Blöde Frage wegen Beikost

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von dasthes 07.02.11 - 14:12 Uhr

Hallo ihr Lieben,

vielleicht könnt ihr mir etwas bei der Entscheidungsfindung helfen.

Mein Kleiner ist seit Freitag 18 Wochen alt. Seit zwei Wochen ist alleine Essen nicht möglich, er will dann auf den Schoß oder zumindestens gut zugucken können, wenn Mama oder Papa oder Oma, ect. was essen. Heute lag er dann auf seiner Decke neben der Couch als ich frühstückte und hat bei jeden Bissen den Mund mit aufgemacht, als würde er mit abbeißen.
Jedes Spielzeug was er in die Hände bekommt, wird erstmal in den Mund geschoben (ok, könnte ja auch wegen den Zähnen sein) und angesabbert. Selbst sein Spieltrapez wird "angeknabbert" ;-).

Er ist in seiner Entwicklung schon recht weit, meines Empfindens (so stolz ich bin, geht es mir manchmal einfach zu schnell). Er kann sich seit mehreren Wochen z.B. schon von Rücken auf Bauch und wenn er will wieder zurückdrehen, kann schon ein paar Minuten auf den Schoß sitzen, wo man ihn schon halb zwingen muss, sich noch anzulehnen, versucht sich halt hochzuziehen und schafft das auch teilweise, Konnte sich relativ zeitig schon über längere Zeit (30-45 min) alleine beschäftigen.
Er ist jetzt schon 65 cm und wiegt 6,5 kg, nicht zu dick und nicht zu dünn.

Ich stille voll (meist so 7 Mahlzeiten in 24 h), hatte auch vor bis 6 Monate (bis 01. April) voll zu stillen, weil es uns beiden sehr viel Spaß macht und dann erst mit Beikost zu beginnen.
Erst hatte ich das vor wegen dem Allergierisiko durch meinen Mann, der auch auf Lebensmittel reagiert. Jetzt hab ich gelesen, das man deshalb auch gar nicht solange warten soll. Fest stand halt bisher nur, das wenn Beikost nur selbstgekocht.
Mein Mann hält sich an mein Bauchgefühl, wenn ich der Meinung bin, jetzt ist es richtig. Die ganze Zeit war klar, dem Kleinen geht es gut nur mit Stillen. Ich dachte der 19 Wochen - Schub ist schon soweit rum, und heute fängt er wieder an und will aller zwei Stunden. Ist ja kein Problem, aber ich komme ins Grübeln, ob es nicht doch langsam Zeit ist mit Brei anzufangen?

Wann und warum habt ihr den angefangen? Sollte ich einfach mal probieren, ob er schon will oder ist es einfach doch noch zu früh dafür?

LG Thes + Paul

Beitrag von haruka80 07.02.11 - 14:32 Uhr

Hallo,

mein Sohn war in dem Alter genau so, unser 19-Wo Schub ging übrigens von der 16.-21. Lebenswoche.
Ich hab einfach nicht mehr in seiner Gegenwart gegessen, ich wollte nicht so früh anfangen (im Nachhinein denke ich, er wäre aber schon soweit gewesen), wg der Allergiegefahr.

Jeder sagt was anderes, was 2009 bei meinem Sohn galt, wird heute anders gemacht, bei mir hieß es, kein Fisch im 1. Lebensjahr bei Allergiegefahr, nicht vor dem 6. Monat anfangen. Beim Ki.Arzt lag ne Broschüre zur Allergieprävention, wo es hieß, zwischen dem 4.-6. Monat anfangen, nicht später, auch schon von Beginn an Fisch#augen

Bei meinem 2. Kind würde ich allein aufs Kind achten, wann es bereit ist und nicht strikt durchhalten wollen...
Übrigens, dass dein Kind alle 2 Std will, ist kein Zeichen, dass man mit Beikost beginnen sollte, das verwechseln viele. In Beikost sind viel weniger Kalorien, die Kinder haben in der Regel mehr hunger mit Beikostbeginn, das wird der Schub sein.

L.G.

Beitrag von dasthes 07.02.11 - 14:40 Uhr

Danke für deine Antwort.

Das Beikost weniger Kalorien hat, wusste ich.

Bis gestern hab ich immer wieder gesagt, komm der hat noch Zeit, er ist doch noch so klein.
Heute hat ich das erste mal das Gefühl, das er soweit ist und ich weiß nicht mal warum.

Und wie du sagst diese widersprüchlichen Informationen, das macht einen schon ganz schön kirre.

Beitrag von ellannajoe 07.02.11 - 14:50 Uhr

Hallo,

"Bis gestern hab ich immer wieder gesagt, komm der hat noch Zeit, er ist doch noch so klein.
Heute hat ich das erste mal das Gefühl, das er soweit ist und ich weiß nicht mal warum. "

Vielleicht weil es einem überall eingeredet wird.

Die Zeit in der mein Sohn so alt war, ist ja nun schon eine Weile her, und dort wie auch heute wurde von der WHO auf jedenfall 6 Monate Vollstillen empfohlen. Ich würde es immer wieder so machen.

Mein Sohn war bei bei der U4 bereits 68cm und hatte 8200g, er war zufrieden mit Mumi und war ein richtiger Säugling, er hat sich in der Zeit auch alles in den Mund gesteckt und war super neugierig, dass hatte aber nichts mit Beikostreife zu tun, sondern war ein normaler Entwicklungsschub in dieser Zeit.

Ich habe mir immer gedacht, wenn ich zu spät anfange, schadet es meinem Kind nicht (er isst sein Leben lang), starte ich aber zu früh, kann es schaden.

Es ist dein Kind, du kannst dir nur verschieden Meinungen anhören und dann für dich und dein Kind entscheiden.

Alles Gute

Beitrag von littlelight 07.02.11 - 14:50 Uhr

Huhu Thes!

Was du über deinen Sohn schreibst klingt für mich nach einem ganz normalen Baby. Versteh mich nicht falsch, aber weder das in den Mund stecken jeglicher Dinge, noch das Nachahmen des Kauens, noch die körperliche Entwicklung, noch Größe und Gewicht sagen etwas über die Beikostreife aus!

Beikostreif ist dein Kind, wenn es gestützt sitzen kann (was es ja auch kann, wie du schreibst), der Zungenstreckreflex muss abgeklungen sein (löst das in den Mund stecken von Nahrung diesen noch aus?) und was ganz wichtig ist: das Baby sollt in der Lage sein Nahrung selbst zu greifen, diese in den Mund zu stecken, sie einzuspeicheln, zu kauen und zu schlucken.

Natürlich kannst du testen, ob dein Kind schon so weit ist. Nehm deinen Sohn auf deinen Schoß, setzt euch an den Tisch und lege ein Stück Banane vor ihn. Dann beobachte was er macht. Kann er mit der Nahrung umgehen? Dann kannst du auch mit Brei beginnen. Bedenke dabei immer, dass Beikost im ersten Lebensjahr wirklich BEIkost ist. Milch bleibt in dieser Zeit immer noch Hauptnahrungsmittel.

LG littlelight

Beitrag von berry26 07.02.11 - 15:43 Uhr

Schön geschrieben!
Da spar ich mir meinen Kommentar;-)

Beitrag von dasthes 07.02.11 - 16:01 Uhr

Hallo littlelight,

danke für deine Antwort.

Mit der Banane werde ich mal ausprobieren. Was er dazu sagt.
Mit der Zunge hatten wir schon mal geguckt, als wir seine aufgelöste Tablette mit den Löffel gegeben haben, hat er es nicht mehr gemacht und meine Schwimu hat ihn mal nen Stück Zwieback hingehalten, beim ersten Versuch wurde es rausgeschoben und beim zweiten fing er an dran rumzulutschen. (Die können es halt nicht abwarten, weil in den 70/80er Jahren war es nach den Ernährungsbüchern ja schon Beikost ab 12. Woche!)

Mir geht es dabei nicht darum abzustillen (da könnte ich auch Flasche statt Brust geben), wir sind ein gutes Team und wenn er sich damit Zeit lässt ist es auch ok.

Diese Sachen mit Spielzeug in den Mund stecken, Essen nachahmen wurde in verschiedenen Beikostbüchern als Beikostreife identifiziert, was mich deshalb auch verunsichert hat.

LG thes