Wann und wie faengt ihr an mit Zufuettern bei stillende Babys??

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von joud 09.03.11 - 22:31 Uhr

Hi
mein Sohn wird fast 4 Monate alt und jetzt stellt sich die Frage wann ist die beste Zeit mit dem Zufuettern und wie faengt man an. Meine Freunde sagen, ich sollte das Baby mit 4 Monaten alles nur lecken lassen damit der magen so langsam sich an alles gewoehnt und mit 6 Monate soll es dann richtig alles essen koennen, natuerlich am Anfang nur Loeffelweise und dann immer mehr bis eine ganze Portion!

Was sagt ihr dazu?

LG
Soraya

Beitrag von marysa1705 09.03.11 - 22:59 Uhr

Hallo,

hier findest Du die Beikostempfehlung von WHO und Unicef:
http://www.babyfreundlich.org/uploads/media/BeikostempfehlungEltern2010-05-19_01.pdf

Am besten fängt nicht "man" an, sondern das Baby selbst. Dann ist es nämlich auch wirklich beikostreif. Die meisten Babys sind das mit etwa 6 bis 7 Monaten, viele aber auch erst zwischen 9 und 12 Monaten.

Mit 4 Monaten würde ich meinem Baby noch gar nichts anderes als Muttermilch geben, da es erwiesenermaßen für den kindlichen Verdauungstrakt besser ist, 6 Monate vollgestillt zu werden als nur 4.
(siehe Cochrane-Studienübersicht zum Thema).

Wenn das Baby beikostreif ist, kann man entweder traditionell mit Brei füttern oder das Kind einfach selbst probieren lassen (BLW - Baby Led Weaning).

Ich persönlich kann BLW wärmstens empfehlen, da es einfach eine Freude ist, den Kleinen beim Entdecken des Essens zuzusehen.
Infos dazu gibt es zum Beispiel im urbia-Club zu BLW:
http://www.urbia.de/club/Baby+Led+Weaning


LG Sabrina

Beitrag von littlelight 09.03.11 - 23:03 Uhr

Also ich bin dafür, dass man immer dann anfängt, wenn das Baby beikostreif ist, egal ob gestillt oder mit der Flasche ernährt. Für mich war immer wichtig, dass ich mich an eine einzige Regel halte: was ein Baby allein kann, darf es auch. So ist es mit den Sitzen, dem Laufen und auch mit dem Essen. Wir haben daher auch gar nicht klassisch mit Brei gestartet. Den Zeitpunkt kann man natürlich nicht im Kalender eintragen.

Wenn dein Baby gestützt sitzen kann, kannst du ja mal mit einem Stück Banane die Beikostreife testen. Dafür muss der Zungenstreckreflex abgeklungen sein. Wenn dein Baby noch alles mit der Zunge rausschiebt, ist es noch nicht bereit für Beikost. Nimm dein Baby auf den Schoß und lege das Bananenstück vor euch hin. Wenn dein Baby das Stück allein (!) nehmen, in den Mund stecken, kauen/einspreicheln und schlucken kann, dann ist es bereit für Beikost, denn es ist in der Lage allein zu essen. Dann kannst du mit Brei starten oder aber die Breiphase gleich überspringen und babygeeignetes Fingerfood anbieten.

LG littlelight

Beitrag von ulmerspatz37 10.03.11 - 05:41 Uhr

Ich habe vor drei Wochen angefangen - da war meine Kleine 4 Monate und eine Woche alt. Wollte einfach auspobieren, ob sie was nimmt. Sie hat mit drei Löffelchen angefangen und ist jetzt mittags bei ca. 100g Gemüsebrei und 100g Birnenmus nachmittags. Ich hatte den Brei anfangs dickfküssig selbst zubereitet. Ging von Anfang an prima. Die restlichen Mahlzeiten wird sie normal gestillt.
Ist ja nett mit den ganzen Studien, aber ich denke man muss sich auf auf seun eigenes Gefühl verlassen.

Beitrag von qrupa 10.03.11 - 07:53 Uhr

Hallo

wir werden es wieder machen wie bei unserer ersten Tochter auch. Wenn sie uns eindeutig zeigt dass sie Beikostreif ist (das war mit gut 6,5 Monaten), darf sie sich an unserem Essen bedienen wenn sie das will. Brei gab es bei uns nie und wenn unsere Tochter dieses Mal nicht auf Brei bestehen sollte, werden wir auch dieses mal wieder drauf verzichten.

LG
qrupa

Beitrag von widowwadman 10.03.11 - 08:21 Uhr

So haben wir's auch gemacht (nur war unsere Tochter einen guten Monat juenger) und werden es wieder so machen.

Ist stressfreier.

Beitrag von sarahjane 10.03.11 - 14:01 Uhr

Vor der 17. Lebenswoche sollte man möglichst nicht mit Beikost anfangen. Egal, ob ein Kind seine Milch per Brust und/oder Fläschchen erhält.

Idealerweise bietet man erst dann Beikost an, wenn ein Kind Beikostreife zeigt.
Allgemein gilt der 6. Lebensmonat als Einführung für die Beikost als besonders empfehlenswert.
Sobald ein Baby mindestens eine halbe Beikostmahlzeit schafft, braucht man keine Brust- oder Flaschenmilch mehr anzubieten.

Beitrag von klara123 10.03.11 - 14:08 Uhr

Hallo #winke

Vermutlich eine doofe Frage, und wahrscheinlich hier schon oft gestellt, aber was genau ist denn eine halbe Beikostmahlzeit? Ein Gläschen? Oder ein halbes? Von den großen oder von den kleinen Gläschen?

Entschuldige die blöden Fragen, ich bin noch ein Neuling, was Beikost betrifft ;-)

Danke dir schon mal für Antworten! #winke

Beitrag von sarahjane 10.03.11 - 14:29 Uhr

Eine halbe Beikostmahlzeit ist schlichtweg die Hälfte dessen, was Du anbietest. Zumindest auf Breimahlzeiten bezogen. Auf Fingerfood wie Obst lässt sich dies natürlich schwer umsetzen.

Im Prinzip ist ein halbes Gläschchen gemeint. Wenn ein Baby z. B. 2 Stunden später wieder Hunger hat, bietet man halt wieder Brust und/oder Milchfläschchen an. Irgendwann schafft ein Baby ja eine ganze Breimahlzeit und ist länger gesättigt.

Beitrag von klara123 10.03.11 - 15:10 Uhr

Danke, das hilft mir schon sehr!

Aber was ist bei den unterschiedlichen Gläschen? Da gibts ja welche mit 190g und welche mit 220g. Oder sind die gleich sättigend?

Was genau meinst du mit Fingerfood? Ab wann darf man denn das geben?

Und wie ist das dann mit der Milch? Ab wann kann ich denn 2er Milch geben? Die ist ja erheblich billiger als die 1er, die mein Sohn jetzt bekommt.

Entschuldige die vielen Fragen. Aber wir wollen jetzt dann bald mit Beikost anfangen weil der Kleine schon sooooo genüsslich zuschaut, wenn wir Großen essen :-)

Beitrag von sarahjane 10.03.11 - 16:48 Uhr

Hi,

hmh, die 190g-Gläschchen sind ja für Kinder nach dem 4. Monat gedacht, die 220g-Gläschchen für Kinder ab dem 8. Monat und die 250g-Gläschchen für Kinder ab 12 Monaten.
Sie unterscheiden sich jeweils in der Art des Aussehens (fein püriert, leicht stückig, sehr stückig) und in der Zufuhr von Gewürzen.

Grundsätzlich sind alle Gläschchen gleich sättigend. Nur mit zunehmendem Alter haben viele Babys auch zunehmenden Hunger, so dass sich die Gläschchengröße ändert.

Wobei am sättigendsten natürlich komplette Menüs sind (z. B. Kartoffeln, Möhrchen, Rindfleisch).

Die "Einstiegsgläschen" (z. B. 1. Woche Möhrchen, 2. Woche Möhrchen und Kartoffeln) sind von Natur aus weniger sättigend. Aber wie gesagt, 1 bis 2 Stunden nach dem Füttern dieser Breie kann man auch wieder ein Milchfläschchen oder die Brust anbieten, wenn das Kind wieder Hunger hat.

Fälschlicherweise wird oft behauptet, Beikost würde nicht Ersatzkost bedeuten. Aber es ist tatsächlich so, dass jede Beikostmahlzeit eine Milchmahlzeit (egal ob nun aus Brust oder Fläschchen) ersetzen sollte, da Milch die Eisenaufnahme (wichtig zur Blutbildung) hemmt. Die jeweils übrig gebliebenen Milchmahlzeiten sollen und werden ja beibehalten, bis das Kind 1 Jahr alt ist.

Aber selbst mit 1 Jahr benötigt ein Kind noch Milch(produkte). 200 bis maximal 300 ml am Tag sollten es schon sein.
Ob dies nun Frauenmilch, Pre-, Einser-, zur Not 2er- bis 4er-Milch oder Kuhvollmilch ist, ist dabei weniger wichtig.
Wenn man Kuhmilch(produkte) gibt, sollte man allerdings darauf achten, dass es sich um Vollmilch(produkte) handelt, da fettarme Kuhvollmilch für Kleinkinder nicht geeignet ist.

2er-Milch darf man erst nach dem 6. Monat füttern, 3er-Milch ab dem 10. Monat.
Sie sind der Frauenmilch nicht mehr sehr nah und meist mit einigen unnötigen Zusätzen versehen.
Sicher, sie sind billiger als die Pre- und die Einsermilch. Ich kann schon gut verstehen, dass man da mit 2er- und 3er-Milch liebäugelt.

Aber wenn man es sich finanziell erlauben kann, und ein Kind ausreichende Beikostmahlzeiten zu sich nimmt, sollte man besser bei Frauen-, Pre- und/oder 1er-Milch bleiben. Diese Milcharten sind für die meisten Säuglinge in der Regel am gesündesten, am verträglichsten und am besten.


Alles Gute!

Beitrag von sarahjane 10.03.11 - 21:43 Uhr

Ach ja: Fingerfood ist im Prinzip alles nicht Breiige, was sich mit der Hand essen lässt (z. B. Karotten, Brötchen, Äpfel etc.).

Ab wann man Fingerfood anbieten kann, darüber scheiden sich die Geister.

Im Prinzip ab der 17. Woche. Aber man sollte schon immer dabei sein und ganz genau wählen, was man den Kleinen anbieten will.

Ich persönlich halte wenig bis gar nichts von Fingerfood, weil eine gewisse Verschluckungs- und Erstickungsgefahr besteht (durfte selbst Zeugin werden, wie ein Baby zum Entzücken seiner Eltern mit allem Möglichen an Fingerfood "vollgestopft" wurde, bis es unter Atemnot litt und Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen werden mussten).