Anlegeproblem wg Hüftschiene + wenig Milch! Abstillen?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von marlasinger80 22.02.11 - 14:54 Uhr

Hallo zusammen,

vielleicht hat einer von Euch ein paar Tipps für mich und kann mir somit helfen.

Momentan ist es leider so, dass ich für Malin die Muttermilch regelmäßig abpumpe und mit Pre-Nahrung zufüttere, sie also per Zwiemilch ernähre.
Ich möchte aber gerne wieder zum „normalen“ Stillen zurückkehren.

Nach dem Kaiserschnitt wurde mir Malin direkt angelegt und die ersten zwei Lebenswochen habe ich sie voll gestillt. Zu Hause habe ich sie wegen andauernder Schmerzen beim Saugen mit Stillhütchen gestillt.

Malin hat die ersten paar Tage nach der Geburt abgenommen, konnte dann aber (weit 14 Tage nach ihrer Geburt) ihr Geburtsgewicht von 3.400g nicht wieder erreichen. Das Gewicht stagnierte mehrere Tage und trotz häufigen Anlegens hatte sie immer Hungersignale gezeigt.
Also habe ich mich entschlossen probeweise abzupumpen, um zu sehen wie viel Milch überhaupt fließt. Ich musste feststellen, dass ich rechts nur mäßig Milch herausbekam und links fast gar nichts.

Dazu muss man wissen, dass ich leider 10 Tage nach Malins Geburt eine Mastitis der linken Brust hatte, die ich über eine Woche lang auskurieren musste. Ich vermute, dass wegen der Kombination Stillhütchen und Mastitis die Milch leider weggeblieben ist.

Durch konsequentes Abpumpen ist der Milchfluß mittlerweile etwas besser geworden, so dass ich im Durchschnitt ca. 40ml aus der rechten Brust und ca. 20ml aus der linken Brust bekomme. Das reicht aber nicht, um Malin satt zu bekommen. Deshalb die Zwiemilchernährung; sie bekommt momentan ca. 60% Muttermilch und 40% Pre-Nahrung.

Anlegen ohne Stillhütchen ist schwierig, da Malin bereits eine Saugverwirrung hat, d.h. die nackte Brust nicht mehr ansaugen kann. Zudem kommt hinzu, dass Malin eine Hüftdysplasie hat und die Tübinger Hüftbeugeschiene tragen muss und ich Schwierigkeiten habe, sie korrekt und dazu bequem für mich anzulegen. Entweder liegt sie verdreht oder ich sitze unbequem und dadurch sind meine Brustwarzen immer "schief" gelutscht.

Malin saugt auch nicht viel Milch aus der Brust: Als ich sie jeweils 20 Minuten an jeder Brust gestillt habe, hat sie insgesamt nur 45ml getrunken. (Wir haben sie vorher und nachher gewogen.) Das erscheint mir wenig.

Habt Ihr eine Idee, wie ich diese Stillprobleme lösen könnte?
Hat jemand einen Tipp, wie ich sie mit der Hüftschiene am besten anlege?
Und wie bringe ich Malin dazu, besser die Milch aus der Brust zu saugen?
Das Gedöns mit den Fläschchen und Abpumpen ist auf Dauer doch sehr zeitintensiv, aber "normales" Stillen klappt ja nicht.
Manchmal bin ich kurz davor, mich zum Abstillen durchzuringen...

Danke & LG
Marla

Beitrag von lhyra 22.02.11 - 15:20 Uhr

Zu aller erst: Lass diese Wiegerei und Abpumperei sein. Damit erzielst Du nur eines: Dich verrückt zu machen. Das kindliche Saugen ist um längen effektiver als so ne Pumpe, egal wie gut die Pumpe ist.
Lies dazu bei http://www.uebersstillen.org genauer nach, worauf Du zu achten hast.
Zur Steigerung der Milchmenge und zum korrekten Anlegen konsultiere eine Stillberaterin: http//:www.afs-stillen.de oder http://www.lalecheliga.de
Eine Stillberaterin kostet *nichts*!
Anders wirst Du es nicht schaffen, Eure Stillbeziehung zu optimieren. Ein Forum kann Dir den unmittelbaren Kontakt und die intensive Beratung durch einen "echten Menschen" nicht ersetzen.

Viel Erfolg und alles Gute Euch!#herzlich

Beitrag von lilly7686 22.02.11 - 16:02 Uhr

Hallo!

Ich würde dir dringend raten, dir eine Stillberaterin vor Ort zu suchen.
http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de
Beide Vereine arbeiten ehrenamtlich, du zahlst also nichts für deren Hilfe.

Ich würde jetzt aufgrund deiner Beschreibung zum Brusternährungsset raten. Aber das sollte die Stillberaterin vor Ort entscheiden und mit dir besprechen.

Und lass das mit dem Wiegen und abpumpen.
Beim Pumpen kommt immer sehr viel weniger Milch raus, als dein Baby an der Brust saugen würde.
Zudem wird durch die Stillhütchen die Brust nicht optimal stimuliert. Was wiederum zu weniger Milch führen kann.

Also hol dir unbedingt eine Stillberaterin ins Haus!

Alles Liebe!

Beitrag von marlasinger80 22.02.11 - 16:53 Uhr

Lieben Dank schon mal für Eure Antworten. #winke
Ich habe vorhin vergessen dazu zu schreiben, dass ich letzte Woche bereits bei einer Stillberaterin von LLL angefragt habe, aber wir bislang noch leider keine Antwort / keinen Termin bekommen haben. Das Problem lässt sich in der Tat wohl am besten persönlich vor Ort lösen und nicht hier in einem Forum.
Aber ich wollte einfach nur weitere Anregungen und Tipps von Euch bekommen. :-)

Hat jemand von Euch Erfahrung mit dieser Tübinger Hüftbeugeschiene?
Ich habe immer Angst, ihr beim Anlegen etwas abzuklemmen. Außerdem sind dann die Beine immer höher als der Kopf und sie ist total verdreht... :-[ (So würde ich ja auch nicht richtig trinken können)

Beitrag von soschiko 22.02.11 - 18:37 Uhr

Hallo,

wie legst Du sie an?
Weiß leider net wie die "richtigen" Bezeichnungen für die Anlegetechniken sind. Legst Du sie Dir sozusagen auf den Schoß?

Versuch es doch mal wenn Du Dir ein Kissen an die Seite legst und Deine Kleine "unter den Arm klemmst".
Oder leg Dich mit ihr aufs Bett und versuch es im Liegen. Da gibt es auch mehrere Varianten. (Seite an Seite, Kopf-über, ...)

Hat bei mir auch erst nach einigen Versuchen gut gerklappt, aber bis Du Antwort von LLL bekommst ein Versuch wert, oder?

Gruß Sonja

Beitrag von matsel 22.02.11 - 20:00 Uhr

huhu,
wir hatten das teil 14wochen lang und ich habe in der zeit voll gestillt. versuch dich mal aufs sofa zu setzen, die beine angewinkelt in eine richtung und du setzt sie quasi in die "mulde". so das eben der kopf höher gelagert ist. ich weiß ja nicht, wie schlimm das bei euch ist, aber unsere orthopädin hat auch fgrünes licht gegeben das ding wärend des stillens zu entfernen, wenns halt gar nicht geht.
lg

Beitrag von goda 22.02.11 - 21:57 Uhr

Hallo,

also wir stillen seit 5 Wochen mit der Schiene und es klappt gut. Zumindest wenn ich sie vor mich auf ein Stillkissen lege. Das eine Bein steht dann halt hoch, scheint sie aber nicht zu stören. Sie hampelt nur öfters beim Stillen rum wenn sie Blähungen drücken.

In der Armbeuge stillen wenn wir unterwegs sind und nur auf nem Stuhl oder ner Couch stillen ist es nocht ganz so bequem da sie sich nixht so schön anschmiegen kann mit der Schiene.

Bin froh wenn das dumme Ding weg ist, vorraussichtlich in 3 Wochen.

Habe anfangs auch mit Hütchen gestillt. jetzt Gott sei Dank nicht mehr.
Aber ständiges anlegen, auch im Liegen fördert die Milchmenge.

Hast Du keine Hebamme mit der du das alles besprechen kannst? Man hat Anspruch auf eine Hebamme solange du stillst!!!

Noch zu der Schiene. Meine kleine hat sich anfags so gegen die Schiene gewehrt dass sie Blasen an den Oberschenkeln bekommen hat.
Habe seitdem die Dinger wo die Schenkel drinliegen mit Watte und Mullbinde abgepolstert. Vielleicht wäre das noch ne Idee.

Oder du probierst mal folgendes. Im Schneidersitz hinsetzen, Kind von links nach rechts in deinen Schoß legen. Somit ist der Kopf ja höher. Dann Busen raus, etwas vorbeugen und von oben stillen. Hoffentlich weißt du was ich meine.

Du schaffst das bestimmt.

Lg Goda

Beitrag von steffi0413 24.02.11 - 10:26 Uhr

Hallo Marla,

das ist super, dass Deine Kleine Mumi bekommt, jeder Tropfen bedeutet sehr-sehr viel für sie. :-)

Mastitis, Stillhütchen bzw. ausschliessliches Abpumpen können alles dazu führen, dass die Milch zrückgeht. Das kann aber wieder korrigiert und erhöht werden.
Bei der Milchproduktion bestimmt die Anfrage das Angebot. Dh. je öfters die Brüste stimmuliert werden, desto mehr Milch wird produziert.
Du kannst die Milchproduktion noch mit Bockshornklee unterstützen.

Hast/hattest Du vielleicht (Gestations)Diabetes? Hormonprobleme (zB. Schilddrrüsen)? Wie schauen Deine Brüste aus? Rund oder eher "birnenähnlich"? Ist Dein Wochenfluss weg/deutlich weniger geworden?

Ein Baby, das nach Bedarf (aber mind. 8-12x in 24 Stunden) gestillt wird und mit richtiger Technik trinkt kann immer viel-viel mehr Milch rausbekommen als die besste Pumpe.

Wenn Du nur wenig (obwohl 60 ml überhaupt nicht so wenig ist) abpumpen kannst, bedeutet nicht, dass Du nicht mehr produzieren kannst, bedeutet eher, dass Du beim Abpumpen den Milchspendereflex nicht genug stark auslösen kannst.

Aus der Flasche muss man mit einer ganz unterschiedlichen Methode/Technik trinken als aus der Brust. Da der Sauger ein viel markanteres Gefühl im Mund ist als die weiche BW, lernt die Kleine die falsche Technik ganz schnell. :-( Mit der falschen Technik kann sie dann aus der Brust nicht effektiv trinken, wird also ungeduldig und böse bzw. sie sucht das Gefühl des künstlichen Saugers im Mund.

Zuerst wäre das sehr-sehr wichtig, dass sie KEINE Flasche bzw. auch KEINEN Schnuller mehr bekommt (der kann leider auch Saugverwirrung verursachen)!!!!

Die abgepumpte Mumi/Pre kannst Du zB. aus dem Becher anbieten.
http://www.stillgruppe-ml.de/becherfuetterung.htm

Wenn sie jetzt die Brust komplett verweigert, dann solltest Du am 1. Tag die Brust überhaupt nicht anbieten (und auch nichts für Nuckeln, also keine Flasche, keinen Schnuller, keinen Finger, keinen Fingerfeeder, die abgepumpte Mumi/Pre ausschliesslich aus dem Becher).
Am 2. Tag kannst versuchen, sie für Nuckeln - wenn sie satt ist - anzulegen. Am 3. Tag wenn sie LEICHT Hunger hat (bei den ersten Hungerzeichen).

Sehr-sehr wichtg! Viel-viel Körpernähe, sogar HAUTKONTAKT!!!! Achte darauf, dass sie korrekt angelegt wird.
http://stillgruppen.de/anlegepositionen.html
http://www.youtube.com/watch?v=89G62Ycfhqc
http://www.youtube.com/watch?v=VkfR9xlQFi4&feature=related

Vor dem Anlegen kannst Du den Milchspendereflex ein bisschen stimulieren (mit heissem Wasser die Brust waschen oder ein wenig Milch ausstreichen) bzw. ein paar Tropfen Milch auf ihre Lippen streichen.

Vor jedem Anlegen kannst Du eine kleine "Zungenübung" machen: stecke Deinen Zeigefinger in ihren Mund, so dass Du die Grenze zwischen weichem und hartem Gaumen erreichst (Achtung! Hände sehr gründlich gewaschen, Nagel sehr kurz geschnitten!!!) - Nagel schaut nach unten – lasse sie so ein bisschen nuckeln und beobachte was sie macht: macht sie einen "Hügel/Buckel" hinten mit ihrer Zunge? Liegt die Zunge über der unteren Zahnleiste? Die Zunge schmiegt sich um den Finger? Zunge und Unterkiefer bewegen sich rythmisch? Beisst sie vielleicht auf den Finger? Wenn sie einen Buckel macht und/oder die Zunge NICHT über der unteren Zahnleiste liegt, dann drehe den Finger vorsichtig um (Nagel schaut nach oben) und vorsichtig drück die Zunge nach unten und/oder ziehe ein bisschen nach vorne. Lasse sie so auch eine Weile nuckeln.

Diese Übung hilft die richtige Technik wieder zu finden und kann vor jedem Anlegen gemacht werden bis sie noch Probleme hat.

Nach diesen Vorbereitungen versuche sie OHNE Stillhütchen anzulegen.

Wenn sie beim Trinken zu schnell einschläft, kannst du folgendes versuchen: drück (Daumen oben, andere Finger unten) deine Brust hinten dem Bruswarzenhof - als ob ein Gumiball wäre - zusammen und halte so. Stark, aber weh tun darf es nicht. Das stimuliert den Milchfluss und sie fängt wieder an zu schlucken.

Zufüttern mit Pre immer erst NACH dem Stillen, wenn sieschon mind. 1x beide Brüste getrunken hat (kann man auch mehrmals wechseln) und noch immer nicht zufrieden ist. Und keinesfalls aus der Flasche, sondern Becher, Fingerfeeder, Spritze, SoftCup...

Das wäre sehr-sehr wichtig, dass Du sie nach Bedarf, aber mind. 8-12x (lieber 12x!) in 24 Stunden beidenseitig anlegst.
Das muss nicht in gleichen Abständen sein (also nicht in allen 1-2-3 Stunden) Die Babies trinken normalerweise in ihren Wachphasen vielleicht in allen 10 Minuten, dann schlafen sie für eine längere Zeit ein.

Wenn sie jetzt so viel Zufütterung bekommt, würde ich von heute auf morgen keinesfalls weglassen, Deine Brust braucht ja auch ein paar Tage sich anzupassen, aber ich würde jeden Tag weniger Pre geben (zB. um 50 ml weniger).
Dabei die Windel sehr streng beobachten (mind. 6 nasse Stoff oder mind. 4 schwere Einmalwindel pro Tag, Urin nicht konzentriert!).

Das kostet sicher viel Mühe, Geduld und Ausdauer aber das lohnt sich! :-)

Bei weiteren Fragen/Probleme helfe ich sehr gerne.

Ich drücke Euch sehr den Daumen.

LG
Steffi

Beitrag von steffi0413 24.02.11 - 10:46 Uhr

Hallo Marla,

ich habe die Stillpositionen vergessen...

Hast Du schon versucht Dich in Wiegehaltung zurückzulehnen dh. Baby liegt fast auf ihrem Bauch?

Oder zB. diese? Nicht alle bequem für Dich, aber vielleicht nicht schlecht für Weiterdenken und probieren.

http://www.babanet.hu/album/foto.php?album=523&page=1&image=6975
http://www.babanet.hu/album/foto.php?album=523&page=1&image=6976
http://www.babanet.hu/album/foto.php?album=523&page=2&image=6991

LG
Steffi