer alles meinen müssen zu erklären. Gerade das provoziert Diskussionen, und die kann man eben mit einem 3-Jährigen noch nicht über alles führen.

Beitrag von oh-ein-erzieher 29.11.10 - 22:08 Uhr

''wollte sich auch nicht wickeln lassen, dann hab ich ganz klar gesagt: Die pampers wird jetzt gewechselt, sonst nehm ich dich nicht mit!''

:-[:-[:-[

Wenn ich so etwas lese stellen sich bei mir die Nackenhaare hoch, sorry. Nenne mir einen pädagogischen Zweck, warum man einem Kind mit solch einer Aussage ''angst'' machen sollte!
#winke

Beitrag von hotandspicy1975 29.11.10 - 22:13 Uhr

Der pädagogische Zweck ist einem Kind klarzumachen, dass man nicht ohne Ende über alles diskutiert! Und dass wir als Erwachsene nun mal einiges besser wissen als sie! Nämlich dass eine vollgesch.... Windel gewechselt wird, weil sonst der Po wund wird, dass wir nicht nur Schokolade essen weil es nicht gesund ist un die Zähne kaputt macht und so weiter.

Beitrag von oh-ein-erzieher 29.11.10 - 22:32 Uhr

Das kann vielleicht sein, dass sie aus ''angst'' sich dann wickeln lässt. Nur pädagogisch wertvoll ist was anderes. Das was du machst ich schon fast ''psychische Geswalt''. Hier kannst du dich mal einlesen, wie man in der ''Trotzphase'' richtig agiert.
´
http://www.babyclub.de/magazin/mama-und-familie/mama-und-familie/trotzphase.html

#winke

Beitrag von murmelchen 30.11.10 - 12:35 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort. Aber ich glaube nicht, dass ich zu nachgiebig bin. Denn wenn ich das wäre hätte ich dieses "Theater" ja nicht. Wenn ich seinen Wünschen nachgeben würde hätten wir ja kein Rumpelstilzchen #aerger.
Ich warte ja eben auf den Moment wo es auch bei Tim ankommt, dass er damit NICHT durchkommt. Aber das dauert nun schon eine gefühlte Ewigkeit und zerrt immer mehr an den Nerven...#klatsch

Und mit Erklärungen meinte ich auch nicht endlose Diskussionen mit einem 3 Jährigen, sondern einfache Erklärungen warum das oder jenes gemacht werden muß oder eben nicht gemacht werden darf.
Bin bisher damit gut gefahren. Habe gemerkt, dass Tim eingängiger ist wenn er auch weiss warum es so oder so sein muss.
Allerdings muss ich zugeben, dass diese Strategie bei seinen jetzigen Tobsuchtsanfällen gar nicht hilft #aerger.

Und in manchen Situationen (wie eben gestern) kann ich auch nicht eine Ewigkeit darauf warten bis er sich wieder beruhigt ( das kann nämlich erfahrungsgemäss sehr sehr lange dauern ). Zu Hause mit viel Zeit ist das machbar aber eben nicht immer wenn man unterwegs ist...

Ich weiss auch dass es da kein Patentrezept gibt und wahrscheinlich nur eine Engelsgeduld weiterhilft #schein.
Aber zumindest tut es auch gut sich das alles mal von der "Seele" zu schreiben.
Man ist nicht allein #liebdrueck

LG
Murmelchen (die mal schaut was der heutige Tag so bring) #augen

Beitrag von gigamama 04.12.10 - 23:54 Uhr

Habe leider nicht viel Zeit, aber NUMMER EINS in der Trotzphase.
Erst reflektieren. Erst spiegeln. Will er zum Beispiel nicht nach Hause. Einfach ihm sagen was er nicht will. 'Du willst nicht nach Hause gehen? Du willst jetzt nich hier bleiben? Hast gerade so schön gespielt...' Und wenn er merkt, dass er gehört wird und dass seine Gefühle auch zählen, dann, und auch DANN erst die Nähe suchen, umarmen einen Kuss und sagen 'Mama muss aber noch nach Hause' Und dann gleich irgendwas schösnes in Aussicht stellen, wie ' Wir wollen doch noch gemeinsam Kochen, oder Einkaufen etc.. Oder Mama brauch deine Hilfe zu Hause. Was halt zieht. Wirst sehen das hilft und macht es leichter. Ganz wird es nicht verschwinden. Kinder sind Geschöpfe und haben keinen ein und ausschalte Knopf. Lg