Stillen = hoher Sozialstatus

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von nele27 02.02.11 - 14:33 Uhr

Hi Ihr Lieben,

habe gerade eine interessante und umfangreiche Studie zum Stillen in die Finger bekommen... die wollte ich Euch natürlich gleich zur Verfügung stellen.

Habe mal überflogen und was mir gleich ins Auge gefallen ist: Je niedriger der soziale Status der Mutter, desto seltener wird gestillt (ca. 67% gegenüber ca. 90% - Seite 3).
Schon krass, wie sich das ändert, nicht wahr? Vor 100 Jahren stillten die einfachen Bauersfrauen, während sich die Bessergestellten zu fein dafür waren. Heute mutiert das Stillen zum Oberschichtphänomen?? #kratz

Übrigens liegt die Gesamtstilldauer im Durchschnitt bei 6,9 Monaten - ziemlich kurz, finde ich...

LG, Nele
Quelle: "http://www.kiggs.de/experten/downloads/Basispublikation/Lange_Stillen.pdf
Von 2007

Beitrag von julis8 02.02.11 - 14:38 Uhr

wurde in der STudie auch eine Begründung genannt?

Beitrag von nele27 02.02.11 - 14:43 Uhr

Leider nein!
Es wird nur das Ergbenis formuliert, dass sozial Schwache "Bedarf einer gezielten Förderung des Stillens" haben (Seite 9)

LG

Beitrag von wuestenblume86 02.02.11 - 14:53 Uhr

Naja liegen die Gründe nicht auf der Hand #gruebel besser bzw. überhaupt informiert, gewillt sich etwas neues anzueignen, zielstrebig etc.

#winke

Beitrag von nele27 02.02.11 - 14:59 Uhr

Ja, ein Grund könnte sein, dass die Mittelschicht/Oberschicht sich besser informiert und allgemein gesundheitsbewusster verhält - es gibt ja auch immer wieder Untersuchungen zur Ernährung allgemein, die zu diesem Ergebnis kommen... Und da passt das Stillen ja ganz gut zu.

LG, Nele

Beitrag von tragemama 02.02.11 - 16:25 Uhr

Das ist eine Statistik, wie sollte die begründet werden? Ich denke schon, dass man sich - sofern man selbst höher gebildet ist - einfach deutlich mehr Gedanken über solche Dinge macht.

Beitrag von oekomami 02.02.11 - 14:58 Uhr

Hallo

die denkt das stimmt.

Ich kenne keinen Hauptschüler der gestillt hat bzw. es überhaupt versucht hat.

Ich denke auch je höher die Schulbildung ist, je mehr informiert man sich bei Problemen was helfen kann. Ausserdem je niedriger der Bildungsstatus ist desto mehr wird der Werbung geglaubt.

Ich glaube das fängt schon bei der Wahl der Geburtsklinik an. Je geringer der Bildungsstatus ist, je weniger macht man sich gedankt um die richtig Klinik. Z. b. ist die Klinik bei uns in der Nähe sehr stillunfreundlich und die Kinder werden schnell zugefüttert, ständig sollen Wiegeproben gemacht werden, Schwestern sind der Meinung wenn man nicht genug beim Pump aus der Brust bekommt hat man zu wenig Milch. Aber in dieser Klinik gibt es richtig tolle Geschenke und das lockt viele an. Ein paar Orte ist ein stillfreundliches Krankenhaus, aber dort gibt es keine Geschenke

Beitrag von schnucky666 02.02.11 - 15:09 Uhr

Hier!! Ich!!! Ich hab nen hauptschulabschluss und habe meinen ersten vier Wochen gestillt, ehe mir die Milch ausging (lag wohl an meinem bildungsabschluss:-p), Mein zweiter wollte nicht an die Brust (wird wohl auch hauptschüler)
Sorry aber ich find das Megabescheuert. In meinem Freundeskreis sind sowohl studierte als auch nicht studierte und die wenigsten haben gestillt bzw. es versucht.
Und meine Geburtsklinik hab ich mir sehr wohl haargenau angeschaut und unter meheren ausgesucht.
Natürlich haben früher viel mehr Bauersfrauen gestillt, weil sie kein Geld für die Milch hatten und die Reichen prahlen ja gern mit dem was andere nicht haben. Das sich das alles gedreht hat, liegt wohl eher daran, das die Reichen jeder Studie hinterher rennen und wenn alle sie für gut empfinden machen die das (wollen ja nich doof da stehen) wärend der Arme eher das tut, was er für richtig hält...
Ach übrigens... hauptschulabschluss heißt nicht gleich sozial schwach....

LG
Mone

Beitrag von nele27 02.02.11 - 15:11 Uhr

**Das sich das alles gedreht hat, liegt wohl eher daran, das die Reichen jeder Studie hinterher rennen und wenn alle sie für gut empfinden machen die das (wollen ja nich doof da stehen) **

Wieso fühlst du dich von so ein paar Zahlen gleich angegriffen?? #gruebel

LG

Beitrag von oekomami 02.02.11 - 15:21 Uhr

Hallo,

aber das passt doch zur Studie.

Beitrag von nele27 02.02.11 - 15:40 Uhr

Na gut, wenn man davon ausgeht, dass die bösen "Reichen" auch jeden nervigen Ernährungstipp für voll nehmen und sich womöglich noch dran halten :-)

Beitrag von schnucky666 02.02.11 - 20:49 Uhr

oh, ich fühle mich ganz und gar nicht angefriffen, ich wollte nur meine Gedanken zu dem thema beitragen und das ist das was ich über Studien denke. Ich meine worin liegt der Sinn rauszufinden wer warum wielange stillt oder nicht stillt?? Ich zähle mich weder zu den reichen noch zu den armen. Ich bin die gesunde Mittelschicht, was ist denn mit denen??

Beitrag von lil77 02.02.11 - 21:58 Uhr

Ic h finde, daß der Sinn auf der Hand liegt.
So weiß man zum Beispiel wo man ansetzen kann um das Stillen zu fördern.

Beitrag von schnucky666 03.02.11 - 11:40 Uhr

Schon aber was ist mit der mittelschicht?? was ist mit den armen studierten? Oder den reichen Nichtstudierten? In unserer Gesellschaft gibt es von jeder Sorte genug aber es werden nur die gängigen Schichten studiert und dann werden wie in einem Forum wie diesem gleich alle über einen Kamm geschert. DAS finde ich nicht richtig...
Und ich denke mal die meisten mütter machen das stillen abhängig von ihrem gefühl und wenn das sagt still nicht dann hilft auch jede förderung nix...

Beitrag von nele27 03.02.11 - 12:22 Uhr

Das Gefühl wird sicherlich beeinflusst von der Umgebung und dem Stand der Informationen, die diese Frau hat. Da geh ich jede Wette ein!

LG, Nele

Beitrag von nele27 03.02.11 - 12:24 Uhr

PS: Die Mittelschicht hat ja einen hohen Sozialstatus... und auch ein Student, der gerade nicht viel Geld hat, gehört trotzdem zu den "Höhergestellten" (blödes Wort), ganz einfach aufgrund seines Intellekts und seiner Perspektive.

Ich denke schon, dass viele in die gängigen Schubladen passen.

Beitrag von nenne03 02.02.11 - 15:41 Uhr

#pro

Ich hab studiert und stille nicht mehr. Versau ich jetzt die Studie?

Sorry, aber mit dem Abschluß hat das weiß Gott nichts zu tun. Kenne genug Hauptschulabgänger, die sich genauso über solche Dinge informieren.

LG


Beitrag von nele27 02.02.11 - 15:43 Uhr

Von Abschluss stand ja auch nichts in dem Bericht, nur von Sozialstatus ...

Beitrag von oekomami 02.02.11 - 15:43 Uhr

Hallo,

da frage ich mich ob du weiß was die Studie bedeutet.

Da wurde nie geschrieben, dass 100 % die einen Hauptschulabschluss haben nicht stillen und nicht umgekehrt.

Beitrag von mippchen 02.02.11 - 17:51 Uhr

Du hast ganz sicher nicht an einer Hochschule ernsthaft studiert. Jemand mit wissenschaftlicher Bildung weiß mit Studien umzugehen. Deine Antwort selber zeigt aber das Gegenteil. Tut mir leid, aber ein Studium nehme ich dir nicht ab.

Beitrag von nenne03 02.02.11 - 19:38 Uhr

Wenn ich dir jetzt noch sage, dass ich Erziehungswissenschaft studiert habe, bricht dein Weltbild zusammen. #schock

Jetzt mal ernsthaft. Ich bezweifel nicht das die Studie nicht stimmt. Hab ich nicht damit gemeint. Hab bis jetzt auch noch nicht rein geschaut. Die Erkenntnis ist ja auch nicht neu.

Was mich hier stört, sind mal wieder Sätze wie: "Ich kenne keinen Hauptschüler der gestillt hat bzw. es überhaupt versucht hat." (oekomami). Es gibt auch andere Abschlüsse, die zum "niedrigen" Bildungssektor gehören. Solche Sätze scheren aber wieder alle über einen Kamm.

Wie dem auch sei. In so einem Forum ist es nun mal heikel so eine Studie zu diskutieren. Man sollte da besonders vorsichtig hinsichtlich der Wortwahl sein.

LG
Nenne

Beitrag von mippchen 03.02.11 - 15:58 Uhr

Auch das kann ich kaum glauben. Gerade die Erziehungswissenschaften leben doch geradezu von empirischen Studien. Daher erwarte ich eine andere Herangehensweise von Absolventen entsprechender Fachrichtungen.

Ich bin in der Hochschullehre tätig (aber nicht Erziehungswiss.) und ich habe es auch immer wieder mit Grundschullehramtsstudierenden zu tun. Da ist es mitunter nicht recht weit her, was wissenschaftliches Arbeiten angeht, wie ich in Hausarbeiten und Prüfungen mitunter mit Schrecken feststelle, doch selbst diese wissen solche Studien durchaus zu lesen.

Und zum zitierten Satz von Oekomami: Was nun daran auszusetzen sein soll, verstehe ich nicht, berichtet sie doch nur aus ihrem eigenen Umfeld und verallgemeinert nicht, überträgt lediglich die Studienergebnisse auf ihre eigenen Erfahrungen.

Beitrag von littlelight 02.02.11 - 15:24 Uhr

So eine "tolle" Geburtsklinik haben wir hier auch. Da findet man auf der Wochenbettstation ein großes Plakat mit den "Nachteilen des Stillens" (!), es wird häufig und früh zugefüttert (vor dem Milcheinschuss, bereits am ersten Tag nach der Geburt), es wird viel gepumpt anstatt gestillt, man erzählt den Frauen, sie dürfen nicht so lange anlegen... etc. ABER: es gibt einen tollen Schlafsack, eine Römer Babyschale und noch einiges mehr. Ganz umsonst einfach zur Geburt dazu. Wer gibt freiwillig mehr als 100€ für die Babyschale aus, wenn er sie da geschenkt bekommt? Das lockt sogar Frauen aus gutem sozialem Umfeld an!

Beitrag von oekomami 02.02.11 - 15:36 Uhr

Hallo,

das ist hier auch so.

ICh musste kurz nach der Geburt wieder in die Klink weil es mir sehr schlecht ging.

Ich durfte 5 Tage nicht stillen, erst meinten sie sofort bei der Aufnahme ich soll abstillen obwohl sie noch nicht genau wußten was ich habe, dann durfte ich wegen Medis nicht stillen, und sie haben sich geweigert mir eine Milchpumpe zubringen. Meine Hebi musste mir eine besorgen und mir wurde auch kein Rezept dafür ausgestellt. Jeden Tag wurde ich gefragt ob ich nicht abstillen will. Und als ich wieder stillen durfte, sollte ich unbedingt die Flasche dazu geben, weil mein Kind sonst nicht genug bekommt.

Und oft ist es ja so das je geringer der Bildungsstatus ist, je öfter haben die Leute auch kein Auto und können nur mit hohen Kosten den Weg ins weiterentfernte Krankenhaus antreten.

Beitrag von zauberli 05.02.11 - 00:20 Uhr

Huhu

Ich war auch auf der Hauptschule und stille nun seit 13 Wochen, habe mir auch sehrwohl Gedanken über die Klinik gemacht. Außerdem gehe ich mit meiner Kleinen zur Babymassage, etc. ...

Nebenher möchte ich erwähnen, dass ich gelernte Arzthelferin bin, eine Fortbildung zur Arztfachhelferin über 1,5 Jahre am WE gemacht habe und nun Praxismanagerin in einer großen allgemeinmedizinischen Praxis bin.

Soviel zum Thema: Hauptschüler!

Bin ich nun in der Unterschicht??

Ich plädiere im Übrigen für Gesamtschulen, damit dieses Thema Hauptschule, Realschule und Gymnasium endlich vorbei ist. Und für Schuluniformen bin ich auch, damit die Hänseleien aufhören.

So. :-p