Beerdigung-mit Kleinkind+Baby oder zu Hause bleiben??

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von eissternlein1 30.11.10 - 10:20 Uhr

Hallo!

Meine Schwiegermutter ist gestorben..

Wir wohnen als einzige weiter weg.. haben viel Fahrt.

Haben auch keinen, wo die Kinder hin könnten.


Baby wird sowieso noch gestillt, müsste sowieso auf jeden Fall mit, wenn ich hin gehe.. Aber Kleinkind können wir auch nicht irgendwo lassen..
und selbst wenn, dann würden wir ihn nicht für ne Nacht irgendwo lassen.. hat noch nirgends allein geschlafen ohne mich!

Also.. wie macht man das auf der Beerdigung..

Baby wird ja auch schreien, Kleinkind da rum rennen, spielen wollen und das ja gar nicht verstehen.. wenn alle traurig sind und weinen und keiner spielen will.. und er ist auch ein Kleinkind, der auch gerne provoziert und ärgert.. und schlecht hören kann...

Also.. soll ich dann die böse schwiegertochter sein, die dann gar nicht erst zur beerdigung geht.. zu hause bleibt..um den kleinen und den verwandten zu ersparen, das da kinder schreien oder rum rennen.. und die kinder bedrückte stimmung spüren...

Damit würde mein Mann dann auch alleine sein. (hat zwar seine Geschwister) aber die wohnen ja da.. und wir wohnen hier.. mein mann hätte dann auch 4-5 std alleine hin und wieder das ganze zurück an rückfahrt


oder soll ich mit hin fahren/gehen zur beerdigung.. wenn kinder schreien, weg gehen und spazieren..
weil anschließend gibts auch noch ne trauerfeier.. kann ja bei den temperaturen nicht stundenlang weg gehen/spazieren mit den kids.. wo ich mich auch nicht auskenne und niemanden kenne, wo ich hin gehen könnte..!



Eigentlich möchte ich nicht meinem mann allein lassen.. und ich möchte auch nicht als einzige da nicht hin gehen.. möchte sie ja auch verabschieden.. auch wenn ich sie nur paar mal gesehen habe, da die entfernung zu groß war..

Was meint ihr??

Beitrag von teufelchendani 30.11.10 - 10:39 Uhr

hallo!

mein beileid.

Als meine oma gestorben ist hat meine cousine auch ihre beiden kinder mitgenommen. waren beide 3,5 und 1,5. sie konnte sie auch nicht abgeben, weil ja alle auf der beerdigung war.

vielleicht kannst du sie mitnehmen und gehst dann nach der beisetzung in eure unterkunft. ich denke zu diesen feiern danach ist es mit den kleinen nicht gut. ich mag die feiern persönlich sowieso nicht.

Beitrag von frauke131 30.11.10 - 10:44 Uhr

Ja, ich würde gehen, notfalls mit Kindern! Als mein Schwiegervater starb, haben wir die Kinder (damals 1 und 2 Jahre alt) bei Freunden gelassen. Der Neffe meines Mannes (damals 10 Monate) war mit und es hat überhaupt nicht gestört! Im Gegenteil: Kinder bringen Freude mit ihrer Unbeschwertheit und zeigen, dass alles weitergeht.
Bei der Beerdigung des Mannes meiner Geschäftspartnerin war auch ihre kleine Nichte da und niemand hat blöd geschaut, sondern alle haben sie angelächelt wenn sie "erzählt" hat.

Beitrag von tauchmaus01 30.11.10 - 10:50 Uhr

Ich würde nicht mit den Kindern gehen.
Wenn meine Patentante eines Tages geht (93) dann gehe ich nicht auf die Beerdigung. Ich habe das mit ihr besprochen. Erstens zerbreche ich an Beerdigungen und zweites steh ich immer total neben mir, versuche mit meinen Gedanken ganz woanders zu sein um nicht in Trauer zu ersticken.

Wir werden ganz allein zu ihrem Grab gehen und Abschied nehmen, dann mit den Kindern.

Meine Tante findet das sehr vernünftig, sie hat schon viele Beerdigungen erleben müßen und findet dass Kinder da nichts zu suchen haben.
Sie ist da auch eher "krass " eingestellt...sie meint dass sie das ja eh nich mitbekommen wird und den Gedanken schön findet, dass ich mit den Kindern ganz friedlich ABschied nehmen werde.

Mona

Beitrag von frauke131 30.11.10 - 11:39 Uhr

Der Tod gehört aber zm Leben und auch Du sollstest Dich damit auseinandersetzen! Trauer muss man eben auch aushalten können und ich finde auch, dass man Kindern dies vermitteln sollte. Man kann sie doch davor nicht beschützen. Kinder gehören auf Beerdigungen genauso wie auf Hochzeiten oder Familienfeiern.

Beitrag von arkti 30.11.10 - 11:46 Uhr

Sehe ich ganz genauso.

Beitrag von tauchmaus01 30.11.10 - 12:48 Uhr

Siehst Du. Und ich sehe das anders.
Das der Tod zum Leben gehört ist doch ganz klar. Und ich trauer eben auf meine Weise! Dazu brauch ich nicht am Grab stehen und zusehen wie jemand in die Erde gelassen wird. Zum Trauern kann ich eine Kerze anzünden, mir Bilder anschauen und zum Grab gehen nach der Beerdigung um Abschied zu nehmen.
Ich bin als Kind auch nicht auf der Beerdigung meiner Oma gewesen. Ich hätte damit nichts anfangen können. Für mich war meine Oma nun der helle Stern am Himmel der keine Schmerzen mehr hatte (ich war 4)

Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg um zu trauern. Und ich habe eben meinen.
Wie ich mich damit auseinandersetze kann doch anderen Menschen egal sein, meinst Du nicht?

Mona

Beitrag von maxundjan 30.11.10 - 12:22 Uhr

Tja, und das ist genau das was wir den Kindern leider weitergeben....

Wir Eltern gehen nicht auf die Beerdigung weil wir es nicht aushalten..........sorry, aber da kann ich nur den Kopf schütteln, auch hinterher zum Grab gehen ist nicht dasselbe wie die Verabschiedung auf der beisetzung.

Was denkst du, wieviele Menschen ich erlebt habe, die mich am Abend vor der beerdigung noch angerufen haben und gesagt haben, das sie nicht kommen "könnten" (auch eine Mutter, die nicht zur Beerdigung ihres Kindes kommen wollte), weil sie es nicht aushalten, weil es zu schmerzhaft ist............

Ja hallo.........niemand hat sich ausgesucht zu sterben, doch Fakt ist, wir alle müssen. Und willst du auf deiner Beerdigung (ja, ich weiß, man kriegt dann eh nichts mehr mit) ganz allein sein? Niemand der dich verabschiedet? Der nochmal den allerletzten Weg mit dir geht?
Niemanden, der dich so geliebt hat, das er die Trauer und den Schmerz aushalten kann und will.
Trauer fängt da an, wo jemand geht den man liebt............. (kommt leider nicht von mir)

Und das die Kinder da mit rausgehalten werden finde ich noch schlimmer. Du als Erwachsener kannst dir aussuchen was du möchtest, aber die Kinder haben die Chance nicht.

Man kann ihnen erklären was dort "abgeht" (macht vlt. sogar ein einfühlsamer Bestatter) und sie lernen auch das man traurig sein darf und es nichts schlimmes ist.
An den Kindern sehen wir aber auch das das Leben weitergeht und Spaß machen kann.

Wie sollen Kinder denn konfliktfähig werden, wenn wir ihnen alles abnehmen? Wie sollen sie später denn mit Trauer umgehen, wenn man ihnen jetzt jede Chance nimmt...........

Entschuldige das es so emotional geworden ist, aber genau DAS ist mein Thema, in der Begleitung der Verwaisten Eltern, in der Beratung und Aufarbeitung von Trauer (z.B. arbeite ich mit vielen Erwachsenen, die von ihren Eltern früher "verschont" wurden und heute mit Trauer nicht umgehen können) und auch in meiner fast schon "Missionsarbeit" als Bestatterin.

Sandra

Beitrag von tauchmaus01 30.11.10 - 13:01 Uhr

Weißt Du, Du kannst dir das Missionieren sparen. Konfliktfähigkeit hat nichts mit einer Beerdigung zu tun.
Bei uns ist heute früh jemand verstorben der mit den Kindern viel zu tun hatte.
Auch auf diese Beerdigung werden wir nicht gehen. Es wird sicher einen Trauergottesdienst geben an dem wir teilnehmen werden.

Nur weil wir nicht auf die Beerdigung gehen wissen meine Kinder trotzdem was "da abgeht"!
Jeder verarbeitet den Tod anders, das solltest Du respektieren lernen.

Mona

Beitrag von maxundjan 30.11.10 - 13:08 Uhr

respektierst du die Wünsche deiner Kinder? Wenn ja, dann entschuldige bitte.

Wenn sie aber nicht gefragt werden( und so hört es sich für mich an, denn vlt. wurdest du auch schon erzogen), dann sollte man erst einmal bei sich anfangen zu schauen.

Und wenn Trauer nichts mit Konflikten zu tun hat, gerade bei Kindern, dann weiß ich auch nicht.............


Sandra

Beitrag von tauchmaus01 30.11.10 - 13:33 Uhr

Trauer findet bei mir im Herzen statt.
Und meine Kinder sowie meine Erziehung sind hier nicht das Thema!

Mona

Beitrag von maxundjan 30.11.10 - 12:26 Uhr

Hallo,

ich habe unten schon eine ziemlich lange Antwort gepostet.

Nimm deine Kinder mit. Sie gehören zu euch, wie auch deine restliche Familie zu euch gehört.
Ihr könnt die Kinder nicht vor allem schützen, auch wenns schön wäre.....

Meine Tochter war ein halbes Jahr alt, als ihr Bruder verstorben ist und mein Sohn war 5.
Was würde denn passieren wenn dein Baby weint?.................Nichts!

Und ich glaube auch nicht, das dein anderes Kind lachen würde, oder spielen will. Egal wie klein, Kinder spüren soviel mehr als wir.....

Alles Gute,
Sandra

Beitrag von eissternlein1 30.11.10 - 12:40 Uhr

tut mir leid, das dein sohn so früh verstorben ist.. war für alle sicher sehr hart..!!

naja.. willst du das jetzt beschwören?

Du glaubst, dass das kind nicht lacht.. und wenn doch?
Ok, auch wieder als gegenfrage, was wär dann sooo schlimm..


Naja, als mein Mann das erfahren hat.. waren hier auch alle traurig.. und sohn wollte trotzdem spielen.. und hat mich auf trab gehalten..
und mich wie immer provoziert..

er ist 2, wie soll er das verstehen.. das er jetzt Pause hat..er nicht wie sonst im mittelpunkt steht, uns auf trab halten kann.. und so zu sagen ruhig sein muss.. nur weil alle anderen traurig sind..

Alle anderen anwesenden.. außer Mama, Papa,großen Geschwister und Baby kennt er auch kaum... nur ganz wenig gesehen bisher..

Ich werde die Kinder jetzt mitnehmen.. aber trotzdem, mein großer ist schon ein sehr anstrengender..
und denke nicht, das er da ruhig ist.. naja, mal sehen..



Beitrag von maxundjan 30.11.10 - 12:49 Uhr

und wenn er nicht ruhig ist gehst du mit den Kindern ein paar Schritte

aber so hast du dich wenigstens verabschiedet und warst bei deinem Mann

Für Kinder in dem Alter ist Tod nicht tot, und schon gar nicht, wenn das Kind denjenigen kaum gekannt hat. Da ist es (übrigens bis ungefähr zu 4/5.Lbj) normal das sie erst weinen und sofort wieder anfangen mit spielen und lachen.


Alles Gute!

Sandra

Beitrag von holidaylover 30.11.10 - 14:55 Uhr

warum sollte er denn ruhig sein und nicht spielen oder lachen? er ist ein kleines kind!
sollte er bei der trauerfeier direkt laut stören, gehst du halt die kurze zeit mit ihm vor die tür. nimm ein spannendes buch oder ein funktionierendes handy zum spielen + beschäftigen mit, sowas lenkt ja auch ab.
bei dem kaffeetrinken danach (oder was auch immer danach sein wird), kann er ruhig spielen. ein 2-jähriger versteht eh nicht, was dort passiert.
keiner kann/sollte erwarten daß sich kleine kinder still in ´ne ecke setzen und schweigend trauern!

Beitrag von steffi140788 30.11.10 - 21:49 Uhr

Hallo,

mein Bruder starb am 1.5.2010. Meine Tochter 2 Jahre hat es auch gemerkt, dass etwas nicht stimmt und hielt sich die ganze Zeit bei mir auf und hat nicht gespielt. Zur Trauerfeier hab ich sie aber trotzdem nicht mitgenommen.

Beitrag von canadia.und.baby. 30.11.10 - 13:47 Uhr

Hallo , mein beileid.


Nimm deine Kinder mit, als mein Opa damals starb waren wir 4 kinder auch noch sehr jung.
Wir waren damals mit und bekommen heute noch gesagt das es gut war.
Auch an so schweren Tagen ist es gut wenn kleine Kinder mit sind. Es lockert es nach der Beisetztung auf.
Es ist leichter. (auch wenns doof klingt).

Außerdem gehören eure Kinder zu euch.

Alles gute

Beitrag von myimmortal1977 30.11.10 - 17:45 Uhr

Mir war es im Sommer sehr wichtig, dass mein Sohn dabei ist, als seine Oma, meine Mutter die letzte Reise antrat.

Wir hatten jemanden wärend der Trauerfeier, der draußen mit ihm herum schob.

Auf der anschließenden Zusammenkunft der Trauergemeinde im Restaurant war er dabei.

Er war auch mit auf dem Schiff zur Seebestattung.

Jannes war damals gerade 2 geworden.

LG Janette

Beitrag von chili-pepper 30.11.10 - 18:02 Uhr

Ich würde hingehen, auch mit Kindern.
Zur Not kannst Du mit den Kindern auch kurz rausgehen, wenn es zu laut und zu wild wird.
"Unangenehm auffallen" können sie in meinen Augen nur bei der Beisetzung.
Das anschliessende gemeinsame Essen wird es doch meist wieder etwas entspannter und man redet, lacht und erzählt sich Geschichten.
So zumindest kenne ich das.
Kinder dürfen in meinen Augen auf eine Beerdigung.
Meine waren bei Opas Beerdigung auch dabei und niemand hat sich daran gestört.

Gruß

Beitrag von schwilis1 01.12.10 - 12:44 Uhr

mitnehmen. mein zwerg war fast 1 jahr als meine mama starb und war mit auf der Beerdigung. von meiner mom ihre cousine waren 3 Kinder da, 6,4 und 2 und die haben dann während der Zeremonie draußen gespielt. und es war noch ein Baby da mit 6 monaten. und es war gut dass die kinder da waren.

für mich sowieso. ohne meinen sohn hätt ich niemanden zum festhalten gehabt. und der mir an so einem Tag ein lächeln ins Gesicht zaubert.
und dass die kinder bei Beerdigungen lachen und fröhlich sind, empfinde ich als mehr als positiv. sie zeigen das Leben geht weiter, unterbrochen von zeiten der Trauer. aber dennoch geht es wieter