Ein Kind lactoseintollerant, zwei nicht

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von magnetomino 01.05.11 - 22:29 Uhr

Hallo zusammen!

Seit etwa 2 Wochen wissen wir, dass unsere Älteste (7 Jahre) keinen Milchzucker verträgt. Sie hat noch zwei Geschwister: 4 Jahre und 2 Jahre alt.
Wenn ich milchzuckerfreie/soja Puddings für sie kaufe, dann wollen die zwei kleinen die auch haben. Kaufe ich milchzuckerhaltige Joghurts für die kleinen, findet die große es voll unfair...
Nun meine Frage: Wie könnte ich das in der Praxis handhaben: Nur noch Lactosefrei Sachen für alle? Ist auf Dauer einfach teuer....
Wie macht ihr das?

Danke für eure Tipps,
Gudrun

Beitrag von xyz74 01.05.11 - 22:40 Uhr

Meine Kids sind zum Glück gesund aber bei einer Freundin ist es so wie bei euch.
Der Älteste (5) hat LI.
Sie hat ihm erklärt was das genau bedeutet und da er ja schon einiges versteht, weiß er auch, wie sich die LI bei ihm äußert.
Er weiß somit genau WARUM er "normale" Milchprodukte nicht essen darf und dass das nichts mit fair oder unfair zu tun hat wenn die Jüngeren anderes essen als er.
Inzwischen lehnt er sogar von sich aus Milchprodukte ab, wenn er weiß das es keine LI-Produkte sind.

Beitrag von gh1954 01.05.11 - 22:53 Uhr

Die Große bekommt die Joghurts, die sie verträgt und die Kleinen müssen sich daran gewöhnen.
Wäre ja albern, jetzt die ganze Familie mit den teureren lactosefreien Produkten zu versorgen.

Beitrag von kati543 01.05.11 - 22:54 Uhr

Meine Freundin kauft nur Minus-L-Produkte. Alles andere wäre auch zu gefährlich und zu schwierig. Es gibt nur noch Minus-L-Milch, Minus-L-Käse,... Ansonsten würde ich denken, die Große ist alt genug, um zu verstehen, dass sie krank ist. Es gibt weiß Gott jüngere Kinder, die dass schon verstehen und akzeptieren müssen und die im Kiga-Alter schon eine Disziplin haben, denen Erwachsenen noch fehlt. Also: setz dich mit ihr hin und erkläre ihr ihre Krankheit. Und erkläre auch den kleinen Geschwistern die Krankheit der Großen - natürlich die "Light Version". Dann gibt es eben unterschiedliche Produkte für alle.

Nur mal als Tipp gegen die hohen zusätzlichen Kosten - beantrage einen Schwerbehindertenausweis für deine Tochter. Dann kannst du steuerlich einiges mehr absetzen.

Beitrag von sassi31 02.05.11 - 13:34 Uhr

***beantrage einen Schwerbehindertenausweis für deine Tochter. ***

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist aber keine Behinderung (nicht mal eine Krankheit). Es wäre mir neu, dass man damit einen Schwerbehindertenausweis erhält.

Beitrag von kati543 02.05.11 - 15:02 Uhr

Man lernt nie aus, odeR?

Beitrag von sassi31 03.05.11 - 02:18 Uhr

Hast du einen Schwerbehindertenausweis wegen Laktoseintoleranz?

Beitrag von anarchie 01.05.11 - 23:22 Uhr

huhu!

meine Kinder vertragen zum Glück alles.

ich persönlich würde für die Große die -L-Sachen kaufen und ihr eben erklären, wrum und erwartenm das ssie das versteht mit 7 Jahren.
Die Kleinen müssen da eben durch, zumindest der 4jährige kann ja durchaus versthen, dass sie krank wird vom normalen Pudding und der -L eben nix für ihn ist.

lg

melanie mit 4 kids

Beitrag von soschiko 02.05.11 - 09:50 Uhr

Hallo Gudrun, guten Morgen,

Wie stark ist die LI? Verträgt sie überhaupt keinen Milchzucker? Falls sie ein bisschen was verträgt, könntet ihr Euch eventuell darauf einigen, dass sie etwas davon essen darf, aber eben nur so viel, dass sich die Symptome nicht äußern.

Einige vertragen z. B. Joghurt, wenn zusätzlich etwas normaler Zucker untergerührt wird. Ich z. B. vertrage den überhaupt nicht.
Ich kann beispielsweise aber Quark essen, aber nicht in Unmengen.

Bei mir habe ich z. B. festgestellt, dass ich gewisse Mengen vertrage, dieses "Level" versuche ich dann auch zu halten. Schon damit ich keine so große Bauchschmerzen bekomme, wenn ich doch mal Milchzucker abbekomme.

Dass in vielen Produkten Milchzucker versteckt ist, wisst ihr, oder?

Falls Du Fragen hast, kannst Dich gerne mit PN an mich wenden. Hab noch ein paar Infos hier gesammelt, wenn ich selber es auch mittlerweile lockerer handhaben kann.

Infos findest Du aber auch hier:
http://www.libase.de/wbb/?sid=v37qc7slt6nidevbf56r1t6k03

Ach so, ich kaufe übrigens keine LI-freien Produkte. Aber wenn ich das machen müsste, gäbe es nur für den betroffenen eine "Extra-Wurst". Alles andere ist zu teuer.

Viele Grüße

Sonja

Beitrag von sassi31 02.05.11 - 13:36 Uhr

Hallo,

ich bin auch laktoseintolerant.

Mein Tipp ist, das Kind grundsätzlich laktosefrei zu ernähren. Und auch keine Ausnahmen zu machen. Umso einfacher gewöhnt sie sich an die geänderte Ernährung.

Außerdem kann sich die Toleranzgrenze für Laktose verschieben. Da können dann auch kleine Mengen, die man einige Zeit problemlos vertragen hat, plötzlich Beschwerden verursachen.

Gruß
Sassi

Beitrag von marion2 02.05.11 - 15:32 Uhr

"Da können dann auch kleine Mengen, die man einige Zeit problemlos vertragen hat, plötzlich Beschwerden verursachen. "

Ja zwangsläufig, weil du durch die verminderte Laktosezufuhr weniger Laktase produzierst.

Gruß Marion

Beitrag von sassi31 03.05.11 - 02:31 Uhr

Ich weiß bereits seit 16 Jahren von meiner Laktoseintoleranz und musste mich zwangsläufig mit dem Thema auseinander setzen.

Gruß
Sassi

Beitrag von soschiko 03.05.11 - 07:48 Uhr

Hallo Sassi,

ich hab auch seit einigen Jahren Laktoseintoleranz und dass sich die Grenzen verschieben können weiß ich auch.
Trotzdem bin ich weiterhin der Meinung, dass es besser ist, kleine verträgliche Mengen an Milchzucker zu sich zu nehmen um einem "super-Gau" vorzubeugen.

Sicher ist es am Anfang aber besser den Körper erst mal davon zu befreien, um dann langsam wieder damit anzufangen, um die persönlich verträgliche Menge festzustellen.

Wie wird der Darm geschädigt? Soweit mir bekannt ist, wird der Darm nicht geschädigt, sondern der unverdaute Milchzucker wird mit einem erhöhten Wasseranteil ausgeschieden (Durchfall). Die Darmschädigung entsteht bei Zöliakie - und da ist ein Fernbleiben von den glutenhaltigen Lebensmitteln unbedingt erforderlich.
Außer Bauchweh und Durchfall kann im schlimmsten Fall nicht viel passieren, oder?
Aber ich lasse mich gerne auch eines besseren belehren, hast Du mir dazu einen Link? #winke

Gruß Sonja

Beitrag von sassi31 03.05.11 - 19:00 Uhr

Huhu Sonja,

bei mir äußert sich der Laktosegenuß mit Durchfall und Blähungen. Der Arzt hat mir erklärt, dass häufiger Durchfall die Darmflora schädigt und somit der Darm arg in Mitleidenschaft gezogen wird. So können zum Beispiel Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr richtig aufgenommen werden usw.. Daher ist es ratsam, Milchzucker komplett weg zu lassen. Also das ist die Aussage meines Hausarztes. Hab im Internet noch nicht geschaut, ob dazu etwas nachzulesen ist. Evtl. steht etwas auf Libase zu diesem Thema.

Ich hab übrigens am Anfang auch noch ein wenig Milchzucker vertragen. Aber inzwischen geht es nur ganz ohne. Nicht einmal Minus-L Produkte kann ich vertragen. Jede kleine Nachlässigkeit wird mit Durchfall und Darmproblemen bestraft. Weitere NMUs habe ich nicht und auch Zöliakie wurde ausgeschlossen.

LG
Sassi

Beitrag von soschiko 04.05.11 - 07:40 Uhr

Hallo Sassi, guten Morgen,

Du hast also die gleichen Symptome wie ich, wenn ich zuviel hab. Anfangs kamen bei mir noch Erbrechen, Kreislaufprobleme, Depressionen, Kopfweh, usw. dazu.

Hhm, ok, dann ist die Schädigung so, wie ich das kenne, bzw. mein Internist mir das erklärte.
Das Problem ist nicht direkt der Milchzucker, sondern der Durchfall. Da wird der Darm in Mitleidenschaft gezogen. Aber er riet mir damals dazu, die erste Zeit, bis der Duchfall abgeklungen ist und auch die anderen Symptome weg waren, zu verzichten. Dann sollte ich langsam wieder anfangen den Körper an den Milchzucker zu gewöhnen, um ungefähr meine persönliche Milchzuckergrenze festzustellen und auch den Körper dazu zu zwingen weiterhin Laktase herzustellen, wenigstens die ihm mögliche Menge.

Das ist bei der Zöliakie anders, da wird der Darm direkt durch das Gluten geschädigt. Deswegen heißt es da kompletter Verzicht.

Hab da auch mal was darüber im I-net gelesen. Ich muss mal schauen, vielleicht find ich den Link dazu noch.

Tut mir leid, dass Du gar kein Milchzucker mehr verträgst. In dem Fall ist es natürlich besser komplett zu verzichten. Das wird aber auch net einfach sein, oder? Wie machst Du das unterwegs oder wenn Du mal wo eingeladen bist? In der westlichen Welt wird ja sehr viel Milchzucker verwendet. Zum Glück hast Du aber wenigstens keine anderen NMUs.:-)

Liebe Grüße

Sonja

Beitrag von sassi31 05.05.11 - 01:59 Uhr

Hallo Sonja,

ach man gewöhnt sich dran. Wenn man immer selber kocht und auf Fertigprodukte verzichtet, kommt man gut ohne Milchzucker durchs leben. Hin und wieder habe ich natürlich mal Appetit auf Joghurt, Eis und Pudding. Da gibt es dann Sojaprodukte als Ersatz.

Anfangs habe ich es auch so gemacht wie dein Arzt es dir empfohlen hat. Mein Arzt hat auch gemeint, ich müsste meine eigenen Toleranzgrenze rausfinden. Aber damit gabs leider einige sehr böse Überraschungen und so hab ich freiwillig verzichtet. Denn während ich heute "nur" noch Bauchschmerzen und Durchfall habe, hatte ich damals richtig starke Koliken und auch Kreislaufbeschwerden. Mir ging es noch Tage nach der Panne total schlecht.

Zöliakie bzw. Sprue hat der Vater einer Freundin. Ich bin quasi damit groß geworden und kenne diese Erkrankung und ihre Folgen von klein auf. Uns wurde genau erklärt, warum er sich anders ernährt und welche Folgen die Krankheit haben kann. Und natürlich auch, warum wir die teuren Kekse aus dem Reformhaus nicht essen dürfen :-D. Damals gabs ja noch nicht in jedem Supermarkt glutenfreie Produkte.

LG
Sassi

Beitrag von soschiko 05.05.11 - 07:40 Uhr

Hallo Sassi,

ja, beim Selberkochen haben wir nicht so die Probleme. :-) Aber außerhalb.
Selbst bei meiner Familie, die das ja schon lange genug kennen, wird sehr gerne mit Fertigprodukten gekocht. :-[ Aber jetzt tun sie sich schwer damit, da bei meiner Schwester Zöliakie diagnostiziert wurde.

Diese Pannen am Anfang hatte ich auch, war selbst am Überlegen komplett auf Milchprodukte zu Verzichten. Aber das wäre mir zu dem Zeitpunkt schwer gefallen, da ich allein erziehend war und mein Sohn noch sehr klein war.

Momentan hab ich auch wieder etwas Probleme, aber mein Körper ist eh durcheinander. Mal schauen wie sich das weiterentwickelt.

Gruß Sonja

Beitrag von sassi31 05.05.11 - 14:51 Uhr

Hallo,

meine Familie hält sich zum Glück dran oder fragt zumindest vorher, was ich so vertrage. Da meine Schwester inzwischen auch eine Laktoseintoleranz hat, ist das Verständnis bzw. die Akzeptanz größer geworden. Anfangs hat es oft geheißen "Nun stell dich doch nicht so an.". Die haben ja auch gut reden, wenn sie nicht mit den Folgen kämpfen müssen.

Deine Schwester hat es dann ja viel schwerer getroffen. Ich finde es leichter, "nur" auf Milchzucker verzichten zu müssen.

Ich drücke dir die Daumen, dass dein Körper bald nicht mehr so verrückt spielt.

LG
Sassi

Beitrag von soschiko 05.05.11 - 15:38 Uhr

Hallo Sassi,

ja, ich finde auch, dass Zöliakie schlimmer als eine LI ist.

In meine rFamilie ist es halt so, dass nun auf meine Schwester große rücksicht genommen wird. LI ist weiterhin "nur" eine "Stell Dich net so an"-Sache. Aber egal.

Bei mir renkt sich das sicher spätestens ein, wenn ich mit Stillen aufhöre.
Ich achte jetzt halt mal ein paar Tage verstärkt darauf, was ich esse und dann sehe ich weiter.

LG Sonja

Beitrag von sassi31 06.05.11 - 13:28 Uhr

Hallo Sonja,

ich drücke dir die Daumen, dass du es bald wieder im Griff hast.

LG
Sassi

Beitrag von magnetomino 03.05.11 - 13:08 Uhr

Hallo Sonja!

Was ich Dich noch fragen wollte: HAst Du einen bestimmten Grund, weshalb Du keine -L Produkte kaufst?

Lg, Gudrun

Beitrag von soschiko 03.05.11 - 13:53 Uhr

Hallo Gudrun,

komisch, hatte gerade geantwortet, aber der Beitrag scheint weg zu sein.

Ich kaufe die Produkte nicht, da ich jedes Mal nach dem Essen ein komisches Bitzeln im Mund hatte. So als wäre die Zunge betäubt worden oder man hätte im Kuchen zuviel Backpulver gehabt. Und da ist es egal, was davon ich probierte, es war bei allem so. Das ist für mich der Hauptgrund.

Außerdem finde ich, schmeckt die Milch nicht nach Milch. ;-)

Viele Grüße

Sonja

Beitrag von karna.dalilah 02.05.11 - 10:26 Uhr

Ganz einfach,
ich habe weitestgehend Milchprodukte ganz vom Speiseplan genommen.
Pudding wurde mit Soja gekocht und gibt für alle den selben.
Anfänglich habe ich Essen getrennt zubereitet, aber auf die Dauer war und ist mir da zu stressig.
Bei Eis gab es Fruchteis, Desserts waren vorwiegend aus Früchten, Kartoffelbrei würde mit Soja oder Gemüsebrühe zubereitet usw.
Bei uns hat die Hälfte der Familie eine LI von daher...

Karna

Beitrag von marion2 02.05.11 - 13:33 Uhr

Hallo,

wer hat das festgestellt und wie?

Lactase gibt es auch in Tablettenform.

Gruß Marion

Beitrag von magnetomino 02.05.11 - 17:08 Uhr

Der Kinderarzt hat es durch einen Athemtest festgestellt.

Lg, Gudrun

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