wollte weg vom "einschlafstillen" - nun fühl ich mich schlecht! LANG!!

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von rahele 14.04.11 - 21:22 Uhr

Hey!

ich weiß nicht so genau, wie ich beginnen soll.
Ich könnte jetzt so viel schreiben, aber das wird sonst so lang und ich bin echt fertig, deshlab versuch ich mich mal kurz zu fassen.

Vor ein paar Wochen hatte ich mal um Rat gebeten, wie ich bloß verfahren soll, dass ich unseren Ben einschlafstille und er nicht anders einschläft und ich aber häufig noch den Großen hab und beide allein ins Bett bringen echt schwierig war.

Für mich blieb nur: Ben muss lernen abends auch ohne die Brust einzuschlafen, denn im Auto, KiWA + Tuch kann er das ja auch.
Also hab ich mit meiner KiÄrztin, Hebamme und einer Stillberaterin der AFS gesprochen und eine Strategie entwickelt, wie ich ihn in Zukunft ins Bett bringen wollte.

Hatte mich gefreut, juchu, jetzt wirds besser usw. Denn bei Matteo wars eine echte Katastrophe (manch eine von Euch weiß es und seine Geschichte vielleicht noch).
Habe ihn am Sonntag hingelegt, bin alle 2-3 min. zu ihm rein und hab ihn für 3min. im Arm gehabt und getröstet und er hat arg geweint, ist aber so nach 15min. eingeschlafen.
Ben ist ein absolut pflegeleichtes, fröhliches Baby und wenn er nicht nur an meiner Brust eingeschlafen wäre und mich jetzt zum Schluß des öfteren gebissen hätte, wäre es sogar nach Bilderbuch gewesen.


Am Montag stürzte er nach einer "ich zieh mich am Stokkestuhl hoch Aktion" auf seinen Kopf und begann nach 15 min zu erbrechen.
Wir also in die Kinderklinik und dann aber wieder heim mit einem Kind und daszugehöriger diagnostizierter Gehirnerschütterung. Er brach bis ca. 4:30h. Als dann um ca. 9:30h starker Durchfall begann, schwankte die Diagnose um zu : Zufall Kopfsturz - akut: Magen-Darm Virusinfektion.

Diese bestätigte sich gestern, als unser Papa auch zu kotz.. anfing.
Als er sich immer so erbrechen musste, wollte er natürlich erst immer an die Brust um sich zu trösten und weil er hungig/durstig war.
Dann irgendwann nicht mehr.
Er schlief immer wieder selbst ein, nachdem er gespuckt hatte und schaute uns an, legte sich bequem hin und schlief ein.

Also habe ich ihn gestern und heute Abend auch allein einschlafen lassen. Gestern hat er 2 min geweint und dann war er eingeschlafen. Hatte ihn dann zu mir aufs Sofa geholt, als er dann das erste Mal aufwachte, weil ich nicht im Bett schlafen wollte beim Viruspapa. Di auf Mi und Mi auf Do habe ich nachts abpumpen müssen, um die Spannung nehmen zu müssen, weil er nachts nicht richtig trinken wollte.

Hatte vor der Krankheit alle 2-3 Std. gestillt. Nachts ziehmlich regelmäßig alle 3 Std. Nun trinkt er echt schlecht, wie ich finde.
Essen will er ja sowieso nicht. Tags hat er heute immer nur eine Seite getrunken und um 17:30h das letzte Mal, da waren es beide Brüste.

Nun habe ich ihn um 18:30h hingelegt - er war schon total müde. Wollte ihn noch mal anlegen, aber er wollte partout nicht. Hat beim anlegen ganz doll gezappelt und auch geweint. Also hab ich ihn ins Bett, weil ich dachte, so du bist echt fertig und du schläfst bestimmt razt fatz ein und er hat richtig arg geschrien. Dann bin ich nach 3 min hin und hab ihn rausgenommen und geschaukelt und gekuschelt, denn trinken wollte er nicht, auch nicht nuckeln.

Als er dämmrig warund sich beruhigt hatte, habe ich ihn wieder hingelegt und erdrehte sich auf die Seite und ist eingeschlafen. Nach ca. 30min ist er schreiend aufgewacht. Ich wieder hin und wieder bisschen geschaukelt und hingelegt. Seit dem schläft er. Aber er wollte nicht mehr an die Brust.

Jetzt weiß ich nicht was los ist und auch nicht wie ich damit umgehen soll. Werde sicherlich die Stillberaterin morgen noch mal anrufen, aber vielleicht könnt ihr ja schon helfen.

Wieso will er nicht mehr an die Brust?
Er hat unten 2 Zähne und bekommt oben auch 2.
Einer ist durch und der andere bricht gerade durch.

Dann hatte er ja so schlimm Durchfall und hat über Stunden immer wieder ganz schlimm erbrochen.
Ist ihm vielleicht immer noch schlecht?
Hat er noch Bauchweh?

Tagsüber will er auch nicht richtig trinken und wenn nur eine Seite. Essen tut er ja nicht, ausser ich geb ihm so Knabberzeug in die Hand. Salzstange (keine Panik, natürlich ohne Salz), Brezel, Apfleschnitz, Möhreschnitz, Brotstück, er hat auch schon ein Minipartywienerle geschnappt oder beim Papa ein Stück Grillputenfleisch, was wir nicht mehr aus seinem Mund rausbekommen haben, weil er es so gut fand :-). Brei findet er scheiße!
Muss man einfach mal so sagen.
Ich würde sagen an 2 v. 10 Tagen isst er ne ganze Portion und dann wars das wieder.

Mit der Flasche will ich jetzt nicht wieder anfangen, habe ich auch so mit der AFS. beraterin besprochen, will ja das Stillen beibehalten.

Oder ist Ben jetzt beleidigt, weil er nicht mehr einschlafstillen darf? Er will auch tagsüber ganz viel auf meinen Arm, aber das kann tausend anderen Gründe haben und er war von Anfang an sehr auf mich fixiert.
Ich nem ihn immer in den Sling, damit er ganz nah bei mir ist.

Oje, ich seh schon, mit kurz halten wars wohl nichts. Aber manchmal glaub ich, das ich mir auch bei Ben echt den Kopf zerbreche und alles richtig machen will, sodass ich manchmal echt den Boden unter den Füßen verliere.

Jetzt versuche ich Ben vom einschlafstillen zu entwöhnen und hab gleich wieder ein schlechtes Gewissen, wenn er weint und denk ich hätte etwas flasch gemacht und es liegt daran das ich etwas verändert habe was ihm gefallen hat.
Aber wenn ich alles immer so machen würde wie meine Kinder es wollen, dann würde der Große z. Bsp. den ganzen Tag nur Süßes futtern und draussen im Garten und bei den Nachbarn unterwegs sein (mit seinem 2,5 Jahren wohlgemerkt!).
Und wenn das hier meine Freundin bei uns aus dem ort liest, dann schlägt sie bestimmt die Hände über dem Kopf zusammen und sagt mir wieder: Rahel du machst doch einen Super Job, guck dir deine Kinder doch an, du musst endlich aufhören dich selbst so kritisch zu sehen, sonst brichst du zusammen und davon haben deine Jungs auch nichts!

Ja das stimmt, aber ich will halt das Beste für meine Kinder. Sie sind alles was ich habe und dass das Stillen jetzt beim Ben klappt ist so unglaublich schön!! Ich bin darüber so glücklich!!!Warum kannich mich bloß nie an allem freuen, sondern komm immer wieder in diese Phasen der Fragen u.a.??

Am Montag habe ich nach 8 Monaten auch das erste Mal meine periode wieder bekommen. Kahm das vielleicht auch durch den Stress? Oder dass ben nicht getrunken hat, so wie sonst? Oder war es einfach an der Zeit?
Ich weiß es nicht!

Helft mir und nehmt mir dieses erdrückende Gefühl der Schuld, die sich immer wider bei mir auflädt.

Danke Rahele

Beitrag von sarahjane 14.04.11 - 23:34 Uhr

Alles OK, Du musst Dich nicht schlecht fühlen.

Beitrag von christianeundhorst 15.04.11 - 04:07 Uhr

Hallo Rahele,
hey da haste ja ganz schön was mitgemacht die letzte Zeit #liebdrueck
Ich kann Deine Gedanken gut verstehen. Ist natürlich doof, daß zu dem Sturz jetzt noch der Magen-Darm-Virus gekommen ist. Ich denke schon, daß sein schlechtes stillen daran liegen kann, daß er krank ist und ihm noch übel ist. Frieda hat einmal ne Grippe gehabt, wo sie ein paar Tage echt krank war und da hat sie - komischerweise - auch gaaaaanz schlecht gestillt. Ich dachte schon sie stillt sich ab. Sie hat sogar nachts anstatt zu stillen Wasser aus einem Becher trinken wollen, was ja ok ist aber wenn sie im Halbschlaf stillt kann ich weiterschlafen dabei und wenn sie einen Becher Wasser will nicht.........#schmoll Als sie wieder gesund war und ich schon dachte sie stillt ab hatte ich plötzlichg für ein paar Tage wieder ein DAuerstillkind und dann war alles wieder wie vorher. Also entspann mal und lass ihn wie er will und lass ihn erstmal gesund werden. Wie alt ist Ben denn? Dass er Fingerfood statt Brei bekommt finde ich prima:-) Auch daß Du weiterstillen willst. Wenn Du eine gute Stillberaterin hast lass Dich auf jeden Fall auch weiter von ihr beraten und pumpe immer mal ab wenn er nicht an die Brust geht damit es danach nicht so schwierig wird.
Es kann natürlich auch sein, daß er Deine Gedanken spürt und spiegelt. Kinder spüren ja oft wenn wir durcheinander sind, uns nicht sicher sind was richtig ist etc. Dann werden sie auch verunsichert und oft spiegeln sie die Gefühle der Mutter gut wieder.
Du wolltest das Einschlafstillen nicht mehr damit Du entspannt bei Deinem Großen sein kannst oder? Ist das der einzige Grund? Hast Du schonmal versucht Ben im Tuch zu stillen? Vielleicht wäre das auch eine Lösung...... Natürlich ist es ok - wenn Ben das akzeptiert - daß Du das Einschlafstillen aufhörst. Wenn Du dem aber nachtrauerst oder immer denkst, daß es vielleicht doch nicht gut war damit aufzuhören ist das nicht so gut. Dann versuche lieber im Tuch zu stillen oder eine andere Lösung zu finden. Ich kenne eure Geschichte leider nicht, daher kann ich dazu nix sagen. War nur so ein Gedanke. Dein Kind spürt ja auch, ob Du hinter der Entscheidung stehst oder nicht. Wenn Du da Zweifel hast wird Ben auch unsicher.
Hmmmm, ich hoffe ich konnte Dir helfen? Ich muss jetzt zur Arbeit und kann erst abends spät wieder online, aber ich antworte gern nochmal.
Ich finde Du machst es ganz toll und es klingt alles gut:-)


Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 2 Jahre und 9 Monate LZS

Beitrag von margarita73 15.04.11 - 07:31 Uhr

Hallo Rahele,

es ist immer leicht gesagt, dass man sich nicht so verrückt machen soll. Wenn die Gedanken kreisen, dann sind sie nunmal kaum zu stoppen. Ich kenne das... #schwitz

Zu Deinen Fragen: Ben hat gelernt, ohne Stillen einzuschlafen und das ist gar nicht schlimm, sondern ein Entwicklungsschritt. Du entziehst ihm nichts, sondern gibst ihm ja was anderes dafür (Kuscheln, Tragen,...). Dass er momentan schlechter trinkt, liegt sicher an dem Virus, den er hatte (noch hat?). Wobei ich das auch in gesunden Phasen bei meiner Tochter kenne, dass sie mal ein paar Tage schlechter trinkt. Du kümmerst Dich doch ganz lieb um ihn - brauchst Dich echt nicht bekloppt machen! #liebdrueck

LG Sabine

Beitrag von italyelfchen 15.04.11 - 09:44 Uhr

Hey,

oje, Du arme! Ich kann Dich so verstehen! Ich hatte hier aus ein Brust-Verweigerer-Kind die letzten Tage (siehe mein Faden von gestern) und war völlig ratlos! Dachte, es liegt am Krankenhausaufenthalt. Jetzt geht es besser und ich bin mir recht sicher, es lag daran, dass ER den Virus (noch) hatte und jetzt, wo es ihm besser geht, trinkt er auch wieder! Essen tut er noch nicht!

Du schreibst, Dein Zwerg hat Durchfall, ihn hat es sicher auch erwischt! Ich glaube nicht, dass es am Abschaffen des Einschlafstillens liegt! Warte ab, bis er wieder gesund ist, dann trinkt er auch wieder richtig!

Eine Frage habe ich aber doch: Dir wurde geraten, statt ihn in den Schlaf zu stillen, ihn ganz allein weinen zu lassen? Das finde ich doch sehr hart! Warum nicht schrittchenweise? Statt in den Schlaf stillen, ihn in den Schlaf tragen, dann irgendwann in den Schlaf kuscheln (im Bett) usw. Wir machen sehr erfolgreich all solche Umgewöhnungen in kleinen Schritten! Das klappt echt super!

Liebe Grüße
Elfchen

Beitrag von italyelfchen 15.04.11 - 09:53 Uhr

Ach ja, ich habe Davids Zeiten so geschoben, dass erst Sophias ins Bett geht, da ist dann David beim Ritual einfach dabei und danach bringe ich David ins Bett (wir stillen auch zum Einschlafen, allerdings nur abends). Ich bin nämlich auch abends immer allein mit den beiden. Vielleicht ist das ne Lösung für euch?
Tagsüber haben wir eine "Wartekiste" mit spannenden Spielsachen, die sie nur dann haben darf, wenn ich David ins Bett bringen (da wird nur begleitet, nicht gestillt). Klappt super!