Wie verkraftet ihr NEGATIV?

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Beitrag von rinamausi1984 21.02.11 - 12:09 Uhr

Hallo ihr lieben Mädels!

Auch bei mir gab es am Freitag ein NEGATIV.
Das hat mir erstmal den Boden unter den Füssen weggezogen.
Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so - in dieser Art und mit so viel Schmerz - geweint.
Ich konnte gar nimmer aufhören.

Ich hab schon eine gesunde Tochter und es ist trotzdem die Hölle.

Wie schafft ihr das alles zu verkraften?
Ist es wirklich besser, sich einen Plan B zu schaffen, vielleicht nach diesem Plan B zu leben und es trotzdem weiter zu versuchen?

Ich kann einfach nicht mehr locker bleiben! Die Zeit nach dem Transfer hab ich gedacht ich bekomm nen Herzinfarkt. So nervös war ich die ganze Zeit!

Ich hab mir jetzt das Buch "Der Traum vom eigenen Kind" bestellt, es soll sehr gut sein, psychologische Hilfe bieten.

Wir haben jetzt noch 2 Versuche, die die Kasse zu 50 % bezahlt.
Nächster Besprechungstermin ist Anfang April. Wahrscheinlich werden wir wieder eine IVF machen lassen. Hilft ja nichts. Ich hoffe, ich bin bis dahin stark genug!

Warum muss ausgerechnet UNS sowas passieren?
Das stellt das ganze Leben auf den Kopf. Ich weiss gar nimmer, wie ich mit mir selbst umgehen soll...

Unsere Ehe leidet mittlerweile auch schon, weil ich mich so minderwertig fühle (es liegt an mir). Mehr als kuscheln ist schon seit Monaten nicht mehr drin.
Das ist meine größte Angst! Mein Mann ist kerngesund - ich hab Angst, dass er das irgendwann nicht mehr kann.
Nicht wegen dem Kinderwunsch - ich glaube, er könnte auch ohne 2. Kind gut leben.
Ich muss wieder klar kommen mit mir selbst und dann wäre die Beziehung auch wieder besser...

Zudem kommt auch noch, dass meine Schwiegermama vor 2 Wochen erfahren hat, dass sie Brustkrebs hat.
Die Oma meines Mannes ist schwer dement und pflegebedürftig. Sie kann nicht mehr sprechen, nicht mehr essen und trinken.
Die Meisterprüfung hat er beim ersten Mal nicht geschafft, Wiederholungsprüfung kommt jetzt im März.

Kennt ihr das? Es wird einfach alles ZU VIEL!

Danke, dass ihr mir zugehört habt!
Und jetzt wieder POSITIV denken und das BESTE hoffen.

Eure Rinamausi1984

Beitrag von shiningstar 21.02.11 - 12:48 Uhr

Ja, wie verkraftet man ein Negativ...

Mein Mann und ich haben vor der ersten ICSI einen Plan B überlegt -haben viel darüber gesprochen, was passiert wenn es nicht klappt.
1. ICSI negativ
2. ICSI abgebrochen (weil keine Follikel gewachsen)
--> Da habe ich aufgegeben und am Plan B gearbeitet (Adoption). Es war mein Mann, der mich ganz behutsam zur 3. ICSI (in einer neuen Praxis) überredet hat... Zum Glück!

Wichtig ist, dass man den Kiwu nicht in en Mittelpunkt seines Lebens rückt. Ihr habt euch, ihr habt ein Kind... Genießt das Leben, lass den Kiwu einen Teil davon sein, aber nicht den Mittelpunkt!

Und nach einem Negativ darfst Du Dich ruhig ein paar tage verkriechen, bemitleiden, was auch immer... Aber dann muss man aus seinem Loch wieder raus kommen und nach vorne schauen.

Beitrag von 35... 21.02.11 - 13:10 Uhr

Ich kann nur sagen, wie ich damit umgehe... ich sage mir immer:
Alles, was im Leben passiert, hat seinen Grund.
Ich weiß, oft meint man, das kann nicht sein, wo soll da der Sinn dahinter sein, warum nur?!
Aber irgendwann wird es sich zeigen, weshalb alles so kommt, wie es kommt, da bin ich sicher.

Ich meinte, wenn die Würmchen nicht bei mir bleiben wollen, dass wären sie vielleicht nicht gesund gewesen oder auf mich kommt erst mal eine andere Aufgabe zu und es war noch nicht die Zeit.

Es ist schwer, so zu denken, wenn man schon so viel mitmacht, wie du... vor allem so viel auf einmal!
Aber vielleicht ist genau das auch der Grund. Vielleicht musst du erst mal mit den ganzen anderen Problemen klar kommen und dann kommt ganz bestimmt deine Zeit.

Da musst du nur immer fest dran glauben!

Also nicht, dass du denkst, ich wäre gläubig oder so, also im kirchlichen Sinne, das bin ich eigentlich nicht. Aber wie gesagt, glaube ich, dass alles seinen Sinn hat, den verstehen wir nur manchmal nicht oder NOCH nicht!

Alles Gute und vor allem Hoffnung für die Zukunft! #klee

Beitrag von sabstar 21.02.11 - 13:13 Uhr


Hey,

ich gebe dir mal ein paar Dinge mit auf den Weg, die mir bei meiner 2. ICSI geholfen haben:

1. Akupunktur für Kinderwunsch (paar Monate vor ICSI begonnen)
2. täglich chinesische Kräutertees vom chinesischen Doc
2. 1x im Monat kinesiologische Behandlung bei meinem Psychologen
3. täglich Bryophyllum

Nach dem Tod meiner Mutter vor einem Jahr ist für mich die Welt zusammengebrochen und habe es mit den obigen Punkten geschafft wieder aus meinem Loch heraus zu kommen.
Vielleicht ist das auch der Grund warum ich nun schwanger bin...

Alles Gute und viel Stärke!!!!

Sabrina

Beitrag von rinamausi1984 21.02.11 - 14:42 Uhr

Vielen vielen Dank für eure aufbauenden Worte!

Ich weiss, dass alles seinen Sinn im Leben hat und irgendwie ist alles vorbestimmt...

Ich versuche stark zu sein und mich nicht zu verkriechen.
Selbstmitleid bringt leider gar nichts. Nur die richtige Einstellung zu bekommen, das wäre toll um das Leben trotzdem geniessen zu können
:-).

Ich wünsche euch weiterhin viel Glück für euren Traum
und Dir, liebe Sabrina, eine wunderschöne Schwangerschaft!
Geniesse jeden Augenblick davon - die Zeit vergeht viel zu schnell!

Alles Glück!