Stillen - Beratung, Tipps, Mutzuspruch...

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von jwoj 04.03.11 - 16:12 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe eine fünfjährige Tochter, die ich nach der Geburt nur zwei Tage gestillt habe (mehr schlecht als recht) und dann völlig verzweifelt abgebrochen habe. Leider wurde mir in dem KH damals gar nicht geholfen. Es war zuviel los, keiner hatte Zeit mir zu zeigen, wie man richtig anlegt und ich bin in meinem jugendlichen Leichtsinn damals davon ausgegangen, dass Geburt und Stillen von der Natur so eingerichtet sind, dass es klappt und man sich nicht groß vorbereiten muss.

Letztendlich hatte ich dann nach zwei Tagen blutige Brustwarzen, die Kleine musste auf die Kinderstation wegen schlimmer Gelbsucht und alles war einfach völlig katastrophal für mich (heute sehe ich das etwas entspannter, aber damals war es schlimm... ;-) ). Mein Hebamme konnte ich nicht erreichen, da es kurz nach Weihnachten war und sie erst eine Woche später vom Urlaub kam (ET war eigentlich drei Wochen später).
Ich habe dann auf Anraten der Krankenschwester mir eine Tablette geben lassen und abgestillt. :-(

Die schlechten Erfahrungen haben mich natürlich geprägt und jetzt würde ich mich gerne so gut wie möglich auf das Stillen - und vor allem auf die Zeit direkt nach der Geburt - vorbereiten.
Hat jemand Tipps für mich - Literatur, Vorbereitungshinweise etc. bzw. vielleicht auch ähnliches mitgemacht und kann mir einfach nur Mut zusprechen?

Viele Grüße und vielen Dank!#winke

Beitrag von jindabyne 04.03.11 - 16:50 Uhr

An Deiner Stelle würde ich vor allem den Kontakt zu einer Stillberaterin suchen oder mindestens zu einer Hebamme. Mit diesen kannst Du über Deine Erlebnisse sprechen und konkret nachfragen, wie Du Dich vorbereiten kannst. Du kannst Dir auch schonmal zeigen lassen, wie man richtig anlegt, erklären lassen, worauf es beim Stillen ankommt. Meiner Ansicht nach kann ein persönliches Gegenüber das besser erklären als jedes Buch! Vielleicht hast Du auch eine freundin, die gerade stillt und Dir das ein oder andere zeigen würde?

Deine Hebamme kann dir sicher auch eine Klinik in der Nähe empfehlen, die großen Wert aufs Stillen legt. Wenn den Angestellten in Klinik nämlich wichtig ist, dass eine Mutter stillt, dann bekommt man dort auch jede Hilfe, die man braucht - und keine Abstilltabletten #nanana

Bei meinem ersten Kind war das Stillen sehr schwierig (lag aber am Kind, es war leider nicht gesund) und somit war die Stilldauer viel kürzer als geplant, beim zweiten Kind ging es dann aber gut und momentan stille ich sogar Zwillinge ;-) Du siehst also, nur weil beim ersten Kind nicht alles reibungslos klappt, heißt das nicht, dass es bei den anderen Kindern wieder genauso sein muss!

Lg Steffi

Beitrag von maerzschnecke 04.03.11 - 17:13 Uhr

Du kannst vorallem mal nachfragen, ob Dein Wunsch-Krankenhaus ein sogenanntes 'stillfreundliches Krankenhaus' ist. Es gibt inzwischen einige, die sich das auf die Fahne schreiben.

Ich z. B. habe bei uns in der Universitätsfrauenklinik entbunden. Dort sind auf der Wöchnerinnen-Station immer auch Hebammen. Wenn man das Kind die ersten Male anlegen will, kann man immer eine Schwester oder eine Hebamme dazu rufen und bekommt Hilfe. Außerdem hatten die auch immer 'Hilfsmittel' parat, wenn die Brustwarzen zu sehr litten. Abgesehen davon wurden bei mir am Tag sicher von zwei Schwestern/Hebammen die Brustwarzen angeschaut, damit frühzeitig erkannt wird, falls ich falsch anlege. Außerdem gab es ein schönes Stillzimmer, in das man sich zurückziehen konnte und in dem auch immer eine Schwester oder Hebamme vorbeischaute.

Ich habe trotz guter Vorbereitung mit einem Buch (aus dem GU-Verlag) und viel Lesen im Internet am Anfang Probleme gehabt, meine Kleine satt zu bekommen. Mir war es im KH viel zu stressig, ich hatte 4 Nächte lang fast gar keinen Schlaf (die zwei Nächte vor Entbindung und eben danach) und irre hohen Blutdruck, so dass der Milcheinschuß auf sich warten ließ und dann auch nur sehr zögerlich kam. Ich musste daher zufüttern. Aber auch hier hatte ich gute Beratung im KH und konnte nach ca. einer Woche dann voll stillen.

Schau Dir also im Vorfeld das Krankenhaus gut an und frage ggf. gezielt dort nach, welche Unterstützung Du beim Stillen bekommen kannst.

Beitrag von gundi2000 04.03.11 - 17:40 Uhr

Huhu #winke

das ist mein 4tes Kind und ich kann das erste mal stillen, mir ging es so wie dir, zu wenig informiert, im spital auch keine informationen usw. meine Mama hat nicht gestillt und sowieso immer gegen das stillen geredet..also hab ich mit meinen freundinen die zum teil 1 jahr und länger gestillt haben geredet und die haben mir viel erklärt und dann hab ich ein Buch bekommen:

Das Stillbuch von Hannah Lotrop, das beste Stillbuch das ich jemals gelesen habe, kann ich nur empfehlen vl hilft es dir auch. Mittlerweile sind wir schon bei fast 6 Wochen stillen angelangt und es läuft sehr gut :-)

lg
Gudrun

Beitrag von lilly7686 04.03.11 - 17:45 Uhr

Hallo!

Ich würde dir raten, Kontakt zu einer Stillberaterin zu suchen. Evtl. gibts auch eine Stillgruppe in deiner Nähe, die du schon in der Schwangerschaft besuchen kannst.

Außerdem kann ich dir das Stillbuch von Hannah Lotrop empfehlen sowie das "Handbuch für die Stillende Mutter" von den La Leche Liga.

http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de
Hier findest du ehrenamtlich arbeitende Stillberaterinnen.

Achso, ich möchte dir noch einen Tipp geben: wenn du Probleme beim Stillbeginn hast, dann kannst du eine LLL oder AFS Stillberaterin auch ins KH kommen lassen. Wenn sie auf deinen ausdrücklichen Wunsch als Stillberaterin (nicht als Besucherin) kommt, dann muss man sie auch außerhalb eventueller Besuchszeiten zu dir lassen.

Alles Liebe!

Beitrag von berry26 04.03.11 - 18:19 Uhr

Hi,

ich schließe mich Lilly mal voll an und kann dir noch folgende Website empfehlen.

http://www.stillclub.org/stillen.htm

Dort findest du viele Informationen in Kürze.

Bei der praktischen Anleitung hilft dir eine Stillgruppe aber mehr.

LG

Judith

Beitrag von marika333 04.03.11 - 18:44 Uhr

Hallo! Ich habe eben den Film "Mamas Milch" gesehen.Hatte ich nur bestellt im i-Net. Der ist gut gemacht! Ich bin ja auch erst seit 6 Wochen dabei und habe mich jetzt schon sooo oft in den Mamas aus dem Film wiedererkannt:-)

Der film soll zwar keine Anleitung in dem Sinne sein,und dennoch dreht sich irgendwie alles logischerweise um das Thema und ist auch hilfreich...was ich meine ist,dass der Film nicht belehrend ist sondern auf nette Art und Weise Lust aufs Stillen macht:-)

Auf jedenfall solltest du dir rechzeitig professionelle Hilfe holen,damit das Stillen Freude macht und überhaupt erst möglich wird#pro

Ich habe auch alles schon durch:fieberhaften Milchstau,blutige Brustwarzen,Stillhütchen,Abpumpen etc. und ich habe vielbdeswegen geheult.#heul

Vonwegen jede frau kann stillen! Und jetzt ist es sooooo schön!#verliebt
Bis auf ein bisschen Ansaugschmerz in der rechten Brust ist alles top und ich freu much richtig aufs Stillen meiner Motte!#huepf

Ich wünsche dir einen guten Start und alles gute#klee

lg m M mit Frieda 6 Wochen alt#verliebt

Beitrag von lhyra 04.03.11 - 18:58 Uhr

Hallo!
Von mir mal nur Webtips:

http://www.uebersstillen.org

http://still-lexikon.de/index.html

http://www.rabeneltern.org

#herzlich
Viel Erfolg! Du schaffst das!

L.

Beitrag von peppina79 04.03.11 - 19:42 Uhr

Also, ich kann das total verstehen:

Meine erste Tochter habe ich mit Brusternährungsset und Brust 7 Monate gestillt, auch wegen fehlerhafter Beratung im KH und wenig Hilfe im Umfeld.

Meine zweite habe ich ganz entspannt entbunden und trotzdem wurde sie zugefüttert (heimlich). Schau dass Du das im KH gleich unterbindest oder in ein anderes KH gehst als bei der ersten.

Das Stillbuch von der Lohtropp ist leider nur wenig hilfreich, es sei denn man ist eh schon auf der Esotherik-Schiene. Ich hab es von vorne bis hinten gelesen und kann nur sagen: Solche Vorschläge kommen immer von Leuten die nie Stillprobleme hatten.

Meine Kleine muss ich jetzt zwangsabstillen, weil sie ne Speiseröhrenentzündung hat und das nur wegen der Tipps vermeintlicher Stillberater (incl Hebi), die immer sagen, Anlegen hilft gegen alles. Ich habe nur eine Brust zur Verfügung und sie schafft es leider nicht, die Produktion aufrecht zu erhalten. Ich gehe nach 14 Wochen am Stock, weil ich immer pumpe wie ne Blöde und trotzdem keine Erfolge da sind.

Ich geb Dir nen guten Tipp für deine Stillzeit:

Lass das Kind in den ersten Tagen niemals aus den Augen, bleibe bei ihm und versuch es gleich nach der Geburt anzulegen. Das war bei mir ganz toll und hilfreich und wenn die meinen zuzufüttern, dann sollen sie es Dir selber zeigen. Am besten per Fingerfeeder (hoffentlich benötigst Du ihn nie). Aber mach Dir keine Vorwürfe wenn es ein Flaschenkind ist. Ich krieg jetzt meine Kleine nicht umgestellt auf Flasche. Sie verweigert alles was künstlich ist und schiebt einen Mordshunger. Irgendwann nimmt sie dann doch die Flasche weil sie völlig fertig ist.

Viel Glück bei allem trotzdem

Beitrag von mamakw 04.03.11 - 19:56 Uhr

Hallo,

dein Text hätte von mir stammen können. Meine Tochter ebenfalls 5 Jahre hat auch nur zwei Tage Mumi bekommen, also nur das Kolostrum. im Kreissaal wurde sie mir einmal angedockt, danach musste ich selber zurechtkommen.

Dieses Mal habe ich immer darauf bestanden, dass mir im Krankenhaus geholfen wird beim Anlegen. Und ich hatte eine tolle Nachsorgehebamme, die vom Stillen Ahnung hat. Mein Sohn kam am 09.09.2010 per KS auf die Welt und wir stillen immer noch. Seit ein paar Tagen bekommt er mittags ein paar Löffelchen Gemüse.
Ich hoffe, wir haben noch eine lange Stillbeziehung.

Als Buch empfehle ich dir "Das Stillbuch" von Hannah Lotropp (weiss nicht, ob ich die Autorin richtig geschrieben habe.

Viele Glück für euch.

LG mamakw

Beitrag von sarahjane 04.03.11 - 20:55 Uhr

Idealerweise bereitet man sich nicht groß auf die von Dir präferierte Ernährungsform eines Säuglings vor, da die Enttäuschung, wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht funktionieren sollte, doppelt so groß wäre.

Beitrag von peppi2502 05.03.11 - 03:30 Uhr

Huhu,
Nur kurz, weil es ist mitten in der Nacht und ich war gerade am stillen als ich deinen Beitrag laß!
Ich hab in einem Stillfreundlichem Kkh entbunden, hatte genug Mumi und trotzdem klappte das stillen nicht! Hab 2 Tage in der Klinik die Vormilch ausgestriffen(heißt das so?Naja ist spät!) und ihr via Becher gegeben. Ab dem 3. Tag in der Klinik gepumpt und via fingerfütterung (Milch in spritze, schlauch an spritze und das andere ende an den kleinen Finger geklebt) verabreicht und trotzdem immer und immer wieder vorher versucht anzulegen!
Das ganze spiel noch 2 Wochen zu Hause mit Pumpen spritze und anlegeversuche weitergespielt. Ab Beginn der 3. Lebenswoche hab ich die spritze durch fläschchen ersetzt und auch angefangen nen schnuller zu geben. Wie gesagt es gab fast nur gepumpte Mumi nur 2-3 mal in den 3 Wochen Pre wenn sie nicht satt wurde (einmal schon in der Klinik weil sie am 3. Tag immernoch am ab- statt zunehmen war!)
Worauf ich hinaus will nach 3,5 Wochen machte es endlich bei meiner Maus klick und sie blieb das erste mal für 20 min an der Brust und wurde Satt. Ich hab trotzdem immer im Wechsel gepumpt und gestillt und es gab einmal am Tag noch die Mumi in der Flasche weil sie nicht lange genug an der Brust trank um richtig satt zu werden. Ich hab trotzdem immer mal wieder versucht ganz ohne Flasche klar zu kommen und siehe da... Sie wird heute 6 Wochen und ich Stille seit Montag voll! Keine Flasche, kein Pumpen und den schnuller bekommt sie trotzdem weiter.
Laut Kia lag es an einer starken trink/saugschwäche das sie nie richtig an die Brust ging... Aber das laaaange üben und die Geduld haben sich bewehrt! Großer Dank gillt aber auch den Hebammen und stillberaterinnen im kkh die mir immer gesagt haben nicht aufgeben! Und meiner Nachsorgehebamme die mir auch immer Mut machte und kraft gab es nicht aufzugeben!
Also nix mit Saugverwirrung durch Flasche und Schnuller... Wir haben bewiesen, es geht auch andersrum...erst Flasche dann Brust:-D
Sooo jetzt ists doch ein Roman!
Was ich dir damit nur sagen will, ist das es wirklich wirklich lohnt nicht nach den ersten fehlversuchen wenn es nicht klappt gleich aufzugeben! Auch wenn es Tage und Wochen dauert!
Ich habe die ersten Tage sehr sehr viel geweint und bin nervlich an meine grenzen gegangen weil es nicht klappte. Habe mich sogar als schlechte Mutter gefühlt und mir Vorwürfe gemacht ich stell mich nur zu blöd an. Irgendwann habe ich einfach akzeptiert das es vielleicht nie klappen wird und Hauptsache sie bekommt Mumi. Als der Druck den ich mir selbst machte weg war, klappte es dann! Also nichts erzwingen, aber trotzdem nicht gleich aufgeben!
Jetzt reicht es aber wirklich!!!
Gute Nacht oder guten Morgen... However

LG Die stolze Steffi mit Julia 6 Wochen

Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten!

Beitrag von jwoj 05.03.11 - 07:47 Uhr

Vielen, vielen herzlichen Dank für eure tollen Tipps, Ratschläge und aufbauenden Worte!!! #liebdrueck

Es hilft sehr, nicht nur von Hebammen gesagt zu bekommen, dass das klappen muss, sondern auch von Frauen, die schon ähnliches durchgemacht haben!

Viele Grüße!#winke