Einschulungsentscheidung Diagnose Foerderklasse oder Regelschule

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von doremi05 01.05.11 - 22:53 Uhr

Unser Sohn, bis vor zwei Monaten niemandem auffällig geworden, weder im Kiga, noch bei den Us noch bei der Schuluntersuchung, ist im Rahmen der Schul Kiga-Kooperation der Kooperationslehrerin (Grundschule) aufgefallen. Wir haben zugestimmt ihn von einer Foerderlehrerin testen zu lassen (SON R 2,5-7) und sie hält ihn fuer stark entwicklungsverzoegert in allen Bereichen. Das hat uns schon erstaunt, weil wir diese Wahrnehmung nicht hatten und er eben auch im Kiga nie aufgefallen ist. Trotzdem sehe ich, dass ihm manches schwerer faellt als anderen.
Nach dieser Diagnose war klar, wir muessen ihn zusätzlich foerdern, daher hat er inzwischen Ergo bei einer nach meiner Einschaetzung guten Therapeutin, die bei ihm Gleichgewichtsstoerungen und ein unzureichendes Koerpergefuehl sowie den fehlenden Abbau der frühkindlichen Reflexe diagnostiziert hat. Er wird da jetzt auch gut gefördert.
Wir wollten noch eine zweite Meinung vom Kinderarzt bzw.Kinderpsychologen. Und haben einen zweiten Test (K ABC) machen lassen, bei dem die eindeutige Empfehlung war, ihn auf die Regelschule zu schicken. Dieser Test wurde speziell fuer die Schulentscheidung ausgelegt, allerdings nach meiner Einschaetzung schon mehr im kognitiven Bereich (einzelhaftes und ganzheitliches Denken sowie Fertigkeiten).

Diese widersprüchlichen Ergebnisse machen uns die Entscheidung auch nicht einfacher.
Mich interessieren vor allem Antworten von Familien, die eine vergleichbare Entscheidung zu treffen hatten und von Lehrern oder Kinderpsychologen, die etwas zu den stark widersprüchlichen Testergebnissen sagen koennen. Danke im voraus.


Beitrag von manavgat 02.05.11 - 00:54 Uhr

Die Förderschullehrer müssen eine bestimmte Anzahl Kinder an diese Schulen verweisen, das sichert ihre Legitimation und ihren Arbeitsplatz.

Ich würde der behandelnden Ärztin/Ergotherapeutin/dem SPZ eher vertrauen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von juju277 02.05.11 - 10:18 Uhr

Das stimmt nicht, bin selbst FöL....

Die ADD entscheidet, wo das Kind eingeschult wird, der Elternwille spielt dabei die größte Rolle.
Förderschullehrer werden genauso auch in der Integration eingesetzt, also um seine Stelle zu sichern brauche ich kein Kind irgendwo "zwangseinschulen" zu lassen.

Ein Einschulungsgutachten stellt ganz objektiv den Förderbedarf dar, den ein Kind hat, nicht mehr und nicht weniger.

LG juju

Beitrag von delfinchen 02.05.11 - 11:01 Uhr

super, danke für den beitrag - muss ich meine tastatur nicht mehr quälen :-)

lg,
delfinchen

Beitrag von basket 02.05.11 - 12:51 Uhr

Da muss ich mich auch anschließen (bin auch vom Fach!)
Ich habe viele Kinder getestet, die dann mit nötigen Förderempfehlungen an der Grundschule geblieben sind!
Wie schon gesagt, wir werden auch im Gemeinsamen Unterricht eingesetzt, was eine ganz tolle Aufgaben ist.
Mit der Inklusion ist der Weg sowieso offen für die Integration, wovon ich in einigen Fällen nicht so begeistert bin, da die Voraussetzungen einfach nicht stimmen!

Wenn dein Sohn Förderbedarf hat, dann wird ein Gutachten in Auftrag gegeben und der Förderbedarf deines Kindes festgestellt! Der Förderort muss dann nicht eine Förderschule sein, sondern kann auch eine GS mit Gemeinsamen Unterricht sein! Ich kann dir nur den Tipp geben, schau dir die zuständigen Schulen an und entscheide dann!
Viel Glück
Basket

Beitrag von connie36 02.05.11 - 09:35 Uhr

du kennst deinen sohn am besten. wenn du das gefühl hast, vom kopf her, wäre er soweit fit, lass ihn auf die regelschule. du kannst mit dem zukünftigen klassenlehrer ein gespräch über ihn führen, das er ein auge auf ihn hat und ihn auch noch mal einschätzt und auch etwas unterstützt.
aber tendenziell deke ich, wäre es für deinen sohn förderlich, wenn er kinder um sich hat, die ihm (soll nicht negativ klingen) etwas vorraus sind, das spornt ihn dann nämlich an.
wünsche euch alles gute
conny

Beitrag von geli0178 02.05.11 - 11:21 Uhr

Hallo,

ich bin Mami von zwei entwicklungsverzögerten Kindern die die Frühförderstelle besuchen. Dort wird jährlich der Wiener Test gemacht. Dieser wird mit uns als Eltern dann ausgewertet und ist neutral und unabhänig von der Schule und zudem deutschlandweit anerkannt.Vorteil an der Auswertung: als Eltern seht ihr auf einen Blick wo die Stärken und Schwächen sind.
Wenn Du die Möglichkeit hast versuche ihn in einer Frühförderstelle austesten zu lassen und dann weist Du was los ist mit dem kleinen Kerl.
Mein großer Sohn wird dieses Jahr regulär eingeschult, beim kleinen müssen wir abwarten.

VG Geli

Beitrag von ilva08 02.05.11 - 18:09 Uhr

Wie sieht es denn mit der Möglichkeit einer Rückstellung aus? Wird das bei euch noch gemacht?

Wenn ihr bisher noch nichts von der Entwicklungsverzögerung wusstet und jetzt erst mit Therapien beginnt, so wäre das ein Argument, dem Kind noch ein Jahr Zeit zu geben und dann zu schauen.

Leider sind Rückstellungen in manchen Bezirken fast unmöglich, doch das variiert stark, deshalb frage ich.

Ansonsten schließe ich mich meinen Vorpostern an:

In den Schulen nachfragen, wie die Förderkonzepte aussehen. Vor allem an der Regelgrundschule, an die euer Kind gehen soll.

Bei einem "Grenzfall" würde ich grundsätzlich zur Einschulung an einer Regelgrundschule tendieren.

Aber schaut euch auch die Förderschulen an und entscheidet dann.