Wer ist bei seinem Frühchen im Krankenhaus geblieben? Wer nicht?

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Der Frühchenmediziner Dr. Matthias Jahn beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von moeriee 11.02.11 - 14:40 Uhr

Hallo ihr Lieben! #winke

Ausgehend von einer Diskussion in einem anderen Forum, in der einer Frühchenmutter vorgeworfen wird, dass sie nicht bei ihrem Kind im KKH geblieben ist, frage ich mich nun: Wie habt ihr das gemacht?

Unser Kleiner lag bspw. in den ersten Tagen auf der ITS, später dann auf der normalen Kinderstation (aber mit Monitorüberwachung). Ich hätte gar nicht rund um die Uhr bei ihm sein können, da es spezielle Besuchszeiten gab, an die man sich halten musste und es die Platzverhältnisse gar nicht zuließen. Es waren vielleicht 20 qm und 6 bis 8 Kinder mit Monitorüberwachung und noch die "normalen" Kinder. Und es war eine Uniklinik! Das war u.a. auch der Grund dafür, warum immer nur ein Elternteil das Kind besuchen durfte. Vor der Geburt lag ich schon 2 Monate im KKH und so ging ich dann nach Hause und fuhr zu den Besuchszeiten meinen Sohn besuchen. In der ersten Zeit hat es mir das Herz fast gebrochen. Ich musste noch nie etwas Schwereres tun, als meinen Sohn dort im KKH zurückzulassen. Aber im Nachhinein betrachtet, tat es mir einfach gut, auch mal etwas anderes als das KKH zu sehen. Ich konnte das Erlebte ein wenig aufarbeiten, da es mir schon sehr zugesetzt hat (ich war in der ersten Zeit nur am Weinen), und mich so ein wenig erholen, für die Zeit, in der unser Sohn dann bei uns zuhause sein würde.

Wie war es bei euch? Wart ihr trotzdem die ganze Zeit über im KKH? Konntet ihr vielleicht trotzdem rund um die Uhr bei eurem Kind sein? Oder seid ihr auch gefahren? Wie habt ihr das empfunden? Welche Möglichkeiten hat man als Mutter eines solchen Kindes überhaupt? Vor allen Dingen, wenn man sich dann von Frauen, die so etwas nie erlebt haben, noch anhören muss, man wäre eine Rabenmutter, weil man nicht rund um die Uhr für sein Kind da ist / sein kann... #schmoll Dass man sein Kind im Stich gelassen hat! :-( Wie seht ihr das? Ist dieser Vorwurf berechtigt oder einfach nur blöd daher gesagt, weil diese Personen keine Ahnung von so etwas haben?

Ich freue mich auf den Austausch mit euch! :-)

Liebe Grüße #herzlich

Marie mit #baby-Louis (10 Wochen alt) #verliebt

Beitrag von perlenzauber 11.02.11 - 15:25 Uhr

Hallo,

also die erste Woche lag ich mit meiner Tochter zusammen im KH.
Dann wurde sie in die Kinderklink verlegt.
Dort gab es zwar ein Ronald Mc Donald Haus, aber ich wollte niemandem den Platz wegnehmen der von weiter her kommen muss.
Ich hatte ja nur einen weg von 30Min.
Habe meine Tochter jeden Tag 2 Mal "besucht".
Von morgens bis mittags, dann nach Hause und dann nochmal mit meinem Freund zusammen von nachmittags bis abends.
Es gab auch mal 1 Tag, da haben wir es einfach nicht schaffen können.
Rund um die Uhr, möchte man sein Kind sicherlich bei sich haben, aber unter diesen Umständen ist es eben sehr schwierig...
Sind Kinder nicht im KH kann man sie ja überall mit hin nehmen....

Beitrag von binchen-tara 11.02.11 - 15:46 Uhr

hallo marie!

also,ich hatte als joshua zur welt kam das glück das meine mutter sich bereit erklärt hat egal wie lange es dauert bei den grossen(12 und 8) zu bleiben und somit konnte ich bei ihm im KH bleiben.
ich hab in der mütter unterkunft im selben gebäude,aber einem anderen stockwerk geschlafen. war aber von ca 7:30 bis etwa 23uhr im kinderzimmer,mit kurzen unterbrechungen zb wegen essen oder mal ein besuch(die grossen kamen jeden zweiten tag).

ich kann dich verstehen,war auch nur am heulen und selbst heute noch treibt es mir bei manchen dingen wenn ich sie erzähle die tränen in die augen!

ich finde das jeder für sich entscheiden muss wie er die zeit die unsere babys im kh bleiben müssen/mussten bewältigt!
nämlich so das man dann wenn die schlimme zeit endlich vorbei ist auch noch die kraft und den power hat sich um die hasen zu kümmern!
für mich zb war der gedanke odne baby nach hause zu gehen unerträglich,daher bin ich trotz immenser belastung geblieben,eine mami deren baby bei joshua im zimmer lagist zb immer heim gefahren,weil sie sagte sie braucht die erholung zuhause und mit ihrem mann,weil sie es anders nicht ertragen kann...

ich denke echt das jemand der da ein urteil spricht einfach keine ahnung hat und die meinung daher auch irrelevant ist und du gar nicht darauf hören solltest!


wünsche dir und deinem louis alles erdenklich gute!

lg sabine

Beitrag von belala 11.02.11 - 16:03 Uhr

Hallo Marie,

dass die Mutter in dem anderen Forum so attackiert wird, ist mal wieder typisch Mutterrudel und natürlich mehr als anmaßend und sehr verletztend

In unserem KH gab es glücklicherweise Besuchszeiten und das war auch gut so. Denn nicht nur die Eltern wurden zur Ruhe gezwungen, sondern auch die winzigen Babys.
Ich fand es fast unerträglich, dass mein Baby (24+3 Ssw) bei mir auf der Brust zum Känguruhen lag und besonders an Wochenenden Großeltern und Freunde der anderen Eltern zu Besuch kamen.
Ich fand es unerträglich,weil mein Kind dem so ausgesetzt war.

Mein Frühchen war mein 2.Kind und zuhause hatte ich eine nicht mal 2jährige Tochter, die ja ohnehin mehrere Wochen ohne mich war.
Mein Mann, damals vollzeit im Schichtdienst arbeitend und am Abend studierend, stand auch nicht ständig zur Verfügung.
Für mich waren diese insgesamt 5 Monate der absolute Ausnahmezustand, weil ich nie richtig hier und nie richtig dort war.

Mich macht es richtig wütend, dass es Frauen gibt die sich über nie Erlebtes ein Urteil bilden wollen.

LG, belala

Beitrag von sacoma 11.02.11 - 16:37 Uhr

Hallo,

ich lag wochenlang im Krankenhaus und konnte mich nicht um meine große Tochter kümmern... Als dann unsere Zwinns in der 34.SSW auf die Welt kamen und auf der ITS, später Überwachung lagen, habe ich mich bewusst dafür entschieden, nicht bei ihnen zu bleiben. Unsere große Tochter hat mich sehr gebraucht.

Ich bin jeden Morgen, wenn ich meine Große weggeschafft hatte (Schule), gleich zu meinen Mäusen gefahren. Mein Mann hat sich dann den Nachmittag gekümmert und am Abend bin ich dann nach Hause gefahrenn. Ich war meistens 10 Stunden im Krankenhaus.

Es war immer ein schlimmer Zwiespalt aber man muss auch an die Großen denken. Wenn es meine ersten Kinder gewesen wären, dann hätte ich auf jeden Fall bei ihnen Übernachtet. Ich habe mich deswegen nie schlecht gefühlt, denn ich habe nicht nur zwei Kinder, sondern drei und diese bedürfen alle der gleichen Fürsorge und Liebe.
Jetzt sind wir alle glücklich zuhause und ich muss mich nicht mehr zerreißen.

LG

Beitrag von -catwoman- 11.02.11 - 16:46 Uhr

ich war ingesamt 9 wochen im kh, 6 wochen vor der geburt und den rest nach dem unser schatz geboren wurde. ich konnte einfach nicht ohne sie nachhause gehen. bin sogar nachts aufgestanden, obwohl ich von der op... (ich lag auch leider auf der its) um sie selber zu füttern. ich war den ganzen tag bei ihr... und habe auf sie aufgepasst.

Beitrag von blackcat2509 11.02.11 - 16:46 Uhr

Hallo Marie,

meine Tochter war damals ingesamt 9 Wochen in der Klinik - auf der Frühchenstation.

Ich war nach dem KS 6 Tage stationär und wurde dann entlassen. Wenn ich vor Ort hätte bleiben wollen, hätte ich mir ein Zimmer im Schwesternheim nehmen müssen. Es gab garnicht die Möglichkeit, direkt auf der Station über die lange Dauer ein Bett zu bekommen.

Allerdings wollte ich das sowieso nicht, ich habe die Nächte zuhause in meinem Bett bei meinem Partner gebraucht... er hat auch mich gebraucht. Auch für uns war es anfänglich sehr schwer, die kleine Maus da allein zurückzulassen... Aber bei uns gab es keine Besuchszeiten für Eltern und wir konnten, wann immer wir wollten, bei der Kleinen sein... auch zu Zweit!

Teilweise sind wir abends schon lange dageblieben... bis Mitternacht... Aber nach Hause war wichtig... ich wollte meinen Partner auch nicht allein lassen. Und mit der Zeit ging es so wirklich gut... ich konnte nach kurzer Zeit sehr gut akzeptieren, dass es meinem Kind nur in der Klinik gut geht. Und sie eine Mama braucht, der es auch gut geht... also waren die Auszeiten zwischen den Besuchen auch für mich und sie wichtig.

Und ich habe auch Rückhalt von den Schwestern vor Ort bekommen, dass ich kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich nicht 20 Stunden am Tag bei meinem Kind bin... und dass ich zwischendrin auch mir eine Auszeit gönnen soll... so wie ich es selbst für gut halte und auch tun kann.

Ich war die 9 Wochen täglich mehrere Stunden in der Klinik - manchmal sogar 2 Mal. Und auch mein Mann war täglich da.
Ich muss aber dazusagen, dass es auch nicht weit war. Mein Mann ist am Klinikstandort berufstätig und von zuhause waren es nur 20 Min zum Fahren.

Jetzt bin ich wieder schwanger und habe mich schon oft gefragt, wie ich es wohl machen würde, wenn es wieder ein Frühchen wird. Schließlich kann ich meine Große ja dann nicht einfach täglich so lange irgendwo unterbringen. (bzw. können schon... aber nicht wollen)
Ich hoffe, mir bleibt das diesmal erspart. Wenn man bereits ein Kind hat, gestaltet sich das doch alles schwieriger.

lg
BlackCat

Beitrag von kati543 11.02.11 - 16:57 Uhr

Hallo,
bei uns im KH ist es nur den Eltern erlaubt, die Frühchen zu besuchen. Die Zeiten dafür sind extrem beschränkt. Eine Übernachtung der Mutter/des Vaters ist nicht möglich. Derjenige, der so etwas als Vorwurf macht, hat keine Ahnung, was es bedeutet, ein besonderes Kind zu haben, was solcher Überwachung bedarf. Das ist wieder die typische Aussage von einer Mama mit einem einzelnen gesunden Kind. Die Geschwisterkinderproblematik ist ihr absolut nicht vertraut. (Klar könnte man im KH bleiben, wenn es denn erlaubt wäre. Nur stellt sich die Frage, ob das 2-jährige Geschwisterkind wirklich allein zu Hause kochen kann.)

Beitrag von svejuma 11.02.11 - 17:33 Uhr

Hallo zusammen,
erst mal möchte ich anmerken, daß unter diesem Namen normalerweise meine Frau postet. Wenn jetzt was kommt wodurch sich jemand auf den Schlips getreten fühlt, bitte nicht direkt meine Holde angreifen.

Ich habe die ersten 3 1/2 Wochen im Krankenhaus gependelt..... zwischen meiner Frau und der ITS auf der unser Kleiner lag. Wenns dumm gelaufen wäre, hätte ich auch beide verlieren können (keine Sorge hatten alle Glück :-)). Unser Zwerg war starke 4 Monate im KH, davon etwa 3 Wochen Frühchenstation und den Rest ITS. Wir hatten beide frei (wegen der Situation hat mir mein Arbeitgeber die Möglichkeit gegeben ein halbes Jahr fast komplett auszuetzen). Trotzdem waren wir nur die letzte Woche "rooming in" machen und das nur, damit wir uns daran gewöhnen wie es ist, wenn nachts alle Nase lang einer sagt :"Ich hab Hunger!". Und ich hab kein bisschen ein schlechtes Gewissen dabei.
Sonst waren wir vormittags einige Stunden und nachmittags einige Stunden da, aber irgendwann muß man auch Zeit haben selbst etwas runter zu kommen.
Angeklagt wird man wegen sowas aber meist von "Frühchenmamas" im Bereich 36+x SSW, deren Zwerge vermutlich 14 Tage später laufen. ;-) Um Churchill zu zitieren kann ich dazu nur sagen.... "Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich bei so nem Geschwätz kotzen könnte."

Jeder kennt seine eigenen Grenzen am besten, und man sollte mit vorschnellen Urteilen immer vorsichtig sein.
Zu jedem, der sich mit mir über so was unterhalten will, sag ich immer nur "wenn du über 100 Tage zu deinem Kind auf die ITS gelaufen bist ohne zu wissen, was dich heute da erwartet, dann hast du das Recht erworben dich zu meiner Situation zu äussern. Vorher ..... KLAPPE HALTEN"

Zusammengefasst, muß jeder selbst wissen wie er ne Situation meistert. Und ich glaube nicht, daß sich die Liebe zum eigenen Kind an der Anzahl der im KH verbrachten Stunden messen lässt. ...... Ausserdem werdet ihr nie mehr bessere Babysitter finden, als einen bunten Strauss Intensivmediziner und -schwestern bzw. -pfleger. ;-)

So! hab diese Frage einfach schon zu oft über die Schulter meiner Frau hinweg gelesen. Hatte gerade Zeit und Muse mich dazu zu äussern und merke, daß mich das wohl mehr beschäftigt hat als ich dachte. ;-)

Wünsch euch allen noch viel Spass und ne gute Zeit bei Urbia

LG
SVEN

Beitrag von svejuma 11.02.11 - 17:49 Uhr

"ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte" ist nicht von churchill, sondern von max liebermann...... bezieht sich aber trotzdem auf die NAZIs und das 3te reich.

Irrtümer sollte man nicht unkorregiert stehen lassen ;)

Sven

Beitrag von rene2002 12.02.11 - 12:32 Uhr

#pro


Lg#winke

Beitrag von turbokristel 12.02.11 - 15:20 Uhr

Dem hab ich nichts hinzuzufügen!

#pro

LG Kristin, die genau 123 Tage zwischen zu Haus und ITS gependelt ist

Beitrag von susa31 11.02.11 - 18:05 Uhr

ich finde es auch ganz übel, eine andere mutter so anzumachen - vor allem, wenn das von leuten kommt, die keinen blassen schimmer haben, wie es ist, sein baby auf der its zu haben.
ich habe mich nach einer woche entlassen lassen und wollte erst direkt ins elternzimmer gehen, bis mir die schwestern von unserer neo-intensiv davon abgeraten haben. und das war auch gut so: ich war den ganzen tag bei unserem kleinen, bis mein mann mich abends abgelöst hat und habe die nacht daheim verbracht. auf die weise kam ich immer wieder raus aus dieser krankenhaussituation. natürlich war es jeden abend hart, ohne meinen mäuserich nach hause zu fahren, aber so beengt wie die station war, hätte ich gar nicht die ganze zeit bei ihm sein können - ich glaube, ich bin den schwestern auch so genug auf den keks gegangen...;-)

Beitrag von hoffnung2011 11.02.11 - 18:13 Uhr

lol schade, dass du uns den Link nicht kopiert hast..

Kind Nr.1..da gab es keine Möglichkeit zu bleiben, ich war aber rund um die uhr da. Selbst die 24. uhr Mahlzeit.

Kind Nr.2 auf der Neonatologie auch zu jeder Mahlzeit, dann wurde er aber verlegt auf eine Kinderstation, ich nahm mir noch extra ein Einzelzimmer und gab nach ein Paar Tagen auf, wie schlimm die Verhältnisse da waren..

Bei uns hatte es noch Sinn bei ihm zu blieben, weil man ihm versrogen konnte aber insbeosndere bei den Frühchen, die länger bleiben müssen, kann ich es mehr als verstehen, wenn die Mami nicht die ganze Zeit da hockt aber auch Kräfte sammelt..

Deine Zeit vorher war doch so schlimm, du hast auch als Mensch das Recht sogar die Verpflichtung zu kräften zu kommen..die Zeit danach ist doch hart genug..

Oh, Louis ist schon alt geworden, wie die Zeit rennt.

LG

Beitrag von yvschen 11.02.11 - 18:22 Uhr

hallo

hast du den link noch? wenn ja schreib doch mal hier her.

Dann würde ich der dame oder den damen mal gern paar persönliche NAchrichten zukommen lassen. Und vielleicht würden sich ein paar andere beteiligen.


So ein dummes geschwätz

Ich war jeden tag bei den kleinen.Aber besuchszeiten gibt es nicht umsonst.
NAchts dort zu sein wenn kinder auf der ITS liegen ist gar nicht möglich.

Lg yvonne

Beitrag von bobinha 11.02.11 - 19:11 Uhr

Hi

Ich wurde nach einer Woche aus dem Krankenhaus geworfen. Die Station auf der mein Sohn lag hatte Besuchszeiten und das aus gutem Grund. Erstens damit die Schwestern die Übergabe in Ruhe machen können und die Nachtwache (die ja eh immer weniger besetzt ist) dann ihre Arbeit machen kann. Und zweitens denke ich auch für die Eltern. Ich war während der Besuchszeit so gut es ging durchgehend da. Ich hätte mir in dem Krankenhaus ein Zimmer nehmen können, aber das hätten wir uns nicht leisten können (hätten alles selber zahlen müssen) und die Besuchszeiten wären trotzdem gewesen. Wir wohnen aber nur 15min Fußweg vom Krankenhaus entfernt also bin ich immer nach hause. Wobei ich mittags meistens im Krankenhausgarten saß oder ein paar kleine Einkäufe gemacht habe. Habe so die ganzen Babysachen zusammengekauft. ;-) Es war schwer ihn da zu lassen, aber er war immer in den besten Händen und wenn was war wurden die Besuchszeiten auch mal auf die Seite geschoben. Mein Sohn wurde einmal mitten in der Nacht mal operiert. Da durften mein Mann und ich dann im Elternzimmer sitzen und die OP abwarten und nachher noch unseren Süßen anschaun.

Ich war sehr viel da. Aber immer da sein hätte ich nicht geschafft. Ich schlafe in meinem Bett am besten. Hab mich nach 6 Wochen Krankenhaus auch schon fremd zu hause gefühlt. War dann froh, dass ich zuhause ankommen konnte bevor mein Sohn nach hause kam.

Es ist immer leicht andere zu verurteilen wenn man die Situation nie erlebt hat. Ein paar Wochen kann man im Krankenhaus zurecht kommen, aber mehrere Monate....

Hoffe die "Angeklagte" nimmt die Aussagen nicht zu ernst. Und zu den Klägern sage ich nur, dass manchmal nichts sagen besser ist.

Liebe Grüße Bobinha mit Mr. Ich-trau-mich-langsam-zu-laufen

Beitrag von lejana 11.02.11 - 19:13 Uhr

Hallo,

ich melde mich direkt aus dem KKH. Mein kleiner Schatz ist am 21.1.11 bei 33+6 per Not-Sectio geboren - ist heute also genau 3 Wochen. Die ersten Tage musste er beatmet werden und lag 1 Woche im Brutkasten. Die 2. Woche verbrachte er bereits im Wärmebett im Kinderzimmer. Die ersten 5 Tage war ich natürlich auch im KH. Nach der Entlassung sind wir 2mal täglich gekommen - man darf als Eltern jederzeit zum Kind bzw. anrufen. Allerdings wird darauf geachtet, das man es nur zur Versorgungszeit rausnimmt, damit sie Ruhe kriegen. Seit letzten Freitag habe ich hier auf Station eins der wenigen Eltern-Kind-Zimmer bekommen.

Als er noch im Brutkasten lag, war es für mich kaum ein Problem wieder wegzugehen - wir konnten eh nichts machen außer reinschaun und kurz reinfassen. Nach 4 Tagen durften wir das erste Mal kanguruhen, war toll, hat aber ab meinen Gefühlen nix geändert. Erst als er im Wärmebett war und wir ihn selbst versorgen und danach kuscheln durften fiel es mir von Tag zu Tag schwerer heimzugehen.
Ich hätte mich gleich nach Entlassung als Begleitperson in einem benachbarten Hotel einquartieren können. Da wir aber nur 20 Min. Fahrzeit hatten hat eine Schwester mir abgeraten und gemeint "daheim schläft man am besten". Damit hatte sie Anfangs auch recht, ich hab den Abstand und die Nähe meines Mannes sehr gebraucht. Ich habe zwar daheim viel geheult, aber es ging.
Bis er sich letzten Mittwoch geweint hat als wir ihn ins Bettchen gelegt haben - da konnte ich fast nicht mehr, bin daheim richtig zusammengebrochen. Und als am Freitag dann ein Zimmer frei war hab ich die Chance ergriffen. Und es war da das Beste für uns, genau wie es davor das Beste war daheim zu sein.

Mein Fazit ist, es hat jede Variante seine Vor- und Nachteile. Und ich bin mehr als dankbar, das ich die Chance hatte, es unseren Bedürfnissen anzupassen. Und jeder muss selber entscheiden was für ihn, sein Kind, seine Familie am besten ist. Und niemand hat das Recht darüber zu urteilen. Leider passiert das aber gerade beim Thema Kind immer wieder.

Lg
lejana

Beitrag von moeriee 11.02.11 - 20:47 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten, ihr Lieben! #blume Es ist schön zu wissen, dass es bei mir nicht an meinen Mutterqualitäten mangelt, nur weil es mir gut getan hat, die Nächte nicht auch noch im Krankenhaus zu verbringen.

Da einige nach der Diskussion gefragt hatten... Es ging um dieses Thema hier: http://bit.ly/eKBj8G Das eigentliche Thema war, dass eine Frau eine Frühgeburt nicht verarbeiten kann, weil sie angeblich zu einem Kaiserschnitt gezwungen wurde. Wie ich zu den anderen Aussagen stehe, sei mal dahingestellt, aber obige Aussage fand ich dann doch etwas heftig. Als ich mir den Ursprungsthread durchgelesen habe, musste ich wiederum eine solche Aussage finden: http://bit.ly/gyRRqD Leider findet man diese Meinungen hier immer wieder und es hat schon oft an mir genagt, wenn ich so etwas lesen muss. Aber immer wieder muss ich auch feststellen, dass es oft die Frauen sind, die diese Erfahrung noch nicht machen mussten. :-( Schade, dass man es Frühcheneltern noch so schwer macht!

Beitrag von hannah.25 11.02.11 - 20:58 Uhr

hallo marie,

als erstes würd ich unterscheiden bei deiner frage, ob es das erstgeborene kind ist oder ob es daheim noch weitere kinder gibt.
denn wenn man auch noch geschwisterchen daheim hat, ist die ganze situation in meinen augen noch einmal schwieriger, denn man muss jedem kind gerecht werden.

ich denke, im großen und ganzen muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er das handhaben kann und wie er das verkraftet. nicht jeder geht mit der situation gleich um. und nicht jedes kh ist gleich. auch da hast du recht.

wir sind bei unserer sarah jeden tag 70km eine strecke gefahren. ich war den ganzen tag bei ihr. es war auch den ganzen tag besuchszeit. mir war das wichtig, auch wenn es jedesmal ein zittern war, welche nachrichten es dieses mal gibt - gute oder schlechte. aber ich hätte es nicht anders mit mir vereinbaren können.
bei per lag ich selbst noch im kh (hatte eine kompliziertere op) und als er dann im wärmebettchen lag, durfte er mit zu mir aufs zimmer samt monitor. das war für uns natürlich super und wir haben sowas wie einen alltag gehabt.
aber natürlich kann man beide situationen nicht vergleichen, da sarah ein extremfrühchen war und per eben nicht.

ich glaub schon, dass es ganz wichtig ist, dass man auf sich selbst mit achtet. denn es kostet alles genug kraft. da muss man auch mal auf andere gedanken kommen und so das erlebte verarbeiten. es bringt ja dem baby nix, wenn die mama nicht stark genug sein kann.

ich glaub auf solche meinungen, wie du sie bekommen hast, darf man nix geben. die frauen sind nicht in der lage gewesen und können das überhaupt nicht einschätzen. ich bin mir sicher, dass ihr es für louis so gemacht habt, wie es richtig für ihn war.

liebe grüße
hannah mit niklas und sarah fest im herzen und #baby per ganz fest im arm (14 wochen alt, 30+2)

Beitrag von moeriee 11.02.11 - 21:21 Uhr

Ja, da hast du Recht! Jeder sollte es so machen, wie er es mit sich selbst am besten vereinbaren kann und wie es eben auch die Klinik zulässt. Dass es da in diesem Uniklinikum Nachholbedarf gibt, wissen sie dort selber. Aber es ist einfach auch von der Organisation her kaum anders möglich! Alles ist sehr beengt. Louis' Bett stand direkt neben der Tür, sodass ich mir nicht einmal einen Stuhl hätte nehmen können, weil ich jedes Mal im Weg saß. :-( Wie gesagt: Es hat mir das Herz gebrochen, alleine nach Hause zu gehen und mein Kind zurückzulassen. #heul Meine Mutter musste mich mehr oder weniger aus dem Krankenhaus zerren, weil ich mich einfach nicht von ihm trennen konnte. Eine Kinderkrankenschwester hatte Mitleid mit mir und hat mir die Visitenkarte vom Kinderzimmer gegeben, damit ich jederzeit anrufen kann. Und das habe ich auch gemacht. Ich bin morgens aufgestanden und habe jeden Tag sofort mit Herzklopfen angerufen. Abends, bevor ich ins Bett bin, habe ich ebenfalls wieder angerufen. Und tagsüber hab' ich ihn selbstredend besucht (wir hatten 50 km die einfache Strecke), bis auf den ersten Tag, an dem ich zuhause war, da ich hätte Auto fahren müssen, ich totale Reizüberflutung hatte (nach 2 Monaten im KKH wusste ich nicht einmal mehr, was man einkaufen muss, damit man was zum Essen im Kühlschrank hat #gruebel), es geschneit hatte ohne Ende und mir kein einziges Paar Schuhe gepasst hat, da ich 15 kg Wasser eingelagert hatte. #schock Ach, ich mag gar nicht mehr zurückdenken...

Beitrag von belala 11.02.11 - 21:54 Uhr

Hm, das war wirklich eine schwere Zeit.

Mein Frühchen wurde 24+3 Ssw geboren und 36h später hatte ich eine beidseitige Lungenembolie und lag auch auf der ITS.
Ich hatte so eine unsagbare Angst, dass mein Kind ohne mich sterben könnte und so eine unsagbare Angst selbt zu sterben#heul

...und dann gibt es so herablassende Schuldzuweisungen von gehässigen Frauen.
Das macht mich wütend.

LG, belala

Beitrag von hannah.25 13.02.11 - 12:59 Uhr

Hallo belala,

und genau das meinte ich damit, dass man gar nicht urteilen kann, wenn man selbst nie sowas erlebt hat und nicht drinnen gesteckt hat.
Ich glaube, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man jeden Tag zittern muss, dass das eigene Kind noch lebt und dass man es vielleicht gehen lassen muss, während man selbst nicht da sein kann.
Umso größer ist mein Respekt vor dem, was ihr durchgemacht habt und überstanden habt.

Ich glaub, dass du dir gar keine Vorwürfe machen musst. Du bist eine prima Mama und hast alles getan, dass es deinem Frühchen gut geht. Und wenn du selbst mit deinem Leben kämpfst, kann dir keiner einen Vorwurf machen. Es ist ja eh schon schlimm genug, wenn du nicht zu deinem Kind konntest und damit muss man auch erst einmal klar kommen, wenn einem die ersten Tage mit dem Kind fehlen (mir fehlen auch 7 Tage mit meinem Sohn, lag auf ITS).

Ich wünsch euch alles Gute und möcht noch einmal sagen, dass du eine ganz starke und wunderbare Mama bist!

Liebe Grüße
Hannah

Beitrag von belala 13.02.11 - 17:28 Uhr

Hallo hannah,

vielleicht bringst du nun 2 Beiträge durcheinander?

Ich nehme natürlich gern das Lob an!
Aber Vorwürfe mache ich mir ganz und gar nicht.
Mich macht nur dieses Pseudolöwengehabe der Frauen wütend, die nicht ansatzweise um die fehlenden Schwangerschaftswochen traurig sein und/oder um das Leben des Kindes bangen mußten.

Selbst in diesen dramatsichen Wochen und Monaten habe ich selten so reagiert wie ich mir vorher mal vorstellte.

LG, belala

Beitrag von hannah.25 13.02.11 - 12:56 Uhr

Hallo,

genau das meine ich. Es sind ja auch gar nicht immer die Voraussetzungen vorhanden, dass man den ganzen Tag bei seinem Kind sein kann. Bei euch war es eh nicht möglich.
Und wie sehr ihr euch um euren kleinen Mann gekümmert hat, liest man ja deutlich heraus. Immerhin habt ihr immer in der Früh angerufen (Ich weiß, wie groß das Zittern ist, wenn man das macht und hofft, dass alles gut ist. Mir ging es auch immer so bei Sarah, wenn ich jeden Tag ins KH gekommen bin).
Und wenn ich lese, dass du jeden Tag 100km gefahren bist, weiß man auch, dass du alles mögliche für deinen Sohn gemacht hast.
Es zerreißt einen echt das Herz, wenn man sein Kind im KH zurücklassen muss und allein heimgeht und vielleicht nicht mal weiß, ob man jemals mit dem kleinen Würmchen heim darf.
Ich glaube, dass niemand darüber urteilen darf, der so eine Situation nicht mitgemacht hat und es so nicht nachvollziehen kann. Lass dich bitte davon nicht runterziehen. Ich bin mir sicher, du bist eine tolle Mama für deinen Sohn!

Liebe Grüße
Hannah

Beitrag von ulli-mali 11.02.11 - 22:19 Uhr

Hallo Mädels,

mir ist die Fruchtblase während des Urlaubs (7 Wochen vor ET) geplatzt, sodass ich dort ins Krankenhaus bin. Nach der Entbindung (bei 33+5) lag Matteo auf der Kinderintensiv und ich im gleichen Krankenhaus auf der Entbindungsstation. Ich bin natürlich die ganze Zeit (3,5 Wochen) im Krankenhaus geblieben. Das war ideal. Vollumsorgt, sowohl Matteo als auch ich. Besuchtszeiten für die Eltern waren auf der Entbindungsstation rund um die Uhr.

Ich hätte es nichts übers Herz gebracht, nicht in seiner Nähe zu sein.

LG ulli-mali und Matteo (15.05.2008)

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