Das ist doch nicht mehr normal

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Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von jinnyjoes81 16.01.11 - 10:20 Uhr

Hallo,

ich muss mal wieder meine Gefühle loswerden....

Ich weiss einfach nicht mehr ob das normal ist. Wir waren gestern auf einem Geburtstag. Meine Schwägerin mit ihrer fast einjährigen Tochter war auch da. Und wenn ich dieses Glück sehe, kann ich einfach nicht mehr. Es ist eine wahnsinnige Qual für mich mit den Beiden zusammen zu sein. Am liebsten würde ich aufstehen und gehen, ich kann das einfach nicht ertragen. Sie hat genau das was ich möchte. :-(
Solange die beiden da sind, geht es nur um das Kind oder um kinderbezogene Themen. Ich bin total verkrampft, weil ich Angst habe das DIE Frage aller Fragen kommt: "Und wann ist es bei euch so weit?"
Auf irgendeinem Grund ist sie zum Glück nicht gefallen, sonst wäre ich vermutlich aufgestanden und gegangen. Ist das denn noch normal?
Ich hatte dieses Kind kurz nach der Geburt einmal auf dem Arm, seit dem schaffe ich es nicht mal es anzuschauen, weil es mir das HErz zerreisst. Das Dumme ist, es ist das Patenkind meines Mannes.

Ich habe auch ein Patenkind, das in dem gleichen Alter ist, und das konnte ich von anfang an akzeptieren. Aber alles andere wird von Jahr zu Jahr erfolglosem Üben immer schwerer. Wenn jemand schwanger ist, kann ich mich nicht mehr für sie freuen. Oh Mann, ich kann mich dafür echt selbst nicht mehr leiden. Das kann doch alles nicht richtig sein sich so zu verhalten....
Kennt ihr das so extrem auch?

Seit ein paar Monaten spukt mir immer wieder der Gedanke im Kopf rum "Was wenn wir nie ein Kind bekommen werden" Kann ich damit leben? Wie wird man damit umgehen können? Es ist ja so schon schwer genug, aber wenn man irgendwann einfach aufhören muss zu üben oder einem die Ärzte auch nicht mehr helfen könnnen? Ohhh je, wer hätte jemals gedacht das das Thema KiWu so kompliziert werden würde....


So, sorry für mein #bla aber ich hoffe teil jemand von euch seine Empfindungen mit mir....

Beitrag von motmot1410 16.01.11 - 11:11 Uhr

Deine Empfindungen sind sicherlich normal, aber nicht besonders gesund.
Ich glaube jede Frau, bei der es mit dem Kiwu einfach nicht klappen will, kennt diese Gefühle.
Mir ging es eine Zeit lang genauso und meine größte Angst war, dass wir niemals ein Kind bekommen würden. Jede Schwangerschaftsnachricht war ein Schlag für mich. Und dann wurde meine "älteste" Freundin wieder schwanger und das, als wir gerade unsere ICSI-Diagnose bekommen haben.
Meine erste Reaktion darauf war, dass ich den Kontakt abbrechen wollte #klatsch
Und da ist mir klar geworden, dass ich mich meine Ängsten stellen muss. Also hab ich genau diese Gedanken, die Dir in letzter Zeit durch den Kopf gehen, zu gelassen. Ich hab mich gefragt, wie mein Leben wohl aussehen könnte, wenn auch die ICSIs nicht zum Erfolg führen würden.
Und es war gar nicht so schlimm. Im Gegenteil: Ich habe durchaus Attraktives an ein Leben ohne Kinder gefunden und habe Pläne ohne Kinder gemacht. Habe mir überlegt, was sich dann beruflich für mich auftun würde und wo wir leben könnten. Das hat mir wirklich sehr geholfen UND ich habe mich sogar etwas auf diese "Alternative" gefreut. Die Zukunft ohne Kinder war plötzlich nicht mehr so beängstigend und so konnte ich auch viel entspannter an die Behandlung gehen. Sie war nicht mehr meine einzige Hoffnung, sondern eine Chance auf meinen Plan A. Wäre der gescheitert, dann hätte es halt den Plan B gegeben.
Danach konnte ich mich auch wieder mit meiner Freundin treffen und mich auch für sie freuen. Wir haben sogar über ihre Schwangerschaft gesprochen und ich konnte ihren Bauch ganz ohne Neid wachsen sehen.
Sie hatte auch nicht das, was ich wollte. In ihrem Bauch wuchs ihr Wunschkind und nicht meins. Warum sollte ich sie da beneiden?
Und genauso ist es mit Deiner Schwägerin: Deine Schwägerin hat keineswegs das, was Du möchtest. Es ist ihre Tochter und nicht Deine. Du sehnst Dich nach einem eigenen Kind!
Und wenn Du so Angst davor hast, dass Du auf euren Kiwu angesprochen wirst, warum gehst Du dann nicht einfach offensiv mit dem Thema um? Wir haben das gemacht und unser Umfeld aufgeklärt. Danach war Ruhe und wir konnte ich auf unser Behandlung konzentrieren und brauchten uns keine Ausreden mehr einfallen lassen. ;-)

Beitrag von francebla 16.01.11 - 11:13 Uhr

#winke

Oh ja,das kenne ich zu gut...alle um einen rum werden Schwanger nur man selbst nicht.
Gestern waren wir auch auf einen Kindergeburtstag Eingeladen ...HÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ wir haben keine Kinder warum sollen wir dahin????Dann waren sie sauer das wir nicht da waren obwohl wir auch abgesagt haben...(Wollten bestimmt nur Geschenke haben,das Kind ist 1 Jahr geworden)Und dann geht es nur meine Freundin ist Schwanger und hat so lange gebraucht um Schwanger zu werden.Mein Kind hier mein Kind da...und dann wird gesagt ,das wirst du auch bald erleben....ich kann es nicht mehr hören....
Ich erlebe hier seit 7 Jahren oder länger ich weiß es nicht mehr nichts in dieser Richtung.
Alle wissen das wir diesen Wunsch haben,aber manche meinen sie müssen noch Salz in die Wunde streuen.
Denken nicht von 12.00 Uhr bis Mittag.
Manche haben echt kein Feingefühl.
Ich will ja nicht das alle meinen sie müssen überlegen was sie sagen wenn sie mit mir zusammen sind aber so ein bisschen Kopf einschalten wäre ja schon nett .
Ich könnte dir jetzt soooo viel dazu schreiben....
Sorry,jetzt habe ich mir auch Luft gemacht...:-(#hicks
Aber wie du siehst geht es mir auch so...
Es verstehen ehe nur die die ein unerfüllten Kinderwunsch haben.

GLG#blume

Beitrag von tritratrullalala 16.01.11 - 13:07 Uhr

Unerfüllter Kinderwunsch kann einen schon sehr belasten. Ich denke, du solltest gut aufpassen, dass es dich nicht isoliert. Gerade, wenn es einem schlecht geht, braucht man sein soziales Netz.

Wir sind mit unserem Kinderwunsch und den Behandlungen recht offen umgegangen (obwohl ich bei meinem Alter nicht mal mehr gefragt wurde ;-)) und das hat meine Umwelt mit dem Thema einfach rücksichtsvoller werden lassen. Ich kann Offenheit sehr empfehlen. Es nimmt Druck und erspart einem doofe Sprüche.

Wenn dich der Kinderwunsch so bedrückt, dass es dein Sozialleben belastet und einschränkt, dann würde ich über professionelle Hilfe nachdenken. Es gibt genug Frauen/Paare, die sich die Hilfe eines Psychotherapeuten suchen. Das ist ein ziemlich schweres Päckchen, das man da trägt, und da kann jede Hilfe nur nützen.

Alles Gute,
Trulli

Beitrag von feroza 16.01.11 - 15:06 Uhr

Hallo..

ich glaube Dich zu verstehen, sicher ist aber, das viele andere hier die gleichen Emotionen haben wie Du.
Bei mir ist "es" noch nicht ganz so weit, (wir üben erst 2 Jahre, und bisher noch ohne IUI/IVF/ICSI) daher betrachte ich wahrschenlich eher von der objektiveren Seite.

Ich fand motmot141´s Beitrag sehr gut, und spiegelt auch meine Gedanken wieder, wenn ich daran denke, das es vielleicht bei mir/uns eintritt, das nichts hilft SS zu werden...

Sicher ist jeder Mensch da verschieden, aber einen "Plan B" wie sie so schön sagt, ist doch für die Zukunft sehr wichtig!
Ich versuche mich schon jetzt dahingehend zu bremsen, das ich nicht nur an einen Plan A denke, und Bärchen-Tapeten aussuche, in Babygeschäften bummeln gehe oder oder...

Sondern habe jetzt ganz frisch einen neuen, sehr erfolgsversprechenden Job angefangen, mit hohen Aufstiegschancen, ganz ungeachtet dessen, was passiert, wenn ich diesen, nächsten oder den 32.ÜZ schwanger werde.
DANN überleg ich mir, wie Plan A in Plan B rein passt. Und nicht umgekehrt.

Ich weiß, das ist nicht sehr tröstlich, aber besser als sich aufzugeben.

Wünsche Dir viel Kraft!#blume