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Forum: Schlafen

Bitte, Baby, schlaf jetzt ein: Manches Neugeborene macht die Nacht gern zum Tag. Hier könnt ihr Trost nach schlimmen Nächten finden und euch gegenseitig Tipps geben, wie euer Baby zu einem guten Schläfer wird.

Beitrag von angle07 26.01.11 - 05:21 Uhr

Morgen *gähn*,

eigentlich hätte mein Wecker erst um halb 6 (wir haben 5, seit einer halben Stunde versuche ich zu schlafen) geklingelt und eigentlich hätte ich auch erst um 6 aufstehen müssen.
Nein, schlafen ist nicht...jetzt bin ich wach.

Unser Schlafproblem wird einfach nicht. Ich habe davon schon mal berichtet und ganz liebe Tips bekommen.
Nun schlief Daniel die letzten, ich glaube, 14 Tage Abends super ein.
Nachts ging das Theater immer los. Mama meine Spieluhr, Mama mein Krokodil...Mama du musst kommen, Mama ich will was trinken....usw.
Seine Spieluhr hat er, weil er total auf Musik fixiert ist. Mit der Musik schläft er wenigstens ein. Wir habens schon mit CD's versucht. Kaum sind die zu Ende, schreit er wieder rum. Stur zu bleiben und zu sagen das nun die Cd durchgelaufen ist und schon lange Schlafenszeit ist, hilft nicht.
So lang er mit seiner Spieluhr einschlafen kann soll er sie halt haben.
Sein Krokodil ist so ein ''großes'' aus der Ikea. Das liegt an seinem Bettrand und gibt ihm schon Immer seinen ''Schutz''. Ohne das an seiner Seite kann er nicht schlafen. Nur so weit zu den zwei Dingen das ihr wisst warum...

Nachts wurde es dann auch weniger zum letzten Wochenende.
Ich war mal nicht jede Stunde hellwach dank Daniel, weil er besser schlief.

Seit Montag hat mein Mann Nachtschicht. Jetzt ging alles wieder von vorne los.
Daniel will Abends nicht schlafen. Macht Terror hoch 3. Ich reagiere weiterhin konsequent. Auf diese Konsequenz reagiert Daniel dann mit kräftigem und sehr trotzigem Kreischen. Das ist schon kein Schreien mehr.
Dieses Kreischen wendet er Immer an, wenn er was nicht bekommt, wenns nicht nach seiner Nase geht. Er kam mit diesem Kreischen aber noch nie durch, sprich bekam deswegen nicht seinen Willen.
Nachts versucht er mich wieder durch die Gegend zu kommandieren.
Ich soll dies tun und ich soll jenes tun.
Es wird wieder gekrischen. Meine Nachbarn kennen Daniel und unser Problem zum Glück, aber auch die Fragen öfter mal nach was wieder war.
Sie zeigen mir Verständnis und versuchen mir ebenfalls mit Rat beiseite zu stehen, aber Daniels Ausdauer ist größer.

In der Nacht brauche ich ungerfähr 20 Min bis er Ruhe gibt. Manchmal fängt er dann auch nach 10 Min gleich wieder von Vorne an.
Vorhin war es dann auch mal wieder so weit. Mein Mann ist gerademal eine Stunde von der Nachtschicht zu Hause. Daniel fängt wieder an. Mein Krokodil ist runter gefallen. Er soll es bitte selbst aufheben. Nein, Mama soll das machen. (Wir sprechen übrigens durchs Babyphone, mehr auch gleich dazu). Auf einmal fängt er mit seiner Spieluhr an. Meine Spieluhr ist weg. Ich sage..die liegt bestimmt beim Krokodil, geh doch mal bitte schauen. Nein die liegt da nicht! Ich will was trinken. Daniel es gibt jetzt nichts zu trinken, die Nacht ist nicht mehr lange. Und hier fängt das Kreischen an. Kreisch, Motz, Mach, Tu.....Papa steht auf, weil er nicht schlafen kann. Sagt Daniel nochmal klip und klar was Sache ist und das wi auch schlafen wollen.
Er erwähnt, die Mama möchte jetzt auch weiter schlafen können.
Sein Kommentar: nein das darf sie nicht!

Inzwischen schläft Daniel zwar wieder, aber ich kann nicht mehr schlafen, weil ich bis Sonntag Abend der Grippe verfallen war und mein Husten mich noch fertig macht. Bis ich einschlafe ist der Wecker da.

Zum Babyphone. Unsere Schlafzimmer sind ja leider weiter auseinander. Mal kurz was rüber sagen ist da nicht. Kommt kaum an das man es hört.
Da Daniel es bevorzugte immer direkt ins Schlafzimmer zu kommen, sich aber dann auch ins Bett zu quetschen und da Terror zu machen, bevorzuge ich eben lieber das Babyphone. Er hat die Sicherheit das ich ihn höre und flippt nicht sofort aus.
Als wir damals das Babyphone abschafften, weil wir dachten er schläft Nachts gut durch (hatte er ja auch mal), fing das Problem an.
Wir hörten ihn nicht sofort rufen und schon krisch er in den höchsten Tönen die man sich vorstellen kann.
Irgendwann fand er heraus das man ja zu Mama und Papa laufen kann. So weit isses ja nun auch nicht. Das möchte ich aber abstellen...zumindest in dem Rahmen, das er sich ins Bett pflanzt und da Terror macht.
Mit Babyphone habe ich ihn dann schneller beruhigt, als wenn er im Schlafzimmer ist.

Daniel weiß übrigens auch das er Morgens, wenn es draußen hell wird, zu uns kommen darf. Überhaupt kein Problem. (Ok, es wird halt sehr spät hell, meist bin ich eben vorher aufgestanden) Er sagt mir das jeden Abend mit Freude, das er dann kommt wenn die Sonne aufgestanden ist.

So, was mach ich nun wieder falsch?
Babyphone abschaffen wär ja ganz nett, aber wie?
Wie Nachts reagieren wenn er wieder so anfängt?

Ich brauch eben auch meinen Schlaf. Ich starte eben mit meiner Selbstständigkeit durch und hab nun einige Termine morgens. Irgendwann muss ich klar denken können und nicht umfallen.

Liebe Grüße
Angi

Beitrag von angle07 26.01.11 - 05:23 Uhr

Ach PS.
Sein Schlafrythmus:

Mittags keinen Schlaf mehr. Wenn er sehr müde ist, dann kuscheln wir auf der Couch und er schläft manchmal ein Stündchen.
Abends um 7 ins Bett. Schläft um 8 eigentlich recht gut ein, manchmal früher. Seit Nachtschicht erst frühestens halb 9. Erste Wachphase um halb 1, zweite um 2, nächste um halb 4, spätestens 4, schläft dann bis ich ihn wecke (um 7 bei Nachtschichtzeiten, Tagschicht um 5).

Beitrag von dodo0405 26.01.11 - 09:24 Uhr

Hallo und guten Morgen,

natürlich, dein Sohn ist 3 Jahre alt, und alle anderen Kinder im Bekanntenkreis werden wohl in dem Alter schon seelig in ihren Betten schlummern und kein Theater machen :-) und du fragst dich, was du falsch gemacht hast warum es dein Sohn nicht tut.

1. Räumliche Distanz.
Eure Schlafzimmer sind sehr weit auseinander. Sprich: Du bist nicht in "Rufnähe", wenn er etwas braucht. Das kann für einen 3-Jährigen richtig belastend sein. Beispiel: Meine Tochter schläft gleich nebenan, und die Türen sind immer offen. Damit sie nachts rufen kann. Sie braucht das zur Absicherung.

2. Schlechte Erfahrung
Das Babyfon war abgeschafft, dein Sohn hat geschrien, ihr habt es nicht gehört. Ich denke das war einfach ein schlichtweg einschneidendes Ereignis, das er nicht verarbeiten kann.

3. Nähe/Kuschelbedürfnis:
Dein Sohn zeigt es dir sehr deutlich: Er sucht Nähe, hat ein großes Kuschelbedürfnis, braucht etwas, wo er sich anlehnen kann (Kuscheltier), sucht etwas, das er schon von Babytagen her kennt (Spieluhr). Das reicht ihm aber nicht, denn er braucht Aufmerksamkeit. Weil er sie so nicht kriegt - Mama und Papa haben ihm ja das Kuscheltier und die Spieluhr gegeben zur Befriedigung seiner Bedürfnisse - macht er Terror.

4. Kindliche Angst
Klar könnte er nachts zu euch rüber laufen. Aber der Weg ist weit und dunkel, der Boden kalt und so viele Türen und Wände da, an denen man anlaufen könnte. Und was ist erst mit den vielen Gespenstern und Geistern...


Was ich machen würde? Nicht per Elektronik mit meinem Kind kommunizieren. Er will eure Nähe, und du sprichst per Babyfon zu ihm. Stell dir mal vor dein Mann ist auf Geschäftsreise und du sehnst dich so nach ihm. Und er sagt: ich bleib noch eine Woche länger, wir können aber telefonieren.
Ist ja auch nicht das selbe. Ein Kind versteht das noch viel weniger.

Ich würde ihm signalisieren, dass du immer da bist wenn er dich braucht. Natürlich hast du durch das Babyfon auch den Nachteil der ständigen "Rufbereitschaft". Ganz ehrlich, ich würde es weg nehmen und ihm sagen, dass er jederzeit kommen darf, wenn er will. Aber in Mamas Bett einfach dann leise sein muss. Und ein Nachtlicht im Flur würde ich auch aufstellen.

Vielleicht würde ich auch ein anderes Abendritual einführen. Anscheinend reicht ihm die angebotene Nähe nicht.

lg

Beitrag von sparrow1967 26.01.11 - 09:47 Uhr

#pro

Beitrag von angle07 26.01.11 - 10:12 Uhr

1. unsere Türen sind immer offen.

2. Im Flur ist ein kleines Tischlämpchen mit gedämpftem Licht an. Die Kommode steht schräg gegenüber von seinem Zimmer.
In seinem Zimmer selbst hat er nochmal ein kleines Farbwechslerlicht, was nicht so viel Licht macht, aber Sicherheit gibt. Das hat er sich selbst ausgesucht und ist stolz wie Oskar.

3. Er bekommt sehr viel Nähe von Uns. Wir kuscheln viel und beschäftigen uns auch so sehr viel mit ihm. Bei mir wird nicht einfach Kind vorm Tv abgestellt. TV gibts ne halbe Stunde am Abend zum Sandmann und vorher Lauras Stern.
Da sind wir auch dabei und kuscheln auch nochmal mit ihm.
Das Krokodil braucht er, meiner Meinung nach, um das Bett an die Aussenkante aufzufüllen.Das liegt immer am selbsn Platz und damit kuschelt er auch nicht.

4. Abendritual ist vollkommen in Ordnung. Daran kann man nichts aussetzen.

5. Sagen wir ihm im Bett auch immer das wir immer für ihn da sind und wenn was sein sollte er ruhig rufen kann. Einer von Uns kommt immer.

6. Versucht er Nachts Zeit zu schinden, in dem ihm tausend Sachen einfallen die er nun braucht. Sein gekreische ist Trotz pur. Ich kenne ihn wohl gut genug um das beurteilen zu können. Angst und Traurigkeit hört sich bei ihm ganz anders an.

7. Er will das wir zu ihm kommen. Ich erinner nochmal an seine Aussage von heute Nacht, Mama soll aber nicht schlafen!

Das Babyphone findet er übrigens toll. Wie ich finde nur manchmal zu toll um noch tausend Dinge sagen zu können. Jetzt braucht er noch das und nun noch das und jetzt will er nochmal was trinken, obwohl er gerade erst getrunken hat.
Liegt er in meinem Bett dann flüstert er mir die halbe Nacht ins Ohr das er etwas trinken will, nur damit ich nicht schlafe.
Deshalb kommt er mir nicht mehr ins Bett.
Wenn er mal so etwas hätte, z.B. einmal die Nacht was trinken, aufs Klo oder sonst was, wäre das ja Ok, aber nicht alle Stunde oder alle halbe Stunde.

Beitrag von sparrow1967 26.01.11 - 11:30 Uhr

Geht er in den Kindergarten? Kann es sein, dass er Nachts die SIcherheit braucht, dass du auch wirklich, wirklich- WIRKLICH da bist? Kinder sind da manchmal so ;-) Er scheint gar nicht zur Ruhe zu kommen - irgendetwas muß ihn nachts beschäftigen....


sparrow

Beitrag von silbermandel 26.01.11 - 14:27 Uhr

Liebe Angi!

Mein Mann ist auch Schichtarbeiter. Auch bei uns verschiebt sich der Rythmus dadurch immer.

Bei Nachtschicht schläft mein Mann im anderen Zimmer.

Ich würde im Schlafzimmer eine Schlafgelegeheit für Daniel einbringen. Dann kann er selber entscheiden, ob er in seinem Zimmer oder in Eurem Zimmer schlafen möchte.

Es muß ja nicht Euer Bett sein, wenn Euch das stört.

Ich wünsche Dir gute Besserung!!!

GLG
Silbermandel

Beitrag von angle07 26.01.11 - 16:46 Uhr

Hi,

das hatte ich auch schon sehr oft überlegt, aber es ist einfach nicht machbar.
Unser 1,40 Bett passt gerade eben in den hinteren Teil des Schlafzimmers. Davor ist ein noch kleinerer Raum der durch eine halbe Wand vom Schlafzimmer abgetrennt ist.

Sind aber derzeit auf Wohnungssuche und vielleicht findet sich bald was passendes und vorallem größeres.

Daniel hat heute Mittag übrigens den Abschuss gebracht.
Ich hole ihn wie immer vom Kindergarten ab. Er begrüßt mich wie immer super und wir knuddeln erstmal eine Runde.
Auf einmal sagt er zu mir, er möchte einen Käseburger (Cheeseburger von Mc). Ich habe ihm dann erklärt das es heute keinen geben kann, weil wir gleich zu Hause zu Mittag essen. Habe ihm auch erklärt was es zu essen gibt.
Daraufhin ist er sauer geworden und wiederholte sich alle 3 sec.
Im Auto flippte er völlig aus. Er schrie das ich sofort anhalten soll und das Auto ausmachen soll.
Zu Hause angekommen wollte er nicht aus dem Auto und fing wieder das Kreischen an. Genau das Kreischen was er Nachts auch macht.
Irgendwann kamen wir dann zur Tür rein und es ging weiter mit anschreien und kreischen.

Er wollte mit seinem mega Dickkopf seinen Willen durchsetzen, egal mit welchen Mitteln.
Wir haben eine halbe Stunde gebraucht bis er sich halbwegs wieder gefangen hatte.

Nur mal als Info wegen dem nächtlichen Kreischen.
Ich habe auch vorhin meine Schwimu dazu befragt, weil er bei ihr immer lieb ist. Er bekommt da eben auch was er mag...Oma eben.
Ihrer Meinung nach wäre es zu 99% Trotz pur. Auch wegen den Sachen Nachts.

Beitrag von silbermandel 26.01.11 - 20:20 Uhr

Sicher ist auch viel Trotz dabei, aber ganz ganz sicher auch der "Schrei" nach -noch- mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit.

In der Nacht wäre es äußerst sinnvoll Daniel das zu geben was er braucht, nämlich die Wahl zwischen der Nähe zu Euch und zu seinem eigenen Reich.
Jetzt bräucht ich ja quasi den Schnitt von Eurem Schlafzimmer. Aber ist da nicht was zu machen mit der Trennwand die Du erwähnt hast?

Tagsüber ist Geduld angesagt - Ich kann da nur aus der Erfahrung meiner Schwester sprechen, die 6 Kinder hat. Konsequenz und nur das "verbieten" was auch durchsetzbar ist.

Ich bin der festen Überzeugung, daß ein Kind in diesem Alter keineswegs aus purer Berechnung und Boshaftigkeit handelt.
Es braucht Regeln und gefestigte Bahnen, aber auch Verständnis und viel Liebe.

So wie es klingt, macht ihr es doch richtig. Nur nachts, da wäre ein Umdenken sinnvoll.

Wir leben auch in kleinen Räumlichkeiten und es ist machbar. Man muß umräumen, aber was macht man nicht alles für unsere geliebten Kinder #herzlich



Viel Kraft und ein solidarisches #winke von SchichtarbeiterEhefrau zu SchichtarbeiterEhefrau
LG
Silbermandel