Die 14 Stündige Geburt meiner Tochter 11.02.2011

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Beitrag von saku 01.05.11 - 21:28 Uhr

So nun komm ich endlich auch dazu die Geburt meine kleinen Tochter zu erzählen. Ich versuch mich kurz und bündig zu halten.

Am Abend des 10.02.2011 gingen mein Mann und ich um 00:00 Uhr ins Bett.
Bevor ich ins Bett ging nahm ich die 2 kleinen Fläschen Rizinusöl die ich von meiner Hebamme bekommen habe.
Oh Gott selbst wenn ich jetzt nur dran denke wird mir schlecht.:-[
Wir hatten gehofft es wurde helfen die Wehen anzuregen schließlich war ich schon 2 Tage drüber und der Urlaub meines Mannes neigte sich auch immer mehr dem Schluss.
Nun ja im Bett gingen wir noch Ehelichepflichten nach, da man ja liest das solle auch helfen.:-p;-)
Um halb 2 ging ich dann auf die Toilette und sah Blut am Klopapier.
Ich machte mir sofort sorgen ob irgendwas passiert ist.
Nachdem ich nach meinem Mann gerufen habe merkte ich auch gleich schmerzen im Rücken.
Sofort wurden meine Ängste noch mehr.
Die Schmerzen waren einige Sekunden und dann verging es wieder.Ich war mir nicht wirklich sicher ob es wirklich wehen sind da sie gleich alle 2 Min kamen und der Abstand immer kürzer wurde.
Ich dachte nur so wurde das aber im Kurs nicht erklärt.Meinten sie nicht das fängt
Mein Mann hatte in der Zeit schon mal meine Mutter angerufen das sie sich doch bitte auf den Weg machen solle.

Mittlerweile war ich im Wohnzimmer kniende vor dem Sofa angekommen und veratmete die Wehen die mittlerweile jede Minute kamen.
Um 2 Uhr war dann meine Mutter endlich da.


Ich war so froh das ich den Geburtsvorbereitungkurs gemacht hatte so wusste ich wie ich am besten mit den Wehen umgehen sollte.

Um halb 3 waren wir dann endlich im Krankenhaus angekommen.
Da hatte ich schon solche Schmerzen das mein Mutter erst mal einen Rollstuhl geholt hat da ich sonst nie im Kreißsaal angekommen wäre.#schwitz
Mir fiel es schon schwer die Wehen weiter hin zu veratmen.

Endlich im Kreißsaal angekommen. Wurde ich erst mal Untersucht.
Ran ans CTG
Cervix war vollkommen verstrichen
Muttermund 3 cm geöffnet.
Die Hebamme machte mir Hoffnung das es schnell gehen würde.
Sie meinte das wäre ein Super Befund.
Als ich jedoch sah das das CTG gar nicht richtig ausgeschlagen hat war ich erst mal am Zweifeln.
Ich fragte die Hebamme erst mal ob das den auch wirklich Wehen sind
(und da sagen immer alle wenn es richtige Wehen sind merkt man es...hmm ich war trotz der schmerzen immer noch nicht sicher).
Sie musste etwas Schmunzeln und sagte ja mein Bauch wird nur nicht richtig hart deswegen schlug das CTG nicht so stark aus.

Von da an gingen die Schmerzen erst richtig los.
Ich bekam eine Spritze in den Po. Sie sollte mir die Schmerzen etwas nehmen. Jedoch fühlte ich mich eher als ob ich zu viel getrunken hatte.Ich konnte kaum laufen weil meine Beine so wacklig waren.

Bis halb 6 Uhr habe ich es versucht auszuhalten.Bis ich nur noch nach der PDA schrie.Ich konnte einfach nicht mehr.
Es fühlte sich so an als ob mein Körper in 2 Teile gerissen wird.
Mein Mann war noch immer Tapfer bei mir. Draußen warteten Mittlerweile nicht nur meine Mama sondern auch meine Schwester die extra gekommen ist.

Die Hebamme untersuchte mich vorher nochmal.
Es hatte sich noch immer nicht viel getan Muttermund war mal gerade 4 cm geöffnet und die kleine hatte sich in der Symphyse verhangen.
Dadurch sind wohl die Wehen so extrem stark geworden.
Als endlich der Anästhesist kam.
Er sagte mir was ich zu tun habe während er die PDA legt. Mein Mann musste in der Zeit raus gehen.Es viel mir echt schwer ihn gehen zu lassen er sollte doch bei mir bleiben.

Von dem Stich der PDA merkte ich rein gar nichts.
Ich war so Glücklich als sie endlich lag.Das erste was ich gemacht habe war erst mal etwas schlafen und auch mein Mann war gestützt an meinem Bett angelegt und hatte ebenfalls die Augen zu gemacht. Mittlerweile waren wir schon über 20 Stunden wach.

Um 6 Uhr war Schichtwechsel.
Neue Hebamme,neues Glück dachte ich.
Um 9 Uhr wurde ich wieder wach.
Also wieder neu Untersucht... und noch immer hatt sich nicht viel getan Muttermund bei ca. 6-7 cm geöffnet.

Die Fruchtblase war noch immer nicht geplatzt als wurde sie gesprengt.
Ich sollte mich mal hinsetzten damit ich den Druck vergrößere auf die kleine und sie besser in Becken rutschen kann (obwohl meine Hebamme meinte sie sitzt fest drin).

Nach einer Weile spürte ich plötzlich auf der rechten Körperseite wieder leichten Schmerz. Ich dacht erst das es vielleicht normal sei.
Doch um 11 Uhr waren die Schmerzen schon wieder so stark das ich nur am schreien war.
Ich flehte meinen Mann an doch mal zu fragen ob es normal sei das ich trotz PDA wieder was spüre.

Mein Mann ging raus (Ich muss sagen die zweite Hebamme habe ich kaum gesehen die saß draußen mit den anderen und hat sich unterhalten und Kaffee getrunken) und sagte bescheid. Sie meinte sie komme gleich und schaut mal nach.
Mein Blick zog sich auf die fast leere Spritze und ich betete das jemand kommt und nach mir sieht bevor die Spritze leer ist.
30 min. vergingen als endlich die Hebamme kam um nach mir zu sehen (man konnte mich eig auch nicht überhören, super war auch das die immer die Tür zum Zimmer aufgelassen hat:-[ so das mich alle hören konnten. Das machte natürlich auch meine Mutter und meiner Schwester zu schaffen die noch immer im Wartebereich tapfer warteten).

Die Hebamme untersuchte mich erst mal wieder. Die war schon leicht gereizt weil es einfach nicht weiter ging
Ich dachte immer nur was kann ich denn dafür.:-[
Sie meinte sie sagt jemanden bescheid wegen der PDA.
Und schwupps war sie wieder weg #augen

Leider war der 11.02.2011 ein Tag wo KS nach Termin waren und alle Anästhesisten waren im OP.
So das sie es nicht geschafft haben noch rechtzeitig zu kommen. Doch so bekam ich gleich eine neue.

Die Ärztin die sich meine PDA angeschaut hat meinte das die Nadel zu hoch gesetzt wurde und sie verrutscht sei deswegen wirkt sie einseitig nicht mehr.
Sie richtete die PDA wieder und schraubte die Dosis noch mal hoch.
Da kam gerade die Hebamme wieder rein und war deswegen sauer sie meinte es müsse auch langsam mal los gehen.

Jetzt bekam ich noch einen Wehentropf.Damit es nicht zu einem Geburtstop kommt.

Um 14 Uhr war wieder Schichtwechsel.
Langsam wurde ich immer trauriger das meine Maus irgendwie nicht raus kommen mag. Neben mir war genau der OP-Saal und jedes mal neben meinem Zimmer ein Baby schreien zu hören macht einen echt traurig wenn es bei einem selbst nicht weiter geht.

Ich schlief nochmals bis 15 Uhr.
Als ich wach wurde fragte ich erst mal meine Mutter ob sie mir ein Eis kaufen könnte. Ich hatte so ein kratzigen Hals vom schreien ich brauchte einfach was kaltes.Als sie jedoch mit dem Eis ankam wollte der Arzt und die neue Hebamme schauen wie weit wir sind.
Er Untersuchte mich und erschrak.
Er meinte er fühle das Köpfchen schon. Seine Finger waren mal gerade so 4 cm drin.
Der Wehentropf wurde erhöht.
Ich muss ja bei den Presswehen mithelfen können wurde mir gesagt.

Und dann ging es los.
Mir kam es noch immer vor wie eine halbe Ewigkeit.
1 1/2 Stunden hatte ich noch immer gebraucht bis meine Maus endlich auf die Welt kam.

Mir wurde die kleine auf den Bauch gelegt und der frisch gebackene Papa durfte die Nabelschnur durchtrennen.

Lynn Amelie erblickte also nach 14 Stunden das Licht der Welt.
Sie wog 3160 gramm und war 50 cm "groß".

Später kamen dann meine Mutter, mein Vater (der sofort nach Arbeit ins Krankenhaus kam) und meine Schwester rein zum Gratulieren.
Ich bin so stolz auf meinen Mann und meine Familie.
Sie haben es so lange ausgehalten nur um bei mir zu sein.
#verliebt

Mittlerweile ist es 11 Wochen her....und es ist alles vergessen der ganze Schmerz.
Ich liebe mein kleines Wunder über alles.

LG Saku#winke





Beitrag von ilva08 01.05.11 - 22:17 Uhr

Hallo Saku,

#herzlich lichen Glückwunsch! Danke für deinen Bericht und ich wünsche dir eine tolle Zeit mit deinem Krümel!

LG

Beitrag von saku 01.05.11 - 23:25 Uhr

Vielen Dank ilva
Wir haben uns schon super eingelebt mit der kleinen Maus.

Kinder sind so was Wunderbares.#verliebt