Aufklärung bei kleinen Kids

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von zarah89 30.11.10 - 19:18 Uhr

Hallo,
mein sohn ist erst 1 Jahr alt alsoo ist es noch kein Thema allerdings lese ich hier immer wieder das Kinder sehr früh also so mit 3 Jahren sehr deailreich aufgeklärt werden. Was mich nachdenklich stimmt. Ich wollte eigentlich nicht so früh so ins detail gehen.
Fand immer bei einem 3 Jährigen Kind die Erklärung:
Wenn Mama und Papa sich lieb haben, in einem Bettchen schlafen und sich ganz doll ein Baby wünschen dann wird die Mama irgendwann Schwanger.

Volkommen ausreichend und Ok, so wurden ich und meine Schwester aufgeklärt, es kamen erst nach und nach details dazu. Denn genauen Ablauf kannten wir erst mit ca 6 Jahren.

Dinge wie Pille und Kondom wurden erst viel später erklärt, mit 10 oder so.

Ist das eine Veraltete und Prüde Ansicht? Muss ein Kind schon im Alter von 3Jahren (oder jünger) wissen wie Sex funktionniert? Muss es da schon über Pille und Kondome aufgeklärt sein? Ist das nicht zu viel für so ein kleines Kind?

Ich denke eigentlich nicht das ich Prüde bin mein Kind darf mich und meinen Mann (also sein Papa) nackt sehen. Tut das auch regelmäßig da wir nackt schlafen und halt früh auch so ins Bad laufen. Auch schaut er mir zur Zeit liebend gerne beim Toilettengang zu. Was für mich auch völlig OK ist. (Hab die stille Hoffnung das dieses Interesse fürs Pullern das Trockenwerden fördert. Zur Zeit kuckt er jeden ganz interesiert zu, auch der Katze im Katzenklo :-) )

Ich frage halt weil ich schon wissen möchte ob ich meine Meinung zu diesem Thema überdenken sollte. Hätte also schon gerne eine Außführliche Begründung warum ihr das so macht bzw nicht macht.

Lg Sarah

Beitrag von lisasimpson 30.11.10 - 19:48 Uhr

um ehrlich zu sein habe ich hier noch von keinem gelesen, daß er sein 3 jähriges kind über verhütung aufklärt.

jedes kind wird irgendwann fragen stellen.
dies zu beantworten und ein gespür dafür zu haben, wann es dem kind reicht ist da ne feine sache.
ich glaube nicht, daß sich ein 3 jähriger für den geshlechtsakt als solchen interessiert.
da geht es eher um die frage, wie die babys in den bauch kommen und wo und wie wieder raus, wie so ein baby in mamas bauch wächt, ob sie selbst auch drin waren usw..

deine erklärung würde wohl in aller regel einem 3 jährigen reichen.
ansonsten gibt es auch ne menge aufklärungsbücher zu dem thema, die das sehr kindgerecht machen.

lisasimpson

Beitrag von mabo02 30.11.10 - 20:42 Uhr

Ich habe das hier aber auch schonmal gelesen. Da haben mehrere Muetter deeren Kinder gerade mal zwischen 2-3 Jahre alt waren gepostet, dass sie ihre Kinder aufklären.

Beitrag von lisasimpson 30.11.10 - 20:57 Uhr

nun da ist die frage was unter "aufklären" zu verstehen ist.

ich habe hier jdenfalls noch nicht gelesen, daß jemand meine, sein 3 jähriges kind würde sich für dne geschlechtsakt interessieren..

lisasimpson

Beitrag von mamavonyannick 30.11.10 - 20:03 Uhr

Hallo Sarah,

ich denke du verstehst das falsch, was hier bzgl Aufklärung von Kindern geschrieben wird. Denn wenn ich mal von meinem Sohn (4) ausgehe: er stellt zwar Fragen, die ich ihm wahrheitsgemäß beantworte bzw. richtig stelle, wenn er falsch liegt, aber ich musste dabei noch nie ins Detail gehen.
So hat es ihm gereicht, dass "der Papa das Baby bei Mama in den Bauch macht" und das Baby nicht immer aus dem Bauch "geschnitten wird" sondern im günstigsten Fall durch die Scheide der frau zur Welt kommt.
Das Wie und Warum interessiert ihn überhaupt noch nicht. Sollte er allerdings danach fragen, dann werde ich auch die weitergehenden Fragen beantworten. Allerdings werde ich (derzeit) nicht vorgreifen und Sachen zu Sprache bringen, die ihn noch gar nicht interessieren.

Ich persönlich finde das besser, als irgendwann ihn zum Gespräch zu bitten und ihn plötzlich mit allerhand neuen Sachen zu überhäufen, die ihn in der Masse vllt überfordern . Lieber befriedige ich seine kindliche Neugier und Wissensdurst anhand seines eigenen Tempos. Er kanbn diese Sachen verarbeiten, überdenken und bei Bedarf nachfragen. Und er lernt von vorherein, dass diese Dinge natürlich sind und man keine Scham haben braucht.

vg, m.

Beitrag von zarah89 30.11.10 - 20:12 Uhr

Danke für die lieben Antworten, gut dann liege ich also ansich gar nicht so falsch. Also werde ich bei meinen ursprunglichen Aufklärungsversuchen bleiben und es halt auf Nachfrage näher erläutern. Ist halt ein sehr interessantes und trotzdem heikles Thema, in der Erziehung. Da kann man meiner Meinung nach viel falsch machen. Will halt keine lügen erzählen aber trotzdem in dem Alter noch nicht mit der kompletten Wahrheit rausrücken, da ich finde das das in dem Alter schon noch ne ekelige Vostellung ist für die Kids.

Beitrag von zahnweh 30.11.10 - 20:26 Uhr

Hallo,

der Zeitpunkt des Aufklärens zeigt meistens das Kind.

Was ich gemacht habe: schon beim Wickeln ALLE Körperteile benannt. Einfach ganz natürlich.

Jetzt mit 3 Jahren hab ich Bücher aus der Bücherei ausgeliehen. Wollte wissen welche gut sind, wenn die ersten Fragen kommen. "Peter, Ida und Minimum" nahm sie aus dem Stapel, brachte es mir, erklärte mir die Bilder und klärte sich so halbwegs selbst auf.

Einige Zeit später fing sie dann an, sich selbst als Mädchen zu bezeichnen. Bis dahin sagte sie immer, sie sei ein Junge.

Die Details bestimmt sie. Was sie fragt, beantworte ich ihr. Nicht mehr und nicht weniger.

Was sie weiß, dass Frauen einmal im Monat bluten. Dass das nichts schlimmes ist. Alles weitere interessiert sie nicht.

Was Sex ist, wird sie sich schon noch erfragen.

Allerdings werde ich ihrem Interesse so mit 8/9 Jahren nachhelfen.
1. da bekommen schon einige ihre erste Periode #schwitz (auch zu meiner Zeit damals waren manche schon soweit)
2. lieber von mir, als Halbwahrheiten oder Schockgeschichten von anderen #schock (bei denen sie sich dann noch nicht mal traut nach zufragen, wenn sie zu schockierend waren)
3. auch wenn ich als Mutter hoffe, dass sie sich viiiiiiiiiiiel Zeit lassen wird. Ein Idiot und sie ist mit 11 J. keine Jungfrau mehr #schwitz ... da finde ich es wichtig, dass sie schon vorher gut bescheid weiß. Auch über die Folgen
4. jetzt mit 3 Jahren erkläre ich ihr schon beim Wickeln immer, dass sie niemanden an ihren Windelbereich ranlassen darf. Auch bei mir darf sie nein sagen. Ausgenommen, ich sehe schon dass sie leuchtend rot ist und sie Creme braucht. Das Nein ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Nur Mama und Arzt dürfen auf Ankündigung dran, wenn die Mama dabei ist und es notwendig ist, damit sie kein Aua bekommt. Alle anderen müssen ihr Nein strikt respektieren und haben keinen Grund ohne Einwilligung hinzufassen.
Dabei geht es nicht um welche detailierten Möglichkeiten es gäbe, sondern, dass sie ihren Körper schützen darf und mit einem NEIN verteidigen.

Beitrag von bine3002 30.11.10 - 23:07 Uhr

Fakt ist, dass Kinder heute früher pubertieren (und geschlechtsreif werden). Woran das liegt? Keine Ahnung, vielleicht Ernährung?!? Ist aber auch egal, weil es eben so ist wie es ist. Insofern finde ich 10 Jahre für das Gespräch "Pille und Kondom" schon fast zu spät.

Außerdem empfinde ich es als leichter ein kleines Kind aufzuklären als ein größeres, dem das Ganze dann schon peinlich ist und wo das Gespräch dann entsprechend verkrampft ablaufen würde. Und wie soll das laufen? Warten bis das Kind fragt und hoffen, dass es (früh genug) fragt? Oder ein Gespräch "aufdrängen", obwohl das Kind gerade nicht darüber reden möchte? Auch blöd.

Warum also dann nicht die Phase nutzen, wo das Kind völlig unverkrampft und ohne Scham nachfragt und diese Dinge wissen MÖCHTE. Und das ist eben so im Kindergartenalter. Die genauen "technischen" Details muss man ja nicht erklären, das kann das Kind später selbst herausfinden. Aber wie Babys entstehen, dass man sie im besten Fall zeugt, wenn man sich sehr liebt und dass man die Zeugung auch verhindern kann, die kann man doch kindgerecht und ohne Scham erklären. Ich denke, dass das Kind so das Gefühl bekommt, mit Mama und Papa darüber sprechen zu können und dass es dann nach und nach mehr Details erfragt bzw. nochmal genauer nachfragt. Wir fahren ganz gut damit und unsere Tochter ist jetzt 4 1/2 und weiß einigermaßen Bescheid wie das läuft.

Beitrag von pcp 01.12.10 - 12:52 Uhr

Ich finde man soll Fragen kindgerecht beantworten, ganz einfach.

Und wenn Dein Kind tatsächlich mit 3 schon Fragen stellt dann besorg Dir ein Buch und mach das spielerisch.

Wo ist das Problem?

lg

Beitrag von rmwib 01.12.10 - 15:18 Uhr

Ich würde in dem Alter kindgerecht auf Fragen antworten und das nicht weiter als notwendig ausführen. Ich war 2.5 als mein Bruder geboren wurde, der kam (offensichtlich aus Mamas Bauch), also wusste ich, dass Kinder aus dem Bauch kommen. Wie sie da rauskommen und vor allem wie sie da rein kommen, hat mich in dem Alter noch gar nicht interessiert.
Und sonst würd ich es da vermutlich auch erstmal mit der Liebhab-Geschichte angehen. Und nicht von wegen "Der Mann steckt seinen Penis in die Scheide und dann kommt da Sperma raus #bla" --- das ist doch für so ein kleines Kind noch gar nicht greifbar.

Mein Zwerg ist 2 und 2 Monate, er weiß dass Babies im Bauch sind und rauskommen, wenn sie fertig sind, er ist nämlich gerade Cousin geworden. Aber wie das Kind da rein kam oder wie es rauskam war ihm bisher total egal... auch wenn die Frage zwangsweise irgendwann auftaucht und da würde ich dann kindgerecht erklären und zwar wirklich nur was auch gefragt ist.

Beitrag von lagefrau78 01.12.10 - 22:59 Uhr

Meinen Sohn (4,5) interessiert das Thema brennend, und ich beantworte ihm die Fragen, die er stellt (in dem Rahmen, wie es die anderen Teilnehmer hier auch beschreiben - halte mich mit Details also zurück). Er kennt Kondome, weil er sie bei uns am Bett mal gesehen hat, und weiß, dass man die benutzt, wenn man nicht sofort ein Baby will. Wie man sie benutzt, weiß er nicht. So weit, so gut.

Neulich hat er mich völlig unvermittelt mit der Info konfrontiert, er wisse jetzt, wie die Kinder in den Bauch kommen. (Mir wär fast das Frühstück im Hals stecken geblieben...#schock) Da müssten so Tropfen vom Penis des Mannes in die Scheide der Frau kommen. Und wann wir das mal machen wollten - er hätte doch schon so oft gesagt, dass er endlich 'ne Schwester will. Und jetzt, wo er uns erklärt hätte, wie's geht, könnte es doch losgehen.
Auf die Frage hin, woher er das weiß, sagte er ganz selbstverständlich "Aus meinem Körperbuch!" (Gemeint ist Wieso weshalb warum Mein Körper, ab 4)

Langer Rede kurzer Sinn: Wenn es die Kinder interessiert, fragen sie nach - oder informieren sich halt selbst je nach Möglichkeit. Ich war total gerührt von so viel Interesse und Selbständigkeit.

Ich finde Deine Sicht völlig okay - ich hab diese Erkenntnissuche auch nicht forciert, es kam ganz von allein. Vierjährige MÜSSEN das alles sicher noch nicht wissen, aber wenn sie wollen, spricht für mich nix dagegen. Natürlich kindgerecht.

Beste Grüße!

Beitrag von mamavonyannick 02.12.10 - 07:05 Uhr

"Und wann wir das mal machen wollten - er hätte doch schon so oft gesagt, dass er endlich 'ne Schwester will. Und jetzt, wo er uns erklärt hätte, wie's geht, könnte es doch losgehen."

#rofl

Na dann mal ran an den Mann. Ausreden gelten nicht mehr, wo du doch jetzt weißt, wie es geht.


vg, m.

Beitrag von gussymaus 03.12.10 - 14:31 Uhr

ich habe nie mehr gemacht als ihne zu sagen was sie wissen wollten, also erfragten. bei kleionen gschwistern kam das thema zwar von selber, aber auch da gibt es vieles, was sie gar nicht wissen wollen...

sie wissen nun alle beide (der kleine auch seit er 4 ist, als die kleine schwester kam) dass man babys bekommen kann wenn mama und papa, die in einem bette schlafen, sich lieb haben. mehr wollte er nicht wissen und das reicht mir auch...

von mir aus würde ich erst anfangen ihnen was zu erzählen ohne dass sie fragen, wenn sie geschlechtsreif werden, also ggf ein ungeplantes kind dabei rauskäme. wenn ich bedenke dass früher mädchen schwanger wurden ohne es auch nur geahnt zu haben, weil sie schlicht nicht wussten wie es denn passiert, wird mir doch ganz anders.. also mit 10 denke ich müssten sie dann schon mal was gesagt bekommen, geht ja heute früh los mit der pubertät... aber bis dahin fragen denek ich schon alle kinder mal das eine oder andere, sodass bis dahin sicher nur noch die verhütungsfrage ber bleibt...

ich finde es, wei du es erfahren hast schon sehr modern und alles andere als prüde, normal halt... und auch euer umgang mit der nacktheit und dem ganzen finde ich völlig normal... kindern mit 3 jahren die pille zu erklären fände ich jetzt auch quatsch - woru denn?! warum?! gefragt hat das kind in dem alter sicher nicht von sich aus...