Wichtige Info für Privatpatienten!

Archiv des urbia-Forums Unterstützter Kiwu.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von 35... 28.04.11 - 07:48 Uhr

Wollte nur erzählen, dass es bei 3 genehmigten ICSIs/IVFs nicht schluss ist mit der Kostenübernahme der KK.

Natürlich muss es in jedem Fall individuell geprüft werden, aber so lange der AMH Wert noch einigermaßen in Ordnung ist und der Arzt bescheinigt, dass die Chance auf eine SS noch einen gewissen Prozentsatz hat, genehmigen die Krankenkassen auch üblicherweise noch weitere Behandlungen.
Zumindest die privaten.

Hatten gestern ein ausführliches Gespräch mit der KK meines Mannes, die unsere Kosten trägt und ich war baff erstautn, wieviel Ahnung die Dame hatte. Das Telefonat hat über ne Stunde gedauert.
Und die Dame hatte auch noch mal bestätigt, dass es nicht unüblich ist, dass auch noch weitere Versuche genehmigt und bezahlt werden!

Nur zur Info, so kann man den dritten Versuch doch um einiges entspannter sehen, finde ich!

LG

Beitrag von aufgehts 28.04.11 - 07:57 Uhr

Hallo,

ich bin ziemlich am Boden seit gestern, mein Mann hat das 2. Spermiogramm bekommen und wieder ganz schlecht.....
A= 6% und B genauso. Also die guten Fehlen.

Heute haben wir Gespräch wie es weiter verläuft.
Die haben gleich etwas von künstlicher Befruchtung gesagt usw....!?
Ich würde lieber erstmal eine softere Variante nehmen, hab aber keine Ahnung.

Ich bin privat Versichert. Mein Mann gesetzlich. Wer zahlt das denn jetzt?
Ich bin ja nicht Schuld. Zahlt dann meine Behandlung die Seite meines Mannes?
Vielleicht weißt du ja mehr!?

Vielen Dank und liebe Grüsse

Beitrag von 35... 28.04.11 - 08:06 Uhr

Hallo aufgehts,

ich kann gut nachvollziehen, wie es dir jetzt geht.
Es ging allen so am Anfang, aber glaube mir, das vergeht und die Hoffnung und Zuversicht gibt dir Kraft!

Ich kenne leider nicht das ganze Spermiogramm... wichtig ist auch, wieviele / ml es waren.

Aber ganz ehrlich, wenn A+B weniger als 25 oder 30% sind, dann würde ich definitiv eine IVF/ICSI (künstliche Befruchtung) machen. IUI, das ist die softe Variante, ist da vermutlich verlorene Zeit und Geld.

Wenn dein Mann ein Attest hat, auf dem steht sowas wie Azoospermie, Oligoirgendwasspermie oder so, dann übernimmt seine private KK die Kosten auch für dich.
Allerdings ist das vom jeweiligen Tarif abhängig! Es darf nicht ausgeschlossen sein aus den Leistungen der KK.

Die ersten Untersuchungen übernimmt erst noch jede KK für seinen Versicherten.

Ihr bekommt einen Behandlungsplan und reicht den bei der KK ein und die überprüft dann, ob ihr die Behandlungen bezahlt bekommt.

Wenn du mehr darüber wissen willst, dann google mal ein bisschen bzw. kannst du auch oben links auf dieser Seite die Suchfunktion nutzen!

LG und alles Gute

Beitrag von aufgehts 28.04.11 - 08:09 Uhr

Die Spermienzahl war 40 Mio/ml.

Mein Mann ist gesetzlich Versichert nur ich bin privat Versichtert.

A und B sind zusammen leider nur 20%.
Ja wahrscheinlich hast du recht mit der künstlichen Befruchtung!

Müssen wir dann auch etwas dazu bezahlen?

Danke schonmal...

Beitrag von 35... 28.04.11 - 08:37 Uhr

Ja, wobei 40 Mio/ml echt viel sind... es sollten 20 Mio sein.
Mein Mann zB hat, wenn es gut ist, 1,5 Mio / ml... oder aber auch mal nur 200.000...

Lass dich noch mal ausführlich beraten!

Beitrag von aufgehts 28.04.11 - 08:50 Uhr

Ok das werden wir machen.
Ich hab auch keine Ahnung warum die gleich gesagt haben künstliche Befruchtung!?

Danke für deine Hilfe.

Beitrag von motmot1410 28.04.11 - 09:33 Uhr

Ganz einfach:

Es gibt für ein ICSI-Spermiogramm klare Grenzwerte. Wenn nicht alle Werte unter diesen Grenzwerten liegen, dann zählen die A-Beweglichen. Wenn der Wert dort unter 15% liegt (nach Aufbereitung unter 30%), dann liegt eine ICSI-Indikation vor. Die Chancen mit IUI wären dann nur sehr gering- völlig egal wie viele Spermien insgesamt vorhanden sind.

Kannst Du alles hier nachlesen:

http://www.g-ba.de/downloads/62-492-494/KB-RL_2010-09-16.pdf

Zu Kostenübernahme:
Die GKV übernimmt zu 50% die Kosten Deines Mannes. Die machen aber nur einen sehr geringen Teil aus. Ihr solltet aber sehen, dass sie auch die extrakorporalen Kosten zu 50% tragen (dazu sind sie bei der Konstellation verpflichtet, auch wenn sie gerne etwas anderes behaupten).
Trotzdem werdet ihr wohl auf bestimmt 4000 - 5000€/Versuch sitzen bleiben.

Beitrag von fraeulein-pueh 28.04.11 - 08:07 Uhr

Hallo,
eine PKV geht nach dem Verursacherprinzip vor. Da das in eurem Fall ganz klar dein Mann ist, wird deine PKV (solange bei dir nicht auch etwas vorliegt) nichts bezahlen, auch nicht die Kosten, die durch deine Behandlung entstehen. Wenn ihr Pech habt, zahlt seine GKV dann jedoch nur die Kosten zur Hälfte, die durch die Behandlung deines Mannes entstehen und das sind in der Regel die günstigeren, so dass ihr weit mehr als die Hälfte selbst bezahlen müsst.

Dein Arzt hat festgestellt, dass ihr eine künstliche Befruchtung braucht, oder? Wovon hat er gesprochen? IUI, IVF oder ICSI? Die sanfteste Variante (und günstigste) wäre die IUI, ich bin jedoch überfragt, ob eure Spermien dazu ausreichen. Allerdings heißt es, wenn sie für eine IUI ausreichen, dann auch für GV nach Plan - und ich denke, dafür sind es eindeutig zu wenig. Deshalb... ne wirklich sanftere Methode denke ich nicht, dass für euch in Frage kommt.

LG Püh

Beitrag von aufgehts 28.04.11 - 08:49 Uhr

Ja genau das hat mir meine private KK auch gesagt mit dem Verursacherprinzip.
Oh man.... dann kommen ja da richtig Kosten auf uns zu oder?
Weißt du wieviel das alles Kostet? Ich hab keine Ahnung.
Die von der KIWU Klinik haben von IVF/ICSI gesprochen.

Wir haben heute noch einen Termin dort. Bin gespannt.

Aber "35" (Username) hat mir eben gesagt, dass wir sehr viele Spermien haben (40 MIo/ml) davon 6% A und 10% B. Vielleicht reicht das ja für ne softere Variante????

Was machst du?

Lg

Beitrag von 35... 28.04.11 - 08:54 Uhr

Ne IVF/ICSi kommt wohl so auf 3500 Euro etwa... spricht 1750 blieben für euch.
Aber das variiert sehr stark, je nachdem, wie du stimulieren musst. Denn die Medikamente sind das teuerste neben der Punktion und dem Befruchten!

Wir haben zB für 2 ICSIs 20 Tausend Euro bezahlt, haben es aber Gott sei dank von der KK bezahlt bekommen.
Aber bei privaten KK wird auch der 2,5 fache Satz oder so berechnet.

Bei der gesetzlichen nur der 1 fache glaube ich!

Beitrag von motmot1410 28.04.11 - 09:44 Uhr

Das kann man so nicht sagen. Die Abbrechnung bei privat Versicherten und Selbstzahlern hat nichts mit der Abrechnung bei der GKV zu tun.

In diesem Fall würden die Kosten für den Mann über die GKV abgerechnet. Das sind aber in dem System gerade einmal 100€ o.s.
Der Rest wird nach GOÄ abgerechnet und kann je nach Satz, Medikamentenkosten und EZ-Anzahl bis zu 10 000€ betragen. Wenn man die GKV des Mannes dazu bekommt, dass sie die extrakorporalen Kosten übernimmt, dann mindert sich der Betrag natürlich etwas. Bei uns lagen die extrakorporalen Kosten bei ca. 3000€ (allerdings wurden auch nur pauschal 5 EZ abgerechnet. Andere Kliniken lassen sich wirklich jede einzelnen EZ extra zahlen). Ich weiß jetzt aber nicht genau, ob man dann einfach diese Rechnungen bei der GKV einreicht und die Hälfte erstattet bekommt oder ob sie direkt über die GKV abgerechnet werden (das wäre für das Paar günstiger, weil 50% des GKV-Betrages deutlich geringer ist, als 50% der GOÄ-Abrechnung)

Beitrag von fraeulein-pueh 28.04.11 - 09:11 Uhr

Die Kosten sind einerseits von der Behandlung und andererseits von den Medikamenten für die Stimulierung abhängig. Also, welche Medikamente du bekommst und wie viele du brauchst.
Ich hab schon das ein oder andere Mal gelesen, dass die GKV die Kosten für die Eizellentnahme und Befruchtung durchaus zur Hälfte zahlt, aber leider ist das der geringere Teil. Die Medikamente zur Stimulierung sind in der Regel das, was extrem teuer wird.
300 Einheiten Puregon kosten z. B. rund 180 €. Möglich wäre es dann, dass du mit 150 Einheiten pro Tag stimulierst. Das ist aber nur ein Beispiel und muss bei dir so nicht zutreffen.

Überlege dir das mit der softeren Variante (IUI) gut. Durchschnittlich braucht man 9 Versuche, um damit schwanger zu werden. Das ist m. M. nach schon ne verdammt hohe Zahl. Außerdem hab ich oft gelesen, dass das nur die bessere Variante von Sex nach Plan ist. Und wenn das bei euch nicht möglich ist, dann würde mich eine IUI nicht überzeugen. Aber... wenn euch das mit IVF oder ICSI zu schnell geht, dann ist das vielleicht schon noch ein Zwischenschritt.

Bei uns bin nur ich die Baustelle. Dafür aber ne große. Wir machen GV nach Plan, weil bei uns das SG in Ordnung ist und ich immer wieder schwanger werde. Ich kann sie nur nicht halten...

Beitrag von melliiiiii 28.04.11 - 09:14 Uhr

Hallo Mädels,

Ich hätte da auch ein paar Fragen zu dem Thema :-)
Vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen?!
Bei uns ist auch folgende Konstellation:
Ich - privat versichert (50% KK, 50% Beihilfe)
Mein Freund ist gesetzlich versichert und 'Verursacher'
Wir haben die erste Icsi gerade erfolglos hinter uns gebracht #heul und über 5.000 € gezahlt.
1. D.h wenn wir heiraten würden, würde seine gesetzl. KK evtl. nur 25 % zahlen bzw noch weniger und meine gar nichts?

2. Wenn sie bei mir noch einen Grund finden würden, (ausser Hormone, wurde bei mir nichts überprüft) würde meine PKV und Beihilfe jeweils 12,5 % zahlen und seine 25%? Und zahlt die PKV auch bei nicht Verheirateten?

Sorry für das durcheinander ;-)
Liebe Grüße

Beitrag von motmot1410 28.04.11 - 09:51 Uhr

Ok, jetzt wird es kompliziert ;-)

Alsoo: Wenn die Beihilfe ins Spiel kommt, dann hängt es ein wenig davon ab, in welchem Bundesland Du lebst.
In den meisten Bundesländern (und auch beim Bund) gelten bei der Beihilfe die gleichen Regelungen, wie bei der GKV.
D.h. Ihr müsst verheiratet sein, damit ihr überhaupt etwas erstattet bekommt.

Wenn ihr das seid und Dein Mann Verursacher ist, dann zahlt seine GKV 50% seiner Kosten, Deine Beihilfe zahlt 25% (also 50% ihres Anteils) Deiner Kosten und die PKV zahlt nichts.
Für euch bleiben dann also 75% Deiner Kosten und 50% seiner Kosten (wobei die fast vernachlässigbar sind). Ihr könntet nun noch versuchen, dass seine GKV 50% der extrakorporalen Kosten (sprich der ICSI-Kosten) übernimmt. Google einfach mal "extrakorporale Kosten Kostenübernahme", da wirst Du sicherlich fündig.

Beitrag von melliiiiii 28.04.11 - 10:15 Uhr

Hey,
Danke dir für die Info #blume
Werde beim nächsten Termin auch nochmal meine Ärztin draufansprechen... Weil auf Dauer wird das alles zu teuer #zitter
Lg

Beitrag von katici 28.04.11 - 18:04 Uhr

Seit Anfang des Jahres oder letzten Jahres muss man bei der Beihilfe zumindest in BA-Wü NICHT mehr verheiratet sein!

Ps: Bei mir hat die Beihilfe sogar die vollen 50% gezahlt und das vier Mal.
Das liegt aber glaub bei jedem Sachberabeiter anders#schein

Beitrag von motmot1410 28.04.11 - 19:37 Uhr

Nee, das liegt nicht am Sachbearbeiter, sondern an der Beihilfevorschrift des jeweiligen Bundeslandes. Darum schrieb ich ja auch, dass es in den meisten BL so ist, wie ich es beschrieb.
BW stellt da tatsächlich eine Ausnahme dar. Glück für Dich ;-)

Beitrag von katici 29.04.11 - 11:02 Uhr

Wobei ich auch schon gehört hab, dass in Ba-Wü bei Kolleginnen nur drei zu 25% übernommen wurden...

Beitrag von kathy-80 28.04.11 - 10:40 Uhr

Bei uns ist es genauso.
Ich 50% PKV und 50% Beihilfe, Partner GV.
Wir haben uns jetzt entschlossen noch schnell heiraten zu gehen. Also wenn ihr verheiratet seit, zahlt die GV seine Kosten zu 50% plus 50% der exkoporalen Kosten. Deine Beihilfe zahlt 25% und die PKV wird nichts zahlen. Die GV und Beihilfe gehen nach dem Körperprinzip und die PKV nach dem Verursacherprinzip.

LG Kathy

Beitrag von projektname-remruew 28.04.11 - 12:54 Uhr

Hallo Zusammen,

die Aussage von "35..." ist richtig, allerdings nicht ganz :-)
Der AMH-Wert hat nichts und nullkommanull damit zu tun, ob die PKV weiter zahlt oder nicht.
Es kommt einzig und allein darauf an, dass der Arzt eine Wahrscheinlichkeit >15% bescheinigt. Und dass Ihr einen Anwalt habt, der, wenn die PKV sich weigert, Eure Interessen vertritt. Die Drohung reicht in 99% der Fälle aus.
Woher ich das so genau weiss?!
Die PKV hat uns 6 ICSIs voll bezahlt und würde auch weitere bezahlen. Mein AMH: 0,16. Wir mussten nicht drohen mit dem Anwalt, bei anderen habe ich das gelesen.
LG

Beitrag von katici 28.04.11 - 18:05 Uhr

Das ist extrem gut zu wissen, nachdem sich mein AMH auch zu verabschieden scheint.
Bei mir wollten sie noch den Inhibin Wert oder so.
Die bloße Bescheinigung vom Arzt hat leider nicht gereicht...

Beitrag von projektname-remruew 29.04.11 - 11:40 Uhr

O.k., es wird wohl bei jeder KK anders gemacht. Wir sind bei der Halleschen und diese hat 6 ICSIs ohne Murren gezahlt.
Jetzt geben wir freiwillig auf und nehmen die EZS auf Mallorca in Anspruch :-)

Beitrag von katici 28.04.11 - 18:01 Uhr

Ja, das hab ich auch schon durch. Bei mir wurden noch zwei weitere Versuche genehmigt.
Die Chancen müssen über 15% sein.Es geht darum, dass die Kassen laut Gesetz so lange zahlen müssen, wie die Krankheit nicht beseitigt ist. Da laut WHO die Sterilität als Krankheit gilt (falls nicht selbst erwünscht).
Die wollten zwar jede Menge Infos von mir, aber wenn ich dafür Geld sparen kann, dann können die ne ganze Menge haben;-)

lg
katici
(die bald ihren fünften Versuch aufbraucht und dann schon wieder bibbern muss, ob weitere genehmigt werden)