Lebenskrise

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von istvollkommenegal.. 30.11.10 - 23:15 Uhr

Hallo.

Mein Mann und ich sind seit 14 Jahren zusammen, 5 Jahre verheiratet.Er ist mein erster Mann. Wir kamen zusammen, als er 31 war und ich 21.

Ich liebe ihn sehr, und ich weiss, dass er mich auch liebt.
Aber wir schlafen fast gar nicht mehr miteinander, seit etwa 6 Jahren.
Ich fühle mich zum großen Teil auch sehr einsam, sowohl sexuell als auch emotional. Er zeigt mir auf viele Weisen, dass er mich liebt (Blumen etc.), aber bei körperlicher Nähe hört es meistens auf. Er fasst mich so gut wie nie sinnlich an und erwidert meine Annäherungsversuche so gut wie nie.

Ich bin sehr verzweifelt und denke ernsthaft über eine Trennung nach, obwohl ich ihn sehr liebe.

Wir haben etliche Male sehr lang und ausführlich darüber gesprochen, es hat sich nichts gebessert.Wir sehen beide unsere Fehler ein, aber eine langfristige Änderung ist nicht eingetreten.

Könnt Ihr aus eigener Erfahrung etwas hierzu berichten?

..

P.S.:icht konnte nicht schlafen, weil mich das so belastet (deshalb der späte Post)

Beitrag von auch egal............ 30.11.10 - 23:33 Uhr

Dazu fällt mir sprontan ein:

Irgendwer hat mal gesagt, dass man sich nirgendwo so einsam fühlen kann, wie im Bett liegend neben einem Partner zu dem keine wirkliche Nähe mehr herrscht....

Beitrag von weltenbuergerin2 01.12.10 - 02:40 Uhr

Entweder hat er seine schwule Ader endeckt, oder, was ich eher glaube, er hat Probleme, entweder liebt er dich nicht mehr oder er hat Erektionsprobleme oder keinen Bock auf Sex.
Welche Fehler habt ihr euch eingestanden?
Was sagt er, wenn du ihn fragst, warum er dich nicht mehr anfassen mag?

Beitrag von tollelolle 01.12.10 - 08:51 Uhr

Guten Morgen,

körperliche Nähe in einer Beziehung ist ein absolutes muss... finde ich.
Deshalb kann ich es gut verstehen, dass du dich "einsam" fühlst.
So wie du es schreibst, liegt es nicht an mangelnder Liebe. Also liegt evtl. ein organisches Problem vor. Dein Mann sollte mal zu einem Urologen gehen. Eine Trennung wäre meiner Meihnung nach nicht der richtige Weg.

Viel Glück für euch zwei#pro

LG

Beitrag von auch 02.12.10 - 20:41 Uhr

Hi,
schade, ich war ja zugegebenermaßen ebenfalls sehr interessiert, was hier einige Leute amtworten würden. Viele Antworten hast du ja nicht bekommen.
Mir geht es ähnlich wie dir und ich kann vollkommen nachvollziehen, wie du dich fühlst. Auch der Altersunterschied ist bei uns gleich, nur sind wir schon 10 Jahre älter. Als ich so 35 war, hätte ich am liebsten das Handtuch geschmissen .... das einzige, was mich davon abgehalten hat, war die wirklich tiefe Liebe zu meinem Mann (und das Wissen, dass er genau so fühlt).
Bei mir kommt noch dazu, dass mein Mann wenig bis gar nicht über Gefühle sprechen kann/will. Er zieht sich in solchen Momenten völlig in sich zurück. Für mich, die eher sehr gefühlsbetont ist eigentlich eine Katastrophe. Wir haben auch wochen bzw. monatelang nicht miteinander geschlafen. Ich hab alles versucht, wirklich alles ... bis hin zum Auszug aus dem Ehebett (getrennte Zimmer können manchmal Wunder wirken).
Heute weiß ich, dass es bei ihm wohl an der Kindheit liegen muss.
Sein Vater war ein Despot, seine Mutter versteckt alkoholabhängig. Zärtlichkeiten war für die 3 Kinder eher ein Fremdwort, Liebe erst recht. Gefühle zeigen ging schon mal gar nicht. Also eigentlich kein Wunder, dass er so geworden ist. Seine erste Frau war dann wohl ähnlich.
Naja, nach vielen Stunden/Tagen "in-mich.gehen" habe ich für mich beschlossen, dass ich unsere Beziehung, die wirklich fest und stabil ist, nicht so einfach wegwerfen will. Ich werde meinen Mann nicht ändern können, das ist mir klar. Wir haben kleine Kompromisse gefunden - er akzeptiert meine Kuscheleinheiten und genießt sie mittlerweile auch. Ich dränge ihn nicht mehr, was den Sex angeht. Ich lasse einfach ihn entscheiden - auch wenn mir das oft genug noch schwer fällt. Dafür ist dann jedesmal wenn wir zusammen sind wahnsinnig gut und toll.
Würde ich mich von meinem Mann trennen, nur weil wir eben nich sooft zusammen Sex haben wie das vielleicht der "Normalfall" wäre - weiß ich, was ich als nächstes bekomme? Der Mann kann dann zwar jeden Tag wollen, aber was wird dann beziehungsmäßig sein? Mein Mann und ich verstehen uns oft fast ohne Worte ... wir mögen die gleichen Dinge, lesen die gleichen Bücher (nur nicht die gleiche Musik) - ich könnte hundert Dinge aufzählen. Ich weiß, dass mein MAnn sehr stolz auf unsere Familie und auf mich ist. Er sagt das nicht nur mir, sondern auch anderen.
Für mich ist so etwas auch wie Streicheleinheiten - es streichelt die Seele und das tut unheimlich gut und hat einen langen Nachklang.
Es sind die tausend kleinen Dinge im Alltag, das Wissen, dass er da ist, wenn ich ihn brauche und dass er mich dann auch in den Arm nimmt. Die kleine Geste, wenn er manchmal kurz meine Hand nimmt oder der Abschiedskuss am Morgen ist mir viel, viel wichtiger geworden...

Viel helfen kann ich dir damit sicher nicht. Aber ihr habt immerhin den Vorteil, dass ihr beiden darüber miteinander reden könnt. Vielleicht fühlt sich dein Mann ja auch ein bissel bedrängt von dir ;-)

liebe grüße