Muss Abstillen - bin todtraurig

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von betti-bauer 11.04.11 - 17:30 Uhr

Hallo, ich muss mir einfach meinen Kummer mal von der Seele schreiben:

Meine Kleine ist jetzt 4 Mo alt und die ersten 2 Mo war das Stillen bei uns echt ein Krampf (Schmerzen, blutige Brustwarzen etc.) Im 3.Mo hat sich alles eingespielt und lief seitdem super. Leider habe ich seit dem 2. Mo eine starke Wochenbettdepression und hab mich deshalb an unserer Uniklinik in Behandlung gegeben. Dort meinten die Ärzte, das sich das nur mit Medikamenten endgültig behandeln lässt und das schnellstmöglich damit begonnen werden muss. Leider gibt es noch kein Medikament, das nicht zumindest zu einem kleinen Teil in die MuMi übergeht. Somit wurde mir jedesmal nahegelegt, abzustillen. Die letzten 2 Mo hab ich das immer herausgezögert u wollte meier Kleinen noch so lange wie möglich was Gutes tun...leider verliert mein Leben zusehens an Lebensqualität und ich bin jede Woche genervter und mittlerweile reizbar wie ein Tiger...habe richtige Wutanfälle.
Das war auch der Anlass, jetzt mit dem Abstillen zu beginnen-allerdings langsam (alle 6 Tage wird eine Brustmahlzeit ersetzt). Das macht mich jedes Mal tieftraurig. Am 26.04. habe ich meine nächste Therapiesitzung...und bekomme dann die Antidepressiva.
Das Hauptargument fürs Abstillen war, das restliche 3/4 Jahr, das ich zu Hause bin mit meiner Kleinen genießen zu können.Sie soll ja eine gesunde Mama haben. Aber zu wissen, dass sie am Abend des 26.04. das letzte Mal an meiner Brust liegt, zereisst mir das Herz und ich fang ständig an zu heulen. Vielleicht bin ich je zu sentimental aber vielleicht war je auch mal eine von euch in der selben Situation

LG

Beitrag von lilly7686 11.04.11 - 17:41 Uhr

Hallo!

Oh, das ist schlimm :-(
Aber wenn es nicht anders geht, und dir wirklich nur noch Antidepressiva helfen, dann ist es sicher am Besten so #liebdrueck

Sei dir sicher, du hast deinem Baby längstmöglich das Beste gegeben, was du geben konntest.

Aber du siehst das schon richtig: besser ein Flaschenkind mit einer gesunden und fröhlichen Mama, als ein Stillkind mit kranker, depressiver Mama.

Ein Baby wird auch mit Flaschenmilch groß und gesund!

Meine Große ist ein Flaschenkind, die Kleine wird gestillt. Beide sind kerngesund und munter!

Ich wünsche dir, dass du über die Depression bald hinweg kommst. Du wirst auch mit Flasche eine wunderbare Mama sein :-)

Alles Liebe!

Beitrag von betti-bauer 11.04.11 - 17:44 Uhr

Danke, das ist lieb :-)

Beitrag von schnuffel0101 11.04.11 - 17:43 Uhr

Nein, ich war noch nicht in dieser Situation. Aber denk doch mal so: Du brauchst Medikamente, die Du in kürze bekommst. Soweit so gut. Es gibt kein Medikament in der Richtung, was nicht einigermassen in die MuMi übergeht. Du möchtest Deiner Kleinen was gutes tun. Das kannst Du aber in nächster Zeit nur damit tun, wenn Du sie mit der Flasche fütterst. Du würdest es Dir nie verzeihen, wenn sie irgendwelche Medikamente mitkriegen würde. Deshalb sehe ich da jetzt nicht so das Drama drin.
Versuch mal in das reinzudenken, was ich geschrieben habe. Vielleicht schaffst Du es dann, das ganze leichter zu sehen.
Meine beiden sind auch ohne Stillen gross geworden und ihnen geht es prächtig. Du kannst der Kleinen auch so sehr viel gutes tun.

Ganz liebe Grüsse

Beitrag von steffi0413 11.04.11 - 18:33 Uhr

Hallo,

das ist keine Frage, dass Du dich behandeln lassen musst. Das ist vor allem sehr-sehr wichtig, dass sich die Mama wohl fühlt. :-)

Ich weiss leider nicht was für ein Medikament bekommen hast.

Es ist aber sehr wichtig zu wissen, dass es Antidepressiva gibt, die in der Stillzeit genommen werden kann!

Ziemlich viele Mamis leiden in (Wochenbett)depression und stillen trotzdem ohne Probleme. :-)

Nicht nur das ist wichtig ob die Wirkstoffe in die Mumi übergehen, es ist überhaupt nicht egal in welcher Menge, ob davon im Plasma von Baby etwas erscheint usw. Ob man das nehmen kann ist auch vom Kleinen abhängig: wie alt ist, vollgestillt oder nicht, Gewicht, gesund?, Frühchen? usw.
Im Beipackzettel steht überall, dass man in der Stillzeit nicht nehmen/verwenden darf. Die Ursache ist ganz einfach: es ist viel billiger und einfacher "nein" draufzuschreiben als die Versuche und Genehmigungsprozess durchzuführen. In anderen Ländern, vor allem in der USA stehen aber sehr viele Erfahrungen zur Verfügung, die auch regelmässig aktualisiert und veröffentlicht werden.
Embryotox, la leche liga, IBCLC Stillberaterinnen kennen die internationale Fachliteratur und haben auch Zugriff.
zB. Dr. Thomas W. Hale: Medications and Mothers' Milk (Ausgabe 2010)

Wenn dein Arzt unsicher ist, kann bei einer Stillberaterin oder bei embryotox anrufen und sich beraten lassen:

http://embryotox.de/impressum.html
http://lalecheliga.de/
http://www.bdl-stillen.de/einstieg.html

Wenn Du also den Namen der AD kennst, kann man konkret nachschauen, was die Fachliteratur über das Wirkstoff in der Stillzeit sagt.

Hier ein paar Worte über das Thema:
http://embryotox.de/depressive_krankheitsbilder.html

LG
Steffi

Beitrag von kasiy 11.04.11 - 19:22 Uhr

Hallo.

Das tut mir sehr leid für dich. Ich kann es gut nachvollziehen. Ich hatte auch eine Wochenbettdepression und musste wegen der Antidepressiva abstillen!
Ich habe mich auch fertig gemacht deshalb und hatte soo ein schlechtes Gewissen. Überall hört man, dass ja stillen das Beste für das Kind ist und so weiter.
Man fühlt sich schlecht, dass man nun dem Kind das antuen soll..
Aber nimm die Antidepressiva! Mir ging es damit schnell besser und es geht mir auch gut als Fläschchen-Mama! Das schlechte Gefühl geht weg!
Ich kann die Zeit mit dem Kleinen endlich genießen!
Und du hast 4 Monate gestillt, das ist doch super. Damit hat dein Kind alles gute bekommen und eine glückliche, gesunde Mama ist mehr wert als stillen!
Wenn du noch fragen hast,dann melde dich.

Liebe Grüße.
Kasiy, die wieder lachen kann mit Jonte #winke

Beitrag von kerstini 11.04.11 - 20:02 Uhr

Also erstmal muss ich dir meinen größten Respekt aussprechen!

Die Tatsache das du dir selbst eingestehst das es dir schlecht geht und du dich in Behandlung begibst zeigt das du eine wirklich gute Mama bist! #herzlich

Natürlich ist es schade das du nicht mehr weiter stillen kannst, da verstehe ich dich total! Aber das wichtigste ist das du als Mama wieder gesund wirst, voll und ganz für deinen Kleinen da sein kannst und vor allem auch die Zeit mit ihm in vollen Zügen genießen kannst!

Ich drücke dir die Daumen das die Medikamente schnell anschlagen und du wieder nach vorne schauen kannst!

Alles Liebe

Kerstin mit Ida #verliebt (10 Wochen) und #stern Madita #stern Leo + #stern 12.SSW

Beitrag von felicia2010 11.04.11 - 20:43 Uhr

Hallo,

ich halte sehr viel vom Stillen und versuche auch jeden zu motivieren - ABER in deinem Fall würde ich dir auch raten abzustillen. Ich weiß wie heftig Depressionen sind und es ist wirklich wichtig wenn du dich behandeln lässt. Damit tust du dir und deinem Baby was Gutes und es ist viiiieeeel wichtiger das du gesund bist! 1000 Mal wichtiger als Stillen!

Also kein schlechtes Gewissen! Deine Kleine wird dich für diesen Schritt lieben!

Beitrag von doreen1979. 11.04.11 - 21:00 Uhr

meiner meinung nach musst du gar nicht abstillen. wenn du dir nämlich einen sehr guten homöopathen suchst der dir dein mittel genau raussucht und heraus findet wird dir 100 % ig helfen können ohne schwere medikamente. ich kann es nur aus eigener erfahrung sagen. dann kannst du deine maus noch so lange weiter stillen wie du möchtest. ist nur ein lieb gemeinter tip alles gute.

Beitrag von sarahjane 11.04.11 - 22:53 Uhr

Mache Dich bitte nicht so fertig. Deine Gesundheit/Dein Wohlbefinden gehen eindeutig vor. Und es war Dir länger als vielen anderen Frauen möglich, das Kind per Frauenmilch zu ernähren.
Freue Dich darüber! :-)

Beitrag von julchen-mama 11.04.11 - 23:00 Uhr

Nach den neuesten Erkenntissen ist Stillen in den ersten 4 Monaten wichtig, danach raten die Ärzte jetzt vermehrt zu Beikost und man "darf" auch zufüttern. Du hast also Deinem Kind schon das Beste gegeben!!!!! #sonne Aber ich muß einigen Vorrednerinnen zustimmen. Es gibt Antidepressiva, die in Schwangerschaft und Stillzeit genommen werden können. Ich war in der Schwangerschaft ein nervliches Frack, weil ich solche Angst hatte, mein Baby zu verlieren. Da stand ich kurz vor der Behandlung.... habe es aber noch so hinbekommen. Der Psychologe meinte, nach der Schwangerschaft könne es auch auftreten und dann solle ich überlegen, ob ich es nicht dann nehmen wolle. Auch trotz Stillens. Erkundige Dich doch nochmal genau. Ansonsten, wenn Du Angst hast, Deinem Baby zu schaden, die Premilch von Aptamil ist hervorragend und sehr an die Muttermilch angelehnt. Ruf die Ernährungsberatung dort mal an. Die sind supernett und werden Dich garantiert aufbauen!!! Vielleicht pumpst Du ja einen kleinen Vorrat ab? Dann kannst Du ihr hin und wieder nochmal Muttermilch geben und das "letzte Mal" ist dann nicht so endgültig. Millionen Frauen geben die Flasche und es gibt sooooooo viele, die wollen gar nicht stillen. Deren Kinder werden auch groß.... Also wie gesagt, meine Kinderärztin meinte, die ersten 4 Monate wären wichtig, danach könne ich machen, was ich wolle.... Kopf hoch und ich wünsche Dir, daß es Dir bald wieder richtig gut geht. #liebdrueck Grit