Eine Woche Funkstille...

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 01:55 Uhr

Ich muss einfach mal was los werden...

Zwischen meinem Freund und mir läuft es grade nicht so gut.
Wir "streiten" immer öfter... nur dass das meistens so aussieht, dass ich meinen Unmut über irgendetwas äußere und er dann beleidigt ist oder nichts dazu sagt... Statt Probleme zu lösen sitzt er alles aus - nicht nur in Bezug auf unsere Partnerschaft. Das ganze ist dann am Freitag so weit "eskaliert", dass ich gesagt habe, dass ich ihn eine Woche weder hören noch sehen will.

Ich habe versucht ihm sachlich zu erklären, was grade schief gelaufen ist und er... wird fies... und verletzend.

Und nun sitze ich da, mache mir Gedanken und würde ihm gerne so viele Dinge sagen. Ich will, dass wir gemeinsam eine Lösung finden...
Aber nachdem die letzten Gespräche so frustrierend, destruktiv und ergebnislos waren habe ich eigentlich auch keine Lust mehr schon wieder damit anzufangen.

Ich würde so gerne wissen, wie es ihm jetzt geht.
Ob er womöglich sogar froh ist, dass er sich den Problemen mal wieder entziehen kann? Ich fürchte, er wird sich einfach auf die faule Haut legen und dann wie immer sagen "Ja, ich weiß, dass das alles grade blöd läuft, aber ich habe keine Ahnung was wir jetzt machen sollen."

Ach man, warum muss man es sich denn immer so schwer machen?

Soll ich ihn anrufen und um ein Gespräch bitten? Oder soll ich die Woche durchziehen und hoffen, dass er sich in der zwischenzeit darüber klar wird, was er eigentlich möchte...?

Ich bin so traurig darüber, wie es grade ist. :-(

Beitrag von zusammen... 01.05.11 - 08:50 Uhr

moin,
lösungen suchen und finden kann man eigentlich nur zusammen, sonst wird es ständig so laufen wie du es beschreibst.

und schreib ihm einen brief in dem du all deine gedanken schreibst, gib ihm den in die hand oder sprich mit ihm.
von der einen woche die einfach vergeht, hast du gar nichts, also melde dich bei ihm.

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 10:29 Uhr

Eigentlich ist mir das bewusst, dass es nur zusammen geht... aber ich glaube ihm ist das weniger bewusst und er wählt dann den bequemeren Weg. :-(

Einen Brief brauche ich ihm nicht zu schreiben - es sei denn um mir selbst über alles klar zu werden. Er wird ihn höchstens überfliegen und erst recht nicht verstehen.

Ich hatte gehofft, dass er in der Woche mal merkt wie es ohne mich ist und ob es das ist was er will...

Ich weiß nicht wie ich das Gespräch führen soll.
In der Regel verfällt er direkt in seine passive Art und fühlt sich - egal welche Worte man wählt - nur angegriffen. Und mit einsilbigen Antworten aus der Schublade "Ich weiß nicht" kommen wir ja auch nicht weiter. :-(

Beitrag von aquene 01.05.11 - 10:46 Uhr

Hallo,

wieso bist du dir so sicher, dass er einen Brief nur überfliegen und nicht verstehen würde?

Ich bin auch der Typ, der absolut nicht streiten kann.
Sobald es z.b. lauter wird ist bei mir Sendepause, dann geh ich sofort in eine passive Haltung und sage auch eher gar nichts mehr.

Allerdings passiert das ja nicht aus Desinteresse oder so....es ist schlichtweg eine Art Selbstschutz für mich.
Wie bringst du es denn im Allgemeinen so rüber, wenn du deinen Unmut zum Ausdruck bringst?
Mir hilft bei schwierigen Gesprächen mit einem Partner immer Nähe. Wenn ich gleichzeitig das Gefühl bekomme geliebt zu werden, dann ist das alles kein Problem.

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 10:59 Uhr

Er steht einfach nicht auf lesen... das habe ich früher schon mal versucht, das ging auch daneben. Er hat dann so getan als hätte er den Brief gelesen, hatte er aber nicht. Nein er ist kein Analphabet... #gruebel

Ja, streiten kann er wohl auch nicht. Aber er rennt ja bei der kleinsten Andeutung von Gegenwind weg... er fühlt sich angegriffen, wenn ich ihn einfach bitte sein Bett zu machen.
Im Allgemeinen versuche ich wirklich mich zusammen zu reißen und sachlich zu bleiben - obwohl ich eigentlich eher der aufbrausende Typ bin.
Also sage ich ihm z.B. ganz ruhig, dass ich es schön gefunden hätte, wenn er angerufen hätte, wenn er nicht nach Hause kommt. Die ersten Male hat er noch gesagt, dass es ihm leid tut und dass es nicht wieder vorkommt - weglaufen sei keine Lösung. Diese Erkenntnis hielt dann aber jeweils nur eine Woche, dann war er wieder für eine Nacht verschwunden.
Und irgendwann kann ich einfach nicht mehr ruhig bleiben. Grade wenn von ihm nichts kommt. "Warum machst du das? Warum kommst du nicht nach Hause und versuchst das Problem aus der Welt zu schaffen?" "Weiß nicht. War dumm von mir. Ich machs nie wieder".
Wie ein Fünfjähriger. :-(

Wie gehst du mit solchen Situationen um? Muss man dich egal wie sauer man ist noch mit Samthandschuhen anfassen? (Das meine ich nicht böse! Ich will es nur verstehen...) Und bist du selbst nie sauer?!

Beitrag von gh1954 01.05.11 - 11:12 Uhr

Warum bist du mit einem mimosenhaften, konfliktscheuen Mann zusammen?
Da hast du dein Leben lang "Spaß" mit. Dafür wären mir meine Nerven zu schade.

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 11:36 Uhr

Weil er auch gute Seiten hat und ich sicher bin, dass auch ich nicht perfekt bin.

Als Mimose würde ich ihn nicht bezeichnen - konfliktscheu trifft es da schon eher.

Beitrag von gh1954 01.05.11 - 11:58 Uhr

"Auch gute Seiten" würde mir nicht reichen. Solange alles im grünen Bereich verläuft, ist Sonnenschein, aber sobald es Konflikte gibt jedesmal so ein Theater? Nein danke.
Der muss erst mal erwachsen werden.

Beitrag von *pause* 01.05.11 - 12:37 Uhr

Du hast also nur gute Seiten?
Dein Partner darf keine schweren Zeiten durchmachen?
Und das war auch schon so als du noch jung warst?
Kann man nicht versuchen aneinander und miteinander zu wachsen?

Ich möchte uns einfach eine Chance geben. Zur Liebe gehört auch schwere Zeiten zu erleben. Es ist nicht immer alles einfach und schön. Und nur weil es jetzt eine Zeit lang nicht so einfach ist gleich aufgeben?!
Das ist nicht meine Vorstellung von Freundschaft, Partnerschaft und Liebe.

Beitrag von aquene 01.05.11 - 11:23 Uhr

Hmmm ok, das hört sich schon Alles etwas anders an.
Und ehrlich gesagt, hört sich das für mich jetzt schon eher nach Desinteresse seinerseits an.

Und wenn du nach einer Nacht, in der er ohne was zu sagen einfach weg bleibt, in so sachlich danach fragst....dann muss ich dir schon Recht geben. Mit so einer Antwort wäre ich auch sauer.

Bei mir ist es so.....ich versuche natürlich erstmal zu vermeiden, dass mein Partner/in sauer auf mich wird.
Natürlich verbringe ich aber mein Leben nicht damit, nur hin und her zu tänzeln und jedem Fehltritt aus dem Weg zu gehen.
Somit....wenn es soweit kommt, dann kann ich eben z.b. mit lauten Auseinandersetzungen überhaupt nichts anfangen.
Wenn mir Jemand, den ich sehr schätze, vielleicht sogar liebe, sagt "ich bin gerade stinksauer auf dich..." und das auch mal lauter, klar, das tut erstmal weh....aber sowas muss einfach manchmal raus.

Aber....dann möchte ich eben dafür eine Erklärung warum das so ist, wie es dem Anderen dabei geht, was er darüber denkt usw. , und das dann Alles möglichst ruhig.
Ich kann mit Kritik (maße ich mir jetzt mal an zu sagen) umgehen, aber eben nur, wenn ich merke dass der Respekt vor mir trotzdem da ist.

Es ist schwer zu beschreiben, aber solange ich von meinem Gegenüber die Sicherheit bekomme, dass das nichts mit mir als Mensch ansich zu tun hat, ist das alles kein Problem.

Ehrlich gesagt, ich kann mich nicht erinnern, dass ich in einer Partnerschaft, in der ich mein Gegenüber wirklich geliebt habe (gab es erst zweimal) , mal sauer auf den Anderen war.
Es gab z.b. mal ein Gefühl der Enttäuschung, aber das habe ich dann etwas später...ich sage mal liebevoll....zum Ausdruck gebracht.

hm..keine Ahnung ob du damit was anfangen kannst, aber es war ein Versuch wert.

LG

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 11:50 Uhr

Vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast - das hilft mir auch schon weiter ihn zumindest ein Stück weit zu verstehen.

Ich weiß ja, dass ich mit meiner temperamentvollen Art bei ihm gegen Mauern renne, darum versuche ich mich zu entspannen und ihm ruhig zu sagen, dass er Mist gebaut hat. Verstehe ich ja auch, dass er damit vielleicht nicht umgehen kann und mir würde es auch nicht sonderlich gefallen, könnte damit aber umgehen.

Vor allem kann ich besser damit umgehen wenn jemand sauer auf mich ist, Tacheles mit mir redet und dabei vielleicht auch im Eifer des Gefechts lauter wird als das was er macht - schweigen. Das empfinde ich als ungleich schmerzhafter als einen Wutausbruch.

Ich glaube mein Partner versucht nicht zu vermeiden, dass ich sauer auf ihn bin. Er macht mehr oder weniger was er will und wundert sich dann meistens hinterher noch. Wie z.b. das nicht nach Hause kommen.
Würde ich das machen, würde er durchdrehen, er würde sich ohne Ende Sorgen machen und mir eine Standpauke vom Feinsten halten. Zurecht wie ich finde. Aber diese Regeln gelten immer nur in eine Richtung - wenn er das macht ist es ok.

Womit du ganz sicher Recht hast ist, dass Respekt eine ganz wichtige Sache ist. Und wenn ich so darüber nachdenke hapert es da bei mir schon dann und wann - aber meistens dann, wenn ich mich selbst nicht respektiert fühle - ein Teufelskreis. ;-)

Du warst nie sauer?! Für mich gehört das zum Leben irgendwie dazu und lässt sich nicht vermeiden. Jeder macht mal was, was den anderen ärgert und manche Dinge passieren auch einfach. Aber die kann man dann normalerweise klären. Ich finde es auch nicht schlimm mal sauer zu sein bzw. kann es auch gut akzeptieren, wenn mein Partner sauer ist.

Beitrag von aquene 01.05.11 - 12:57 Uhr

also dass es den Partner noch mehr aufbringt....dieses Schweigen....das kenne ich auch! Also nicht von mir, sondern von meinem Gegenüber.

Naja, ich denke es kommt schon darauf an woher das Schweigen kommt.
Wenn es wirklich nur Bequemlichkeit und Desinteresse ist, dann würde ich echt sagen, das hat keinen Sinn.

Bei mir entstehen da sozusagen Blockaden.
Es gibt bei mir immer wieder Momente, in denen ich einfach nichts mehr sagen kann...bzw. in denen ich dann auch nichts mehr im Kopf habe. Mehr als ein "ich weiss es nicht" geht dann tatsächlich für den Moment nicht mehr.

aber dabei belasse ich es normalerweise dann nicht.
Ich möchte mich ja schliesslich auch erklären, ich möchte ja mit meinem Partner sprechen. Und somit versuche ich dann andere Wege zu finden, oder meinem Gegenüber klar zu machen dass ich kurz Zeit brauche, oder was auch immer.
Wenn ich dann in so einem Moment, einen Partner habe, der aufgrund meiner Blockade noch aufgebrachter wird, dann geht eigentlich gar nichts mehr. Dann kommt bei mir die Angst es nicht zu schaffen immer mehr.

Deswegen brauche ich dann in so einem Fall die andere Richtung.
Die Gewissheit, dass ich Zeit bekomme! Dass ich trotzdem etwas wert bin.
Ich wurde auch schonmal durch die Angst mein Gegenüber für den Moment zu verlieren dazu gebracht , sozusagen über diese Blockade zu gehen....
aber das war wirklich sehr hart für mich und sowas darf auch nicht zur Regel werden.

Ich bin im Allgemeinen eine eher schüchterne, zurückhaltende Person, ich habe ein recht angekratztes Selbstbewusstsein und ich denke daher kommt das auch Alles.

Ob das bei deinem Freund der Fall ist kann ich nicht beurteilen.

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 13:08 Uhr

Das kann ich alles gut nachvollziehen und erkenne meinen Freund da auch teilweise drin wieder.

Nur leider mit dem Unterschied, dass er nicht das Bedürfnis hat, das hinterher noch mal zu klären. Er zieht sich zurück und wartet, dass alles wieder gut wird. Er macht sich auch danach nicht die Mühe noch mal zu sagen, was los war und was seine Meinung zu allem war...

Beitrag von bruchetta 01.05.11 - 10:25 Uhr

Aus eigener jahrelanger Erfahrung mit einem ähnlichen Mann kann ich Dir sagen, dass weder eine Auszeit noch die permanente Aufdrängung von Gesprächen etwas bringen wird.

Wo ist denn das Problem, weshalb streitet Ihr?

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 10:51 Uhr

Du machst mir Mut - weder reden noch nicht reden hilft?
Und dann?!?

Wir streiten weil er nach stressigen Tagen einfach nicht nach Hause kommt oder wenn wir streiten abhaut und bei seinen Eltern schläft (wir sind Mitte 20 und er hat bis vor ein paar Monaten noch bei ihnen gewohnt). Das finde ich grundsätzlich schon nicht richtig, aber leider hält er es auch nicht für nötig mich darüber zu informieren, dass er nicht nach Hause kommt.

Er macht sich mit seinem Job (er ist selbstständig) viel zu viel Stress - er arbeitet seit Wochen 14 Stunden am Tag und anstatt abends dann früh zu schlafen legt er sich vor den TV und schläft dann da irgendwann ein. Ist dann am nächsten Tag total gerädert und das Spiel geht von vorne los.
Ich kann mir dann immer anhören, dass ihm alles zu viel wird, es ihm nicht gut geht und er sich schlecht fühlt, aber er ändert auch nichts.

Und auch sonst habe ich seit ein paar Monaten das Gefühl, dass es nur noch um ihn geht. Für mich interessiert er sich gar nicht mehr. Ich kann ihn jeden Tag wieder aufbauen, ihn motivieren und mir den Kopf zerbrechen wie er sich aus seiner Lage befreien kann. Bekomme aber meistens nicht mal ein "Und wie geht es dir?" und wenn doch, dann interessiert ihn die Antwort nicht...

Es sind viele Dinge... aber Zusammenfassend würde ich sagen sind die Hauptprobleme, dass er a) seine Probleme nie löst sondern nur jammert, b) ich das Gefühl habe zu kurz zu kommen, c) er sich noch nicht von seinen Eltern gelöst hat und d) er eigentlich lieber wieder "allein" leben würde (eben bei seinen Eltern, die alles für ihn machen von waschen bis einkaufen, da muss er nur da sein, er Rest macht sich allein), nur er und sein Job. Auch wenn er weiß, dass das allein ihn nicht glücklich macht.
Aber ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich ihn grade sonderlich glücklich mache... :-(

Beitrag von bruchetta 01.05.11 - 12:03 Uhr

Ich würde ihm das Zepter überlassen.

Es macht wenig Sinn, ihn anzurufen, ihm zu schreiben und versuchen, Dinge zu erzwingen, die sich nicht erzwingen lassen.
Das einzige, was Du damit erreichst, dass er sich noch mehr verschließt und zurück zieht.

Leb Dein Leben und warte ab, inwiefern er auf Dich zukommt.
Agiere nicht mehr, sonder reagiere.

Mein Mann neigt auch dazu, wegzufahren, um kurz was zu besorgen und dann stundenlang weg zu bleiben, ohne sich zu melden.

Irgendwann ist es mir beruflich mal passiert, dass ich zum Kunden gefahren bin, Handyakku leer, Gespräch hat sehr lange gedauert, dann bin ich noch zur Tanke.... war also insgesamt lange weg und nicht erreichbar.
Zwischenzeitlich hat mein Mann die Polizei angerufen!

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 12:16 Uhr

Diese passive Art liegt mir leider gar nicht. #schwitz

Für mich ist es die Hölle hier zu sitzen und nicht zu wissen, was Sache ist...
Aber stimmt schon, zwingen kann ich ihn nicht. Leider. ;-)

Beitrag von bensu1 01.05.11 - 12:09 Uhr

hallo,

ich klinke mich hier ein.

du schreibst, dass dein freund 14 stunden täglich arbeitet und anschließend vor dem tv einpennt.

mein mann macht das auch, ist auch selbständig und braucht dann einfach ruhe. die gönne ich ihm auch - mittlerweile.

stell dich ein bisschen zurück, niemand braucht einen fordernden partner an der seite, wenn er komplett ausgelaugt ist.
dass er nicht reden will, ist klar. dass alles zerpflückt wird, dafür hat er keine kraft, und so zieht er sich zurück.

du bist relativ jung, und mir ist klar, dass man seine reibungsflächen ein bisschen abnutzen muss, bis die beziehung ausgeglichener wird.

die idee mit dem brief finde ich gut. kotz dich ruhig aus, aber erwarte nicht, dass dein freund jede schuld an den streitereien auf sich nimmt.

mein vorschlag: einen paarabend pro woche fixieren, an dem ihr euch aufeinander konzentriert - ohne vorwürfe, ohne streitigkeiten.

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 12:27 Uhr

Hm, ganz so ist es nicht.
Ich gönne ihm seine Ruhe! Ganz ehrlich!
Ich verstehe, dass er nach einem langen Tag keine Lust mehr hat auf große Diskussionen oder Unternehmungen.
Was mich an den TV-Orgien stört ist, dass er keine 10 Minuten guckt und dann einschläft anstatt gleich ins Bett zu gehen.
Ich kann dir das nicht erklären - es nervt mich einfach ungemein!
Warum kann er nicht einfach feststellen, dass er müde ist, mir gute Nacht sagen und dann ins Bett gehen und schlafen?

Als fordernd sehe ich mich eigentlich nicht.
Ich habe ja nicht die Erwartung, dass abends noch die Post abgeht. Aber mich wenigstens ab und an mal in den Arm nehmen muss doch schon drin sein, oder? Immerhin ist es eine Partnerschaft - ich bin ja nicht seine Haushälterin.

Und dass er alle Schuld auf sich nimmt erwarte ich auch nicht.
Aber da er nie Kritik äußert außer im Streit als Waffe um mich zu verletzen und dann auf die Art "Du bist aber auch doof" habe ich kaum eine Chance etwas zu ändern oder besser zu machen...

Beitrag von bensu1 01.05.11 - 12:52 Uhr


<<Warum kann er nicht einfach feststellen, dass er müde ist, mir gute Nacht sagen und dann ins Bett gehen und schlafen?>>

tröste dich, mein mann schafft das mit 43 jahren auch nicht. wenn er einschläft, trete ich das wohnzimmer ab und gehe selbst mit einem guten buch schlafen. ;-)

ich kann dich schon gut verstehen. als mein mann selbständig wurde, habe ich mich des öfteren gefragt "wo bleibe ich?". noch dazu bin ich ihm zuliebe 400 km von meiner familie entfernt gezogen.

das maß seines arbeitspensums muss dein freund allerdings selbst finden. gerade am anfang ist ein wust von aufgaben zu erledigen.

das richtige einteilen (1. was ist dringend und wichtig, 2. was ist wichtig, 3. was ist wichtig und nicht dringend, 4. was ist unwichtig) ist eine herausforderung, ohne dass man selbst auf der strecke bleibt. vom einteilen von urlaubstagen ganz zu schweigen.

lg #winke
karin

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 13:03 Uhr

Mir geht es dabei nicht darum, dass ich das Wohnzimmer abtreten muss... ;-)
Eigentlich meine ich es ja nur gut mit ihm. Er schläft da halt einfach nicht gut.

Er ist schon seit 6 Jahren selbstständig und hat das richtige Maß noch nicht gefunden. Aber da er Transporteur (grob gesagt) ist finde ich es durchaus gefährlich übermüdet zu arbeiten. Bei der Büroarbeit unterstütze ich ihn wo ich kann, aber wenn er nachmittags müde wird weil er nachts nicht gut schläft ist das nicht so ganz ohne.

Soll ich ihn einfach machen lassen, auch wenn es ihm ganz offensichtlich nicht gut tut und er selbst auch drunter leidet?

Beitrag von bensu1 01.05.11 - 15:49 Uhr

ja, ich würde ihn machen lassen, auch wenn er selbst darunter leidet - so herzlos das klingt.

mein mann hat mir erklärt, dass wenn er im halbschlaf von der couch aufsteht und zu bett geht, liegt er dann lange wach. also muss er den schlafkoller im wohnzimmer ausnutzen....

deiner scheint ebenfalls von dieser sorte zu sein. #kratz

lg
karin

Beitrag von *Pause* 01.05.11 - 18:23 Uhr

Nein, meiner ist tatsächlich einfach nur zu faul aufzustehen, man mag es kaum glauben... #cool

Na schön, also höre ich auf ihn zu bemuttern. ;-)

Beitrag von bensu1 01.05.11 - 18:52 Uhr

;-)

Beitrag von annie84 01.05.11 - 12:16 Uhr

Hallo *Pause*,

das mit der Funkstille deinerseits war nicht verkehrt! Das lass dir mal gesagt sein! Wie du selbst schreibst, ist er grad arg mit sich und seinem Leben beschäftigt. Denn das hat ja nur durch euer Zusammensein nicht aufgehört.
Ich hatte das bis vor einem Monat auch. Beruflich war einiges im Argen. Ich musste mich entscheiden, bleibe ich in meinem alten Job oder wage ich etwas neues. Das hat alles viel Zeit in Anspruch genommen, auch ich war in dieser Zeit eigentlich nur mit mir beschäftigt. Ich nahm zwar noch am Leben teil, aber wirklich nur das Nötigste. Ich hätte mir (im Nachhinein) gewünscht, dass mein Mann mich auch mal so darauf hinweist. Mein Mann war jedoch ( und dafür bin ich dankbar) verständnisvoll.
Dein Freund kann im Moment nicht aus seiner Haut! Noch dazu ist er selbstständig, er kann also die Verantwortung nicht abgeben. Und mit Sicherheit hat er einfach noch nicht das richtige Maß für sich gefunden. Das kann auch dauern. Das kennt doch jeder von uns.
Was er ändern müsste, ist dir Bescheid zu geben, wenn er es nicht zu dir schafft. Da hast du recht.
Du schreibst, ihr seid Mitte 20. Auch hier ist man noch lange nicht fertig. Die Flucht zu seinen Eltern zeigt dies doch deutlich.

Das Problem in den meisten Partnerschaften/Ehen ist doch, dass man der Meinung ist. Nun geht alles nur noch zusammen. So soll es auch sein, sonst funktioniert es ja nicht. Aber das eigene Leben bleibt trotzdem bestehen. Es verschwindet nicht einfach mit einer Partnerschaft/Ehe. Ob es nun Freunde, der Beruf oder Hobbies sind.
Ich war auch mal so, wir sind zusammen, also geht jetzt auch alles zusammen. Bei bestimmten Dingen gilt dies auch nach wie vor. Urlaub z. B., der wird nicht allein gemacht. Aber mal einen Abend mit Freunden verbringen ohne den Partner, natürlich. Oder eben mal allein zu den Eltern (obwohl ich der Meinung bin, dass manche Partner hier gar nicht bös sind ;-)).
Aber gut, ich schweife ab. Was ich dir sagen möchte ist, er ist tatsächlich momentan so mit seinem Leben beschäftigt, dass er im Moment nicht bemerkt, wie schlecht es dir damit eigentlich geht. Die Rechnung dafür bekommt er, glaub mir. Hab ich auch bekommen!

Liebe Grüße und Kopf hoch! Und nein, ruf ihn die Woche nicht an!!!

annie

  • 1
  • 2