An Alle die ein Haus gebaut haben

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von lollipop24 15.02.11 - 10:34 Uhr

Hallo ihr Lieben


ich habe mal eine Frage an euch :-)


Wir möchten gerne ein Haus bauen, es soll ein kleines und von den Kosten überschaubares Häuschen werden ;-)
Der Wunsch nach dem Eigenheim haben wir bereits seit über 5 Jahren.

Nun haben wir ein gutes Eigenkapital zusammengespart, hätten ein schönes Grundstück in Aussicht und könnten eigentlich jederzeit loslegen - aber irgendwie habe ich ANGST!

Angst, es wirklich zu tun - so viel Geld aufnehmen zu müssen (trotz 30% Eigenkapital) und einfach Angst davor das es schief geht und wir das irgendwann nicht mehr finanzieren können.

Mein Mann verdient gutes Geld, ich selber verdiene auch gut, obwohl ich aufgrund der Kinder nur halbtags arbeiten gehen kann :-)

Trotzdem ist es ein komisches Gefühl ..... geht auch alles gut? Was ist wenn einer seinen Job verliert? Kann ich wirklich über 20 Jahr auf so Vieles verzichten und nur für das Haus leben?
Wir haben gelernt viel zu verzichten, im Moment leben wir damit auch gut, aber kann man das wirklich über 20 Jahre so durchhalten?



Deshalb jetzt meine Frage an Alle die ein Haus gebaut haben:

Wie lebt ihr damit? Habt ihr diese "Angst" auch im Nacken sitzen?
Kommt ihr gut damit zurecht auch mal verzichten zu müssen?


Ich danke euch schon jetzt für eure Antworten!#blume



lg lollipop

Beitrag von emma81 15.02.11 - 10:52 Uhr

Hallo,

wir sind im Dezember in unser neues Haus gezogen.

Also ich denk mal jeder hat gewisse Bedenken wenn er einen großen Kredit aufnimmt, und so ist es bei uns auch.
Ich wollte aber nicht 20 Jahre verzichten. Ein gewisser Puffer muß einfach da sein. Mein Mann ist vorraussichtlich die nächsten 3 Jahre noch Alleinverdiener, in der Zeit können wir zwar keine großen Sprünge machen, aber ein Urlaub ist trotzdem drin.
Wenn ich dann auch arbeiten geh,entspannt sich das ganze natürlich.

Man muß auch immer noch Bedenken, daß ein Kredit meist auf 10 Jahre festgeschrieben ist, und danach hat man einen neuen Zinssatz. Momentan ist der Zins sehr gut, aber man weiß nie, wie er in 10 Jahren ist, und dann muß man das auch finanzieren können.

LG Susanne

Beitrag von littlequeen 15.02.11 - 11:06 Uhr

Wir werden Ende des Jahres in unsere Eigenheim ziehen, kalr haben wir bedenken und alles x mal durchgerechnet, aber wir haben einen Puffer eingerechnet, den wir monatlich zurück legen können, wir haben die Perspektive das in absehbarer zeit mehr Geld rein kommt (dank Weiterbildungen, und da mein Mann im Moment noch allein Verdiener ist, ich aber ab April auch wieder halbtags arbeiten gehe UND wir haben den Kredit so finanziert das das Geld bis zum Ende der Abzahlungen (wir wollen in 23 Jahren fertig sein) einem festgesetzen Zinssatz unterliegt, das sichert uns bis ultimo die guten Zinsen von jetzt (bzw ende 2010) was uns sehr beruhigt, wir wissen also was in den nächsten Jahren auf uns zu kommt.

Das alles hat uns dazu bewogen doch zuzusagen, und wir freuen uns schon riesig. Abgesehen davon, zur Not muss das Haus eben wieder verkauft werden, wenn es nicht geht.

Gruß littlequeen

Beitrag von solania85 15.02.11 - 11:25 Uhr

Wie heißt es immer so schön? "NO Risk- No Fun"- doofer Spruch aber stimmt mal wieder...

Wer einen Traum hat und ihn verwirklichen will, der muss durch diese Angst durch. Wir hatten auch schon länger den Traum vom eigenheim- im Juli hab ich Zusage für neuen job gekriegt- naja und im august ging es dann sofort los.... Seit Weihnachten wohnen wir jetzt hier in unseren eigenen 4 Wänden und sind total happy.

Ich bzw. eigentlich jeder der gebaut hat wird dir sagen, dass immer irgend etwas schief geht- bei uns z.b. kam der keller zu nah an nachbars haus- also mussten wir knapp 0,5 meter kleiner bauen.... Ärgerlich aber im nachhinein nicht änderbar.

finanziell haben wir auch großen teil an eigenkapital gehabt, aber durch den jobwechsel war das mit kredit nicht so einfach- aber klappte gott sei dank trotzdem.

Wir würden es jederzeit wieder tun.


LG solania

Beitrag von wemauchimmer 15.02.11 - 11:29 Uhr

Hi lollipop,

ich kenne das auch und ganz am Anfang hatte ich schon Respekt vor dem Schuldenberg! Das hat aber nachgelassen, denn
- Schulden werden immer weniger, zumal wir kräftigst tilgen.
- Schulden werden auch weniger wert wegen der Inflation
- Man muß die Zinszahlungen immer mit der aktuellen Miete vergleichen und sich vor Augen halten, wie günstig man hier wohnt (Relation wird ja von Monat zu Monat besser)
- So langsam rückt dann das Ende der Abzahlerei ins Blickfeld und man kann sich schonmal ausmalen, wie das Leben dann sein wird - mietfrei in einem tollen Haus mit geringen Unterhaltskosten
Helfen tut es halt, wenn Du nie mehr Schulden hast, als Du durch einen Notverkauf erlösen könntest. So weisst Du, daß Du im Fall einer Katastrophe (z.B. Jobverlust) eigentlich heil aus der Nummer rauskommst, sofern Du nicht zu sehr klammerst. Das ist überhaupt das entscheidende, daß Du nämlich verstehst, daß Du das Haus nicht unter allen denkbaren Umständen wirst behalten können. Hauptsache, es stellt sich so dar, daß unter den normalen, erwartbaren Umständen die Sache klappen wird.

Was das Verzichten angeht... da muß doch jeder seinen Weg finden. Wichtig ist vor allem, daß Du es nicht als Verzicht empfindest. Alles eine Frage der Ansprüche. Du hast ein großes Ziel im Visier, da sind so Dinge wie Fernreisen oder dicke Autos eben unwichtig. Das kann man alles später nachholen, der Mieter muß aber immer weiter seine Miete bezahlen...
LG

Beitrag von lollipop24 15.02.11 - 12:00 Uhr

VIELEN LIEBEN DANK für all eure Antworten!!!!!!!!



Ihr habt mir schon sehr geholfen, vorallem habe ich gemerkt das man manche Dinge aus einer anderen Sichtweise sehen sollte ;-)


Danke an euch alle!


lg lollipop

Beitrag von mary31 15.02.11 - 14:50 Uhr

Hi,

also ich verzichte gern auf tolle Reisen und habe dafür ein schönes Haus. Bin sowieso lieber zuhause.

Miete zahlen muss/müßte man auch jeden Monat, warum dann auch nicht die Rate für ein Haus? Ja, mulmig ist mir auch manchmal, wenn ich sehe was alles kostet, aber so ist es eben. Dafür gehört das Haus später mal uns und wir wohnen mietfrei (ist allerdings auch nicht so ganz wahr, denn wenn ich allein sehe was Grundsteuer und Versicherung kosten, Straßenreinigungsgebühren, Abwasser bla bla, spätere Reparaturen, Erneuerungen ...)

LG Mary

Beitrag von kikiy 15.02.11 - 21:26 Uhr

Wir bauen gerade.

Keiner von uns ist bereit, 20 Jahre oder länger auf bestimmte Dinge zu verzichten.

An unserem Haus wird fast alles selbst gemacht.Unsere finanzielle Belastung wird demnächst mit einem sehr sicheren Gehalt gut zu stemmen sein,so dass wir eben nicht verzichten müssen.Ansonsten hätten wir uns nie dazu entschieden.

Alles gute

Beitrag von geli0178 16.02.11 - 19:15 Uhr

Hallo,

die Angst oder Sorge kann durch viele Dinge verkleinert werden. Mein Mann und ich haben uns damals entschlossen ein älters Haus zu kaufen und einige Dinge später zu machen. Den Wohnbereich haben wir zum Einzugstermin fertig gehabt. Keller, Waschhaus und Garage wurden im letzten Winter renoviert. Dieses Jahr wird die Einfahrt gemacht und irgendwann wird auch die Terrasse erneuert. Den Garten (wir hatten schon vorher einen) kann man und für wenig Geld ansehlich machen. Wichtig war für uns das die Rate nicht höher ist als unsere damalige Kaltmiete. Die war damals so niedrig, das ein Verdienst wegfallen konnte ohne das wir hätten umziehen müssen. Das hat bei uns geklappt. Es liegt teilweise an Euch wie hoch die Kosten für das Haus sind. Wer die nächsten Jahre freiwillig auf seinen Urlaub und anderen Schnick Schnack verzichtet kann auf die Dauer auf jeden Fall einiges an Kosten sparen. Es sollte aber auch immer so sein das es einem nicht "weh" tut. Freunde von uns haben aus diesem Grund aufs Haus bauen verzichtet, weil sie lieber mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren - regelmäßig ins Kino gehen oder ihrem Kind viel Abwechslung bieten. Mein Mann und ich sind schon immer Garteneulen gewesen, die sich über jedes neue Pflänzlein im Garten erfreuen und für uns ist es einfach nur Erholung gemeinsam mit netten Leuten einen gemütlichen Abend zu Hause zu machen. Wir sind allerdings auch die Typen von Menschen den das Gerede der andern Leute relativ egal ist, denn nachts ruhig schlafen können ist sehr viel wert in der heutigen Zeit.

Viele Grüße

Geli

Beitrag von pssst77 26.02.11 - 18:57 Uhr

Hallöchen!

Ich finde,dass Du mit deinen Gedanken ein bisschen in die falsche Richtung läuft.
Im Grunde werden Euch 30% nicht wirklich viel helfen,um die Finanzierung wirklich wesentlich geringer halten zu können.
Im Grunde sollte Euch klar sein,dass dieser "sauer zusammengesparte Betrag" auf einen Schlag weg ist,ihr aber trotzdem einige Jahre an Eurem Haus eine ordentliche Rate abtragen werdet.
Du sagst,Du willst in den Jahren dann zurückstecken,nur um das Haus behalten zu können...denkst Du wirklich,dass das der richtige Weg ist?
Vielleicht kommen daher die Zweifel,wer will denn sein halbes Leben zurückstecken,nur um vielleicht mal kurz vor der Rente abgezahlte 4 Wände zu haben?
Ich würde niemals so an diese Sache rangehen,entweder ich bin mir sicher,dass ich ein Haus baue und finanziere und dabei Mensch bleiben kann und mir wenigstens ab und an noch Wünsche erfüllen kann oder ich lasse es ganz bleiben.

Noch ein kleines Beispiel am Rande: Bekannte von uns haben einen Kredit von 300000 Euro aufgenommen für ihr Eigenheim,sie hätten mit ihrem angesparten Eigenkapital von 40000 Euro 1200 Euro Rate gehabt,haben jetzt ohne ihrem Eigenkapital eine Rate von 1350 Euro aushandeln können.
Von den 40000 Euro haben sie sich jetzt einen schönen Garten angelegt,ein schickes Auto gekauft und den Rest für Notfälle angelegt,falls mal etwas unerwartetes kommen würde.
Ich finde diese Entscheidung wesentlich entspannter und lukrativer.

Überlege mal,ob deine Zweifel nicht wirklich an Eurer Denkweise liegen könnten.

Alles Liebe und Gute für Eure weitere Zukunft.
Sylvia