Katze muss eingeschläfert werden. Wie soll ich das meinem Sohn sagen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von emelinchen 30.11.10 - 12:21 Uhr

Hallo zusammen,

unsere Katze muss heute leider eingeschläfert werden und ich weiß nicht so recht, wie ich das unserem Sohn (4 Jahre) erklären soll.

Er weiß, dass sie sehr krank ist und wir auch immer wieder zum Tierarzt gefahren sind. Gestern war er noch dabei. Er weiß auch, dass sie stirbt, wenn sie nicht frisst.

Nun fahre ich mit ihr heute abend zum Tierarzt und sie wird eingeschläfert.

Soll ich ihm hinterher sagen, sie ist gestorben? Oder soll ich ihm das vorher sagen? Also, dass sie tot sein wird, wenn wir wiederkommen?

Habt ihr einen Tipp oder vielleicht auch einen Erfahrungsbericht für mich?

Lieben Dank und viele Grüße von einer traurigen Emeli

Beitrag von rabe2 30.11.10 - 12:35 Uhr

Letztes Jahr im Juli mussten wir unsere Maggie einschläfern lassen. Wir haben uns damals dazu entschlossen, die Kinder nicht mitzunehmen, weil wir ihnen Kummer ersparen wollten.

Tja, die Überlegung ist nach hinten losgegangen. Die Großen (damals gerade 6 und fast 4 Jahre alt) kamen damit überhaupt nicht zurecht, dass die Katze plötzlich nicht mehr da war.

5 Monate später mussten wir auch unsere zweite Katze einschläfern lassen und diesmal haben wir alle Kinder mitgenommen. Sie haben Bilder gemalt, die sie in der Tierklinik bei der Katze lassen konnte und der TA ist sehr lieb auf die Kinder eingegangen. Sie durften sie streicheln und kuscheln und konnten in Ruhe Abschied nehmen. Der Tod von Lucy war für die Kinder so (be-)greifbarer! Die Zeit danach war viel weniger dramatisch als bei Maggie.

Dein Sohn braucht die Chance, sich von seiner Katze zu verabschieden!#herzlich


(Buchempfehlung: Adieu, Herr Muffin)


Alles Gute!#klee

Liebe Grüße
Stephanie

Beitrag von hermina 30.11.10 - 12:49 Uhr

Hallo.

Ist ein schwieriges Thema. Aber ich würde es so handhaben, dass ich meinen Kindern erzähle, dass die Katze beim Tierarzt ein Erlösungsspritze bekommt, da sie sich nur noch quält. Damit sie dann in Ruhe schlafen und ihr nichts mehr weh tut. Er muss sich von ihr von verabschieden können. Das ist ganz wichtig, wie schon geschrieben wurde.

Viel Glück und Kopf hoch.

LG Hermina

Beitrag von hannah1010 30.11.10 - 12:50 Uhr

Hallo!


Aber bitte nie im Zusammenhang mit Tod von SCHLAFEN reden, also ich meine, dass die Katze schläft oder so was.

Und ja..ich würde meine Kinder mitnehmen...

lg tina

Beitrag von hermina 30.11.10 - 16:41 Uhr

Stimmt, hast Recht. Habe mich dumm ausgedrückt. Ich meine natürlich sagen, dass die Katze keine Kraft mehr hat, weil sie so krank ist. #hicks

Beitrag von fascia 30.11.10 - 12:58 Uhr

Oh je, Emeli,

das ist aber traurig.

Ich würde es nicht vorher sagen.
Dann so wird es für ihn kaum möglich sein, die Katze gehen zu lassen. Er ließe sie ja dann "in den Tod" gehen. Schwierig für sein zartes Gewissen und Herz.
Er könnte Dich dann auch gut gebrauchen, aber Du bist ja unterwegs. Und Du selbst solltest vielleicht auch nicht zeigen, dass Du bereits weißt, was passieren wird. Denn dann "bringst Du die Katze zum Tod".
Belasst die Verantwortung ganz beim Tierarzt, es ist leichter zu verstehen und zu akzeptieren für ein so junges Kind.

Vorher würde ich nur sagen, dass der Tierarzt die Katze heute wieder sehen möchte, um zu entscheiden, was für sie das Beste ist - und dass er sehr klug ist und alle Tiere liebt.

Beim Tierarzt gut aufpassen und ggf. Fragen stellen, die u.U. dein Sohn später stellen könnte.

Es gibt Tiere, die vor der Spritze wohl ihren Haltern anmerken, dass das Leben zu Ende geht. Manche regen sich auf, andere sind ganz still. Wenn jemand von Euch dabei bleiben will, kann das natürlich sehr aufwühlend sein. Von diesem Aufgewühltsein sollte der Junge dann nichts mitbekommen. Dafür ist der Rückweg da, zum Ruhigwerden, Gedankensortieren.

Und dann muss Zeit da sein, um gemeinsam traurig zu sein.


Ein harter Tag...
LG,
f.

Beitrag von rabe2 30.11.10 - 13:01 Uhr

Ich muss hier nochmal was erklären:

Der TA hatte die Spritze bereits gesetzt, als wir ins Zimmer kamen und wir haben den Kindern verschwiegen, dass der Arzt sie "tötet".

Sie lag im Sterben, weil sie alt war und Punkt! Wir haben ihr auf Wiedersehen gesagt...

Beitrag von rinni79 30.11.10 - 13:11 Uhr

Hallöchen,

erstmal tut es mir sehr leid um eure Katze. Ich hab das leider auch schon 2 mal durch, #katze Charly gest.2008 und #katze Felix gest.2009 beide waren 11 Jahre und hatten Krebs #heul ! Beim 1 mal war unser Großer auch 4 Jahre, er hat auch die Besuche bei Arzt mitbekommen und auch das es ihm schlecht geht. Ich habe mich mit den Kindern (der Kurze war erst 1 Jahr) am vorabend vom Kater verabschiedet, mit extra Leckerliy und streicheleinheiten und auch tränen. Das war mir wichtig, sowohl für mich als auch für die Kinder. Am Abend als der Kater dann eingeschläfert wurde, hab ich mit den Kindern eine Kerze angezündet und in den Himmel geschaut. Am Todestag wird dann immer eine Kerze angezündet um an #katze Charly und auch an #katze Felix zu gedenken.

LG.Co. mit #katze Püppi 10 Jahre & #katze Cleo 2 Jahre

Beitrag von aquene 30.11.10 - 13:15 Uhr

Huhu,

ich musste vor Kurzem meinen Hund einschläfern lassen.

Ich habe meinem Sohn auch schon vorher gesagt dass er alt ist und Schmerzen hat und nicht mehr gut laufen kann usw.

Ich habe ihn nicht mitgenommen, einfach weil ich selbst total fertig war an dem Tag...und nicht wirklich für ihn hätte da sein können.

Auch hab ich vorher nichts gesagt, sondern erst abends als wir nach Hause gefahren sind.
Hab ihm nochmal gesagt dass er alt war und Schmerzen hatte, und dass es so besser war....dass er gestorben ist und nicht mehr wiederkommt.

Von einer Spritze und so hab ich ihm nichts erzählt.....ich denke das könnte nach hinten losgehen und bei Kindern eine Angst vor Spritzen auslösen.

Mein Kleiner hat als ich es ihm gesagt habe geweint....die nächsten Tage noch einige wenige Male nachgefragt wo Dusty ist.....und nun ist es gut.

LG und viel Kraft

Beitrag von espirino 30.11.10 - 13:23 Uhr

Hallo,

ich würde sagen, daß der Tierarzt heute erst entscheidet, ob er sie erlöst von den Schmerzen, daß es sein kann, das die Katze nicht wieder mit heim kommt, weil sie zu krank ist um gesund zu werden. Er kann sich auch auf diese Weise verabschieden. Ich würde ihm nahe bringen, daß sie sehr wahrscheinlich gleich beim Tierarzt bleibt. Es ist besser für sie. Man kann Tieren nicht so gut helfen, wenn sie so krank sind.

Wir haben unseren Kater im Juli verloren. Er kam einfach nicht mehr wieder. Die Kinder haben auch jeden Tag gefragt wo er bleibt. Zuerst haben wir geflunkert, daß er umgezogen ist ohne uns Bescheid zu sagen. Aber je mehr Zeit verging, umso klarer wurde auch den Kindern, daß er nicht mehr wieder kommt. Bis einer auf die Idee kam, er könnte einen Unfall gehabt haben, worauf hin ich sagte: " Wahrscheinlich, ich hoffe nur, er mußte nicht leiden." Trotzdem sagen sie immer mal wieder: " Unser armer Krümel." Und auch mir fällts schwer das zu akzeptieren mich ohne Möglichkeit der Verabschiedung von ihm zu trennen. Bisher konnte ich das bei fast jeder Katze, die mal bei uns gelebt hat.

LG Jana

Beitrag von blueangel1008 30.11.10 - 13:25 Uhr

Hallo emelinchen,

also ich habe beim tierarzt gelernt und ich würde mein Kind nicht mitnehmen!

1. weil ich selbst fix und fertig wäre wenn eins von meinen Tieren gehen müsste!
2. finde ich das kinder, dass nicht einschätzen können was da grade gemacht wird.

Klar sie denken der tierarzt bringt grade die geliebte Katze um, aber dabei erlöst er sie nur. Aber angenommen die Katze fängt an zu brechen oder fängt an zu zucken beim Einschlafen oder jammert, also sorry, das ist nix für Kinder.
ich würde mich mit den kindern noch zusammen verabschieden, wie oben beschrieben mit leckerchen und kerze das finde ich sehr schön.

Und fahre dann bitte ohne Kinder.

Gruß
BlueAngel1008

Beitrag von rabe2 30.11.10 - 13:32 Uhr

Wenn man sich vorher von den Tieren verabschieden kann, ist das bestimmt toll und wünschenswert.

In unserem Fall sind wir bei beiden Katzen von jetzt auf gleich vor die entscheidene Antwort gestellt worden. Die Kinder waren bei beiden Katzen in der Kita. Wußten, dass wir mit ihnen zum Arzt fahren. Bei Maggie haben wir die Kinder nicht abgeholt und das war ein Fehler.

Bei Lucy hatten wir die Möglichkeit, die Kinder zu holen, damit sie sich von dem bereits toten Tier verabschieden können. Von Maggie haben sie sich nicht verabschieden können, was ihnen sehr wehgetan hat. Und obwohl Maggie 5 Monate vor Lucy gestorben ist, hat meine Tochter (damals gerade 4) Lucy ein Bild von uns Fünfen mitgegeben und hat zu Lucy gesagt, dass sie es bitte Maggie geben soll, damit sie sich an uns erinnert.

Für meine Kinder, ich betone, für meine Kinder war das der richtige Weg!

Alles Gute
Stephanie

Beitrag von emelinchen 30.11.10 - 13:54 Uhr

Vielen Dank fuer die Antworten.

Ich werde die Kinder nicht mitnehmen, auch weil ich mit ihr beim Abschied allein sein will.

Da wir die Katze im Garten begraben, nehme ich sie ja wieder mit nach Hause, so dass er sich dann verabschieden kann.

Und aufgrund der Antworten werde ich ihm vorher wohl nichts sagen, sondern ihm danach alles erklären und morgen gemeinsam mit ihm das Grab schmücken.

Vielen Dank nochmal!

liebe Gruesse

Emelinchen