Meine Oma

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von ccr884 24.01.11 - 07:40 Uhr

Hallo ihr Lieben,

gestern Abend wurde meine Oma ins Krankenhaus eingeliefert.
Sie hat die ganze Woche über kaum noch trinken oder essen könne. Den ganzen Tag über hat sie nur erbrechen müssen.
Gestern Abend hat sie sich endlich bereit erklärt ins Krankenhaus zu gehen.
Anfangs sah alles nicht so gut aus, nachdem sie einen Tropf bekommen hatte ging es aber wieder Berg auf und sie war voller Lebenskraft.
Heute morgen um 6 rief dann meine Mutter an. Sie ist tot, hatte wohl einen Herzinfakt. Ich kanns irgendwie garnicht glauben.
Sie liegt jetzt im Krankenhaus in einem Zimmer, dort können wir Abschied nehmen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ich das schaffe. Nachher bereue ich es noch, wenn ich nicht hingehe.
Ich denk die ganze Zeit nur: Sei stark, denk an dein Kind ( 6 Monate ).
Bin so unendlich traurig und kann es einfach nicht verstehen. Hab gerade niemanden der mich mal in den Arm nehmen kann, deswegen schreibe ich euch.
#kerze für meine Oma, ich habe sie sehr geliebt

Tina


Beitrag von yozevin 24.01.11 - 08:43 Uhr

Hallo Tina

Mein Beileid #liebdrueck Ich weiß, wie du dich fühlst!

Sei in dieser Situation nicht ganz so stark, sondern denke auch an dich! Wenn du jetzt trauern willst/musst, damit es dir ein wenig besser geht, dann lass es zu...

Wenn du es irgendwie einrichten kannst, dann geh bitte zu deiner Oma und verabschiede dich! Wenn du jetzt schon glaubst, es hinterher zu bereuen, dann geh ins Krankenhaus!

Mein Opa starb ganz plötzlich und unerwartet Anfang Dezember, wohl ebenfalls an einem Herzinfarkt, nachdem er ein paar Tage vorher einen Schlaganfall hatte und es ihm nach einer Operation wieder gut ging... Und ich bin sooo froh, dass ich es einrichten, ihn noch ein letztes Mal zu sehen und mich wirklich "persönlich" von ihm zu verabschieden! Er sah so unheimlich friedlich aus, als würde er schlafen und im nächsten Moment laut aufschnarchen.... Das und die Gewissheit, dass er sein Leben in vollen Zügen bis zum letzten Moment genossen hat, hilft mir unheimlich über meine Trauer hinweg!

Fühl dich mal ganz lieb gedrückt! Die Situation ist unheimlich schwer, das weiß ich!

LG

Beitrag von ccr884 24.01.11 - 14:15 Uhr

Danke dir.
Ich war vorhin bei meiner Oma. Es war zwar hart aber es war die richtige Entscheidung.

Danke fürs zuhören.

LG Tina

Beitrag von yozevin 24.01.11 - 14:44 Uhr

Schön, dass du es geschafft hast, dich persönlich zu verabschieden... Glaub mir, das hilft in der Trauer wirklich ungemein!

Beitrag von derhimmelmusswarten 24.01.11 - 22:09 Uhr

Das ist sicher ein Schock, wenn jemand dann doch so plötzlich stirbt. Als mein Opa starb, haben wir ihn aufbahren lassen. Er starb Sonntags und wurde Donnerstags beerdigt. Wir bekamen vom Bestatter einen Schlüssel zur Leichenhalle und ich muss sagen, dass wir mehrmals da waren und Blumen und Kerzen abgestellt haben. Wir konnten uns aussuchen, ob wir ihn aufbahren lassen oder ob der Deckel des Sarges direkt geschlossen werden soll. Es war schon irgendwie komisch, aber nicht schlimm in dem Sinne. Es sah aus, als würde er dort liegen udn schlafen. Als würde nur eine Hülle dort liegen. Das sagt eigentlich fast jeder, der Tote gesehen hat.