Abstillen/Zwistillen - welche Stillmahlzeit zuerst ersetzen?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von allessoneu 03.04.11 - 14:09 Uhr

Ich möchte nach drei Monaten Stillen anfangen, die Flasche zu geben.
Ich bin durch zu kurze Stillintervalle erschöpft, und wenn "Flasche geben" "Abstillen" bedeutet, finde ich das schade, aber nehme es in Kauf. Bitte keine Diskussion darüber, auch wenn ihr das egoistisch findet. Stillen klappt bei mir und meiner Kleinen einfach nicht gut, so dass es nie ein schönes Erlebnis war.

Ab dem späten Nachmittag möchte die Kleine mehrfach an die Brust, ist aber übereizt und gerät schnell in Rage. Genau gesagt, sie schreit fast jedes Mal und verweigert dann auch oft die Brust oder zumindest eine Seite.

(Alle Positionen schon ausprobiert, alles gegen "Zu starkem Milchfluss" schon ausprobiert, genug Milch definitiv vorhanden, auch schon Osteopathen und Stillberater konsultiert.)

Ich bringe sie gegen halb 8 ins Bett und stille dort ein letztes Mal - wenn's klappt.
Nach vier Stunden wird sie wach und möchte trinken, ist aber so müde, dass sie - trotz wickeln - nicht viel trinkt. Das Gleiche gilt für die Male danach. So gibt es dann bis zum Morgen extrem kurze Stillintervalle. Ab vier Uhr eigentlich stündlich.
Allerdings warte ich auch nie bis sie vor Hunger weint.

Nun die Frage:
Welche Stillmahlzeit sollte ich ersetzen?
Die letzte vor dem Einschlafen oder schon eine vorher? Oder die um Mitternacht nach der 4-Stunden-Pause?

Beitrag von minusch73 03.04.11 - 18:26 Uhr

Also zunächst mal: Mit drei Monaten haben die meisten Babys einen Wachstumsschub, da ist es normal, dass sie stündlich an die Brust wollen. Aber Deinen Wunsch hinsichtlich "Für-und-Wider-Diskussion" kann ich verstehen.
So blöd es ist, aber ich würde nicht mit einer Abendmahlzeit als Einstieg anfangen. Die Aufregung um das Neue und evtl. die Umstellung der Darmflora lässt sie vermutlich noch schlechter ein- bzw. durchschlafen.
Normalerweise fängt man mit der Mittagsmahlzeit an, in dem Alter halt noch Fläschchen, und wenn sie es ein, zwei Wochen so angenommen und gut vertragen hat, kann man die zweite Mahlzeit (= abends) ersetzen.
Kein Muss - aber Erfahrungswerte.
Und was die restlichen Still-Mahlzeiten betrifft: Ich habe damals die Erfahrung gemacht, dass sich meine Übermüdung und Gereiztheit zu 100 % auf den Zwerg übertragen hat. Eine gute Freundin hat mir eine ganz tolle Philosophie beigebracht: Versuche, das Stillen als Pause anzusehen, als einen Moment, in dem Du selbst mal zur Ruhe kommst. Wenn Du das hinkriegt, dann wird automatisch das Baby ruhiger und genießt es.

Beitrag von allessoneu 03.04.11 - 18:58 Uhr

Danke für die Antwort.
Dass mit der Mittagsmahlzeit, gibt mir natürlich zu denken.
Die kurzen Stillintervalle hatte sie schon seit der Geburt., bzw. war es da tagsüber noch schlimmer.
Die Hebamme und Osteopathin meinte, dass das Stillen sie anstrenge, weil sie sich so stark nach hinten überstreckt.
Nach ein paar Behandlungsterminen wurde es viel besser, sie schrie gar nicht mehr beim Stillen.
Jetzt mit dem Wachstumsschub ist es aber sehr schlimm geworden und für mich in meinem müden Zustand sehr belastend und für die Kleine erst recht! Alle, die schon immer die Flasche gegeben haben, raten mir, ihr die Flasche zu geben. Mein Mann ebenfalls, weil er es auch "sonderbar" findet, dass die Kleine beim abendlichen Stillen so schreit (nachts nicht). Er vermutet, es läge an meiner Brust...
Ob ich inzwischen nervös bin und meine Sorgen auf Sascha (das Baby) übertrage, mag sein. Aber eigentlich versuche ich, ruhig zu sein und genieße das Stillen im Allgemeinen auch.