Mein Vater --- er könnte bald nicht mehr sein

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von novembersonne2010 06.04.11 - 00:12 Uhr

Hallo liebe Mitglieder...wer kann helfen? ich weiss es ist ein sehr schwieriges und kompliziertes Thema aber ich frag einfach mal.

Mein Vater leidet seit 2002 an einem Urothelkarzinom, vor 1 Jahr wurde ihm Blase und Niere entfernt und er hat 2 künstliche Ausgänge ( der Darm wurde auch noch operiert da er einen Darmverschluss hatte).... er kriegt seit heute Mistelspritzen damit er mehr Appetit kriegt... das Problem ist--> er sitzt nur noch zuhause rum -geht nicht raus und isst kaum was, er hat enorm Muskulatur abgebaut! Er vegetiert quasi vor sich hin :-( meine Mutter tut wirklich alles alles alles für ihn! Allerdings ist er eher ein Typ der Probleme verdrängt und hat die Krankheit bis heute nicht akzeptiert! Er ist sehr aggressiv uns gegenüber...nur noch seine kleine Enkelin- meine 5 Mon alte Tochter bringt ihn zum lachen..mehr aber auch nicht...
....heisst das dass es jetzt bals aus ist?Er ist grad mal 58 J. alt.
bin total am Ende

Beitrag von aro79 06.04.11 - 07:42 Uhr

Hallo!

Das kommt mir sehr bekannt vor. Mein Vater hatte einen Hirntumor. Die Diagnose kam Februar 2009. Es folgten ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Immer wieder hatte er Phasen, in denen er den ganzen Tag nur auf dem Sofa gesessen hat. Er hat seine Krankheit auch viel verdrängt. Hat immer gesagt "da kümmern sich meine frau und meine Tochter drum", wenn ein Arzt mit ihm reden wollte. Erst ganz zum Schlus hat er überhaubt mal nachgefragt, wie der Tumor heißt.
Ob es heißt, dass dein Vater em Ende entgegen geht weiß ich nicht, aber mein Vater hatte solche Phasen zwischendurch öfter. Auch zum Scchluss, als er als Pflegefall im Bett lag und nichts mehr konnte. Da wollte er auch nicht mehr.
Ich weiß, wie schwierig es ist, wenn der eigene Vater durch die Krankheit aggresiv ist. Meine Mutter hat alles demütig ertragen und ihm jeden Wunsch von den Lippen abgelesen. Ich habe ihm auch oft ernst zugesprochen. Jeder geht damit anders um. Versuch ihn zu verstehen, den Frust, die Angst, die Schmerzen. Aber bleib im Umgang mit ihm duselbst.
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft!!

LG!

Beitrag von kleinerstern2010 06.04.11 - 08:33 Uhr

Hallo, das was du schreibst erinnert mich sehr stark an meinem Papa.Er hat vor vier wochen die Diagnose: Speiseröhrenkrebs bekommen.Dann kam er in die Klinik und man sagte Ihm das man ihn in drei tagen operieren wird, er war voller Hoffnung. einen Tag später erfuhr er das es schon überall im Bauchraum Metahstahsen gibt und man es nicht mehr opperieren kann. Von da an hat er sich aufgegeben:-( er ist wieder zuhause und bekommt heute seine erste Chemo.Er ist uns gegenüber auch total greizt und wie bei dir reagiert er auch nur noch auf meine kleine tochter(zwölf monate)ich denke es wird immer Höhen und Tiefen geben und das einzigste was wir machen können ist sie zu unterstützen, egal wie sie im Moment reagieren. Ich wünsche euch viel Kraft und alles alles Gute

Beitrag von novembersonne2010 06.04.11 - 23:29 Uhr

wie alt ist dein Vater denn``???

Beitrag von kleinerstern2010 07.04.11 - 08:23 Uhr

mein papa ist 63 jahre

Beitrag von michi0512 06.04.11 - 09:50 Uhr

#liebdrueck

Ich kann Dir absolut nachfühlen. Mein Vater hatte ne ähnliche Geschichte (Nierenzellkarzinom: Niere raus, Knochenmetastasen, Chemo, Lungenembolie, Herzinfarkt...). Er liegt nur noch auf der Couch, jeder wird angemault, was man auch macht: es ist falsch.

Neulich sagte er im Streit "Ich wäre froh wenn der ganze Scheiß schon vorbei wäre".

Das tat uns wahnsinnig weh - wir versuchen echt alles - aber er hat sich aufgegeben :-(

An manchen Tagen stimmt ich zu: vlt. wäre es besser wenns vorbei wäre - aber dnan gibt es die Tage an denen er mal lacht und man steht einfach nur neben sich.

Ständig hat man Angst, aber hofft erneut wenns ihm mal gut geht. Man ist hin und hergerissen - und seinen eignen Vater jeden Tag ein Stück mehr sterben sehen... das macht betroffen und einfach nur hilflos.


Ich sitze abends oft für mich alleine draußen auf der Bank und fluche die schlimmsten Worte - ich würd so gern was tun...

Du bist also nicht alleine. Fühl Dich feste gedrückt.

Wenn du magst darfste Dich auch gern via PN auskotzen.. manchmal hilft das...