Selbstaufgabe

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von felix.mama 30.11.10 - 13:59 Uhr

Hallo!

Ich lese hier im Forum gerne und oft den Begriff "Selbstaufgabe". Dabei wird er oft negativ belastet.
Nur was ist für euch Selbstaufgabe? Wo fängt sie an und wo sollte sie aufhören?

Was ist mit den Müttern die sich entschlossen haben nur Mutter zu sein? Was ist mit den Müttern die alles für ihren Nachwuchs machen?

Sind das alles "schwache" Frauen?

Ich möchte niemanden verurteilen, denn ich bin gerne eine arbeitende Hausfrau mit Kind. Ich sehe das nicht als "Aufgeben", sondern als bereicherung!

Beitrag von espirino 30.11.10 - 14:22 Uhr

Hallo,

"Selbstaufgabe" ist meines Erachtens nach der komplette Verzicht auf eigene Bedürfnisse nach Ruhe... Anerkennung... Achtung... Respekt... Wer auf das alles verzichten kann um des lieben Friedens und der Familie willen, der gibt sich auf.

Ich gehöre nicht zu denen, die mit Leib und Seele Mutter und Hausfrau sind. Ich bin froh, wenn ich wieder auf Arbeit kann und außer den Kindern hinter her zu räumen auch mal mit meinen Händen etwas schaffe, daß nicht der Familie zugute kommt.

LG Jana

Beitrag von nakiki 30.11.10 - 14:29 Uhr

Hallo!

Selbstaufgabe sollte nirgendwo anfangen und demnach sofort aufhören!
Selbstaufgabe bedeutet, das was einem wichtig und lieb ist aufzugeben. Zurückzustecken obwohl man dies eigentlich nicht möchte. Seine eigenen Ziel für andere aufzugeben und es selbst nicht wollen!

Das was du meinst, ist eine Verschiebung der Prioritäten, aber das hat nichts mit Selbstaufgabe zu tun. Wenn jemand Hausfrau und Mutter sein möchte und damit glücklich ist, ist daran nichts verwerfliches. Verwerflich wird es jedoch, wenn man später genau dies seinem Kind oder seinem Mann vorwirft. Das typische "Ich habe für dich...".

Ob es sich dabei um schwache Frauen handelt, mag ich nicht beurteilen. Meiner Meinung nach sind es naive Frauen, die sich in so eine Abhängigkeit begeben.

Gruß nakiki

Beitrag von widowwadman 30.11.10 - 22:34 Uhr

"Verwerflich wird es jedoch, wenn man später genau dies seinem Kind oder seinem Mann vorwirft. Das typische "Ich habe für dich...". "

Oder wenn sie anderen Frauen vorwerfen schlechte Muetter zu sein, nur weil sie es anders machen und weniger aufgegeben haben

Beitrag von dominiksmami 30.11.10 - 14:30 Uhr

Hallo,

Selbstaufgabe bedeutet für mich das man sich selber aufgibt! *g*

Also das man weder seine eigenen Wünsche, noch seine Bedürfnisse wirklich ernst nimmt, bzw. diese völlig ignoriert.

Ob man das zu Hause macht oder im beruf spielt dabei definitiv keine Rolle, falsch ist es immer, in meinen Augen.

lg

Andrea

Beitrag von ayshe 30.11.10 - 14:33 Uhr

So sehe ich das auch.


Aber ich glaube, daß manche damit meinen, daß sich das Leben so sehr ändert, daß man das alte Leben "aufgibt".
Und sicher ändert ein Kind das ganze Leben, ist ja klar.

Beitrag von dominiksmami 30.11.10 - 14:41 Uhr

Das ist klar *nick*

aber dieses Wort "aufgeben" ist so negativ behaftet. Veränderung kann doch so etwas tolles sein, ganz ohne das ich mich dafür aufgeben muß.

Veränderung annehmen, Selbstaufgabe ablehnen....ich denke irgendwo da liegt der, wie so oft nur schwer zu treffende, Mittelweg.

lg

Andrea

Beitrag von ayshe 30.11.10 - 14:45 Uhr

Genau,
aber gerade wenn jemand dieses "Selbstaufgabe" benutzt, habe ich auch den Eindruck, daß da eben auch eine Ablehnung ist, eine Unzufriedenheit über die Veränderung, falsch eingeschätzt oder so.

Und besonders wenn dann manche hier anderen "Selbstaufgabe" vorwerfen, gesteigert noch durch "Sklave deines Kindes", dann ist ja wohl alles deutlich.

Beitrag von manavgat 30.11.10 - 15:28 Uhr

Was ist mit den Müttern die sich entschlossen haben nur Mutter zu sein? Was ist mit den Müttern die alles für ihren Nachwuchs machen?

Das sind keine guten Mütter!


1. ist eine Mutter eine selbstständige Person. die irgendwo aufhört und dann fängt irgendwo das Kind an. Symbiotische Beziehungen bringen gestörte Menschen hervor.


2. Gehört es zur Sozialisation eine gewisse Frustrationstoleranz zu entwickeln. Wer das nicht nicht hat, wird Drogenkonsument, gewalttätig oder kriminell. Oder alles zusammen.

Hinzu kommt:

wer sich entschließt, nur und ausschließlich für die Kinder da zu sein und keine anderen Bedürfnisse zu haben, der verlagert die Verantwortung für das eigene Wohlergehen auf die Kinder und auf den (vermutlich völlig überlasteten/überforderten) Ehemann/Partner


und


was ist, wenn der Partner ausfällt (Tod, Scheidung, Krankheit)?


Gruß

Manavgat

Beitrag von daisy80 01.12.10 - 11:25 Uhr

Nanana, nciht jeder, der keine Frustrationstoleranz hat, wird kriminell oder abhängig, da gehört schon noch mehr dazu.

Ansonsten stimme ich dir zu.

Beitrag von gingerbun 01.12.10 - 23:12 Uhr

Unterschreib ich so!

Beitrag von kikaninchen 30.11.10 - 17:00 Uhr

Hallo!

Also, "Selbstaufgabe" ist für mich ein Begriff, der in vielen Lebensbereichen greifen kann.

Partnerschaft, Job, Familie...

Selbstaufgabe ist für mich, wenn jemand in keiner Weise mehr auf seine eigenen Bedürfnisse schaut - oder gleich behauptet er hätte keine eigenen Bedürfnisse mehr. Sowas finde ich immer bedenklich.

Ich denke, die Erklärung steckt in dem Wort selbst schon drin:
SELBST und AUFGABE.
Man gibt sich selbst auf. Das was man ist, was einen ausmacht, was einem eigentlich wirklich wichtig ist.

Das hat für mich nicht unbedingt was damit zu tun, dass man etwas "greifbares" aufgibt. Wie z.B. einen Job oder so.
Die Veränderung der Lebensumstände/des Lebensmodells ist für manche ja auch eine subjektiv fühlbare Verbesserung.

Und ganz ehrlich: Eine neue "Hausfrauendiskussion" brauchen wir hier bei urbia nicht.
Das endet nur wieder damit, dass einige der berufstätigen Mütter ihre Hyänengene auskramen und über die faulen, dummen, abhängigen, sich selbst aufgebenden, naiven Hausfrauen herfallen und sich selbst als völlig verzicktes, verbittertes Weiberpack outen.
Und dann kommen einige der Hardcore- blitzeblank- Bio-wir bleiben bis zum Studium der Kinder zu Hause und erziehen dann unsere Enkelkinder - Hausfrauen und beschimpfen die berufstätigen Mütter als karrieregeile, egoistische Rabenmütter, die auf dem Weg zur Selbstverwirklichung auch über die Seelenleichen ihrer Kinder gehen.

Ich hab das jetzt bewusst so überspitzt. ;-) Aber in der Vergangenheit hab ich festgestellt, dass dem Wort "Hausfrau" oder "nur" Mutter meistens eine ellenlange, unfaire Diskussion folgt.
Und ich werds nie verstehen...
Nur eins dazu: KEINE Frau, die sich dafür entscheidet die Familienarbeit dem Beruf vorzuziehen ist eine schwache Frau. KEINE EINZIGE!!!!!!!!!!
Den die Wahl des Lebensmodells legt nicht fest ob man ein "starker" oder "schwacher" Mensch ist. Das macht sich an anderen Dingen fest.

Egal. Also, wie gesagt: Selbstaufgabe verbinde ich in keinster Weise mit Mutterschaft. Das ist nur ein Bereich, in dem das vorkommen kann. Einer von vielen.
Ich kenne z.B. einen Menschen, der sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst für seinen Job aufgibt.

Und ich kannte früher mal jemanden, die sich selbst völlig für eine aussichtslose Partnerschaft aufgegeben hat. Ihr eigenes Leben völlig auf Eis gelegt hat, in der Hoffnung der Typ würde anrufen, fragen ob sie Zeit hat, sich mit ihr Treffen wollen... Sie hat sich um nichts mehr gekümmert. Job, Familie, Freunde... Es gab nur noch ein Thema, alles kreiste um diesen Mann. Der Job ging flöten, die meisten Freunde auch - sie hielt daran fest. Zum Schluß hat sie sich kaum noch getraut zu bestimmten Zeiten das Haus zu verlassen - ER könnte ja vorbei kommen.
Sie hat ihre eigenen Prinzipien aufgegeben, ihre eigene Meinung, ihren eigenen Willen, ihre Zukunft - sie hat wirklich nur für diesen Mann, für diese "Partnerschaft" gelebt.
Es kam wie es kommen musste: Die Beziehung endete, er ließ sie hängen und blieb bei seiner Frau (war verheiratet).
Und sie stand vor dem Nichts. Kein Job mehr, mit der Familie wegen dieser Beziehung völlig überworfen, die meisten Freunde vor den Kopf gestoßen, allein!
Und quasi ein Sozialfall.
DAS ist Selbstaufgabe.
Und Kinder/Mutterschaft waren da zu keiner Zeit im Spiel. ;-)

In diesem Sinne einen schönen Feierabend!

LG

Beitrag von alocin1970 30.11.10 - 21:40 Uhr

Ich danke dir für diesen toll formulierten Beitrag, der allen Seiten gerecht wird.

Das schreibe ich als Fast-nur-Hausfrau und Mutter, die das Gefühl hat, sich immer erklären zu müssen.

Liebe Grüße, Nico

Beitrag von marion2 01.12.10 - 14:50 Uhr

Hallo,

niemand kann "nur" Mutter sein.

Das hält ein normaler Mensch nicht aus.

Gruß Marion

Beitrag von camargo 01.12.10 - 23:14 Uhr

"Was ist mit den Müttern die sich entschlossen haben nur Mutter zu sein? Was ist mit den Müttern die alles für ihren Nachwuchs machen?"

hmmm ich denke wenn eine Mutter sich ENTSCHIEDEN hat NUR Mutter zu sein weil sie das will, dann ist es keine Selbstaufgabe sondern selbstverwirklichung. Das ist so wenn jemand sich entschieden hat nur Profisportler zu sein oder Musiker.

Was anderes ist wenn eine Frau GLAUBT sie hätte keine andere Wahl als nur Mutter zu sein und sich als Opfer fühlt. Wenn sie sich wünscht noch eigenes Leben zu führen, berufstätig zu sen, es aber aufgibt weil sie denkt es würde ihr nicht zustehen oder sie fühlt sich in der Lage dazu ihre Wünsche zu leben.

Und was bedeutet schon ALLES füt den Nachwuchs zu machen??? was ist denn schon alles? da hat jeder seine eigene Vorstellung.