Opa hat Lugenkrebs. Ich kann bald nicht mehr.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von pur2006 17.02.11 - 20:23 Uhr

Hallo ihr Lieben

Zur zeit läuft alles schief bei uns. Es fing ende Januar an das mein Opa ins Krankenhaus kam wegen schwerer Lungenentzündung da bekamen wir gesagt das meine Oma sich zuhause nicht mehr um ihn kümmern kann er also nach dem Krankenhausaufenthalt ins Pflegeheim kommt, das ist für meine Oma schon schlimm genug den sie hat immer gesagt das wäre das letzte was sie will sie will sich alleien um den Opa kümmern aber ihr geht es auch nicht gut sie kann kaum noch laufen und hat auch viele schmerzen es hat gut 2 Wochen gedauert bis sie akzeptiert hat das Opa ins Heim kommt (wir haben einen Heimplatz bekommen wo sie in 5min wenn sie läuft etwas länger hin bracht) damit sie ihn so oft es geht besuchen kann. Jetzt bekammen wir gestern die Diagnose Lungenkrebs, OP wegen dem schwachen Herzen ohne überlebenschace, Chemo auf grund des alters von 80 Jahren nicht mehr zumutbar+ nach op nicht den kompletten krebs beseitigt laut Arzt. Jetzt ist meine Oma sowas von fertig das sie mich damit auch belastet seit Januar muss ich immer springen wenn sie ruft ich hab ein kleinen Kind von 17 Monaten ich bin nur das Enkelkind dazwischen gibt es noch 4 Kinder also meine Onkel und Tanten die könnten doch auch mal was tun zumal die alle Kinder haben die schon ausser Haus sind. Ich muss auch erst mal damit fertig werden das wir unseren Opa auf kurz oder lang verlieren werden. Ich komme mit der ganzen situation momentan nicht so ganz klar.
Sorry fürs jammern muste einfach mal raus.
Danke Pur2006

Beitrag von derhimmelmusswarten 17.02.11 - 20:53 Uhr

Das tut mir sehr leid für dich. Hast du mal mit deinen Tanten und Onkeln gesprochen? Deine Oma kann ja nichts dafür. Ihr kannst du ja keine Vorwürfe machen. Mein Opa starb, als meine Kleine 9 Monate alt war. Nur sieben Monate später wurde jetzt meine Oma zum Pflegefall. Ich weiß, wie schlimm das ist. Aber da muss man wohl durch als junger Mensch. Manche Leute haben das Glück, dass sie ihre Verwandten nicht pflegen müssen bzw. sich um sie kümmern müssen, aber leider ist es doch eher die Regel anstatt die Ausnahme. Man kann nur hoffen, dass dein Opa nicht lange leiden muss und dass deine Oma das verkraftet.

Beitrag von myimmortal1977 18.02.11 - 00:48 Uhr

#liebdrueck

Lungenkrebs ist keine gute Diagnose. Ich hatte das Thema letztes Jahr im Sommer das 2. Mal in meinem Leben durch. Meine Mutter ist daran gestorben mit 56 Jahren. Mein Vater verstarb daran 2000 mit 58 Jahren. Ich habe keine Geschwister. Ein kleines Kind zu hause, damals zur Diagnosestellung bei meiner Mutter ca. 20 Monate alt.

Wie weit wohnt denn der Rest Deiner Familie entfernt?

Deine Oma braucht Unterstützung, so viel ist sicher. Wir haben uns bei meiner Mama immer abgewechselt. Es gibt noch ihre Schwester und die Eltern meine Mama leben auch noch. Wobei die schon recht alt sind und nach ihren Kräften das dazu bei gesteuert haben, was sie konnten. Das Meiste blieb an mir "hängen".

Die Krankheit meiner Mutter verlief sehr dramatisch. Wir hatten 5 verschiedene Krankenhäuser in 3 Monaten durch. Insg. 9 stationäre Aufenthalte. Chemo und außerplanmäßige Einflüge wegen gesundheitlicher Probleme mit einberechnet.

Ich bin von Mitte April bis Ende Juli nur gefahren, gefahren, gefahren. Von a nach b, von b nach c, von c wieder nach a usw. usw. Wenn ich nicht gefahren bin, habe ich organisiert, wohin mit dem Kind, wer hat Zeit, Haushalt, den Haushalt meiner Mutter etc......

Für MICH war es damals keine Frage, wie ich es schaffe. Es war meine Mutter und für die wäre ich überall hingefahren. Auch bis ans andere Ende der Welt mit 24 Stunden Rufbereitschaft.

Da ich schon einmal mit dem Thema bei meinem Vater konfrontiert war, wußte ich, dass es nicht lange dauern würde, bis sie stirbt.

Das einzige, was ich ihr geben konnte, in den letzten Tagen unseres gemeinsamen Lebens hier auf der Erde, war meine volle Unterstützung, meine Anwesenheit, meine Hilfe, meine Worte, meine Hand.

In so einer Ausnahmesituation kann der Mensch enorme Kräfte entwickeln. Und ich bin in dieser Zeit, mit der Krankheit und mit kleinem Kind und Haushalt etc. sicherlich weit über das Maß meiner vorhandenen Kräfte hinaus gewachsen.

Ich bin teilweise jeden Tag 200 km gefahren, nur um sie jeden Tag im Krankenhaus zu besuchen. Und der letzte Sommer war hier im Norden ätzend heiß und schwül. Was zusätzlich schlauchte.

Geh mal davon aus, dass es nicht lange dauern wird, bis Dein Opa für immer geht. Bei meinen Eltern waren es beide unter 3 Monate ab Diagnosestellung.

Wenn sich die anderen nicht kümmern wollen oder können, lass sie. Sie müssen mit ihrem Gewissen bis an ihr Lebensende leben.

Für MICH war es absolut wichtig, dass ich mir im Nachhinein keine Vorwürfe machen muss. ICH habe alles getan, was ein Mensch tun muss. ICH habe alles getan und dieses Tun war für mich das Selbstverständlichste von der Welt.

Meine Mutter war auch immer in ihrem Leben für mich da. Da war es das Selbstverständlichste in diesen schweren Stunden auch für sie uneingeschränkt da zu sein.

Zum Sitzen und drüber nachdenken hat man dann noch genug Zeit, wenn es vorbei ist. Und ganz ehrlich, ich war ganz dankbar darüber, dass ich in der Zeit, wo meine Eltern wissentlich von der Krankheit betroffen waren, gar nicht so viel Zeit hatte, drüber nachzudenken. Denn diese Gedanken machen mürbe und krank.

Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit! Und Deiner Oma, als nächste Angehörige natürlich ganz besonders!

Janette