Stillen beim 2. Kind?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von kathi1234 30.03.11 - 22:29 Uhr

Hallo Mamis,

ich stehe nun vor einer großen Frage! Soll ich mein zweites Baby stillen oder nicht. Meine Tochter habe ich nicht gestillt, da ich mich damit irgendwie nicht vereinbaren konnte, warum auch immer. ich konnte es mir einfach nicht vorstellen.

Nun habe ich schon öfter darüber nachgedacht, ob ich mein zweites Baby stille oder nicht. Diesmal könnte ich es mir eigentlich vorstellen. Aber ich denke auch, ist es unfähr gegenüber meiner Tochter, bekomme ich es überhaupt hin? Hab ich dann noch genug Zeit für meine erste Tochter. Denn Flasche machen geht ja nun sehr schnell. Und manchmal habe ich gelesen, das es vorkommt stundenlang zu stillen?

Habe mich ja mit dem Thema noch nie so richtig befasst. Könnt ihr mit bücher oder links zum Thema empfehlen?

Ich bin mir zu 80% sicher, es zu probieren. Aber es fehlen noch 20%, vielleicht könnt ihr mir einen Anreiz geben.

Wo liegen die Vorteile, wo die Nachteile generell und bezüglich auf das zweite Kind?

Ich möchte darauf hinweisen das ich hiermit keine "Diskussion" anfangen möchte, ich hoffe auf sinnvolle antworten, die mich meiner Entscheidung näher bringen.

lg, kathi

Beitrag von muehlie 30.03.11 - 22:42 Uhr

Hm, also du willst die Vorteile des Stillens aufgezählt bekommen? Hast du denn heute abend noch was anderes vor, als hier zu lesen? ;-)

Ein Fläschchen zuzubereiten mag ja bei einer geübten Mutter recht schnell gehen, aber es geht sicherlich nicht so schnell (berücksichtigt man vor allem mal die Gesamtzeit, also Wasser abkochen, abkühlen lassen, Fläschchen, Sauger etc. waschen und sterilisieren) wie mal kurz den Pullover etwas hochzuschieben und den Still-BH zu öffnen.
Ja, es KANN vorkommen, dass man stundenlang stillen muss. Die Regel ist es trotzdem nicht. Außerdem tritt das Phänomen Clusterfeeding am häufigsten in den Abendstunden auf, und dann ist deine Große doch ohnehin schon im Bett. Geschickte Frauen stillen übrigens sogar beim Gehen mit Baby im Tragetuch. ;-)
Ich persönlich würde nicht nur wegen all der gesundheitlichen Vorteile des Stillens zum Fläschchen greifen, sondern auch weil das Stillen einfach unkompliziert und bequem ist. An deiner Stelle würde ich es zumindest mal probieren. Wenn du dann feststellst, dass es aus verschiedenen Gründen nichts für dich ist, kannst du immer noch zum Fläschchen greifen. Aber einen Versuch ist es wenigstens wert. :-)

Beitrag von kathi1234 30.03.11 - 22:54 Uhr

Danke für deine Antwort :-)

Wenn man das Fläschen machen auf die Gesamtzeit bezieht, denke ich auch dass das stillen bestimmt schneller und bequemer ist.

Was ist Clusterfeeding? Habe ich auch noch nie gehört.



Beitrag von muehlie 30.03.11 - 23:10 Uhr

Clusterfeeding nennt das stundenlange Stillen, das bei manchen Babys in Wachstumsschüben auftreten kann. Schau mal zwei Threads tiefer. ;-)

Während du stillst, kannst du übrigens deiner großen Tochter etwas vorlesen und/oder zusammen mit ihr und dem Baby auf dem Bett oder der Couch kuscheln. Manche Mütter haben für die Stillpausen auch besondere Spielkisten mit besonderem Spielzeug, das eben nur während der Stillpausen herausgeholt wird.

Beitrag von kathi1234 31.03.11 - 11:09 Uhr

Ah danke, jetzt weiß ich bescheid. Mit dem Vorlesen und Kuscheln finde ich eine gute Idee. Vorallem find ich die "besondere Spielkiste" sehr interessant!

Beitrag von hebigabi 31.03.11 - 07:20 Uhr

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=9&tid=1436818&pid=9270811

LG

Gabi

PS: Man Kind mit Kind am Busen sogar kochen und hinter dem 1. her laufen, wenn´s grad mal Blödsinn macht ;-):-p- mit Flasche ist man da deutlich eingeschränkter

Beitrag von kathi1234 31.03.11 - 11:13 Uhr

Hallo hebigabi,

vielen Dank für deine Antwort. Ich kann mir vorstellen, das es mit Kind am Busen einfacher ist. Mit der Flasche kann ich das nicht machen.

Lg

Beitrag von lilly7686 31.03.11 - 07:49 Uhr

Hallo!

Meine Große wurde leider auch nicht gestillt. 13 Wochen zu früh, abgepumpt, nach 4 Wochen keine Milch mehr gehabt, sie zu schwach, um zu saugen...

Meine Kleine wird seit fast 10 Monaten gestillt.

Anfangs hab ich mir auch Gedanken gemacht. Ist es unfair, der Großen gegenüber? Ist das nicht irgendwie gemein? Dass die Kleine das bekommt, was der Großen verwehrt geblieben ist?

Ich habe mich dennoch fürs Stillen entschieden. Und ich genieße jede Sekunde :-D Die Kleine auch.
Und meine Große? Nun, die ist wahnsinnig interessiert gewesen. Sie fands lustig! Und sie war neugierig.
Sie wollte wissen, wie die Milch schmeckt. Ich hab ihr ein paar Tropfen auf einen Löffel gegeben. Sie fand, es schmeckte lecker :-D
Seither, wenn meine Brust spannte, wenn Sophia mal weniger getrunken hatte, hab ich ein paar ml versucht, ab zu pumpen oder aus zu streichen. Das hat meine Große dann zum Trinken bekommen. Sie liebt es, wenn sie das darf :-D
Sie hat auch gefragt, ob sie auch an der Brust getrunken hat. Ich hab ihr das dann erklärt. Dass sie zu schwach war, um zu saugen. Und dass ich abgepumpt habe, und sie die Milch mit einer Sonde bekommen hat. Dass ich sie genauso lieb habe, wie ihre Schwester.

Gut, meine Große ist jetzt 7 Jahre alt. Das ist was völlig anderes, als bei euch.
Deine Kleine ist ja noch ein Baby, wenn das zweite kommt ;-)
Ich glaube, sie wird das gar nicht richtig mit bekommen. Sie weiß ja nicht, dass sie nicht gestillt wurde.
Wenn ich richtig rechne, dann wird deine Kleine etwa 15 Monate sein, wenn das Kleine kommt?
Nun, soweit ich weiß, ist das das Alter, wo sie anfangen, Mamas Shirt ständig hoch ziehen zu wollen (egal ob Stillkind oder nicht ;-)).
Sie wird es interessant finden, wenn du dein Baby stillst.
Sie wird zusehen wollen. Und vielleicht wird sie auch versuchen wollen, zu trinken.
Bezieh sie überall mit ein, lass sie versuchen. Glaub mir, das ist sogar ziemlich witzig ;-)

Und vorallem: mach dir kein schlechtes Gewissen, wenn du stillst, obwohl die "Große" nicht gestillt wurde! Es ist doch eher schön, wenn man mit beiden Kindern andere Erfahrungen machen kann!

So, und jetzt noch ein bisschen Pro Stillen:
- vorallem unterwegs finde ich Stillen viel schneller und einfacher als Flasche
- Nachts ist es viiiiiel praktischer: Baby mit ins Bett und im Liegen stillen
- mit etwas Übung kannst du auch mit nur einer Hand stillen oder im Tragetuch stillen, so hast du immer mindestens eine Hand für die "Große" frei

Mehr fällt mir gerade nicht ein, gibt aber noch ewig viele Vorteile :-D

Lg

Beitrag von kathi1234 31.03.11 - 11:29 Uhr

Hallo lilly7686,

wow... vielen Dank für deine Mühe. Deine Erfahrung ist sehr hilfreich.

meine "große" ist dann 14 Monate, wenn das zweite Baby kommt. Vielleicht finde ich es wirklich ganz toll, wenn ich mit beiden Kindern unterschiedliche Erfahrungen machen darf.

Nachts sagt es mir sicherlich zu, keine Flasche zubereiten zu müssen. Allerdings trinkt meine Tochter seitdem sie 7 Wochen ist nachts nicht mehr, sondern schläft durch. Aber das kann beim zweiten Baby ja auch anders laufen.

Ich weiß bloß nicht, wie ich und ob ich mit "unterwegs" stillen klar kommen. So ganz in der Öffentlichkeit. Kann mir nicht vorstellen meine Brust da so einfach "auszupacken".

Lg



Beitrag von lilly7686 31.03.11 - 11:52 Uhr

Ich hab mich anfangs "versteckt". Die ersten beiden Wochen hab ich mir immer ein ruhiges Plätzchen gesucht, damit mich ja niemand sieht.
Das wurde mir dann zu anstrengend. Mittlerweile stillen wir überall.

Wenn es dir hilft, kannst du dir ja so ne Stillstola holen. Hab gehört, die sollen super sein.
Oder einfach ne Mullwindel drüber legen, dann sieht auch niemand was ;-)

Lg

Beitrag von kathi1234 31.03.11 - 13:24 Uhr

danke für die Tips!

Beitrag von lhyra 31.03.11 - 08:26 Uhr

Hallo Kathi!
Erfahrungen hast Du ja schon einige bekommen. Dann mache ich Dir mal die "Linkliefertante" ;-).

http://www.uebersstillen.org/ ->Sehr tolle Seite die mit den Vorurteilen sehr gut aufräumt.

http://www.still-lexikon.de/ -> Infos kurz und knackig.

http://www.nbci.ca/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=22&Itemid=58 -> Videoclips zum Thema Stillen (wie trinkt mein Baby richtig? etc.)

http://www.rabeneltern.org/index.php -> Elterninfos zu verschiedenen Themen mit vielen Erfahrungsberichten zum Stillen

Liebe Grüße!
L.

Beitrag von kathi1234 31.03.11 - 11:34 Uhr

Hallo lhyra,

vielen Dank, für die Links. Diese werde ich mir nachher erstmal in Ruhe ansehen.

Lg

Beitrag von qrupa 31.03.11 - 10:07 Uhr

Hallo

ich stille jetzt auch mein zweites baby und das läßt sich prima vereinbaren, wenn man da keien todernste sache draus macht. ich stille und lese dabei vor, ich stille im Kinderzimmer auf dem Fußboden beim Duplo spielen, beim Malen oder lasse mich in der Puppenküche bekochen. Stillen geht wenn man will wirklich nahezu immer und überall.

Großer Vorteil: Ich muß nie etwas extra mitnehmen, kann einfach so das Haus verlassen und wenn ich beim einkaufen eine Freundin treffe mich spontan mit ins Cafe setzen und muß keine Sorge haben dass meine Maus Hunger bekommt und ich nichts dabei habe, wenn meine große länger auf dem Spielplatz sein will, kein Problem, Milch ist ja in ausreichender Menge und richtig temperiert dabei.
Nachts wenn das Baby Hunger bekommt im Halbschlaf Schlafanzug hochziehen, andocken und weiterschlafen ohne das Bett verlassen zu müssen (Familienbett).

Keine Fläschchen die rumstehen, abgewaschen, sterilisiert und weggeräumt werden wollen, kein "Welches Milchpulver soll ich kaufen weil unseres gerade ausverkauft ist", das Geld was es einspart mal gar nicht bedacht, es senkt für dich das Brustkrebsrisiko,... ich für mich glaube dass ich mich mit Fläschchen nie so frei und unabhängig fühlen würde wie beim stillen.

Ja, die ersten Wochen können manchmal ganz schön an die Nerven gehen, wenn die kleinen clustern (stunden lang am Stück stillen), aber ich hab jetzt bei der zwietend iese zeiten auch schätzen gelernt. Das ist nämlich eine wunderbar erzwungene Auszeit im Wochenbett. unserer großen haben wir noch vor der Geburt erklärt dass das Baby eben noch keine Zähne hat und deswegen nur bei mir aus der brust trinken kann udn weil es schnell groß werden will möchte es das auch manchmal ganz oft machen. Hat sie bestens weggesteckt und dals sie gemerkt hat dass sie dabei sogar helfen kann (Spucktuch holen) war sie stolz ohne Ende.

Den stillstart kann man sich übrigens wunderbar erleichtern wenn man sich eine Stillberaterin sucht, die einemgleich von anfang an zeigt worauf man achten muß (die meisten Anfangsprobleme lassen sich nämlich sehr gut umgehen wenn man es gleich richtig macht (wird einem leider in den wenigsten Kliniken tatsächlich gezeigt))

Ein sehr gutes Buch zum Thema: das Handbuch für die stillende Mutter
Altertümlicher Titel aber top aktuelle Infos und behandelte igentlich alles was man wissen muß.

LG
qrupa

Beitrag von kathi1234 31.03.11 - 11:44 Uhr

Hallo qrupa,

die Vorteile die aus deinem Beitrag für mich rausziehe...

man kann wirklich einfach so das Haus verlassen, die Wickeltasche ist eh immer schon gepackt. Wenn man eine Freundin unterwegs trifft, kann man seinen Tagesablauf spontan ein wenig abändern. Man steht nicht so unter Druck, was das Essen angeht.

Das mit einbeziehen des älteren Kindes, scheint doch besser bei vielen zu klappen, als ich mir anfangs vorstellen konnte.

Woher bekommt man eine Stillberaterin? Wo kann man sich denn erkundigen?

Vielen Dank für deine Antwort.

Lg

Beitrag von muehlie 31.03.11 - 11:58 Uhr

"Woher bekommt man eine Stillberaterin? Wo kann man sich denn erkundigen?"

La Leche Liga oder AFS (Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen)

Beitrag von kathi1234 31.03.11 - 13:25 Uhr

ok danke, werde mich mal umhören :-)

Beitrag von crumblemonster 31.03.11 - 12:25 Uhr

Hallo,

für mich war das Stillen keine Frage und daher war ich sehr traurig, daß der Große nur 11 Tage gestillt werden konnte (großer seelischer Streß, daher keine Milch mehr) und der Kleine gar nicht an der Brust trank (habe 14 Tage abgepumpt und mußte dann 'aufgeben'). Insofern habe ich mir gesagt, 11 Tage Muttermilch müssen sein, alles andere ist Bonus.

Klar, ich habe mir auch Gedanken gemacht, was ich in der Zeit mit den Großen (gerade 6 Jahre alt bzw. 4,5 Jahre alt) in der Zeit des Stillens mache. Und natürlich ist das eine lange Zeit, da man ja anfangs kaum 'Stillpausen' hat und eine Stillmahlzeit auch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.
Allerdings sind meine Jungs natürlich schon deutlich älter und daher schon verständiger.....

Mein Vorschlag: Versuche einfach mal zu stillen. Ich habe mich mit meinen Jungs immer in mein Bett zurückgezogen und wir haben gekuschelt und erzählt, während die Kleine getrunken hat. Vielleicht könntest Du ihr dann ein Bilderbuch 'anbieten' und sie kuschelt mit Dir......

Ein großer Vorteil ist wirklich, daß Du alles gleich paßgenau dabei hast. Du mußt nicht erst umständlich mit Thermoskanne, Flasche und Pulver hantieren. Und man muß auch Bedenken, daß der Abwasch auch Zeit in Anspruch nimmt und die Vor- bzw. 'Nachbereitung' (ausspülen, sterilisieren usw.). Auch ist es eben preiswerter.

Nachteil ist natürlich - gerade, weil Deine Tochter noch so jung dann ist ... wie beschäftigt man in der Zeit die Großen. Aber mit Bilderbuch und kuscheln könnte es vielleicht gehen.

Es gibt ein Buch (http://www.amazon.de/Wenn-zweite-Kind-kommt-Schwangerschaft/dp/3866134029/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=gateway&qid=1301567003&sr=8-1-spell) - es ist zwar nicht sooooo toll, aber dennoch mit einigen Hinweisen/Tips. Vielleicht haben sie es ja in einer Bibliothek in Deiner Nähe.

Lg und alles Gute

PS: Ich kann natürlich nur von mir reden.... bei uns hat sich sehr schnell ein Rhythmus eingestellt. Das 'stundenlange' Stillen war eigentlich nur in den ersten 3-4 Wochen und da auch meist nur so von ca. 17-20 Uhr. Und das war eben Kuschelzeit für die Jungs.

Beitrag von kathi1234 31.03.11 - 13:34 Uhr

Hallo crumblemonster,

ich danke dir für deine antwort. Ich denke ich werde es auch einfach mal probieren. Hier habt mir das alles doch ein wenig "schmackhafter"
geredet :-) vorallem mit dem "zubereiten" und "beschäftigen" meiner Tochter dann.

Wenn es nicht klappt, kann ich ja wieder die Flasche geben, wie bei meiner Tochter.

Mal sehen, wie es sich so entwickelt. Ich hab ja noch ein bisschen Zeit, aber ich dachte mir auch, wenn ich dies vorhabe, sollte ich mich schonmal früh genug mit dem Thema befassen.

Es umfasst ja eine ganze Menge und ist nicht mal eben erledigt.

Lg